Folkwang
Universität der Künste


Fotografie

News | 2.6.2022

What's next?

News | 15.3.2022

Jetzt bewerben!

Dich fasziniert die Auseinandersetzung mit einem Bildmedium, das wie kein zweites unseren Alltag prägt? Wir teilen diese Leidenschaft und freuen uns über deine Bewerbung!

Die Folkwang Universität der Künste in Essen ist die einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum, an der die künstlerische und wissenschaftliche Beschäftigung mit der Fotografie in eigenen Studiengängen unterrichtet wird.

Die Studienplätze in den drei Studiengängen Fotografie (Bachelor of Arts), Photography Studies and Practice (Master of Arts) und Photography Studies and Research (Master of Arts) werden einmal jährlich ausgeschrieben und durch ein Aufnahmeverfahren vergeben, die stets im Frühjahr stattfinden. Die Bewerbungsfrist für die beiden künstlerischen Studiengänge (BA und MA) ist Mitte März, für den wissenschaftlichen Studiengang Ende Mai. Studienbeginn ist das kommende Wintersemester.

Vor einer Bewerbung empfehlen wir, für eine allgemeine Studienberatung und eine Mappenberatung zu den Lehrenden der Fachgruppe Kontakt aufzunehmen. Gerne beantworten wir alle Fragen! Ein Besuch auf der Zeche Zollverein im Quartier Nord ist jederzeit möglich!

Ganz besonders lohnt sich ein Besuch während des Studieninfo-Tags (Mitte Januar), während unseres Rundgangs (Ende Juni) und während der großen Absolventenausstellung »Finale« (Ende September).

Alle Informationen zu den Anforderungen in den Bewerbungsverfahren und ihrem Verlauf, zu den Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern sowie zu den genauen Terminen finden sich hier zusammengefasst.

News | 6.2.2022

Stopover 21/22

Einmal im Jahr – stets in den zwei Monaten um den Jahreswechsel – stellen die Studierenden der beiden Master-Programme Photography Studies and Practice sowie Photography Studies and Research in Kooperation mit dem Museum Folkwang im UG des Museums aus. »Stopover«, der wiederkehrende Titel dieser Ausstellungen, ist dabei Programm: Keine fertigen, bereits abgeschlossenen Arbeiten sollen gezeigt werden; vielmehr geht es um Einblicke in aktuelle Fragestellungen und Versuche, auf diese mit eigenen Projekten und Arbeiten zu reagieren.

Fotografische Begegnungen stehen in diesem Jahr im Zentrum von »Stopover«. Doch was sind fotografische Begegnungen? Ist es Licht, das auf empfindliches Material fällt? Zwei Menschen, die einen gemeinsamen Moment mit einer Kamera teilen? Dialoge, die durch das Nachdenken über Fotografie entstehen? Oder das Aufeinandertreffen verschiedener Positionen in einem Raum?

Um hierauf Antworten zu geben, werden in verschiedenen Formen fotografischer Annäherungen, ästhetischer Haltungen und Zeigeformen erprobt. Dabei werden Schichten von Wirklichkeiten freigelegt und zur Diskussion gestellt. Durch das Aufgreifen von Material und das Überführen in neue Kontexte werden verschiedene Perspektiven im Hinblick auf eigene Fragestellungen entwickelt. Das gemeinsame Mit- und Voneinander-Lernen beider Masterprogramme wird in den Ausstellungsraum übertragen. Erstmals sind sowohl künstlerische als auch wissenschaftliche Beiträge zu sehen. Jede der Herangehensweisen stellt einen äußerst persönlichen Zugang dar, sich mithilfe fotografischer Medien die Welt zu erschließen.

Während sich die Themen der präsentierten Positionen manchmal ganz eng aufeinander zubewegen, so streben sie an anderer Stelle in verschiedene Richtungen und öffnen Räume für Assoziationen. Alle elf Arbeiten befassen sich auf die eine oder andere Weise mit der Frage, wie Fotografie ausgestellt und zugänglich gemacht werden kann.

Eröffnet wird die Ausstellung am 2. Dezember 2021 im Museum Folkwang und ist anschließend bis zum 6. Februar 2022 zu sehen. Bei einem Besuch des Museums sind die aktuell gültigen Hygienevorschriften zu beachten.

News | 30.12.2021

What's on?

Studierende aller Studiengänge der Fachgruppe Fotografie – ehemalige wie aktuell eingeschriebene – zeigen regelmäßig ihre Werke in Ausstellungen. Im Moment sind Arbeiten zu sehen von:

Jana Dillo, Studentin im B.A. Fotografie, ist beteiligt an der Gruppenausstellung Analog total. Fotografie heute, die die Bandbreite der zeitgenössi­schen Entwicklung in der analogen Fotografie anhand von Unikaten, Serien und fotografischen Installationen thematisiert, zu sehen vom 25. November 2021 bis zum 3. April 2022 im Grassi Museum in Leipzig.

Axel Braun, Alumnus unseres früheren Diplom-Studiengangs Fotografie, stellt vom 19. November bis zum 19. Dezember 2021 im Kunsthaus Essen in der Gruppenausstellung »HOME! 
Beobachtungen« neue Arbeiten aus. Kuratiert wird die Ausstellung von Denis Bury und zeigt außerdem Werke von Hans-Dirk Hotzel, Tania Reinicke, Albert Renger-Patzsch und Denise Winter.

Niklas Taleb, Alumnus des B.A. Fotografie, zeigt vom 12. November bis zum 12. Dezember 2021 im Kunstverein Bonn seine Ausstellung Live in Paris. Für seine Arbeit erhielt Niklas Taleb das Peter Mertes Stipendium, das jährlich zwei junge Künstler*innen in Nordrhein-Westfalen für die Dauer eines Jahres mit einem Arbeitsstipendium gefördert. Begleitend zur Ausstellung im Bonner Kunstverein erscheint eine Publikation, die von Johannes Hucht gestaltet wurde.

Javier Klaus Gastelum, Alumnus des M.A. Photography Studies and Practice und derzeit Lehrbeauftagter an der Folkwang Universität der Künste, hat für die Ausstellung How to Access Art in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen neue Arbeiten entwickelt, die Ein-, Aus- und Zugänge zur Sammlung thematisieren, zu sehen vom 1. Oktober bis zum 5. Dezember 2021.

Max Beck, Alumnus des B.A. Fotografie und derzeit Student im M.A. Photography Studies and Research, stellt vom 19. bis 21. November 2021 im Essener Kunstraum CITY OF GOLD unter dem Titel »neue ratlosigkeit« neue Bilder aus, die er als alltägliche Beobachtungen mit dem Handy aufgenommen hat.

News | 4.12.2021

Von unikal bis unilimitiert. Werte des Fotografischen

Am 3. und 4. Dezember 2021 richtet das Zentrum für Fotografie Essen, ein Zusammenschluss der Folkwang Universität der Künste, des Historischen Archivs Krupp, des Museum Folkwang und des Ruhr Museum, das internationale Symposium »Von unikal bis unilimitiert. Werte des Fotografischen« aus. Stattfinden wird es auf dem Campus Zollverein im Auditorium des SANAA-Gebäudes.

Längst haben sich Fotografien als ein bequemes Werkzeug alltäglicher Kommunikation etabliert. Mit ihrer Hilfe werden Informationen in Umlauf gebracht. Mit der Masse an Nachrichten geht die Menge der Bilder einher. Eingelöst wird damit ein Versprechen, das diesem Medium seit seinen Anfängen eingeschrieben ist: Fotografien sind ein Instrument der Vervielfältigung. Die mit ihnen angelegten Prozesse der Reproduktion weisen tendenziell ins Unendliche. Doch werden Fotografien beinahe ebenso lange als ein künstlerisches Objekt diskutiert, gehandelt und gesammelt. Der Wert solcher Bilder bemisst sich gerade nicht in ihrer massenhaften Verfügbarkeit und den alltäglichen Gebrauchsweisen. Wer Fotografien nach den tradierten Maßstäben der Kunstgeschichte und des Kunstmarktes bemisst, bringt Vorstellungen von Besonderheit und, im äußersten Fall, von Einmaligkeit ins Spiel. All dies sind wichtige Gründe, über den Wert des Fotografischen miteinander zu diskutieren!

Aus interdisziplinärer Sicht wird das Symposium die hiermit verbundenen Fragen in den Blick nehmen und diskutieren. In programmatischer Absicht wollen wir dabei unterschiedliche Felder der fotografischen Praxis adressieren: Kunst, Wissenschaft, Archiv, Kuratorisches, Restaurierung und nicht zuletzt den durch Galerien und Auktionshäuser vertretenen Kunstmarkt. Das Symposium ist in insgesamt fünf Panel gegliedert: Märkte, Limitierung, Sammlungen, Materialitäten und Originale. Jedes Panel wird von drei bzw. vier kurzen, thesenhaft zugespitzten Beiträgen eröffnet; im Anschluss soll Raum für eine umfassende Diskussion auf dem Podium und gemeinsam mit dem Publikum gegeben werden. Bereits am Vorabend wird das Symposium mit zwei Ausstellungen eröffnet.

Am Symposium werden mitwirken: Nora Al-Badri (Berlin), Dirk Boll (London), Manuela Fellner-Feldhaus (Essen), Stefanie Grebe (Essen), Teresa Gruber (Winterthur), Lucia Halder (Köln), Simone Klein (Köln), Peter Konarzewski (Essen), Anouk Kruithof (Brüssel), Mirco Melone (Basel), Priska Pasquer (Köln), Markus Rautzenberg (Essen), Thomas Schmutz (Basel), Inka Schube (Hannover), Elke Seeger (Essen), Thomas Seelig (Essen), Steffen Siegel (Essen), Batia Suter (Amsterdam) und Salvatore Vitale (Zürich).

Das vollständige Programm ist hier abrufbar.

Erbeten ist eine Anmeldung bis zum 28.11.2021 unter: zentrumfuerfotografie@folkwang-uni.de

Die Teilnahme ist kostenfrei. Änderungen sind Corona-bedingt jederzeit möglich. Voraussetzung für den Einlass sind die 3G-Regeln sowie die Einhaltung der gültigen Hygienebestimmungen.

News | 3.12.2021

Peter Miller im C/O Berlin

Als Kind wollte Peter Miller Zauberer werden. Heute ist der in Deutschland lebende US-Amerikaner ein international beachteter Künstler – und seit 2018 Professor für Fotografie und zeitbasierte Medien an der Folkwang Universität der Künste. In seinem Werk (und vielleicht auch in seiner Lehre?) ist seine Liebe für Magie immer noch zu erkennen ist. Zwar arbeitet er vorwiegend mit Film und Fotografie, doch stellt er auch Installationen und Skulpturen her, nimmt Interventionen im Raum vor und schließt an die Performancekunst der 1970er Jahre an. Trotz der materiellen und formalen Vielfalt thematisieren Millers Arbeiten ein inhaltlich abgestecktes Feld: sie erforschen die Geschichte der technischen Medien und kreisen um ihre grundlegenden Elemente wie Chemie und Licht, Publikum und Flicker-Effekt, Optik und Perspektive. Im klassischen Sinn filmt und fotografiert Miller jedoch wenig. Stattdessen minimiert er die übliche technische Anordnung, etwa, indem er auf Kamera, Objektiv oder Linse verzichtet.
.
Für die Fachgruppe Fotografie ist es eine große Freude, alle Freundinnen und Freunde künstlerischer Magie auf die erste institutionelle Werkschau von Peter Miller hinzuweisen. Zu sehen ist sie vom 11. September bis zum 3. Dezember im C/O Berlin. Zu sehen sind zentrale Arbeiten aus den letzten fünfzehn Jahren von Peters Schaffens, aber auch zahlreiche neu für die Ausstellung entstandene Werke. Zwei eigens für C/O Berlin entwickelte partizipative Interventionen laden Besucher*innen dazu ein in der Ausstellung zu fotografieren, entweder mit einer besonderen Kamera oder in einer besonderen Umgebung. Ausgehend von Millers fotografischem Werk stellt die Ausstellung darüber hinaus Verbindungen zu den filmischen und performativen Aspekten seines Œuvres her.

News | 27.11.2021

Die zweite Ausgabe von »Fotostadt Essen« ist erschienen

Nach der ersten Ausgabe des Magazins »Fotostadt Essen«, das Anfang September erschienen ist, folgt nun das zweite Heft. Es erscheint zunächst als digitale Ausgabe und kann hier vollständig durchgeblättert werden. Außerdem wird es am 27. November der Süddeutschen Zeitung in einer Druckfassung beliegen.

Wie bereits beim ersten Heft ist diese zweite Ausgabe das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Produktion des Zentrums für Fotografie Essen – einem Zusammschluss der Folkwang Universität der Künste, des Historischen Archivs Krupp, des Museum Folkwang und des Ruhr Museums. Auch dieses Mal umfasst das Magazin 76 reich illustrierte Seiten. 

Mit Nachdruck treten die Beiträge der zweite Ausgabe dafür ein, die von der Bundesregierung angestoßene Initiative zur Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie nun zeitnah zu verwirklichen. Die konzeptuellen und planerischen Vorbereitungen sind weit fortgeschritten, auf dem UNESCO-Welterbe Campus Zeche Zollverein steht der hierfür nötige Baugrund zur Verfügung, und die direkte Nachbarschaft zu den Institutionen des Zentrums für Fotografie Essen sichert einen ebenso differenzierten wie engen professionellen Zusammenhang für diese neue Einrichtung.

In einem für die zweite Ausgabe des Magazins »Fotostadt Essen« geführten Exklusivinterview unterstreicht Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Kultus- und Wissenschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, dass dieses Bundesland und hier insbesondere die Stadt Essen ein hervorragender Standort für das Bundesinstitut sein wird. »Bisher fehlt in Deutschland«, so die Ministerin, »eine zentrale Einrichtung, die der besonderen Rolle der Fotografie Rechnung trägt, sie sammelt, restauriert, erforscht, der Öffentlichkeit zugänglich macht und zukunftsfähig aufstellt. Deshalb braucht es ein Bundesinstitut für Fotografie!«

Vier Alumni der Folkwang Universität der Künste – Inga Barnick, Bahram Shabani, Killa Schütze und Michael Romstöck – haben sich dem durch einen Bauzaun gesicherten Grundstück auf Zollverein in ganz eigener Weise genähert. In großformatigen, auf halbtransparentem Mesh-Gewebe gedruckten Bildern hüllen sie das Gelände fotografisch ein und markieren auf einem etwa 350 Meter langen, immer wieder für Durchblicke unterbrochenen Fries einen Baugrund, auf dem bald schon das Bundesinstitut errichtet werden könnte.

Auf eben diesem Gelände und in der direkten Nachbarschaft hat auch der Berliner Künstler Paul Hutchinson fotografiert. Seine Bilder sind zu einem Portfolio zusammengefasst, das eigens für die zweite Ausgabe des Magazins entstanden ist und unter dem Titel »Von der Kunst, loszulassen« auf poetische Weise den Welterbe-Campus interpretiert.

Nicht zuletzt aber geben insgesamt 28 Akteurinnen und Akteure aus dem Feld des Fotografischen ihre ganz persönliche Antwort auf die Frage, warum ein Bundesinstitut für Fotografie wichtig ist. Die Antworten stammen von Künstlerinnen und Künstlern wie Jürgen Klauke, Dörte Eißfeldt, Ute Mahler, Beate Gütschow, Viktoria Binschtok und Sven Johne, von Kuratorinnen und Kuratoren wie Ulrich Pohlmann, Inka Schube, Christina Leber, Stephan Erfurt, Stefan Gronert und Esther Ruelfs, von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie Bernd Stiegler, Katharina Sykora, Hubert Locher, Costanza Caraffa und Wolfgang Ullrich sowie von Restauratorinnen und Restauratoren wie Marjen Schmidt und Martin Jürgens. Im Ganzen fügen sich diese Auskünfte zu einem Panorama, das eindrucksvoll unterstreicht, dass es höchste Zeit ist für die Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie!

 

News | 19.11.2021

Videoart at Midnight

Peter Miller, professor for photography and time-based media at Folkwang University of the Arts, invites us to stay up late. On Friday, November 19th, after midnight and at Babylon Berlin, one of the city’s most beautiful cinemas, will show a selcetion of his cinematic work from the past fifteen years. This special night is part 117 of the cinema’s »Videoart at Midnight« series, accompanying his retrospective »Dear Photography«, currently on display at C/O Berlin.

In his work, Peter Miller traces the history and nature of the technical media. His films examine cinema as a phenomenon and address its constituent, irreducible elements: lens, light, film, audience, projection. Peter Millers cinematic works include 16 and 35mm films as well as videos. Inspired by the Conditional and Expanded Cinema of the 1970s, they explore physical phenomena such as gravity, investigate the flicker effect of cinema, and ask what we experience when the projector is turned inside out.

In cooperation with C/O Berlin, and the admission is free.

News | 17.11.2021

Adéọlá Ọlágúnjú gewinnt NRW.BANK.Kunstpreis 2021

Mit ihrer Arbeit »Born Throw Way!« ist Adéọlá Ọlágúnjú in der Kategorie »Foto und Medienkunst« mit dem NRW.BANK.Kunstpreis 2021 ausgezeichnet worden. Damit geht zum dritten Mal in Folge einer der mit 7.500 Euro dotierten Preise an eine*n Absolvent*in der Fachgruppe Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Die Auswahl trafen eine Jury aus Fachexpert*innen sowie die Besucher*innen der virtuellen Ausstellung aus insgesamt 24 nominierten Werken in vier Sparten.

Adéọlá Ọlágúnjú hat im vergangenen Sommersemester erfolgreich ihren Master im Studiengang Photography Studies and Practice abgeschlossen. Ihre Abschlussarbeit »Born Throw Way!« ist eine Multimedia-Installation mit Video, Fotografie, Ton und auf Stoff gedruckten Illustrationen. Dieses Projekt erforscht die Gemeinschaft der lose organisierten Straßenbanden in Lagos, Nigeria, die als »Area Boys« bekannt sind.

Unter der Schirmherrschaft der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kultur und Wissenschaft Isabel Pfeiffer-Poensgen zeichnete die NRW.BANK Werke von Studierenden und Absolvent*innen der staatlichen Kunsthochschulen in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr bereits zum fünften Mal aus. Mit dabei sind neben der Folkwang Universität der Künste die Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie die Kunsthochschule für Medien Köln. Die Bekanntgabe des Juryentscheids erfolgte im Rahmen einer digitalen Preisverleihung am 17. November.

News | 15.11.2021

Vera Knippschild wird wissenschaftliche Mitarbeiterin

Das Türschild für Raum 2.33 ist bereits installiert: Seit dem 15. November 2021 ist Vera Knippschild wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Theorie und Geschichte der Fotografie und verstärkt auf diese Weise das gesamte Team der Fachgruppe Fotografie. Sie wird künftig gemeinsam mit Matthias Gründig und Steffen Siegel die wissenschaftliche Lehre und Forschung zur Fotografie vertreten.

Nach einem Bachelor-Studium der Medienwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar wechselte Vera Knippschild 2018 an die Folkwang Universität der Künste nach Essen und studierte hier im M.A. Photography Studies and Research. Unter anderem nahm sie dabei am Projekt Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980 teil, das als ein Seminar in Essen und Konstanz begann und schließlich als Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg 2019 sowie im Museum für Fotografie in Berlin im Jahr 2020 zu sehen war. Zwischen 2019 und 2021 war Vera Knippschild außerdem als kuratorische Assistentin in der Abteilung Fotografie am Kunstpalast Düsseldorf tätig.

In ihrer eigenen Forschung und Lehre wird sie künftig einen medientheoretischen Schwerpunkt setzen – nicht zuletzt mit einem Dissertationsprojekt, das »Fotografischen Formaten« gewidmet sein wird.

Die Fachgruppe Fotografie begrüßt ihre neue wissenschaftliche Mitarbeiterin sehr herzlich und freut sich auf die kommende gemeinsame Zusammenarbeit!

 

News | 7.11.2021

Im Krankenhaus: Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl

Keine Sorge! Die Fotografin und die beiden Fotografen sind wohlauf. Eigentlich müsste es heißen: »Im Museum: Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl«. Denn dort, im Museum Folkwang, zeigen Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl in ihrer gemeinsamen Ausstellung »Im Krankenhaus« Fotografien, die im Essener Alfried Krupp Krankenhaus entstanden sind.
.
Ihre Ausstellung besitzt eine doppelte Vorgeschichte: 1993 erschien der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach­-Stiftung herausgegebene Fotobildband »Im Krankenhaus. Der Mensch zwischen Technik und Zuwendung«. Es war das letzte von Otl Aicher gestaltete Buch, die Fotografien von Timm Rautert galten als wegweisend. Noch einmal 25 Jahre später lud die Stiftung erneut Künstlerinnen und Künstler ein, im Alfried Krupp Krankenhaus zu fotografieren. Die dabei entstandenen Fotografien von Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl zeigen eine hochtechnisierte und streng funktionale Arbeitswelt, in deren Mittelpunkt nach wie vor der Dienst von Menschen an Menschen steht. Diese Bilder erschienen, begleitet von umfangreichen Essays, im Jahr 2018 in einem Buch, das mit dem Deutschen Fotobuchpreis in Silber ausgezeichnet worden ist.
.
Die Ausstellung im Museum Folkwang konzentriert sich nun auf die Fotografien von Kuffer, Langfeld und Neudörfl. Dabei treten ihre Werke in einen themenbezogenen Dialog mit historischen und zeitgenössischen Aufnahmen aus den Beständen der Fotografischen Sammlung. Interieurs, Portraits und Architekturaufnahmen treffen auf künstlerische wie dokumentarische Fotografien. Sie übermitteln Aspekte, die das soziale und medizinisch-technische Gefüge »Krankenhaus« aus verschiedenen Perspektiven umkreisen und ermöglichen dabei auch den Blick auf andere, funktionale Infrastrukturen.
.
Museum Folkwang Essen, 30. Juli bis 7. November 2021.

News | 2.11.2021

Peter Gorschlüter zum Honorarprofessor ernannt

Zum Wintersemester dieses Jahres ist Peter Gorschlüter an der Folkwang Universität der Künste zum Honorarprofessor für Kunst und Öffentlichkeit ernannt worden. Peter Gorschlüter ist seit 2018 Direktor des Museum Folkwang und hat seither durch eine Vielzahl weithin beachteter Sonderausstellungen, nicht zuletzt aber durch eine vollkommen neue Sammlungspräsentation bewiesen, dass er das renommierte Essener Museum neu aufstellen will. Im Jahr 2019 erhielt das Museum Folkwang mit dem Titel »Museum des Jahres« hierfür eine besondere Anerkennung.

In seiner am 2. November im SANAA-Gebäude gehaltenen Antrittsvorlesung blickte Gorschlüter auf jüngere kuratorische Initiativen zurück, die er in Liverpool und Frankfurt (seinen früheren beruflichen Stationen) sowie zuletzt in Essen umgesetzt hat. Ihr gleichbleibender Fokus war und ist die Partizipation einer größeren Öffentlichkeit. In einem Ausblick berichtete Gorschlüter von einem groß angelegten kuratorischen Projekt, das im Jahr 2022 in der Essener Nordstadt stattfinden wird.

Als Honorarprofessor wird Peter Gorschlüter künftig die Studierenden aller Studiengänge des Fachbereichs Gestaltung unterrichten und hierbei eine weitere wertvolle Brücke zwischen Museum und Universität schlagen, die beide dem Namen Folkwang verpflichtet sind.

News | 31.10.2021

Gisela Bullacher: circum.ringsum

In diesem Herbst stellt Gisela Bullacher, Professorin für Fotografie, in der Freien Akademie der Künste in Hamburg jüngste Arbeiten aus und lädt unter dem Titel »circum.ringsum« zu einem genauen Blick auf ihre Bilder ein. Denn ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Gegenstand und seiner Wahrnehmung, sowohl als Artefakt wie auch in der Verschränkung mit dem Menschen.
.
Ausgehend von der Tatsache, dass die Fotografie eines Gegenstandes einer anderen Intention folgt als der Gegenstand selbst und unser Verhältnis zu ihm sich durch unseren Blick auf ihn verändert, wird mit diesen Arbeiten die Eigenleistung der Bilder (und Dinge) betont und zur Anschauung gebracht. Im Ausstellungsraum entwickeln die Bilder durch konstellative Anordnungen und Reihungen ein Beziehungsgeflecht, mit dem sie sich im besonderen Maße zum konkreten Raum positionieren und dessen architektonische Merkmale formal wie inhaltlich aufgreifen. Natürliche Formen werden konstruierten Formen gegenübergestellt und zeigen Geometrie als elementare Lebensformen unserer Umwelt. Fotografie dient hier als Werkzeug und Instrument zugleich, die das Aufzeigen und Nachdenken über das, was uns umgibt, erfahrbar machen will.
.
Die Ausstellung wird am 16. September 2021 in der Freien Akademie der Künste in Hamburg, Klosterwall 23, eröffnet. Zu diesem Anlass spricht neben Monique Schwitter, der Präsidentin der Akademie, außerdem Elke Bippus von der Zürcher Hochschule der Künste. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2021, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
 

News | 24.10.2021

Lidong Zhao: Entfernung

Noch bis zum 24. Oktober zeigt Lidong Zhao, Alumnus im B.A. Fotografie, im Merdinger Kunstforum im Haus am Stockbrunnen seine Ausstellung »Entfernung«. Es ist die dritte der diesjährigen Reihe »the time after«. Zu sehen sind neue Arbeiten aus den letzten beiden Jahren, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Werkgruppen »Stillleben« und »Landschaften« darstellen. denen er bereits seit 2015 arbeitet und die er in der Ausstellungspräsentation miteinander verschränkt. Lidong Zhao, der in Nanjing (China) Malerei und an der Folkwang Universität der Künste in Essen künstlerische Fotografie studierte, lebt und arbeitet bei und in Freiburg.

Geöffnet ist die Ausstellung im Merdinger Kunstforum immer samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Am 17. Oktober ist der Künstler in der Ausstellung anwesend.

News | 9.10.2021

The Material and the Virtual in Photographic Histories

The First Symposium of the Photography Network will be held virtually from October 7 through 9, 2021, jointly hosted by the Photography Network and Folkwang University of the Arts, Essen.
.
Over the last twenty years, the study of photography’s history has been characterized by, among other things, two opposing strands: a concentration on the photograph’s status as an object and a concern with the decidedly virtual quality of its images and practices. The 2019 FAIC conference »Material Immaterial: Photographs in the 21st Century« considered these two directions in photographic conservation, asking if the physical photograph still matters today as a source of teaching, learning, and scholarship when the intangibles of code now direct the production and archiving of images. Now, from a methodological direction, this Photography Network symposium seeks to inquire further into the historical implications of the increasing distance between photography’s status as an object and its life as what could be called the intangible »photographic.«
.
On one side of the ledger in historical studies, Elizabeth Edwards has long proposed that we consider photography’s object history; Geoffrey Batchen has emphasized the haptic quality of long-neglected vernacular forms of photography; the Museum of Modern Art in New York engaged a years-long conservation and curatorial project named »Object: Photo«; and the »Silver Atlantic« initiative in Paris explores the mineral histories of the medium. But at the same time, Tina Campt has asked us to »listen« to photography; Fred Ritchin has urged us to study photography’s virtual lives in social media; and Ariella Azoulay proposes that we consider the larger sphere of habits, customs, and civil contracts that surround photographic activity and its images. The same division emerges with ever-greater strength in the production and curating of images. Many photographers, for example, have returned to obsolescent processes or emphasized the material contexts of their work's production, while others use online virtual worlds as a source for appropriation and manipulation as well as a destination for display and distribution; or emphasize the social practices and performances of identity that have given rise to new work. Curators, too (especially during the pandemic), have grappled with acknowledging the physicality of photographic objects in online contexts even as they puzzle over how to collect purely virtual works and otherwise signal the larger social contexts in which photography intervenes.
.
Given this consistent cleavage, the symposium asks; Where do the object-based and the virtual meet in photography’s histories? How can these two strands in photo studies be brought together and harnessed to reconsider existing problems or launch new investigations?
.
You can find here a detailed schedule with six panels and two roundtables.

News | 6.10.2021

Nothing's gonna change my world?

Auf der Website www.raumwww.de haben Johannes Mundinger und Daniel Hahn im letzten Jahr Ausstellungen und künstlerische Veranstaltungen gesammelt, die abgesagt oder verschoben werden mussten. Ganz ohne Frage war die Ausnahmesituation der zurückliegenden Monate und bald Jahre für Künstlerinnen und Künstler ganz unterschiedlicher Sparten eine besonders schwere Zeit. Wird sich nun etwas ändern? Oder aber gilt: Nothing's gonna change my world?

Dieser Frage war im Spätsommer dieses Jahres in Berlin eine Ausstellung gewidmet, und gerade so heißt auch ein Katalog, der nun erschienen ist. Er versammelt Antworten von 230 bildenden Künstlerinnen und Künstlern – unter ihnen auch Tabea Borchardt, Sissy Schneider und Sophia Uckmann, die an der Folkwang Universität der Künste im B.A. Fotografie und im M.A. Photography Studies and Practice studiert haben.

Im Fokus von Ausstellung wie Buch stehen vier Fragen: 1. Wie sehr warst Du von den Lockdowns betroffen – und wie bist Du mit der Situation umgegangen? 2. Inwiefern hat sich daraus Deine Arbeitssituation und Arbeitsweise verändert? 3. Wie schätzt Du die Veränderungen für den Kunstbetrieb ein? 4. Welche Auswirkungen hat die Pandemie, aus Deiner Sicht, auf die Bedeutung der Kunst, für die Gesellschaft?

Der Katalog umfasst 270 Seiten, wurde von Daniel Hahn gestaltet und beim Druckhaus Sportflieger in Berlin gedruckt. Zu beziehen ist er hier.

 

News | 5.10.2021

Matthias Pfaller erhält den Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie

Matthias Pfaller wird für seine im zurückliegenden Sommersemester erfolgreich verteidigte Dissertation »The Paradigm of the Nation as a Provocation to the Historiography of Photography. Chile 1860–1960« mit dem Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie ausgezeichnet. Dieser mit 2.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen und wurde durch eine Stiftung von Prof. Ute Eskildsen und Prof. Timm Rautert ermöglicht.
.
In seiner Dissertation erörtert Matthias Pfaller die Möglichkeit einer am Paradigma der Nation orientierten Geschichtsschreibung der Fotografie und widmet am Beispiel Chiles dieser historiografischen Idee eine kritische Lektüre. Das gerade in jüngerer Zeit wieder verstärkte Interesse an einem solchen Modell der Fotogeschichte wird in der Dissertation auf seine grundlegenden Probleme hin untersucht und  anhand von Fallstudien zur chilenischen Fotogeschichte diskutiert.
.
Die Jury möchte mit der Vergabe des Preises an Matthias Pfaller die hohe Originalität des in seiner Dissertation verfolgten Ansatzes würdigen, die sich nicht allein in einer umsichtigen methodologischen Auseinandersetzung abzeichnet, sondern auch in einer Vielzahl von fotohistorischen Funden, die sich einer profunden Quellenarbeit, nicht zuletzt vor Ort in Chile, verdanken. Darüber hinaus schließt sich die Jury einem Urteil an, das der Zweitbetreuer der Arbeit, Prof. Dr. Andrés Mario Zervigón von der Rutgers University in New Jersey, in seinem Gutachten formulierte: Die Arbeit ist in einem exzellenten Englisch verfasst.
.
Unterstützt wurden die Forschungen von Matthias Pfaller unter anderem durch ein Jahresstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Seit dem Frühjahr dieses Jahres ist Matthias Pfaller Stipendiat des von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung geförderten Programms »Museumskuratoren für Fotografie«.
.
Der Preis schließt an die lange Tradition der an unserer Hochschule verliehenen Folkwangpreise an und wird gemeinsam mit ihnen im Rahmen einer Festveranstaltung am Ende dieses Jahres öffentlich überreicht werden. Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Dr. Ulrich Blank, Prof. Ute Eskildsen, Prof. Dr. Julika Griem, Prof. Dr. Markus Rautzenberg, Prof. Elke Seeger und Prof. Dr. Steffen Siegel.
.
Der Preis richtet sich an Master-Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden, die an der Folkwang Universität der Künste unter erstgutachterlicher Betreuung eine Abschlussarbeit vorgelegt haben, die sich mit einem Forschungsgegenstand zu Theorie und/oder Geschichte der Fotografie befasst. Ausgezeichnet werden sollen qualitativ hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen originellen Beitrag zur Erforschung von Theorie und/oder Geschichte der Fotografie leisten. Im Jahr 2023 wird er das nächste Mal ausgeschrieben werden.

News | 3.10.2021

Folkwang Finale 20/21

Nach einem erzwungenen Jahr Pause findet in diesem Herbst endlich wieder am Ende des Sommersemesters das große Finale des akademischen Jahrs statt – und es heißt auch gerade so: »Folkwang Finale«. Alle Absolven:tinnen, die im Lauf der letzten Semester am Fachbereich Gestaltung ihren B.A.- oder M.A.-Abschluss erfolgreich absolviert haben, stellen gemeinsam im SANAA-Gebäude auf dem Campus Zollverein aus und geben durch die Präsentation ihrer Arbeiten einen Einblick in die aktuellen Fragen von Fotografie, Industrial Design und Kommunikationsdesign.
.
Traditionell stellt die Fachgruppe Fotografie in der großen Halle des SANAA-Gebäudes im ersten Obergeschoss die Arbeiten ihrer Absolvent:innen aus. Mit dabei sind dieses Mal insgesamt 22 Bachelor- und 13 Master-Studierende: Julius Barghop, Hannah Braue, Claudius Dorner, Marie Dzingel, Hendrik Hinkelmann, Lisi Högler, Max Hytrek, Julia Jaksch, Raphael Janzer, Jonas Kamm, Eleni Kritikos, Nils Limberg, Patrick Lohse, Ruth Magers, Luzie Marquardt, Ya Ning, Robert Reugels, Virginia Sammeck, Leif-Erik Schmitt, Killa Schütze, Yashar Shirdelaghjehmasshad und Anja Segermann für die B.A. Fotografie. Inga Barnick, Niklas Baumberger, Kai Behrendt, Pauli Beutel, Tim Dechent, Eric Greven, Patrick Möckesch, Adeola Olagunju, Frederik Pajunk, Daniela Risch, Michael-Paul Romstöck, Franziska Schrödinger und Bahram Shabani Kolour für den M.A. Photography Studies and Practice.
.
Mit ihren Arbeiten spiegeln sie die ganze Breite von Strategien, die gegenwärtig leitend sind und nicht zuletzt zukünftig für die künstlerische Fotografie bedeutsam werden: als gerahmtes oder projiziertes Bild an der Wand, als Installation im Raum oder als Buch. Dabei verfolgen sie ebenso dokumentarische Interessen wie sie auf künstlerischem Weg die Möglichkeiten der Computer Generated Imagery ausloten.
.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 24. September bis 3. Oktober 2021, täglich von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint auch dieses Jahr wieder eine Zeitung, die alle ausgestellten Arbeiten vorstellt und außerdem Abstracts aller Masterarbeiten enthält, die in den beiden wissenschaftlichen M.A.-Studiengängen Kunst- und Designwissenschaft und M.A. Photography Studies and Research entstanden sind – im Master für Theorie und Geschichte der Fotografie haben mit Franziska Barth, Judith Böttger, Isabelle Castera, Angela Deußen, Sandra Happekotte, Vera Knippschild, Marie-Luise Meyer, Laura Niederhoff und Tania Luz Olivares Achach insgesamt neun Studentinnen ihr Studfium erfolgreich abgeschlossen.

News | 15.9.2021

Stellenausschreibung Theorie und Geschichte der Fotografie

Am Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität der Künste ist zum 15. September dieses Jahres die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (m/w/d) ausgeschrieben worden. Gesucht wird eine Forscherin oder ein Forscher, die oder der ein Promotionsvorhaben an der Folkwang Universität der Künste im wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsgebiet Theorie und Geschichte der Fotografie realisieren möchte. Mit der Stelle verbindet sich eine Beteiligung an der akademischen Lehre im Umfang von 2 SWS sowie der akademischen Selbstverwaltung. Erwartet wird die Mitarbeit in der Forschung, die Betreuung von Publikationen, Organisationstätigkeiten im Bereich der Professur für Theorie und Geschichte der Fotografie, die Bereitschaft zur eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln sowie zur Unterstützung von anderen Drittmittelanträgen und die Weiterqualifikation mittels eines eigenständigen Forschungsprojekts, das zum Erwerb des Dr. phil. führt.
.
Bewerber*innen sollen erfolgreich ein Hochschulstudium (Master oder Magister) der geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fächer abgeschlossen haben, die eine hohe Nähe zur Theorie und Geschichte der Fotografie besitzen und gegenüber der fotografischen sowie gestalterischen Praxis aufgeschlossen sein. Erwünscht sind einschlägige Erfahrungen in der wissenschaftlichen Organisationstätigkeit, der Betreuung von Publikationen und/oder des Kuratierens. Erwartet werden ein sehr gutes Selbstmanagement und Teamfähigkeit sowie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift.
.
Die Vergütung erfolgt – je nach vorliegenden Voraussetzungen – bis Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Besetzung erfolgt in Teilzeit mit 50% der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit und zunächst befristet für 3 Jahre. Eine Verlängerung wird angestrebt.
.
Die Folkwang Universität der Künste strebt eine Erhöhung des Anteils an Frauen an, in den Bereichen in denen sie unterrepräsentiert sind und fordert deshalb einschlägig qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Die Bewerbungen von Menschen mit Behinderung bzw. diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX sind erwünscht, sie werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Die Folkwang Universität der Künste versteht sich als familienfreundliche Hochschule und fördert Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Arbeit und Leben.
.
Bitte richten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einer einzigen PDF-Datei (ohne Bewerbungsfoto) bis zum 15. September 2021 an den Kanzler der Folkwang Universität der Künste und nutzen Sie hierzu ausschließlich das untere Online-Bewerbungsportal der Hochschule. Ein bis zu fünfseitiges Exposé (zzgl. Literaturnachweise) für ein mögliches Forschungsprojekt ist zusammen mit den Bewerbungsunterlagen einzureichen. Das Vorstellungsverfahren findet voraussichtlich in der 40. oder 41. Kalenderwoche statt.
.
Den verbindlichen Ausschreibungstext sowie eine Weiterleitung zum Bewerbungsportal finden Sie hier.
.
Bei inhaltlichen Fragen zur ausgeschriebenen Stelle wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Steffen Siegel. Bei allgemeinen personalrechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Maria Morgenstern. Bei Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter wenden Sie sich bitte an die zentrale Gleichstellungsbeauftragte.

News | 4.9.2021

Die erste Ausgabe von »Fotostadt Essen« ist erschienen

Am 4. September ist als Beilage der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« ein 76-seitiges Magazin zur Fotostadt Essen. Publiziert wird es vom Zentrum für Fotografie Essen, einem Zusammenschluss der Folkwang Universität der Künste, dem Historischen Archiv Krupp, dem Museum Folkwang und des Ruhr Museums. Es kann hier auch digital durchgeblättert werden.

Das Magazin gibt einen Einblick in die gemeinsame Arbeit dieser vier Partnerinstitutionen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Fotografie in ihrer ganzen Vielfalt ernst zu nehmen; und nicht zuletzt zeigt es, warum es eine gute und richtige Entscheidung ist, das Bundesinstitut für Fotografie auf dem Welterbe-Campus Zollverein anzusiedeln. Sowohl eine hochrangige Expertenkommission als auch das von der Bundesregierung beauftragte Team von Partnerschaft Deutschland haben Zollverein als den besten Standort empfohlen. An der Folkwang Universität werden wir direkte Nachbarn dieser herausragenden neuen Institution sein!

Das Titelbild des Magazins stammt von David Müller, Student im B.A. Fotografie, und erinnert mit seiner Anspielung an Nicéphore Niépce an die Anfänge des Mediums vor zweihundert Jahren. Eine Luftbildaufnahme (im Heft auf der Doppelseite 6/7) von Silviu Guiman, Student im M.A. Photography Studies and Practice, weist wiederum in die Zukunft: Es zeigt jenes Baufeld auf Zollverein, auf dem das Bundesinstitut errichtet werden wird.

In insgesamt zwanzig Text- und Bildbeiträgen entfaltet diese erste Ausgabe des Magazins ein Bild von der »Fotostadt Essen«. Unter dem Titel »Bilder von morgen« gibt Elke Seeger einen Einblick in die Arbeit der Fachgruppe Fotografie und ihrer drei künstlerischen und wissenschaftlichen Studiengänge. Steffen Siegel nimmt Nicéphore Niépces und David Müllers »Blick aus dem Fenster« zum Anlass, die deutschlandweit einzigartigen Studienangebote zur wissenschaftlichen Spezialisierung in Theorie und Geschichte der Fotografie auf Master- und Promotionsebene vorzustellen.

In der Sendung »Kultur heute« des Deutschlandfunk hat Steffen Siegel am 4. September 2021 mit Jörg Biesler über die Hintergründe gesprochen und zum aktuellen Stand der Diskussion um das Bundesinstitut für Fotografie Auskunft gegeben.

News | 29.8.2021

Jonas Kamm exhibits at the photo festival »Les Rencontres d'Arles«

It is with great pleasure that we announce Jonas Kamm’s participation at the renowned photo festival »Les Rencontres d'Arles«, taking place this summer from July 4 through August 29, 2021. Jonas Kamm, who was, until last year, a student of Folkwang University’s B.A. photography program, has been invited by photo curator Sonia Voss to represent our university at the Louis Roederer Discovery Award, featuring eleven international institutions and artists. Jonas’ series »The Inhabitants« from 2020 will be on display in the city center of Arles, in the Église des Frères Prêcheurs, together with works by Farah Al Qasimi, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Mariana Hahn, Ilanit Illouz, Tarrah Krajnak, Massao Mascaro, Zora J Murff, Aykan Safoğlu, Andrzej Steinbach, and Marie Tomanova.
.
Jonas participates in the exhibition with two different series. First, his series »The Inhabitants«, the result of a hybrid production process, at the crossroads of architecture, sculpture, and photography. These images—two-dimensional renderings drawn from 3D virtual space—initially take shape in a space modeled by the artist with the aid of computer software. Kamm then, using virtual tools, sculpts figures based on a texture that he has previously »harvested« with the camera from his physical environment. Once the figures have been shaped, the software—simulating the tools of photography—permits the artist to choose an angle and to adjust, from a practically unlimited spectrum of possibilities, his light sources, his focus, his aperture, etc. Kamm’s figures, vaguely anthropomorphic, appear as intermediaries between the real and immaterial worlds. The reductive character, the unclassifiable nature of these images turns them into vectors of inchoate narratives, carriers of a potential meaning which has yet to be defined and which remains mysterious, opening a void that we are invited to fill.
.
Furthermore, Jonas shows the first parts of a new series which is currently in progress: »Parametric Archeology«. It takes off from the purely economic goal of creating a small program that helps to generate shapes in an automated and efficient way. A freely chosen form runs through various modifiable parameters and multiplies itself in various slightly modified forms. After having been selected by the artist, the resulting output presents itself as if being arranged on an examination table. Forms and arrangement play with the concepts of the archive or the archaeological excavation, yet they merely refer to digital inputs and processes. In Jonas’ words: »This rather absurd play with something we are supposed to know, but what, in fact, escapes our understanding, is fun for me.«
.
During the opening week in early July, the jury will bestow the Louis Roederer Discovery Award, which comes with an acquisition worth 15,000 euros. Furthermore, the public will vote for the Public Award which is worth 5,000 euros for an acquisition.

Kritik | 27.8.2021

Roland Meyer: Gesichtserkennung

Besprochen von Paul Werling
.
Seit Jahren tobt ein Kampf um Daten und Bilder, die Nutzer:innen den Providern der Social-Media-Plattformen anvertrauen. Obgleich diese Vertrauensbeziehung lange schon erschüttert ist – zahlreiche Skandale um unsere Datensicherheit belegen dies –, hat sich eine Kultur etabliert, die die Datensätze stetig wachsen lässt. Eine neue Eskalation des Datenmissbrauchs wurde im Frühjahr 2020 öffentlich, als die »New York Times« über das US-amerikanische Unternehmen »Clearview AI« umfassend berichtete. Das Unternehmen hatte eine drei Milliarden Bilder umfassende Datenbank erstellt, die sich aus Bildern der gängigen Social-Media-Plattformen speist – ungefragt wohlgemerkt. Jedoch ist nicht die Datenbank an sich das Produkt der Firma, sondern eine an der Datenbank trainierte Software zur Gesichtserkennung. Zahlreiche Unternehmen und Sicherheitsbehörden nutzten die Software zur Identifizierung von Verdächtigen, wenn auch nicht immer treffsicher. Dieser immense Eingriff in die Privatsphären der Nutzer:innen wurde nicht zu unrecht als Ende der Privatsphäre betitelt.
.
Mit diesem Skandal findet Roland Meyer den Ausgangspunkt für seinen Essay »Gesichtserkennung«, der jüngst in der Buchreihe »Digitale Bildkulturen« erschienen ist. Meyer setzt sich darin zeitaktuell mit den Entwicklungen im Bereich Gesichtserkennung auseinander. Konsequent legt er dabei offen, wie das Versprechen von objektiv operierenden Identifizierungs-Werkzeugen scheitert und sich ein gesellschaftlicher Bias in diesen Technologien offenbart und reproduziert. In seiner 2019 erschienenen Monografie »Operative Portäts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavatar bis Facebook« untersuchte Meyer die historischen Versuche, Fotografie zur Identifikation nutzbar zu machen und endet zeitlich, wie der Titel schon anspricht, mit der Gesichtsdatenbank Facebook. Die neue Veröffentlichung »Gesichtserkennung« setzt nahtlos daran an und dokumentiert, welche Entwicklungen die digitalen Bildersammlungen ermöglicht haben.
.
Um eine technische Identifizierbarkeit möglich zu machen, müssen künstliche neuronale Netzwerke mit großen Bilddatenbanken trainiert werden. Unfreiwillig wurden diese von den Milliarden Nutzer:innen im Internet zur Verfügung gestellt. Falsch wäre es jedoch anzunehmen, dass diese globale Datenbank eine von Ethnie und Geschlecht unabhängige Identifizierbarkeit gewährleistet. Anhand mehrerer Beispiele zeigt Meyer auf, dass sich gesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen in den Technologien reproduzieren. Dies schlägt sich in realen Konsequenzen für marginalisierte Gruppen nieder. Auch hat die technische Entwicklung zu einem erneuten Erstarken physiognomischer Ideen geführt. Verschiedene Forscher:innen versuchten anhand von Bilddatensätzen und Deep Learning menschliche Wesenseigenschaften aus fotografierten Gesichtern abzuleiten. Die dabei erkannten Muster interpretierten die Forscher:innen als Beleg ihrer Theorien. Alle diese Ansätze zeigten sich bei der Prüfung durch unabhängige Forscher:innen jedoch – wenig überraschend – als nicht haltbar: Die Algorithmen hatten lediglich Muster in der Labelung der Datensätze und verborgene kulturelle Handlungsmuster und Schönheitsideale aufgedeckt.
.
Mit der Corona-Pandemie beschreibt der Autor eine zunehmende Nutzung von Gesichtserkennungs-Software. Ein Ende der Privatheit, insbesondere auf politischen Demonstrationen, birgt ein immenses Risiko für oppositionelle Bewegungen. Roland Meyer schließt sein Essay mit verschiedenen Gegenstrategien, die entscheidendste muss aber die nach mehr Transparenz sein. Ist man an einer bildwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der technischen Gesichtserkennung interessiert, ist das schmale Buch von Roland Meyer ohne Einschränkung zu empfehlen. Es ist die erste konzentrierte Aufarbeitung des Themas aus bildwissenschaftlicher Perspektive. Mit seinen 70 Seiten ist es dabei gleichermaßen inhaltsreich wie kurzweilig. Es ist unbedingt eine Lektüre wert, denn, wie Meyer selbst betont, die »Zukunft der Gesichtserkennung ist mithin nicht allein eine technische, sondern vor allem eine politische Frage.«
.
Roland Meyer: Gesichtserkennung, Berlin (Verlag Klaus Wagenbach) 2021, Reihe »Digitale Bildkulturen«. 80 Seiten, broschiert, zahlreiche s/w-Abbildungen, 11 × 15 cm, ISBN 978-3-8031-3705-0.
.

Paul Werling studiert seit 2019 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research.

News | 6.8.2021

B/U/ILD im Neuen Kunstverein Wuppertal

B/U/ILD zeigt die Arbeiten vier junger Künstler*innen, die in ihren Fotografien sowohl das Bild als auch das Bilden verhandeln. Es werden Stoffe drapiert, Kulissen gebaut, Posen eingenommen oder Vektoren modelliert. Der unmittelbare Abschluss des dreidimensionalen Schaffensprozesses wird hier jedoch gleichzeitig zum Auslöser einer zweidimensionalen Fotografie. Die bewusste Entscheidung für das Medium als finales künstlerisches Produkt bestätigt die Künstler*innen nicht nur in ihrer Rolle als aktive Bildproduzent*innen, sondern markiert darüber hinaus auch eine Differenz, die durch den Rücktritt aus dem Raum etwas hervortreten lässt. Die Arbeiten von Jonas Kamm, Patrick Lohse, Elizaveta Podgornaia und Isabelle Wenzel erzählen auf jeweils eigene Weise vom Suchen und Finden einer geeigneten Bildform, die sich produktiv zum Dargestellten ins Verhältnis setzt. Darüber hinaus machen sie deutlich, wie leicht der Versuch einer begrifflichen Einordnung der Werke ins Wanken gerät.
.
Mit Jonas Kamm, Patrick Lohse und Elizaveta Podgornaia sind nicht allein drei der vier ausstellenden Künstler*innen Alumni der Folkwang Universität der Künste. Kuratiert wurde die Ausstellung zudem von Franziska Barth, Angela Deußen und Sandra Happekotte, die alle drei Absolventinnen des M.A. Photography Studies and Research sind.
.
Die Eröffnung (soft opening) ist am Sonntag, den 4. Juli von 14 bis 18 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung dann bis zum 6. August 2021 im Neuen Kunstverein Wuppertal (Hofaue 51, 42103 Wuppertal). Am Samstag, den 10. Juli sowie am Samstag, den 24. Juli finden jeweils um 15 Uhr Führungen statt.

News | 21.7.2021

Kara Bukowski: Als der Frosch das Ufer sah

Kara Bukowski, seit 2019 Studentin im B.A. Fotografie, hat in diesem Sommer im Re:sonar Verlag aus Hannover ihr erstes Zine veröffentlicht. Entstanden ist ihre fotografische Serie »Als der Frosch das Ufer sah« während des Frühsommers 2020 im Grundlagenkurs von Gisela Bullacher.
.
Monatelang galt es, sich an eine neue Einheit zu gewöhnen: 1,5 Meter sollten uns schützten, aber auch voneinander trennen. Doch dann kam der Sommer, und der Frosch sah das Ufer. Wie fühlt sich Annäherung an, wenn Distanz zur Normalität geworden ist? Wie Sonne auf der Haut, Haut auf Haut und Berührungen im Freien? In ihren Bildern vermittelt Kara Bukowski den Eindruck eines scheinbar schwerelosen Sommers 2020. Sie sind ein Intermezzo im pandemischen Alltag und eine Studie der Hoffnung.
.
Das Zine – eine Broschur mit Fadenheftung – ist im Juni 2021 erschienen, es umfasst 48 Seiten mit 25 digitalen Fotografien. Ausführlichere Informationen gibt es hier.

Kritik | 16.7.2021

Christophe Boltanski: Das Versteck

Am 14. Juli 2021 ist in Paris der französische Künstler Christian Boltanski im Alter von 76 Jahren gestorben. Mit seinem Werk hat er auf sehr eigene Weise nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit der Fotografie geprägt: indem er ihre Möglichkeiten und Grenzen auslotete und ihre An- wie Abwesenheit thematisierte. Bereits vor einigen Jahren erschien zuerst 2015 auf Französisch und schließlich 2017 in deutscher Übersetzung bei Hanser ein Buch von Boltanskis Neffen Christophe. Es handelt sich um eine autobiografische Erkundung der Familie, und natürlich spielt auch der Onkel, der gerade dabei ist, berühmt zu werden, eine wichtige Rolle. In unserer Facebook-Gruppe »Photography Studies Radar« hat Steffen Siegel diesem Buch im September 2017 eine kurze Besprechung gewidmet. Anlässlich des Todes von Christian Boltanski soll sie hier noch einmal aufgegriffen werden. Die Empfehlung ist unverändert aktuell: Die Lektüre lohnt sich sehr!
.
Christophe Boltanski macht sich in Frankreich seit vielen Jahren vor allem als Kriegsreporter einen Namen. Auch sein bislang meistgelesener Text, das Buch »La cache«, war in gewissem Sinn eine Reportage. Vor zwei Jahren auf Französisch erschienen, ist es nun auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Zimmer für Zimmer tastet sich Boltanski durch seine persönlichen Erinnerungen an jenes Haus im vornehmen 7. Pariser Arrondissement, in dem seine Großeltern für ein halbes Jahrhundert lebten. Doch gerade das, was spätestens seit Roland Barthes’ »La chambre claire« zur Grundausstattung jedes Erinnerungsbuchs zu gehören scheint, bleibt Boltanski unerreichbar: Fotografien. Denn in dem von seinen Großeltern beherrschten Familienlieben spielten diese Bilder ganz ausdrücklich keine Rolle. Dem Versuch, seine Urgroßmutter zu beschreiben, schickt Boltanski die Bemerkung vorweg: »Ich weiß nicht, wie sie ausgesehen hat. Ich kann mich auf kein Familienalbum stützen, nicht ein einziges sepiafarbenes Porträt wurde liebevoll im Holzrahmen aufbewahrt. In der Rue-de-Grenelle sind Fotografien verpönt, denn sie zeigen, was nicht mehr ist. Das Wenige, was ich weiß, habe ich von meinem Vater und meinen Onkeln.« Kein Bilderverbot also, immerhin aber ein Bilderverzicht scheint in diesem großelterlichen Haus geherrscht zu haben. Das ist bemerkenswert, denn die von Boltanski angesprochenen Auskunftsgeber haben auf je sehr eigene Weise an der Fotogeschichte des späteren 20. Jahrhunderts mitgeschrieben: Der Soziologe Luc Boltanski, Vater des Autors, trat bereits ganz zu Beginn seiner Karriere als Ko-Autor zu einem von Pierre Bourdieu herausgegebenen Buch auf. Lange schon ist es ein Klassiker der Bildsoziologie: »Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie« von 1965 (in deutscher Übersetzung: »Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie«). Und wie eigentlich sähe das künstlerische Werk von Christian Boltanski, Onkel des Autors, aus, wenn es keine Fotografie gäbe? Ist dieses berühmt gewordene Oeuvre doch gerade dem Zeigen dessen verpflichtet, »was nicht mehr ist«.
.
Auf dem Titel der französischen wie der deutschen Ausgabe von »La cache« steht im Übrigen die verkaufsfördernde Gattungsbezeichnung »Roman«. Das muss man nicht all zu wörtlich nehmen – ganz und gar lesenswert ist dieses bemerkenswerte Buch in jedem Fall!