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Luke Gartlan at Folkwang University of the Arts

On Wednesday, February 1st, 2023 (6 pm CET), the department of photography at Folkwang University of the Arts will have the pleasure to welcome Luke Gartlan from the University St. Andrews in Essen. Luke will give the sixth Folkwang Photo Talk, speaking about »The Duration of Imperial Portrait Photography«. (See abstract below.)

The talk will take place at Quartier Nord and will also be streamed online. For a Zoom link, please email us. We welcome all friends of photography to join us.

Luke Gartlan’s talk will also open the research colloquium for the Theory and History of Photography, which will take place on February 2 and 3, 2023, and is aimed at master’s candidates and doctoral students both inside and outside Folkwang University of the Arts.

Luke Gartlan is one of the most internationally renowned photo historians. For a long time now, the focus of his work has been on the transcultural interweaving history of the photographic. In 2016, his monograph »A Career of Japan: Baron Raimund von Stillfried and Early Yokohama Photography« was published and awarded the Josef Kreiner Prize for International Japanese Studies. He is also co-editor of »Photography’s Orientalism: New Essays on Colonial Representation« (2013) and »Portraiture and Early Studio Photography in China and Japan« (2017). From 2013 to 2018, he was the editor of the journal History of Photography.

Abstract: Irrespective of their differences, theoretical approaches to the portrait photograph have often emphasized the encounter or the event between the photographer and sitter. Colonialist visual culture, however, is less concerned with the contingent or the temporary than the persistent repetition and maintenance of the status quo over generations. In this paper, I intend to address the imperial portrait photograph in its durational modes, extended both in the codes and practices of the sitter’s inherited privilege and networks and in the material object’s afterlives into the present. The Victorian portrait photograph operates not in isolation as a statement of individual subjecthood so much as within exclusionary networks of family, empire, nation, and community that are already presupposed in the portrait session. This paper builds on research into five families in nineteenth-century St Andrews and their parallel pursuit of early photography and colonial »enterprise«. I will address two case studies: firstly, a collage group assembly of the Playfair family and, secondly, the photographic portraits of General James Hope Grant produced in St Andrews, India, and China. In bringing these materials and histories together, I aim to question frameworks of ‘provincial’ portrait photography that have divested the rural and small-town family album of its colonialist engagements, presumptions, and durational archival functions.

Mit Fotografien umgehen

Mit Fotografien umgehen
analysieren.archivieren.historisieren.konstruieren.schießen.schulden

Öffentlicher Workshop, organisiert von Student*innen des wissenschaftlichen Master-Studiengangs Photography Studies and Research zur Theorie und Geschichte der Fotografie
27. Januar 2023, 11–18 Uhr Museum Folkwang, Gartensaal, Museumsplatz 1, 45128 Essen

Fotografische Bilder umgeben uns. Wir alle leben und handeln täglich mit ihnen, ob bewusst und intentional oder nicht. Beständig entwickeln sich neue Handlungs- und Gebrauchsweisen. Gleichermaßen ändern sich die Werte und Bedeutungen, die Fotografien beigemessen werden, wenn sie in neue Kontexte überführt werden. Für eine Verortung des Fotografischen scheint es also vielversprechend, die damit verbundenen Verben genauer in den Blick zu nehmen. Ob analysieren, archivieren, historisieren, konstruieren, schießen oder schulden: In einem eintägigen wissenschaftlichen Workshop wird Fotografie – verstanden als ein Set von Praktiken – aus ganz unterschiedlichen Perspektiven befragt. In sechs interaktiven Kurzvorträgen werden aktuelle studentische Forschungsprojekte präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Darüber hinaus sind die in Berlin lebende Künstlerin Viktoria Binschtok und Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Professorin für Kunstgeschichte an der LMU München, zu einem Gespräch eingeladen. Viktoria Binschtok verhandelt in ihren Arbeiten Bildquellen und - ökonomien, wenn sie beispielsweise in ihrer Werkreihe »Cluster« die algorithmisch bestimmten Assoziationen digitaler Bildersuchmaschinen aus dem virtuellen in den physischen Raum überträgt. Burcu Dogramaci kartiert im von ihr geleiteten Forschungsprojekt METROMOD die Netzwerke von Exilierung betroffener Künstler:innen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei stehen unter anderem Bild- und Ausstellungspraktiken im Fokus, die sich aus diesen Erfahrungen entwickelt haben.

Der Workshop wird konzipiert und realisiert von Dortje Fink, Tabea Funke, Sarah Gramotke, Deborah Herber, Malte Radtki und Meike Reiners.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Workshop wird nicht gestreamt werden.

 

Das detaillierte Programm:

11:00 Deborah Herber und Steffen Siegel: Willkommen und Einführung
11:15 Meike Reiners: Fotoforensik. Methoden zur Befragung von Fotografien
11:45 Malte Radtki: Erinnere mich – zu meinen Bedingungen! Nachlassbewusstsein im privaten Fotoalbum

12:30 Sarah Gramotke: Joachim Schmids »Archiv«: Gefundene Sichtbarkeiten
13:00 Tabea Funke: Fotografische Schuldeingeständnisse

15:00 Viktoria Binschtok und Burcu Dogramaci im Gespräch mit Studierenden

17:00 Deborah Herber: Wer schießt, nimmt teil. Ethische und moralische Verantwortung im Fotojournalismus
17:30 Dortje Fink: Im Westen was Neues - periphere Fotografiegeschichten rücken ins Zentrum

18.00 Abschluss und anschließende Führung durch die Ausstellung Stopover 2023 – M.A. Photography Studies im UG des Museum Folkwang. Die Künstler*innen werden anwesend sein.

Studieninfo-Tag am 20. Januar 2023

Save the date! Am Freitag, den 20. Januar 2023 veranstaltet die Fachgruppe Fotografie gemeinsam mit dem gesamten Fachbereich Gestaltung einen Studieninfo-Tag für alle, die sich für ein Studium bei uns interessieren. Digital wie auch vor Ort im Quartier Nord werden wir über alle unsere Studienangebote informieren. Zum einen über die beiden Lehrangebote zur künstlerischen fotografischen Praxis im B.A. Fotografie und im M.A. Photography Studies and Practice; und zum anderen über unseren M.A. Photography Studies and Research, der sich einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Theorie und Geschichte der Fotografie widmet.

Das Programm für den Studieninfo-Tag findet sich in Kürze hier auf dieser Seite.

Der Stichtag für Bewerbungen zum Wintersemester 2023/2024 ist für die beiden praktischen Studiengänge der 15. März 2023, für den wissenschaftlichen Studiengang der 31. Mai 2023. Alle Informationen zu den Anforderungen in den Bewerbungsverfahren und ihrem Verlauf, zu den Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern sowie zu den genauen Terminen finden sich hier zusammengefasst.

Zwei neue Podcasts

Das neue Jahr beginnt mit sogleich zwei neuen Podcasts zur Fotogeschichte. Steffen Siegel, Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, spricht mit Alexander Hamann von Die Motive über das Essener Studienprogramm – in Theorie wie Praxis, über die Bedeutung fotografischer Bilder in unserer eigenen Gegenwart, aber auch über ganz persönliche Vorlieben im Feld des Fotografischen. Christoph Wieland Blaas, Doktorand für Theorie und Geschichte der Fotografie, stellt in der 15. Ausgabe des DFA-Podcast seine Dissertation zu Horst H. Baumann vor und spricht dabei nicht zuletzt über seine Erfahrungen in der Archivarbeit und die Vorbereitungen einer Ausstellung, die sehr bald in Mannheim eröffnen wird.

Am besten gleich reinhören!

Nächster Folkwang Photo Talk mit Jens Schröter

Die Fachgruppe Fotografie freut sich, zum zweiten Folkwang Photo Talk in diesem Wintersemester am 8. Dezember Prof. Dr. Jens Schröter zu begrüßen. Unser Gast ist in Essen alles andere als ein Unbekannter: Vor seiner Tätigkeit als Professor für Medienwissenschaft an der Universität Siegen und, seit 2015, in Bonn war Jens Schröter wissenschaftlicher Mitarbeiter für Theorie und Geschichte der Fotografie in Essen. Sprechen wird er über ein ganzes neues Forschungsprojekt: die UFO-Fotografie.

Ein skurriles und zugleich sehr populäres Genre der Fotografie ist die Erfassung unbekannter Flugobjekte, UFOs. Auch wenn die ersten Bilder dieser Art im späten 19. Jahrhundert auftauchen, beginnt ihre Verbreitung und Diskussion in größerem Maßstab erst nach 1945. Die Fragwürdigkeit des UFO-Phänomens lässt eine seriöse Beschäftigung damit kaum möglich erscheinen, dennoch kann man sich mit den medialen Praktiken und Diskursen beschäftigen, die mit ihm einhergehen – zumal sich die große Popularität nicht leugnen lässt. Erst unlängst gab es, angestoßen durch die Veröffentlichung kontroverser Videos des US-Militärs und zumindest interpretierbarer Äußerungen von Ex-Präsident Obama, eine erneute Popularitätswelle. Aber warum? Welche Arten von fotografischen (oder zumindest fotografisch erscheinenden) Bildern werden produziert? Welche Diskurse und Praktiken sind mit diesen Bildern verbunden? Diesen Fragen soll nachgegangen werden.

Wie immer findet der Vortrag statt im Raum 2.13 des Quartier Nord und beginnt um 18 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Folkwang Photo Talk by Verena Kick

Our »Folkwang Photo Talks« series continues on November 17, 2022, with Verena Kick from Georgetown University in Washington, D.C. Currently, Verena is a research fellow at the KWI in Essen, thus it is a welcome opportunity to invite her to our university. She will speak about

Stop writing! Curate! Digital Curation and Photobook Research

When defining Digital Humanities, it is often about how a research question can be approached with digital methods or tools. When thinking of digital curation (a part of Digital Humanities), at first the curation of exhibitions online may come to mind, which was a necessary step once the Covid-19 pandemic started to spread globally in 2020, and museums and other cultural institutions had to close to the public. My contribution to the Photo Talk series is about a different kind of curation: neither museum curators nor archivists are the curators in this case, but scholars who curate their research in a digital way. In their act of digital curation, it is not only their primary work—in my case the photobook—that is curated online, but also their related research and argumentation. 
Digital curation enables researchers to move away from presenting their research in a primarily written way. They may, for instance, choose a mainly visual way, which, in turn, allows experiencing the primary work differently, possibly gaining new perspectives and insights. In this talk, I will present my digital project on a Weimar Germany photobook as an example of digital curation. On the one hand, I showcase how to possibly curate a photobook online, and on the other, I want to demonstrate how this approach can change the way the photobook is seen and experienced, possibly also opening up different and new ways of understanding it.

The talk will take place on November 17, 2022, at the Quartier Nord, room 2.13. Registration is not required. All friends of photography, and of the photobook in particular, are welcome!

Rebecca Racine Ramershoven erhält das Förderstipendium »Zeitgenössische deutsche Fotografie«

Foto: Majid Moussavi

Rebecca Racine Ramershoven, Studentin im M.A. Photography Studies and Practice, wurde von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung mit dem renommierten Stipendium für Zeitgenössische deutsche Fotografie ausgezeichnet! Das zweite Stipendium wurde an Lotte Reimann verliehen. Die Fachgruppe Fotografie gratuliert beiden Preisträgerinnen sehr herzlich!

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang stets zwei Stipendien für Zeitgenössische deutsche Fotografie. Eine international besetzte Jury entschied sich aus 314 Bewerbungen für den Projektvorschläge von Rebecca Racine Ramershoven und Lotte Reimann. Beide erhalten je 10.000 Euro, um die eingereichten Projekte umzusetzen. Ein Verzeichnis der bisherigen Stipendiat:innen findet sich hier.

Im Zentrum von Rebecca Ramershovens Werk stehen People of Color, die im Laufe ihres Lebens vor Herausforderungen gestellt und für einen Großteil der Mehrheits­gesellschaft nicht existent sind. In »Black is Blue is Gold« wird die Künstlerin mittels Fotografie die Repräsentation und Sichtbarkeit schwarzer Menschen herstellen, um den »white gaze« kritisch zu befragen. In Form von Gesten, Ausdruck, Codes, Styles und Haltung strebt die Künstlerin Inszenierungen an, die sich authentisch an ihren Protagonist*innen orientieren. Die so geschaffenen Porträts werden installativ durch Materialien wie Stoffe und Figuren erweitert und lehnen sich in ihrer Form an traditionelle Altarbilder an.

Franz Göttfried Portraits

Nach längerer, pandemiebedingter Pause wird in diesem Wintersemester die Galerie 52 wiedereröffnet. Den Auftakt macht eine besondere Ausstellung: »Archiv Franz Göttfried« spiegelt die Auseinandersetzung von Simon Baptist, Student im B.A. Fotografie, mit den von ihm entdeckten Glasplatten des Bauern und Fotografen Franz Göttfried. Entstanden sind die Bilder in den 1920er bis 1940er Jahren im Ort St. Lambrecht in Österreich.

Franz Göttfried (1903–1980) porträtierte Menschen aus seinem persönlichen Umfeld. Die hierbei entstandenen Bilder geben einen Einblick in das bäuerliche Leben der Zwischenkriegszeit. Sie zeigen die Menschen von St. Lambrecht an Feiertagen, bei ihrer täglichen Arbeit, oder anderen Zusammenkünften. Nach einem schweren Schicksalsschlag in den frühen 1970er Jahren hat Göttfried einen Großteil seiner Fotografien zerstört. Etwa 500 Glasnegative im Format 9 × 12 cm haben aber in seinem Heimathaus überlebt. Diese Glasplatten befanden sich in den ursprünglichen Verpackungen der Hersteller. Auf der Innenseite der Deckel dieser Schachteln hat er Bildtitel und die Namen der fotografierten Personen notiert.

Inzwischen wurden die gefundenen Glasnegativen sorgfältig digitalisiert. In Form hochwertiger Prints werden sie in der Ausstellung zu sehen sein. Auf Basis der Recherchen über den Fotografen und ausführlichen Gesprächen und Interviews mit Zeitzeug:innen entstand im Jahr 2021 in Zusammenarbeit mit Pia Jakober und Motahar Amiri eine 5-Kanal Videoinstallation (33:33min, loop) die neben Modern Prints des Archivs Franz Göttfried in der Ausstellung zu sehen ist.

Simon Baptist studiert seit 2017 Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er hat sich auf dem ehemaligen Hof Franz Göttfrieds ein Atelier eingerichtet und begann sich in der Folge für diese Negative zu interessieren. Hier begannt er auch mit der Aufarbeitung des Archivs, die seit 2020 in enger Kooperation mit dem FOTOHOF archiv in Salzburg geschieht.

Geöffnet ist die Ausstellung vom 28. Oktober bis 30. November 2022 im Quartier Nord der Folkwang Universität der Künste. Der Eintritt in die Galerie 52 ist frei. Die Öffnungszeiten entsprechen denen des Quartier Nord.

Folkwang Photo Talks im Wintersemester 2022/2023

Mit drei weiteren Gästen gehen die Folkwang Photo Talks in diesem Wintersemester in die zweite Runde. Wir freuen uns auf renommierte Gäste:

Am 17. November 2022 wird Dr. Verena Kick von der Georgetown University, Washington, D.C. zu Gast sein mit dem Vortrag »Stop writing! Curate! Digital Curation and Photobook Research«. Ihr folgt am 8. Dezember 2022 Prof. Dr. Jens Schröter von der Universität Bonn mit seinem »Versuch über die UFO-Fotografie«. Und schließlich wird am 1. Februar 2023, am Vorabend des 15. Forschungskolloquiums für Theorie und Geschichte der Fotografie, Prof. Dr. Luke Gartlan von University of St. Andrews zu Gast in Essen sein und sprechen über »The Duration of Imperial Portrait Photography«.

Alle Vortragsthemen und -termine werden in den kommenden Wochen noch gesondert angekündigt. Stets finden Sie ab 18 Uhr im Quartier Nord statt und richten sich an alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Hochschule. Der Eintritt ist wie immer frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Archival Absences

For the second time, the Bibliotheca Hertziana, the Max Planck Institute for Art History in Rome, and Folkwang University of the Arts, Essen, invite emerging doctoral and post-doctoral scholars, working in the interdisciplinary field of theory and history of photography, to participate in and contribute to a photo-historical seminar. Next year’s topic is

Archival Absences
An Incomplete History of Photography


It will be organized and led by Tatjana Bartsch (Bibliotheca Hertziana), Elizabeth Otto (University at Buffalo), Johannes Röll (Bibliotheca Hertziana), and Steffen Siegel (Folkwang University of the Arts, Essen) and is supported by the Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Essen.

Rome, Bibliotheca Hertziana, Max Planck Institute for Art History
March 20–24, 2023

Deadline for applications: October 20, 2022
Here is a PDF of this call.

Photo-historical research engages a vast array of materials. Scholars working in this field grapple with photographic images of all kinds—from Nicéphore Niépce’s heliographs to the most recent digital imagery. They are attentive to technologies of photographic production and reproduction as well as to the discourses and practices that frame the images. In manifold ways, photo historians can feel lured by the richness of relevant production and tradition. In other words, photography as a medium is not only easily accessed by countless users for many purposes; from a scholarly point of view, it is also a medium that encompasses a mass of researchable resources, a sheer abundance of personal collections and institutional holdings so vast it might even threaten to overwhelm the scholar.

Despite the massive accumulations of diverse material that potentially fall within the purview of histories of photography, such histories can never be considered »completed.« Instead, they are always partial, shaped by researchers’ interests and questions, conscious and unconscious decisions they make and the materials they are able to access. Like the production of photographs themselves, scholars’ work is framed by what Laura Wexler has called a »set of choices« akin to the crops and omissions that delineate the limits of photography’s purported offer of a window into the past. Paradoxically, the most comprehensive photographic collections and archives most clearly reveal not just the excellence of their own holdings, but also the lapses, gaps, exclusions, and oversights within those holdings. Our written approaches to the histories of photography replicate these relationships between what is present and absent, visible and invisible, available and inaccessible, preserved and lost.

These observations are our point of departure for the research seminar titled »Archival Absences: An Incomplete History of Photography.« Following on the Bibliotheca Hertziana in Rome and the Folkwang University of the Arts in Essen’s initiative for interdisciplinary seminars on the theory and history of photography—founded with the first seminar in 2019 and, beginning this year, supported by the Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung—we are pleased to announce the second such program that invites advanced Ph.D. students and recent post-doctoral scholars to present and discuss their research. With the seminar, we aim to2 develop a focused, multi-disciplinary analysis of the material, institutional, and even personal conditions that shape photo-historical practices of researching, writing, and publishing.

We seek to explore diverse means of knowledge production and methods for probing, mitigating, or bridging archival absences of many kinds. For as much as it is true that photo-historical research can claim an overwhelming opulence of sources, the opposite is always also true: in some cases, the archives’ silences are deafening. We want to delve into the significance of what we do not see, read, and experience, what we do not address, question, and investigate—and the reasons for these absences. We want to query the forces that control the possibility of becoming, being, and remaining present—and, as a corresponding other half of a pendant pair—the power of absence.

Over the past decades, research, especially from feminist and post-colonial perspectives, has offered substantial questions, arguments, and methods for identifying and confronting absences. This research shows the importance of addressing two interrelated lines of questioning: what is missing from the archives, and what is missing in our critical discourses? Drawing on both aspects, we invite applications from emerging scholars who will present new scholarship and, in the context of a week-long seminar, discuss a set of questions that relate to materials and institutions, methods and research fields, canons and historiographies. Among the relevant questions that applicants may wish to consider and that will shape the seminar are:

— What views have photographers captured? What have they missed, and why?
— What logics determine the creation and evolution of archives, analog and digital? How are archives shaped by the epistemic moments of their making, and how do they serve certain histories while betraying others? To what extent do photographers, archivists, or curators rely upon trends, past and present, to shape their photographic inquiries?
— What impacts do disciplinary frames have when it comes to archival care for photo-historical materials and also to scholarly interest? Should we valorize the diverse institutional cultures of presence and absence that prevail in various archives, libraries, and museums?
— How and why do archives select particular materials to collect and thus foster their privileged roles in creating visual histories? How and why do institutions exclude, neglect, or deaccession other materials? What is the impact of objects’ existence in analog or digital formats upon their perceived relevance for scholarly scrutiny?
— Which methods do we pursue when we search the content of an archive? How can we detect, distinguish, and address different types of absences, archival holdings as well as strands of research interests? How do we address the myriad negative spaces that constitute an archive as much as its accessible contents do?
— How do we address the photographic objects, traditions, and indeed entire histories that have been forgotten, damaged, destroyed, suppressed, censored, excluded, vanished, disappeared, or simply lost?
— How do we treat visual objects that, for religious, cultural, or personal reasons, were never intended to be collected or viewed publicly?
— How do we mark the incompleteness of our historiographic work? What theoretical ideas, such as »critical fabulation,« enable us to redress these absences? Can research on archival absences constitute another kind of presence?
— Can photo-historical research practices that address questions of being present or absent serve as role models for other disciplines? Relatedly, how can photo scholars learn from other disciplines grappling with a comparable set of problems?

We welcome proposals from Ph.D. students already in the dissertation phase and recent post-doctoral scholars (maximum of three years since degree) in art history and related disciplines with a strong photo-historical component. The seminar language will be English. All participants will present some aspect of their current research projects, which must relate to the program’s subject matter. Visits to several photographic archives in Rome will be an integral part of the seminar.

The Bibliotheca Hertziana will provide lodging in double rooms and reimburse the incurred expenses for traveling economy class up to 500 euros. In addition, participants will receive a modest daily allowance.

Please upload the following application materials as PDF documents by October 20, 2022, on the platform Selectus
— Title and a 500-word abstract of the proposed topic (all participants will give a 30-minute formal presentation)
— Brief CV (Maximum 3 pages)
— Brief summary of your dissertation or postdoctoral project
— Names and contact details of two references

Questions and queries may be sent to: fototeca@biblhertz.it 

The first seminar was followed by the publication of Circulating Photographs, a special issue of »History of Photography«, vol. 45, issue 1, 2021, co-edited by Antonella Pelizzari and Steffen Siegel. The organizers anticipate selecting a limited number of the 2023 seminar’s final papers for publication in a similar volume.

Finale 2022

Design: Viktor Lentzen & Daniel Kobert

Wie in jedem Jahr bedeutet der Beginn des Herbstes für uns einen Endspurt: Im großen Folkwang Finale präsentieren 79 Absolvent*innen der letzten beiden Semester ihre Abschlussarbeiten (Bachelor und Master) und geben Einblicke in die aktuellen Fragen der Bereiche Fotografie, Industrial Design und Kommunikationsdesign. Die Ausstellung findet im SANAA-Gebäude am Folkwang Campus Welterbe Zollverein statt.

Die Bandbreite der Arbeiten reicht von Fotografien, Videos, Zeichnungen, Objekten und Installationen bis hin zu grafischen Positionen, Renderings und Simulationen. Mit dabei sind unter anderem eine Lötrauchabsaugung, die Arbeitsschutz demokratisieren soll, eine Fotoserie, die Veränderungen in bewohnten Zimmern darstellt, sowie eine spekulative Arbeit, die Rituale und Artefakte hinterfragt, die den Tod oft verhüllen und distanzieren.

Die Eröffnung des Folkwang Finales 2022 findet am Donnerstag, den 29. September, um 19.00 Uhr im SANAA-Gebäude, Gelsenkirchener Str. 209, statt. Anschließend ist die Ausstellung von Freitag, 30. September, bis Sonntag, 09. Oktober, täglich von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Grundlagen der Fotografie

Die Folkwang Universität der Künste ist die zentrale künstlerische Ausbildungsstätte für Musik, Theater, Tanz, Gestaltung und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen mit Campus und Veranstaltungsorten in Essen, Duisburg, Bochum und Dortmund.

Die Folkwang Universität der Künste besetzt zum 01.10.2023 eine

W2 Professur für das Fach Grundlagen der Fotografie

Fotografie wird an der Folkwang Universität der Künste in seiner gesamten Breite als ein interdisziplinärer Gegenstand zwischen Kunst, Gestaltung und Wissenschaft gelehrt. Der Bachelor-Studiengang Fotografie vermittelt auf umfassende Weise die Grundlagen des vielfältigen Mediums. Er zielt darauf, im Verlauf von acht Semestern die Entwicklung einer eigenständigen bildnerischen Position zu ermöglichen.

Wir suchen eine herausragende Künstler*innenpersönlichkeit mit ausgewiesenen profunden Kenntnissen und Erfahrungen im Bereich Fotografie. Im Fokus der ausgeschriebenen Stelle steht die Vermittlung fotografisch-künstlerischer Grundlagen in ihrer ganzen Breite. In der Bewerbung sollen die Vorstellungen der Bewerber*innen zur Grundlagenlehre auch in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Fotografie ausführlich dargelegt werden. Darüber hinaus soll im Werk ein eigenständiger Schwerpunkt erkennbar sein, der die bestehenden Lehrgebiete ergänzt und in den weiteren Verlauf des Bachelor-Programms integriert werden kann.

Wir wünschen uns Bewerber*innen mit einem großen Interesse für die fotografischen Anliegen der Studierenden. Sie sollen die Anforderungen an den Unterricht in den Grundlagen im fotografischen Feld, das permanenter Wandlung unterworfen ist, mit großer Neugier reflektieren und im Team mit den weiteren Lehrenden weiterentwickeln. Wir setzen ein ausgeprägtes gesellschaftliches und künstlerisches Bewusstsein voraus. Ziel der Lehre ist die Ausbildung eigenständiger, forschender und kritischer Künstler*innenpersönlichkeiten mit einem hohen Grad an Verantwortung für das fotografisch-künstlerische Handeln.

Erwartet wird ein abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium, eine mindestens fünfjährige erfolgreiche künstlerische Praxis sowie eine mindestens zweijährige Erfahrung in der Hochschullehre. Erwartet wird die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Lehrenden und Studierenden im Studiengang Fotografie und im Fachbereich Gestaltung, sowie darüber hinaus im weiteren Umfeld der Folkwang Universität der Künste mit den Fächern Tanz, Theater, Musik und Wissenschaften. Erwünscht ist das Engagement bei der Einwerbung von Forschungs- und Drittmitteln.

Im Übrigen sind die Einstellungsvoraussetzungen in § 29 Gesetz über die Kunsthochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Kunsthochschulgesetz – KunstHG NRW) geregelt. Neben der Lehrtätigkeit wird eine engagierte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit potenziell allen Studiengängen der Hochschule erwartet; in diesem Kontext ist neben dem Konzept für die Lehrtätigkeit im Grundlagenunterricht und im Bachelorstudiengang Fotografie zusätzlich ein Exposé für ein interdisziplinäres Unterrichtskonzept an der Folkwang Universität der Künste vorzulegen. Hinweise zu den Anforderungen des Faches finden sich in den entsprechenden Modulhandbüchern, die auf der Homepage der Hochschule veröffentlicht sind.

Die Mitarbeit an der hochschuldidaktischen Weiterentwicklung und in Gremien der akademischen Selbstverwaltung der Folkwang Universität der Künste sowie der Weiterentwicklung der Studienprogramme der Hochschule ist obligatorisch.

Einstellung
Die Stellenbesetzung erfolgt in der Regel unbefristet – je nach vorliegenden Voraussetzungen – im Rahmen eines Beamt*innenverhältnis oder im Angestelltenverhältnis mit Privatdienstvertrag. Soweit die pädagogische Eignung noch festzustellen ist, erfolgt die Beschäftigung zunächst befristet. Die Besoldung/Vergütung richtet sich nach der Besoldungsgruppe W2 der Landesbesoldungsordnung W (LBesO NRW) i.V.m. dem Besoldungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LBesG NRW). Die Lehrverpflichtung beträgt z. Zt. 13 Semesterwochenstunden.

Allgemeine Hinweise zum Bewerbungsverfahren
Die Folkwang Universität der Künste strebt bei weiblicher Unterrepräsentanz eine Erhöhung des Anteils an Frauen an und fordert deshalb einschlägig qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht Gründe überwiegen, die in der Person eines Mitbewerbers liegen.

Die Bewerbungen von Menschen mit Behinderung bzw. diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX sind erwünscht, sie werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt.

Die Folkwang Universität der Künste versteht sich als familienfreundliche Hochschule und fördert Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Arbeit und Leben

Hinweis zum gendersensiblen Formulieren 
Die Folkwang Universität der Künste nutzt den Gender-Stern und genderneutrale Formulierungen, um verschiedene Identitäten sprachlich einzuschließen.

Hinweis zum Datenschutz
Mit Ihrer Bewerbung erklären Sie sich einverstanden, dass Ihre personenbezogenen Daten vorübergehend gespeichert und zur Abwicklung des Bewerbungs- und ggf. eines Einstellungsverfahrens gespeichert werden. Wir behandeln diese Daten mit größter Sorgfalt nach den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz.

Bewerbung 
Bitte richten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einer einzigen PDF-Datei (ohne Bewerbungsfoto) und ein Portfolio in einer zweiten PDF-Datei bis zum 30.09.2022 an den Rektor der Folkwang Universität der Künste und nutzen Sie hierzu das untere Online-Bewerbungsportal der Hochschule.

Bitte senden Sie Ihre Arbeitsproben zusätzlich per Post mit der gleichen Frist an:
Rektor der Folkwang Universität der Künste
Campus Welterbe Zollverein | Quartier Nord
Martin-Kremmer-Straße 21
45327 Essen

Das Vorstellungsverfahren findet voraussichtlich im späten Herbst 2022 statt.

Bei inhaltlichen Fragen zur Stelle wenden Sie sich bitte an Professorin Elisabeth Neudörfl.
Bei Rückfragen zum Exposé für ein interdisziplinäres Unterrichtskonzept können Sie sich an die Prorektorin für Studium und Lehre, Professorin Elke Seeger, wenden.
Bei allgemeinen personalrechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte die Abteilung Personal.
Bei Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter wenden Sie sich bitte an die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Nina Kaiser.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert Tagungsserie

Was vor drei Jahren seinen Auftakt erlebte, wird bis 2027 dreimal seine Fortsetzung finden: Im März 2019 veranstaltete die Bibliotheca Hertziana, das Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom, gemeinsam mit der Folkwang Universität der Künste in Essen einen einwöchigen Studienkurs, der sich an Doktorand:innen richtete, die zur Theorie und Geschichte der Fotografie forschen.

Fotoforscher:innen aus insgesamt acht Ländern haben in Rom ihre Projekte zum Thema »Circulating Photographs: Materials, Practices, Institutions« vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus standen vier »field trips« zu renommierten Fotoarchiven und -sammlungen auf dem Programm. Die Ergebnisse dieser Tagung sind 2021 als ein Themenheft der Zeitschrift History of Photography erschienen.

Hieran wollen Johannes Röll und Tatjana Bartsch von der Fototeca der Bibliotheca Hertziana und Steffen Siegel von der Folkwang Universität anknüpfen. Mit großzügiger Förderung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung werden sie auch in den Jahren 2023, 2025 und 2027 internationale Studienkurse zur Fotogeschichte ausrichten. 2019 konnte Antonella Pelizzari vom Hunter College in New York als Kooperationspartnerin gewonnen werden, 2023 wird Elizabeth Otto von der University at Buffalo die Mitveranstalterin sein.

Der nächste Studienkurs wird sich vom 20. bis 24. März 2023 dem Thema »Archival Absences: An Incomplete History of Photography« widmen. Ausgeschrieben wird er Ende August dieses Jahres.

Nächster Folkwang Photo Talk with Olga Moskatova

Am 30. Juni findet der dritte und für dieses Sommersemester letzte Vortrag im Rahmen der Folkwang Photo Talks statt. Wir freuen uns sehr, dass wir Olga Moskatova bei uns im Quartier Nord zu Gast haben werden! Sprechen wird sie über »Smart Images. Bildplattformen als Medien der Klassifikation«.

Olga Moskatova ist Juniorprofessorin für Medientheorie mit dem Schwerpunkt Visualität und Bildkulturen an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. An der Universität der Künste in Berlin und an der Université Stendhal 3 Grenoble studierte sie Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. In ihrer Dissertation mit dem Titel »Male am Zelluloid. Zum relationalen Materialismus im kameralosen Film« beschäftigte sie sich mit Filmen der Avantgarde und ihrer Materialität.

Bildplattformen sind mediale Umgebungen, in denen zentrale Aspekte und Mechanismen der zeitgenössischen digitalen Foto-Kulturen zusammenkommen. Digitale Fotografien sind heute vor allem vernetzte Bilder, die über Social Media konsumiert, distribuiert und geteilt werden. Dabei ist der Begriff »Plattform« bzw. »Plattformisierung« keineswegs neutral, sondern steht für die Transformation des offenen Internets hin zu einer Kultur der Konnektivität, die den Wunsch nach Partizipation und vernetzter Sozialität in ökonomisch verwertbare Strukturen gegossen hat. Statt neutrale Räume phatischer visueller Kommunikation zur Verfügung zu stellen, sind digitale Plattformen mit Machtstrukturen durchsetzt. In meinem Vortrag möchte ich Klassifikation als eine Form der Plattformmacht herausgreifen und diskutieren, wie Bilder auf Plattformen sowohl Gegenstand der Klassifikation sind, als auch selbst klassifikatorisch wirken und so als »Smart Images« fungieren.

Der Talk findet am 30. Juni um 18 Uhr im Raum 2.11 im Quartier Nord der Folkwang Universität der Künste statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

... keine Stadt, keine Stelle, kein Standort, der bestehen bleibt.

Anlässlich des Folkwang Rundgangs 2022 laden wir herzlich dazu ein, vom 23. bis 26. Juni in der Pfarrkirche Heilig-Geist in Essen-Katernberg vorbeizuschauen. Die Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zur Zeche Zollverein und unserem Hauptgebäude, dem Quartier Nord. Sie wurde zwischen 1955 und 1957 nach den Plänen des Architekten Gottfried Böhm erbaut und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Sie soll demnächst profaniert werden.

Präsentiert werden dort Arbeiten des zweiten Semesters B.A. Fotografie der Folkwang Universität der Künste. Alle Arbeiten sind in der Pfarrkirche und in Auseinandersetzung mit dem Raum, seiner Bedeutung und seiner Geschichte entstanden. Mit ihren Fotografien und installativen Eingriffen versuchen die Studierenden auf vielfältige Weise den Charakter und die architektonische Atmosphäre des Ortes zu visualisieren. Die räumliche Beschaffenheit wird aus ganz unterschiedlichen Beweggründen auf ihre Materialität, Farbigkeit, Konstruktion und Funktion hin untersucht. Die Kirche als Ausstellungsraum für künstlerische Arbeiten zu nutzen, fordert stets zu einer Neuinterpretation des Ortes auf. So werden alle Arbeiten mit der Absicht präsentiert, die Interaktion zwischen Bild, Ort und Raum zu mobilisieren und eine neue Sicht auf den Kirchenraum vorstellbar zu machen.

Zu sehen sind Arbeiten von Jasmin Ahmad, Julian Duprat Petrich, Maximilian Cyrill Esters, Johanna Kastner, Annika Käufer, Andreas Keddeinis, Luise Klemann, Lennart Pimpl, Konstantin Pütz, Jonas Schlütter, Jana Stormanns, Robin Thomas und Lena Zülch.

Eröffnung ist am Donnerstag, 23. Juni von 20 bis 21 Uhr. Führungen durch die Ausstellung Samstag und Sonntag von 15 bis 16 Uhr. Geöffnet Freitag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr. Ort: Pfarrkirche Heilig-Geist, Schonnebeckhöfe/Meybuschhof, 45327 Essen.

Projektbetreuung: Prof. Gisela Bullacher

Open Studios 2022

Acht Buchstaben hat der Rundgang, und in diesem Jahr wird er endlich wieder vier Tage dauern können: vom 23. bis zum 26. Juni auf der Zeche Zollverein. Studierende aller Fachgruppen des Fachbereichs stellen gemeinsam aus – und natürlich ist auch die Fotografie mit dabei. Neben unserem Hauptgebäude im Quartier Nord auch in der Heilig-Geist-Kirche des Architekten Gottfried Böhm. Einige wenige Schritte vom Quartier Nord entfernt, ist es eine einmalige Gelegenheit, neben der Ausstellung selbst auch die spektakuläre Architektur vor ihrem baldigen Umbau zu einer Kunstgalerie zu besichtigen.

Save the date! Wir freuen uns darauf, nach zwei digitalen Rundgängen wieder persönlich vor Ort zu sein!

Fortlaufend aktuelle Nachrichten gibt es auf der Website des Rundgangs sowie auf Instagram.

Matthias Gründig mit dem Talent Award 2022 ausgezeichnet

Foto: Mara Fischer

Matthias Gründig, seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, wurde von der C/O Berlin Foundation mit dem Talent Award 2022 in der Kategorie »Theorist« ausgezeichnet. Nach Mira Anneli Naß, Alumna im M.A. Photography Studies and Research, die diesen Preis 2019 erhielt, ist Matthias bereits der zweite Essener Preisträger dieser renommierten Auszeichnung. Wir gratulieren zu dieser Ehrung sehr herzlich!!

In der Begründung der Jury heißt es: Als Fotohistoriker mit Arbeitsschwerpunkten zum sozialen Bildgebrauch und zur Spieltheorie konnte sich Matthias Gründig unter knapp 30 internationalen Einsendungen durchsetzen. Neben seinem Profil, das ideal zu den Inhalten des diesjährigen künstlerischen Gewinnerinnenprojekts von Karolina Wojtas passt, überzeugten Gründigs eingereichte Textproben durch analytisches Abstraktionsvermögen, das es ihm ermöglicht, sein breites historisches Wissen für die künstlerische Gegenwartsfotografie nutzbar zu machen und komplexe Inhalte so fundiert zu beleuchten.

Matthias Gründig wird im Lauf dieses Jahres mit der Gewinnerin des Artist-Awards, Karolina Wojtas, zusammenarbeiten. Die Ausstellung soll Mitte Januar im Amerikahaus in Berlin-Charlottenburg eröffnet werden und durch einen gemeinsamen Katalog begleitet.

Folkwangpreis für Oliver Heise

Foto: Carsten Barth

Das Lorbeerblatt verrät schon, dass wir sehr gute Nachrichten haben: Oliver Heise, Student im B.A. Fotografie, hat in diesem Jahr für seine Bachelorarbeit »Testzentren« den Folkwangpreis in der Sparte Fotografie gewonnen. Der Preis wird jährlich durch die GFFF, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwang Universität der Künste, verliehen. Unsere herzlichen Glückwünsche formulieren wir selbst, einige Worte zur Arbeit kommen aber vom Fotografen:

In meiner Arbeit »Testzentren«, ein Zwischenstand meines Bachelor Abschluss Projekts beschäftige ich mich fotografisch mit der COVID-19-Pandemie. Ich zeige die Stadt im Ausnahmezustand und skizziere subtil die Erfahrung, in dieser Zeit unter diesen Umständen zu leben. Als Symptom einer unsichtbaren Krankheit schrieben sich die Testzentren in das Stadtbild ein und gewährleisten uns seitdem in dieser unsicheren Zeit ein gewisses Maß an Sicherheit. Schnell wurden sie fester Bestandteil des öffentlichen Lebens. Ihre Erscheinung aber blieb improvisiert und überwiegend zweckbedingt. Jener Erscheinung der Testzentren begegne ich fotografisch mit der langsamen und kontrollierten Arbeitsweise der Fachkamera. Ich konterkariere meinen Abbildungsgegenstand durch Bilder, die ich achtsam komponiere und stabil aufbaue. Mich interessiert es mit meinen bildnerischen Mitteln eine Haltung zur Welt zu formulieren.

re.21.lettres.a.la.photographie@gmx.de auf der Phototriennale Hamburg

Phototriennale Hamburg, wir kommen! Im Oktober konnte unsere aus Masterstudierenden und Mitarbeiter:innen bestehende Performancegruppe re.21.lettres.a.la.photographie@gmx.de im Museum Folkwang erstmals auf das pseudonyme Kunstprojekt 21.lettres.a.la.photographie@gmx.de reagieren − die Namensgebung ist offenbar so verwirrend, dass uns die Photonews in der jüngsten Ausgabe durcheinander gebracht hat. In Form einer Intervention zeigten wir das Bildermachen als harte, aber auch witzige Arbeit zwischen Aktenablage und Scanner, Office-Kopierer und Mail-Versand. An diesem Wochenende geht das Projekt im Programm Triennal Expanded der Phototriennale Hamburg in die nächste Runde. Kommt vorbei, wenn ihr in der Nähe seid und drückt uns die Daumen, dass es keinen Papierstau gibt!

Alle Informationen zum Abend und dem spannenden Programm finden sich auf der Website der Phototriennale.

Criticism

Tafel XIII: Vermeintliche Grenzen und Workarounds

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Tizian Albachten und Kaspar Flesch studieren seit 2023 bzw. 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist ihr Beitrag.

Bei dem gezeigten Bild handelt es sich um eine mit dem Tool »Generatives Füllen« in Photoshop veränderte Fotografie. Die ursprüngliche Aufnahme entstand nachts bei teilweise bewölktem Himmel. Im oberen Bildteil ist ein Objekt zu erkennen, das an eine Bombe erinnert. Direkt darunter befindet sich eine grüne Leinwand mit sechs grünen Figuren, die vom Betrachter abgewandt sind und teils zu tanzen, teils zu gehen scheinen. Darunter erstreckt sich ein schimmernd welliger Pool mit einer leuchtenden roten Linie am hinteren Ende. Zwischen Pool und Leinwand wird ein Zaun zu Artefakten, die irgendwo zwischen Autoscheiben, Rollläden und Hauswänden liegen.

Die Fotografie entstand ursprünglich in einem Basiswissen-Kurs an der Folkwang Universität der Künste. Nach Beendigung der Aufgaben wurde das Bild aus Spaß mit KI bearbeitet. Dabei wurden verschiedene Prompts ausprobiert. Als wir eine Bombe visualisieren wollten, blockierte die KI dies. Durch den Workaround »Arschbombe« gelang es jedoch, das Bombenmotiv zu erzeugen, ohne die Sicherheitsmechanismen auszulösen. Dieses Beispiel zeigt, wie leicht sich Sicherheitsvorkehrungen umgehen lassen. Durch solche Workarounds können gewaltvolle oder manipulative Bilder produziert werden, die für Desinformation, Propaganda oder Falschnachrichten missbraucht werden können.

Dies wirft grundlegende Fragen auf: Wie kann die Nutzung von KI sinnvoll reguliert werden? Welche Verantwortung tragen die Entwickler solcher Tools? Und wie lässt sich Missbrauch flächendeckend verhindern, ohne die kreativen Möglichkeiten zu stark einzuschränken? Als Verbraucher und Nutzer dieser Technologien können wir diese Fragen aufwerfen und diskutieren. Es bedarf jedoch einer gesellschaftlichen und rechtlichen Debatte, um angemessene Lösungen zu finden.

 

Tafel XII: Urheberrecht im KI-Zeitalter

dreamshaper XL, Stable diffusion, Symbolbild (OC), getimg.ai – eigens trainiertes Modell

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Luis Lucyga studiert seit 2022 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Der mit einem bildgenerativen KI-Modell erstellte Bildausschnitt zeigt Wolken im Sonnenschein vor klarem, blauem Himmel. Bei genauerer Betrachtung werden aber Textüberreste in Form von Wörtern und einzelnen Buchstaben sichtbar. Die Trennung zwischen Wolke und Text ist dabei fließend: Die kryptischen Wortschnipsel schreiben sich in die Umgebung ein und werden Teil von ihr.

Diese Überreste stammen von in Bildern eingebetteten Wasserzeichen verschiedener Stockphoto-Plattformen. Zum Schutz des Urheberrechts der Bild-Autor:innen werden diese Wasserzeichen in Form von Logos und Textfragmenten auf die beworbenen Bilder gelegt. Erst mit einem Erwerb einer Lizenz weicht diese Kennzeichnung dem eigentlichen Bildmaterial. Ausgehend von den generierten Bildern lässt sich nur noch begrenzt nachvollziehen, von welchen Stockphoto-Seiten und vor allem welchen Urheberinnen das nicht lizenzierte Bildmaterial stammt. Nichtsdestotrotz ist dieser Umstand ausreichend für eine Feststellung.

Bildgenerative KI-Modelle werden mit menschengemachtem Bildmaterial in Milliardenzahl trainiert, dessen Verwendungszweck in der Regel nicht mit den Rechteinhaber:innen abgestimmt wurde. Zudem zeigen nur wenige Anbieter Transparenz im Hinblick auf ihre Datenbanken und die Herkunft des gesammelten Trainingsmaterials. Sichtbar wird dieser Missstand in diesem Fall lediglich deshalb, weil sich Wasserzeichen aufgrund ihrer repetitiven Struktur in die Generierung einschreiben. Damit geben sie gleichzeitig einen Hinweis auf eine weitaus größere, unsichtbare Masse an Bildern, deren nicht lizenzierte Verwendung nicht mehr zurückverfolgt werden kann.

In diesem Nachhall erscheinen die Wasserzeichen wie Relikte einer überholten Praxis, die auf eine aktuelle Notwendigkeit verweisen: Der Umgang mit Urheberrecht und algorithmischen Systemen muss überhaupt erst noch verhandelt werden.

 

Tafel XI: KI-Ausstellungsansicht

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Anton Siemann studiert seit 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Es scheint sinnlos zu sein, bei der Dokumentation von Ausstellungsexponaten im Raum auf die Hilfe KI-generierter Bilder zu setzen. Welchen Wert hätte das nie Dagewesene zur Bezeugung von Wirkung in einem tatsächlichen Raum? Das System schenkt mir ein Dokument, ohne dass ich mich hierfür anstrengen muss, bildet das ab, was es von mir beschrieben bekommt: Exponat und Raum – ohne jemals selbst das Exponat gesehen oder den Raum betreten zu haben. Es scheint, als würde die KI das Bild auf magische Weise erfinden, uns das plausibel Mögliche konstruieren. Wie ein Besucher oder eine Besucherin der Ausstellung, dessen persönliche Erfahrung uns als Bild vorgelegt wird.

Mir scheint es leicht, das Ergebnis unseres kurzen textlichen Austausches zu bewerten, da ich genau weiß, wie das echte Exponat im echten Raum aussieht. Wer das nicht weiß oder nicht die Gelegenheit hatte, vor Ort zu sein, würde dennoch von dem vorliegende Bild zumindest eine Idee bekommen, die alles andere als ungenau ist. Ungenau sind einzig Details. Das tatsächliche Motiv der Fotografie ist nach meiner spärlichen Beschreibung relativ akkurat getroffen wird, und auch der Bezug des Objektes zum Raum. Mit der Art der Aufhängung hat das Programm trotz mehrmaliger Beschreibungsversuche allerdings seine Schwierigkeiten. Die Einfachheit dreier unregelmäßig angeordneter Nägel an der Ober- und Unterseite der beigen Schachtel, die das Bild halten, sind für das Programm eine Hürde. Stattdessen wird wiederholt eine konventionelle Variante der Hängung mit vier gleichmäßig angebrachten Nägeln vorgeschlagen.

Auch der Rahmen wird weniger wie eine Schachtel generiert, sondern wie eine schwammige Oberfläche. Der Raum, den ich als Garage beschrieben habe, scheint mir aufgrund der Perspektive, die eine Nische im Hintergrund erkennen lässt, unnötig verschachtelt interpretiert und nicht auf das Wesentliche reduziert zu sein. Dennoch ist bemerkenswert, wie genau Atmosphäre und Komposition der Fotografie sowie die Beschaffenheit der Garage, die als Ausstellungsraum dient, getroffen werden. Mir ist bewusst, dass der Zweck einer Ausstellungsansicht die genaue Dokumentation der tatsächlichen Situation ist. Man könnte denken, dass die bildgebende Instanz anwesend war, wenn man bedenkt, mit welcher Selbstverständlichkeit sie das Bild formt.

Ich nehme an, dass Intention, Haltung und Perspektive des oder der Fotograf:in gar nicht so genau generiert werden könnten, selbst wenn ich sie ganz genau beschreiben würde. Das Ersetzen von Ausstellungsansichten durch KI wird also, wie beeindruckend genau auch immer, niemals ein authentisches Abbild des Tatsächlichen liefern. 

Tafel X: You think you’re cooler than me?

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Felix Molitor studiert seit 2022 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Die generative KI ist auch dazu in der Lage, das menschliche Gemüt zu erheitern. Generierte Inhalte, die als humoristisch rezipiert werden, sind in sozialen Medien häufig vertreten und begegnen uns im Alltag in verschiedenen Formen. Hier sehen wir die Darstellung einer Katze beziehungsweise eines Katers in einem Kühlschrank. Das Tier schaut aus dem geöffneten Eisfach hinaus direkt zur betrachtenden Person. Dabei fällt auf, dass die Proportionen und Größenverhältnisse nicht wirklich stimmig sind.

Oben und unten befindet sich der zusammenhängende Schriftzug „YOU THIN YOIR COLLER THANON ME“. Der Prompt „You think you’re cooler than me“ wurde folglich fehlerhaft abgeändert. Außerdem lässt die Darstellung eines Kühlschranks darauf schließen, dass das Wort „cooler“ als Hinweis auf ein Kühlgerät verstanden wurde.

Der humoristische Moment ist hier eher zufällig entstanden und nicht durch die Bildgenerierungssoftware intendiert. Zum aktuellen Zeitpunkt besitzt die KI nur ansatzweise die Fähigkeit, selbstständig humoristische Inhalte zu erstellen. Intention oder Bewusstsein für Komik lassen sich ihr nicht zuschreiben; humorvoll wird das Bild erst in der Rezeption. Humor kann beispielsweise durch Prompts, die absichtsvoll eine skurrile, komische Anordnung oder Situation beschreiben, durch zufällige, nicht intendierte Bildinhalte oder Fehler in der Bildgenerierung entstehen.

In unserem Beispiel wurde durch einen kurzen, wenig bildbeschreibenden Prompt viel Platz gelassen für Fehlinterpretationen, Halluzinationen und unvorhersehbare Bildentscheidungen. Die zufällig generierte Katze und der fälschlicherweise generierte Kühlschrank treten in einen nicht-logischen Bild- und Sinnzusammenhang. Der dazu übernommene, falsch geschriebene Text unterstützt die komische Anmutung des Bildes. So kann Humor entstehen – zumindest wenn man gewillt ist zu lachen. 

Tafel IX: Sprache und Träumen

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Marla Koether studiert seit 2022 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist ihr Beitrag.

Mit der CFG (Classifier-Free Guidance)-Skala lässt sich im Generierungsprozess Einfluss darauf nehmen, in welchem Ausmaß sich die KI an die Bildbeschreibung hält. Somit kann aktiv in das eingegriffen werden, was sonst in Diffusionsmodellen ein separater Bildklassifikator übernimmt und technisch verborgen bleibt.

Einstellen lässt sich der Wert zwischen 1 und 30. Je höher, desto mehr entspricht das generierte Bild dem Prompt. Ein zu empfehlender Bereich liegt zwischen 7 und 10, da dieser in der Regel ein Gleichgewicht zwischen Abweichung und Treue zu der Eingabeaufforderung darstellt. Die Beobachtungen zeigen, dass ein zu hoher Wert ebenfalls nicht mehr der Eingabe entspricht. Zudem lässt sich feststellten, dass selbst innerhalb der empfohlenen Werte keine vollständige Kontrolle über das Bildergebnis entsteht und willkürliche Ergebnisse möglich sind.

Neues wird in der generativen KI geschaffen, doch nie ohne die schon vorhandenen Grundlagen. Zudem scheint ein Spielraum dieser technischen Parameter für die Bildgenerierung nötig zu sein, da die Bildergebnisse sonst zu extremen Darstellung führen. Dieses Abweichen lässt sich intuitiv als Kreativität und Träumen beschreiben. Ist dies eine paradoxe Beobachtung? Immerhin sind Kreativität, Lösungsfindung und Neuerschaffung dem menschlichen Wesen zugeordnet.

Die fotografische Technik wird kontinuierlich weiterentwickelt, bis sie präzise, technisch perfekte und wahrheitsgetreue Abbildungen ohne ungewollte Elemente ermöglicht. Im Gegensatz zu dieser Genauigkeit wird das »Herumspinnen« von der KI erwartet und ist explizit bei einer knappen Eingabe erwünscht. Selten wird im Prompt eine gewünschte Form konsequent bis ins letzte Detail beschrieben, die Textbeschreibung ist nur stichpunktartig. Somit wird bei der Texteingabe, meist absichtlich, ein Teil des »Denkens« der KI überlassen.

Dadurch findet eine Verlagerung von Vorstellung und Entscheidung statt: Es muss keine ausformulierte Vorstellung im Vorhinein bestehen. Mit der Erzeugung von Bildvorschlägen können diese zunächst betrachtet werden. Erst danach erfolgt die Bewertung, ob das Ergebnis passend ist. In diesem Möglichkeitsraum können dann zusätzlich durch Sprache – ungebunden an Ort, Zeit oder Gegenstand – gezielt Bildteile verändert werden. In gewisser Weise illustriert das Bild die Sprache.

Tafel VIII: Havarie oder KI?

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Jasper Gartmann studiert seit 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Wir sehen ein Fahrzeug, dessen vorderer Teil durch einen plötzlichen und gewaltsamen Vorfall schwer verformt wurde. Die Karosserie ist aufgerissen, Bruchstücke liegen verstreut auf dem Boden, und die innere Konstruktion, die dem Blick gewöhnlich verborgen bleibt, tritt nun offen zutage. Das Bild vermittelt auf den ersten Eindruck die ungeschönte Sachlichkeit eines Unglücks, wie sie nur durch das unmittelbare Festhalten des Augenblicks entstehen kann.

Eine weibliche gelesene Person kniet neben dem beschädigten Rad und scheint die Ursache oder die Folgen des Ereignisses zu untersuchen. Ihre Haltung wirkt weder dramatisch noch bewusst arrangiert. Doch bei längerer Betrachtung stellen sich Zweifel ein, die den zunächst gewonnenen Eindruck der Authentizität erschüttern.

So fällt etwa die Unschärfe und eigentümliche Verformung des linken Fußes ins Auge, dessen Gestalt sich nicht klar deuten lässt. Ob dies eine Folge der Havarie ist oder vielmehr ein Hinweis auf eine andere Ursache, bleibt zunächst offen. Der Verdacht verstärkt sich jedoch beim genaueren Blick auf die Finger der Hand der Frau, deren Formen unentschlossen und schwammig erscheinen. Weitere entscheidende Hinweise liefern das rechte Hosenbein, welches ebenfalls in einer unnatürlichen Unschärfe verschwindet.

Diese Unstimmigkeiten legen nahe, dass es sich hier nicht um eine Fotografie handelt, die Ereignis bezeugt, das tatsächlich stattgefunden hat. Vielmehr deutet die Häufung typischer Fehler – unklare Übergänge, unsaubere Details, anatomische Ungenauigkeiten – darauf hin, dass wir es mit einem durch künstliche Intelligenz erzeugten Bild zu tun haben. So wird diese Tafel weniger zu einem Zeugnis eines realen Unfalls als zu einem aufschlussreichen Beispiel der neuen bildschaffenden Verfahren unserer Zeit, deren Wirklichkeitstreue sich bei näherem Hinsehen als trügerisch erweist.
 

Tafel VII: Kinderstuhl

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Hartmut Rosemann studiert seit 2022 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Wer jemals versucht hat, ein im Geiste vorgestelltes Bild mithilfe von Sprache und einem KI-Modell in eine tatsächliche Darstellung zu überführen, stellt, sobald das anfängliche Gefühl von Magie verflogen ist, fest, dass Einzelheiten oft nicht so in Erscheinung treten, wie sie intendiert waren. In der sprachlichen Beschreibung werden Details ausgelassen, vielleicht bleibt die Definition des Lichts oder einer Textur ungenau, kurz: Man scheitert an der unermesslichen Detailfülle der Welt.

Ich habe versucht, diese Problematik in einem Experiment ad absurdum zu führen: Mein Ausgangspunkt sollte jetzt kein imaginiertes Bild sein, sondern eine digitale Fotografie eines Stilllebens. Diese Aufnahme ließ ich von einer künstlichen Intelligenz bis ins kleinste Detail analysieren, um daraus den Prompt für eine erneute Bildgenerierung zu gewinnen.

Das hier gezeigte Resultat vermittelt ein grundlegendes Verständnis für den Aufbau des Originalbildes: Es zeigt die gleichen oder ähnlichen Gegenstände, arrangiert sie in einem ähnlichen Verhältnis zueinander, greift die Komposition und Lichtstimmung auf und übersetzt sie in einer ähnlichen Weise. Doch es bleibt bei dieser Ähnlichkeit.

In der Fotografie wird die Realität über ein optisches System auf einen – wie in meinem Fall – digitalen Sensor projiziert und gespeichert. Modelle künstlicher Intelligenz hingegen haben anhand von Trainingsdatensätzen mit Abermillionen Bildern gelernt, wie Dinge typischerweise aussehen und generieren daraus eigene Darstellungen. Während eine Fotografie auch Details festhält, die manchmal erst bei späterer Betrachtung ins Auge fallen, bleibt die KI auf die Sprache angewiesen und diese weist, wie bereits beschrieben, Lücken auf. Die Maschine füllt diese Leerstellen mit statistischen Mustern. Wird im Prompt etwa nur ein Kinderstuhl erwähnt, ohne dessen spezifische Beschaffenheit zu bestimmen, entscheidet sich die Maschine für eine Durchschnittsdarstellung eines Kinderstuhls.

In meinem Experiment dient die Originalfotografie als Stellvertreter einer präzisen mentalen Vorstellung. Der Versuch, diese eins zu eins in das KI-Modell zu überführen, gleicht dem Vorhaben, einem anderen Menschen ein inneres Bild zu beschreiben. Das Gegenüber wird niemals exakt das gleiche Bild vor dem geistigen Auge formen. Womöglich lässt sich die generative Leistung der Maschine analog zur menschlichen Imaginationskraft begreifen.

Auch unsere mentalen Bilder sind selten bis ins letzte Detail definiert. Wir formen sie aus visuellen Erfahrungen und erlernten Konzepten. In ähnlicher Weise greift auch die KI auf ihre digital erlernte Bildwelt zurück und synthetisiert daraus Bilder nach ihrer eigenen Bildlogik.

So kann ein durch KI erzeugtes Bild als Ergebnis zweier aufeinandertreffender Imaginationssysteme verstanden werden, entstanden in einem produktiven Raum zwischen menschlicher und maschineller Vorstellungskraft.

Tafel VI: Über die Reproduzierbarkeit rechnerisch erzeugter Bilder

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Johan Schiefke studiert seit 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

In dem hier vorgelegten Versuch bat der Operator das System, ein von Künstlicher Intelligenz hervorgebrachtes Original (oben links) allein unter dem Stichwort »Porträt« zu reproduzieren. Dem Resultat dieser Aufforderung wurde wiederum dieselbe Prozedur unterzogen. Dieser Vorgang wurde in einer Kette von fünfunddreißig Wiederholungen fortgesetzt.

Während es bei den ersten Resultaten noch ein geschultes Auge bedarf, um Abweichungen vom ursprünglichen Bilde zu bemerken, treten mit fortschreitender Wiederholung allmählich Erscheinungen hervor, die sich dem Beobachter nicht länger entziehen. Dies reicht von einem Rauschen im Bild über unverhältnismäßige Sättigung der Farben bis hin zur Veränderung des Bildinhalts selbst. Der Prozess lässt sich bis zur völligen Entfremdung von seiner Ursprungsgestalt fortsetzen. Womöglich wäre das Bild ohne die Vorgabe, ein »Porträt« zu kreieren, bereits in neue Gestalten zerflossen.

Mein Bestreben ist jedoch weniger darauf gerichtet, die Ursachen dieser skurrilen Eigenart im Inneren der generativen Bildgebung zu ergründen, als vielmehr, deren Bedeutung für die mögliche Zukunft dieser neuartigen Technologie in einem Gedankenexperiment zu illustrieren.

Man stelle sich vor, man entledige sich eines Tages des mühseligen Vorgangs der Fotografie endgültig und das Bild entstehe fortan allein durch rechnerische Verfahren. So würden die Bildarchive jener Systeme allmählich mit ihren eigenen Erzeugnissen durchsetzt. Resultat wäre eine Rückkopplungsschleife, durch die das System fortwährend sich selbst zum Gegenstand seiner Berechnungen machen würde, bis es im Wahn der Selbstverirrung seine eigene Grundlage untergrübe und ins Absurde fortentwickelte.

Man könne diesem Problem entgegentreten, indem man die Erzeugnisse künstlicher Intelligenz aus dem eigenen Korpus entfernte. Insofern bliebe jedoch die Frage offen, woher künftig neue Bilder zur Verarbeitung gewonnen werden sollen. Die Maschine würde zu einer bloßen Zeitkapsel der Vergangenheit werden.

Tafel V: Zweifel und Beweis

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Chaeg Kim studiert seit 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Fotografien bewiesen Fakten selten direkt, sondern halfen uns vor allem dabei, schnell zu entscheiden, was vertrauenswürdig ist. In diesem Sinne waren Fotografien auch ein Mittel, um Zweifel zu beenden. Aus diesem Grund wurden Fotos als Beweise für bestimmte Situationen oder Ereignisse akzeptiert. KI-generierte Bilder können diese Funktion jedoch leicht unterspülen.

Sie sind in der Lage, eine „Verifizierung“ in Online-Räumen durchzuführen, in denen keine persönlichen Begegnungen stattfinden. Beispiele hierfür sind Fotos, auf denen ein Klebezettel mit einem geschriebenen Datum gehalten wird, oder Bilder, die spezifischen Anweisungen wie bestimmten Posen oder Handgesten folgen. Wo Fotografien als Beweise zur Unterstützung von Urteilen verwendet werden, können Probleme auftreten.

So können beispielsweise in Dating-Apps wie Tinder natürlich generierte Profilfotos für Betrugszwecke genutzt werden, ohne offensichtlich verdächtig zu erscheinen. Ähnliche Formen der Täuschung sind auf Zweitmarkt-Plattformen wie Kleinanzeigen möglich. Darüber hinaus können KI-generierte Bilder dazu verwendet werden, akademische Zeugnisse zu fälschen, Nachweise für Krankmeldungen am Arbeitsplatz zu manipulieren, Familienmitglieder zu beruhigen, Bilder von beschädigten Waren bei Versicherungen einzureichen, die Zustellung von Paketen zu bestätigen, Falschparken zu melden oder Bilder von Luxusartikeln oder Reisen in sozialen Medien zu posten.

Nahezu jede Situation, in der Fotografien geholfen haben, ein Urteil zu bilden, ist davon betroffen – zum Beispiel mein Bild, das mich an einem sehr bekannten Ort zeigt, an dem ich weder an jenem Tag war noch bisher überhaupt jemals.

 

Tafel IV: Warum sind diese Gesichter nass?

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Isabella Rintsch studiert seit 2023 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist ihr Beitrag.

»Wie Hammer ist das?« oder »Ja, ich bin ein #ChatGPT-Opfer« sind Reaktionen auf einen bereits etwas veralteten, sich auf ChatGPT beziehenden Internet-Trend. Mein Prompt lautete: »Erstelle ein kontrastreiches Nahaufnahmeporträt meines Gesichts mit Fokus auf die Vorderseite, in Schwarz-Weiß-Nahaufnahme, 35-mm-Objektiv, 4K HD-Qualität. Starker Ausdruck, Wassertropfen auf meinem Gesicht, schwarzer Schattenhintergrund, nur das Gesicht ist sichtbar, Seitenverhältnis 4:3.« Zusätzlich wurde die Maschine mit einem Bild oder mehreren Bildern der Person für das zu generierende Porträt gefüttert. Zu sehen sind hier vier Beispiele von den sehr vielen, die man im Internet finden kann.

Trotz der verblüffenden Ähnlichkeit zur Realität erzeugt das generierte Wassertropfen-Porträt ein unbehagliches Gefühl. Vor allem in ihrer Vielzahl treiben sie ein problematisches Verlangen nach Uniformität in der Gesellschaft hervor. Der strenge Blick, der im Schatten verschluckte Hintergrund, die gelee-artigen Tropfen und besonders die Menge der in gleicher Art generierten Porträts schafft eine Flut von unsympathisch wirkenden und unbegründet nassen Gesichtern. Diesen Porträts fehlt ganz einfach das Leben. Die bedenkenlose Abgabe eigener Daten erleichtert den Vorgang. Systematisch sind sie dem Passbild recht ähnlich, wobei das Produkt hinsichtlich seines Nutzens nicht gegensätzlicher sein könnte.

Doch gibt es für die Faszination, die dieser Trend ausübte, mit Sicherheit Gründe. Neben Langeweile und Mitteilungsbedürfnis ist es vielleicht das trügerische Gefühl, das Produkt eines professionellen Photoshootings zu erlangen, wenn dafür sonst die Mittel fehlen. Für einen kurzen Spaß und Beitrag in den sozialen Netzwerken scheint durchaus es angemessen. Allerdings sollte ein ernsthafter Nutzen dieser Bilder ausgeschlossen werden, denn besonders auf Dating-Plattformen finden diese Porträts immer mehr ihren Platz.

Es ist ja bereits fragwürdig genug, wenn Personen Teile ihres Gesichts unkenntlich machen, zum Beispiel durch eine Sonnenbrille. Wenn nun aber auf solchen Plattformen Bilder zirkulieren, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden, stellt sich erst recht die Frage, welches Bilderspiel hier eigentlich betrieben wird.

Tafel III: Slop?

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Ludwig Wang studiert seit 2022 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Erinnern wir uns an das Bild des Papstes, das weniger das Oberhaupt der katholischen Kirche zeigte als die Inszenierung eines Hip-Hop-Stars: Die Bedeutung dieses Bildes entstand nicht durch den Bezug zu einem realen Anlass, sondern aus der kollektiven Bereitschaft, es als bedeutsam wahrzunehmen. Es verwies auf kein tatsächliches Ereignis und entfaltete dennoch Wirkung, die nicht im Bild selbst lag, sondern in seiner Lesbarkeit und der Übereinstimmung seiner Zeichen mit vertrauten visuellen Codes.

Das gleiche Prinzip zeigt sich in diesem generierten Bild von Che Guevara, das eine mir sehr ähnelnde Person an seine Seite setzt. Auch hier entsteht Bedeutung nicht aus einem Ereignis, sondern aus der Wiedererkennbarkeit der Zeichen: Kleidung, Pose, Körnung, historischer Gestus. Es funktioniert, weil es sich bekannt anfühlt, nicht weil es etwas beweist. Das Bild ist für eine kleine Weile amüsant, irritierend oder ansprechend, weil es eine bekannte Ikone mit einer unerwarteten Nähe verbindet. Doch diese Nähe bleibt folgenlos. Sie eröffnet keinen neuen Blick, keine Erfahrung, keine Erkenntnis. Was gezeigt wird, erschöpft sich im Erkennen der Inszenierung.

Solche Bilder sind heute unbegrenzt verfügbar, formal austauschbar und jederzeit reproduzierbar. Gerade darin liegt ihre paradoxe Schwäche. Je häufiger sie zirkulieren, desto schneller verlieren sie ihre Wirksamkeit. Ihr Reiz liegt im Effekt, in der überraschenden Kombination und im spielerischen Bruch, doch dieser Effekt nutzt sich rasch ab. Sie fordern keine Entscheidung, kein Innehalten, keine Verantwortung. Was bleibt, ist Wiederholung.

Die Müdigkeit gegenüber dem Großteil von generierten Bildern ist daher weniger eine Ablehnung der Technik als eine Reaktion auf Bedeutungsinflation. Wo alles möglich ist, wird nichts notwendig. Die Zukunft dieser Bilder entscheidet sich nicht an ihrer technischen Perfektion, sondern an der Frage, ob sie mehr sein können als plausible, kurz unterhaltende Oberflächen oder ob sie lediglich, wie das Bild mit Che, amüsieren, zirkulieren und schließlich spurlos verschwinden.

Tafel II: Fake Shibuya

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Kageaki Inoue studiert seit 2023 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Wir sehen dicht gedrängte, gemischt genutzte Gebäude, riesige Werbetafeln auf Dächern und entlang der Fassaden. Hinter einer Kreuzung ragen Wolkenkratzer auf, und noch weiter dahinter zeichnet sich am Horizont schwach die Silhouette einer sanft ansteigenden Bergkette ab. Dieses Bild ist eine von einer KI generierte Ansicht von Tokyo aus der Vogelperspektive.

Man kann anhand der Form der Kreuzung zwar vermuten, dass es sich um das Zentrum von Shibuya handelt, doch jemand, der sich in Tokyo gut auskennt, würde sofort erkennen, dass es sich um eine völlig fiktive Stadt handelt. Für Shibuya gibt es zu wenige Hochhäuser, und es fehlt der nahezu direkt an die Kreuzung angrenzende Bahnhof. Auch die Schriftzeichen auf den Werbetafeln lassen sich nicht eindeutig als japanisch oder chinesisch identifizieren, vielleicht nicht einmal als korrekte Schrift. Es ist überraschend, dass keine Wahrzeichen wie der Tokyo Tower oder der Skytree zu sehen sind. Dass der Fuji nicht dargestellt wurde, ist hingegen lobenswert.

Während der Zeit des rasanten Wirtschaftswachstums in den 1960er-Jahren nahm der Verkehr in Shibuya durch die Ansiedlung zahlreicher kommerzieller Einrichtungen explosionsartig zu. Um die Sicherheit von Fußgängern und Fahrzeugen zu gewährleisten, entstand 1973 das berühmte „Scramble Crossing“. In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre etablierte sich das Viertel als Zentrum der Jugendkultur, und diese Kreuzung wurde zu einem symbolträchtigen Ort der Stadt.

Heute finden sich dort nicht nur Einkaufszentren, sondern auch zahlreiche Bürogebäude und kulturelle Einrichtungen, weshalb Shibuya als Knotenpunkt für Menschen aus verschiedenen Bereichen dient. Auch international ist der Bekanntheitsgrad gestiegen, und das Viertel gilt als kosmopolitischer Stadtteil. Mittlerweile ist Shibuya sogar innerhalb der KI-Welt bekannt geworden. Wenn man um ein Foto von Tokyo bittet, erzeugen sie in Sekundenschnelle solch eine seltsam anmutende, an Shibuya erinnernde Stadtlandschaft.

Tafel I: Ein Bild aus Sprache und Vorstellung

Täglich können wir beobachten, wie Bilder, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, auch auf unseren Umgang mit der Fotografie einwirken. Von der Produktion bis zum Gebrauch wandeln sich die fotografischen Praktiken – und mit ihnen auch das Verständnis davon, was eine Fotografie zeigt und ist. Im Rahmen des Seminars »The Pencil of Nature, 1844–2026«, geleitet von Steffen Siegel, haben Studierende im B.A. Fotografie im Wintersemester 2025/2026 diese Fragen diskutiert. Ganz nach dem Vorbild von William Henry Fox Talbots berühmten Fotobuch haben sie eine eigene Tafel entworfen, die sich mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Dorian Beck studiert seit 2024 im B.A. Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Hier ist sein Beitrag.

Mit der hier angewandten Entdeckung ist es erstmals möglich, eine Abbildung ohne den Einsatz von Licht zu erzeugen. Lediglich ein Text wird als Ausgangspunkt benötigt. Die Frage, ob in diesem Zusammenhang noch von einer Fotografie gesprochen werden kann oder ob hierfür ein neuer Begriff erforderlich ist, lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten und wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen. Bereits jetzt wird jedoch deutlich, dass hier Bilder entstehen, die sich der Vorstellungskraft des Gestalters verdanken – vergleichbar mit der Malerei, die keiner zwingenden Gesetzmäßigkeit folgt. Die Abbildung ist weniger Ergebnis einer Aufzeichnung als einer Konstruktion.

Die Oberflächen der Gefäße scheinen einen feinen Glanz aufzuweisen und zeugen von einer präzisen Verarbeitung. Das könnte auf eine außergewöhnlich hohe Qualität der dargestellten Materialien hinweisen. Die Gläser spiegeln ihre Umgebung auffallend genau wider, aus der angenommenen Perspektive blickt man in eine inszenierte Studiolandschaft. Ein blau-grüner Stoff bildet, einer Rückwand gleich, den Hintergrund, was in Verbindung mit einer nur implizierten Lichtquelle dazu führt, dass das gesamte Bild von einem kühlen, bläulichen Farbton durchzogen ist.

So lädt die Abbildung die Betrachtenden dazu ein, nicht nur das Dargestellte wahrzunehmen, sondern auch über den Akt und Prozess seiner Entstehung nachzudenken. Sie regt an, indem sie weniger eine dokumentarische Wahrheit behauptet als vielmehr eine visuelle Möglichkeit eröffnet – ein Bild, das nicht aus Licht, sondern aus Sprache und Vorstellung entstanden ist.

EFEG #9 Aglaia Konrad / Carrara

In der neunten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über »Carrara« von Aglaia Konrad. Erschienen ist das Buch 2011 bei Roma Publications in Amsterdam. Die Fotografin fragmentiert mit dem »Ausschnitt-Werkzeug« Fotokamera die Marmor-Steinbrüche von Carrara und konstruiert aus den Bildern eine ungewöhnliche Seherfahrung. Das Buch enthält außerdem einen Text von Angelika Stepken. Ca. 29 cm × 21,5 cm, 136 Seiten, 119 Schwarzweiß- und 18 Farb-Fotografien (sowie die Farbfotografie auf dem Schutzumschlag).

Aglaia Konrad wurde 1960 in Salzburg geboren, 1990–1992 Studium der Fotografie an der Jan von Eyck Academie in Maastricht. Seit 2007 ist sie Professorin an der Sint-Lukas in Brüssel. Zahlreiche Auszeichnungen, 1997 Teilnehmerin der documenta X, 2003 Camera Austria Preis für zeitgenössische Fotografie, 2023 Österreichischer Staatspreis für Fotografie.
 

 

EFEG #8 Katja Stuke / Supernatural

In der achten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über zwei Bücher von Katja Stuke: »Supernatural« von 2010 und »Supernatural 2021« aus dem titelgebenden Jahr. In diesem Projekt »Supernatural« hat Katja Stuke Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen am Fernseher beobachtet und in einem Moment großer Konzentration direkt vor ihrer sportlichen Leistung fotografiert. »Supernatural 2021« ist eine Weiterentwicklung, es ändert sich die Auswahl der Athlet:innen, der Sportarten, es ändern sich aber auch der Blick und der Umgang mit den Bildern im Heft.

Katja Stuke (*1968) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Studium an der FH Düsseldorf. Ausgezeichnet unter anderem mit dem LUMA Rencontres Dummy Book Award at the Rencontres d’Arles 2017 und als Lauréat Regards du Grand Paris Ateliers Medicis, Centre national des arts plastiques Paris (beides mit Oliver Sieber).

 

EFEG #7 Helga Paris / Häuser und Gesichter. Fotografien 1983–85

In der siebten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über Helga Paris’ »Häuser und Gesichter. Fotografien 1983–85«. Das Buch ist zuerst 1986 erschienen und auch nicht erschienen – bevor es dann einige Jahre später in einer Neuausgabe endgültig erscheinen konnte.

Helga Paris wollte Halle an der Saale wie eine ganz fremde Stadt fotografieren. Das Buch beginnt mit Straßenansichten, es folgen Porträts, die sie hauptsächlich auf der Straße fotografiert hat. Die Ausstellung, zu der Paris dieses Buch gemacht hat, durfte 1986 nicht gezeigt werden und wurde 1990 nachgeholt.

EFEG #6 Deanna Templeton / What She Said

In der sechsten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« besprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl das Fotobuch »What She Said« von Deanna Templeton. Erschienen ist es 2021 bei Mack Books in London.

Deanna Templeton fotografiert weibliche Teenager und junge Frauen und stellt diese Porträts in einen Zusammenhang mit Tagebucheinträgen und Konzertflyern aus ihrer eigenen Jugend in den 1980er Jahren.

Rein theoretisch #6 Fotografierverbot

Dortje Fink und Julia Wolf, beide studieren an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research, sprechen in der sechsten Folge ihres Podcasts »Rein theoretisch« über Fotografierverbote.

Was haben das Van Gogh Museum in Amsterdam, der Uluru in Australien, die Stadt Kyoto in Japan, aber auch die Herbertstraße in Hamburg, das Berghain in Berlin, New Yorker Gay Bars der 80er Jahre und Sicherheitsgebiete in Kriegszeiten gemeinsam? Spoiler: Sie stellen Orte dar, an denen es nicht gestattet ist zu fotografieren. 

Die Gegebenheiten, in denen sie uns begegnen, sind genauso vielseitig wie die Gründe für solche Reglements. Ob in Clubs durch das Abkleben von Handykameras, in Museen anhand von Hinweisen des Aufsichtspersonals oder an sakralen Orten nach dem unausgesprochenen Gesetz des gegenseitigen Respekts. Eines haben sie gemeinsam: Fotografie wird in all diesen Fällen als problematisch oder gar bedrohlich angesehen. Fotos, die aufgrund verschiedenster Verbote nicht existieren, lassen zudem ein spannendes Gedankenspiel zu. Welche Abbildungen werden in bestimmten Situationen antizipiert? Und welche negativen Auswirkungen könnten diese haben?

Fink & Wolf teilen in dieser Podcast-Folge ihre Gedanken zur gezielten Unterbindung privater Fotoaufnahmen und stoßen dabei an die Grenzen ihrer situationsbedingten Sinnhaftigkeit. Am Ende stellt sich die Frage ob wir aufgrund der allgegenwärtigen Kameranutzung vermehrt mit Fotoverboten konfrontiert werden sollten oder nicht.

Abrufbar ist die neue Folge, wie alle anderen auch, auf Apple Podcast und Spotify.
 

EFEG #5 Bettina Lockemann / Southward – nach Süden

In der fünften Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl über Bettina Lockemanns »Southward – nach Süden«, erschienen beim Fotohof Salzburg im Jahr 2021.

Bettina Lockemann ist 2017 in die Südstaaten der USA gereist. Dort trifft sie auf Gegenden und Städte, die einerseits mit vielen Hypotheken aus der Vergangenheit zu kämpfen haben, in denen sich aber auch viele Initiativen wie zum Beispiel das Rural Studio finden. Das gehört zur Auburn University, und seine Studierenden entwickeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort Methoden zum Bau günstigen Wohnraums. Lockemann sucht viele dieser Initiativen auf, spricht mit den Beteiligten und fügt ihren Fotografien kurze Texte bei, die aus Sicht dieser Menschen die Situation beschreiben.

Bettina Lockemann wurde 1971 in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zur Fotografin studierte sie an der HGB in Leipzig. Promotion in Kunstgeschichte, Lehre an vielen unterschiedlichen Hochschulen im In- und Ausland, sechs Jahre lang war sie Professorin für Fotografie an der HBK Braunschweig. Bettina Lockemann hat eine sehr informative Website.

Ca. 24,5 cm × 16,5 cm, Klappenbroschur, 156 Seiten, Schwarzweiß und Farbe, 90 Fotografien.

EFEG #4 Hannah Darabi / Soleil of Persian Square

In der vierten Folge von EFEG – Einige Fotobücher, einige Gedanken – sprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl über »Soleil of Persian Square« von Hannah Darabi. Erschienen ist dieses Buch 2021 bei den Éditions Gwinzegal in Paris. Die EFEG-Folge ist auf diesem YouTube-Kanal abrufbar.

Der Titel von Hannah Darabis Buch bezieht sich auf das Bistro »Soleil« am »Persian Square« in Los Angeles, das auf einem ihrer Fotos zu finden ist. Stadtansichten von Los Angeles mit Hinweisen auf die dortige iranische Diaspora treffen in dem Buch auf Abbildungen von Musikkassetten, Ausschnitten aus den Gelben Seiten von Los Angeles, Stills aus Musikvideos und informellen Porträts, von denen es jeweils zwei gibt.

Hannah Darabi wurde 1981 in Teheran geboren. Nach einem Studium an der Hochschule der Schönen Künste in Teheran und an der Universität Paris VIII-Saint-Denis lebt sie heute als Künstlerin in Paris.

Einige weiterführende Hinweise: Das im Gespräch erwähnte Video der Wüstenrot-Stiftung ist hier zu finden. ● Hannah Darabi: Enghelab Street. A Revolution through Books: Iran 1979–1983, Leipzig (Spector Books) 2019. ● Das Buch von Bahman Jalali und Rana Javadi von 1979, »Days of Blood, Days of Fire«, ist 2020 als Reprint ebenfalls bei Spector Books erschienen, es enthält einen Einleger mit einem einführenden Text auch auf Englisch. Bedauerlicherweise gibt es keine Übersetzung der im Buch selbst vorkommenden Texte und Bildunterschriften. ● Inka Schube (Hg.): Bahman Jalali, Köln (König) 2011. ● Auf der Bandcamp Seite von ANYWAVE findet ihr das Tape »Soleil of Persian Square / Post California« zum streamen.

Hannah Darabi: Soleil of Persian Square, Paris (Éditions Gwinzegal) 2021. Etwa 28 cm x 22 cm, Broschur, 220 Seiten.