Stopover 20/21: Rosa Lisa Rosenberg und Jakob Schnetz

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

Rosa Lisa Rosenberg: Half Asleep Not Far from Fading, 2020.

15.4.2021

»Stopover« – einmal jährlich stellen unter diesem programmatischen Titel die Studierenden im M.A. Photography Studies and Practice ihre aktuellen Arbeiten im UG des Museum Folkwang aus. In Form eines Zwischenstops sollen Einblicke gewährt und soll zu einer Diskussion eingeladen werden. Im Katalog finden sich neben den fotografischen Werken auch kurze Texte, die direkt an die Bilder adressiert sind. Verfasst wurden sie von den Studierenden des M.A. Photography Studies and Research. Hier schreibt Jakob Schnetz an Rosa Lisa Rosenbergs Serie »Half Asleep Not Far from Fading«.

 

Gravitation ohne Masse


Bevor ich darum weiß, finde ich mich an einem Ort wieder, den ich bereits zu einem unbekannten Zeitpunkt kartographiert und typisiert habe. Da ist diese Reifenschaukel, ein metallisch lautloses Pendel. Ich wende den Kopf zur Seite: textiles Flimmern, Handtücher.

In euch treffe ich quasi-autarke Bewegungen an, selbstgenügsam und scheinbar enthoben von Ursächlichkeit. Allein mit einem fragilen Indiz auf poröser Spur hilft mir nur meine Spekulation. Das Triviale, womöglich Beliebige und vielleicht auch Wehmütige in der Assoziation weicht schnell einem hoffnungslosen Begehren: Gäbe es eine Gegenleistung für meine Aufmerksamkeit, die euch vermutlich ohnehin gleichgültig ist, löst ihr sie nicht mit Kausalität ein.

Es drängt mich, den Kopf zu heben, den weiteren Raum zu erfassen, welcher, so glaube ich, einmal um euch herum existierte, doch wie von einer eigenartigen Trägheit erschlichen bleibt das Sehfeld gesenkt und starr. Ich spüre Gravitation, mit dem so seltsam unbeteiligten Blick; gedämpft, wie Geräusche eines lebendigen Alltags, die man als Fiebernder durch das halb geöffnete Fenster wahrnimmt.

Eine Vorahnung sickert aus euch, eine hypnotische Schwere, die sich, wenn auch nicht ganz unbehaglich, um mich legt wie ein sperriger Mantel. Meine Erinnerungen verspinnen sich mit euren; doch eure sind erzwungen und vieldeutig, meine schwer zu ergründen. Wenn ich erwache, begleitet ihr mich noch, für einen kurzen Moment?