Folkwang
Universität der Künste


Fotografie

News | 31.5.2022

Jetzt bewerben!

Dich fasziniert die Auseinandersetzung mit einem Bildmedium, das wie kein zweites unseren Alltag prägt? Wir teilen diese Leidenschaft und freuen uns über deine Bewerbung!

Die Folkwang Universität der Künste in Essen ist die einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum, an der die künstlerische und wissenschaftliche Beschäftigung mit der Fotografie in eigenen Studiengängen unterrichtet wird.

Die Studienplätze in den drei Studiengängen Fotografie (Bachelor of Arts), Photography Studies and Practice (Master of Arts) und Photography Studies and Research (Master of Arts) werden einmal jährlich ausgeschrieben und durch ein Aufnahmeverfahren vergeben, die stets im Frühjahr stattfinden. Die Bewerbungsfrist für die beiden künstlerischen Studiengänge (BA und MA) ist Mitte März, für den wissenschaftlichen Studiengang Ende Mai. Studienbeginn ist das kommende Wintersemester.

Vor einer Bewerbung empfehlen wir, für eine allgemeine Studienberatung und eine Mappenberatung zu den Lehrenden der Fachgruppe Kontakt aufzunehmen. Gerne beantworten wir alle Fragen! Ein Besuch auf der Zeche Zollverein im Quartier Nord ist jederzeit möglich!

Ganz besonders lohnt sich ein Besuch während des Studieninfo-Tags (Mitte Januar), während unseres Rundgangs (Ende Juni) und während der großen Absolventenausstellung »Finale« (Ende September).

Alle Informationen zu den Anforderungen in den Bewerbungsverfahren und ihrem Verlauf, zu den Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern sowie zu den genauen Terminen finden sich hier zusammengefasst.

News | 2.6.2022

Was kommt?

  • ⟶ 6. Februar bis 29. Mai 2022
  • »On Display. Die Körper der Fotografie«
  • Eine Ausstellung mit Werken von Studierenden des B.A. Fotografie und des M.A. Photography Studies and Practice
  • Kunstmuseum Ahlen
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  • ⟶ 12. Mai bis 22. Mai 2022
  • Anna Jocham und Vana Pfänder: Bil·der·flut
  • Ausstellung im Depot Dortmund
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  • ⟶ 13. Mai bis 18. Juni 2022
  • Peter Miller: »Fuck it, Photography!«
  • Ausstellung bei SETAREH X
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  • ⟶ 14. Mai 2022
  • TAKE OVER im Kunstmuseum Ahlen, mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste Essen
  • Anlässlich der Ausstellung »On Display. Der Körper der Fotografie«
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  • ⟶ 19. Mai 2022
  • Folkwang Photo Talks 2
  • Kathrin Yacavone, Kulturwissenschaftliches Institut Essen
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  • ⟶ 24. Mai 2022
  • Gemeinsamer Book Launch von »FOTO – TEXT – TEXT – FOTO« und »A List of Distractions«
  • Quartier Nord, Raum 1.52, 18.00 Uhr
  •  
  • ⟶ 31. Mai 2022
  • Bewerbungsfrist für den M.A. Photography Studies and Research
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  • ⟶ 31. Mai 2022
  • Eröffung von »Passagen«
  • Eine Ausstellung der Kunststiftung DZ Bank Frankfurt am Main
  • in Zusammenarbeit mit den Studierenden des M.A. Photography Studies and Research und M.A. Photography Studies and Practice
  •  
  • ⟶ 30. Mai 2022
  • Folkwang Photo Talks 3
  • Olga Moskatova, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
  •  

News | 1.6.2022

Was gibt's zu sehen?

Studierende aller Studiengänge der Fachgruppe Fotografie – ehemalige wie aktuell eingeschriebene – zeigen regelmäßig ihre Werke in Ausstellungen.

Christian Kasners, Alumnus des M.A. Photography Studies and Practice, zeigt vom 10. Juni bis zum 12. August 2022 sein Ausstellungs- und Rechercheprojekt »kasprzycki« als Einzelausstellung in der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Franziska Schrödinger und Michael Romstöck, beide Alumni des M.A. Photography Studies and Practice, stellen vom 17. Mai bis zum 25. Juni 2022 gemeinsam in der Prager Galerie Fotografic aus. Unter dem Titel »Something about the Alps, Linden Trees, Roads and History« zeigen sie ihre Abschlussarbeiten »Über die Deutsche Alpenstraße« und »zur Linde«, mit denen sie 2020 an der Folkwang Universität ihren Master of Arts erworben haben.

Elizaveta Podgornaia, Alumna des B.A. Fotografie, nimmt vom 14. Mai bis 26. Juni 2022 im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis in Bregenz an der Gruppenausstellung »Spektakulär unscheinbar« teil.

Anna Jocham, Studentin im B.A. Fotografie, zeigt vom 12. bis zum 22. Mai 2022 gemeinsam mit der Künstlerin Vana Pfänder unter dem Dach von TANDEM im Depor Dortmund ihre Ausstellung »Bil·der·flut«.

Adéọlá Ọlágúnjú, Alumna des M.A. Photography Studies and Practice, zeigt vom 7. Mai bis 11. Juni 2022 im Neuen Kunstverein Wuppertal ihre Einzelausstellung »Rhizome«.

News | 31.5.2022

Passagen

Am 31. Mai 2022 wird in der Kunststiftung DZ Bank in Frankfurt am Main die Ausstellung »Passagen« eröffnet, gemeinsam kuratiert von 13 Studierenden des M.A. Photography Studies and Research* und 3 Studierenden des M.A. Photography Studies and Practice** an der Folkwang Universität der Künste im Rahmen eines Seminars von Christina Leber und Steffen Siegel.

Die Ausstellung zeigt Werke von Gwenneth Boelens, Christian Boltanski, Françoise & Daniel Cartier, Raphael Hefti, Sven Johne, Timo Kahlen, Sandra Kranich, Lilly Lulay, Beatrice Minda, Richard Mosse, Manfred Paul und Stefan Schenk.

Zu sehen ist sie bis zum 15. Oktober dieses Jahres; und wie stets in der Kunststiftung wird sie von einem Katalogheft begleitet, das dieses Mal die Studierende der Folkwang Universität verfasst haben. Während der Laufzeit bieten sie außerdem thematische Führungen an.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft, das in der Kunstsammlung für die Besucher:innen kostenlos ausliegt und nach der Eröffnung der Ausstellung auch hier auf der Website als PDF-Download verfügbar sein wird.

* Özlem Arslan, Max Beck, Dortje Fink, Tabea Funke, Sarah Gramotke, Deborah Herber, Clara Mühle, Annekathrin Müller, Malte Radtki, Jakob Schnetz, Paul Werling, Lily Wild und Julia Wolf
** Silviu Guiman, Marie Lansing und Philipp Niemeyer

News | 31.5.2022

Photography Studies and Research

Einmal im Jahr schreiben wir unsere beiden Masterprogramme zur Künstlerischen Fotografie und zu Theorie und Geschichte der Fotografie aus. Wir freuen uns auf Bewerbungen von allen, die wie wir vom Reichtum dieses Mediums fasziniert sind, die gemeinsam mit uns über Geschichte und Gegenwart der Fotografie nachdenken und ihre Zukunft gestalten wollen.

Der Bewerbungsschluss für den M.A. Photography Studies and Practice war am 15. März 2022, für den M.A. Photography Studies and Research ist es der 31. Mai 2022. Die Mitglieder unseres Teams freuen sich über Rückfragen und geben gerne Auskunft!

Wie bereits im vergangenen Jahr lag auch dieses Mal die Gestaltung unserer beiden Plakate in den Händen von Daniel Kobert und Viktor Lentzen – ohne Frage eine gute Wahl, denn ihre Entwürfe des zurückliegenden Jahres wurden unter 2.000 Motiven mit der Auszeichnung »100 Beste Plakate« geehrt. Und auch dieses Jahr zeigt ihre Gestaltung beider Plakate an, dass wir unsere beiden Masterprogramme als ein Tandem verstehen: Kunst und Wissenschaft arbeiten eng zusammen.

News | 29.5.2022

Stellenausschreibung Theorie und Geschichte der Fotografie

Am Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität der Künste ist zum 1. August dieses Jahres die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (m/w/d) ausgeschrieben worden. Gesucht wird eine Forscherin oder ein Forscher, die oder der ein Promotionsvorhaben an der Folkwang Universität der Künste im wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsgebiet Theorie und Geschichte der Fotografie realisieren möchte. Mit der Stelle verbindet sich eine Beteiligung an der akademischen Lehre im Umfang von 2 SWS sowie der akademischen Selbstverwaltung. Erwartet wird die Mitarbeit in der Forschung, die Betreuung von Publikationen, Organisationstätigkeiten im Bereich der Professur für Theorie und Geschichte der Fotografie, die Bereitschaft zur eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln sowie zur Unterstützung von anderen Drittmittelanträgen und die Weiterqualifikation mittels eines eigenständigen Forschungsprojekts, das zum Erwerb des Dr. phil. führt.

Bewerber*innen sollen erfolgreich ein Hochschulstudium (Master oder Magister) der geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fächer abgeschlossen haben, die eine hohe Nähe zur Theorie und Geschichte der Fotografie besitzen und gegenüber der fotografischen sowie gestalterischen Praxis aufgeschlossen sein. Erwünscht sind einschlägige Erfahrungen in der wissenschaftlichen Organisationstätigkeit, der Betreuung von Publikationen und/oder des Kuratierens. Erwartet werden ein sehr gutes Selbstmanagement und Teamfähigkeit sowie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift.

Die Vergütung erfolgt – je nach vorliegenden Voraussetzungen – bis Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Besetzung erfolgt in Teilzeit mit 50% der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit und zunächst befristet für 3 Jahre. Eine Verlängerung wird angestrebt.

Die Folkwang Universität der Künste strebt eine Erhöhung des Anteils an Frauen an, in den Bereichen in denen sie unterrepräsentiert sind und fordert deshalb einschlägig qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Die Bewerbungen von Menschen mit Behinderung bzw. diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX sind erwünscht, sie werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Die Folkwang Universität der Künste versteht sich als familienfreundliche Hochschule und fördert Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Arbeit und Leben.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einer einzigen PDF-Datei (ohne Bewerbungsfoto) bis zum 29. Mai 2022 an den Rektor der Folkwang Universität der Künste und nutzen Sie hierzu ausschließlich das untere Online-Bewerbungsportal der Hochschule. Ein bis zu fünfseitiges Exposé (zzgl. Literaturnachweise) für ein mögliches Forschungsprojekt ist zusammen mit den Bewerbungsunterlagen einzureichen. Das Vorstellungsverfahren findet voraussichtlich in der Zeit vom 28.06.2022 bis 06.07.2022 statt.

Den verbindlichen Ausschreibungstext sowie eine Weiterleitung zum Bewerbungsportal finden Sie hier.

Bei inhaltlichen Fragen zur ausgeschriebenen Stelle wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Steffen Siegel. Bei allgemeinen personalrechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Maria Morgenstern. Bei Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter wenden Sie sich bitte an die zentrale Gleichstellungsbeauftragte.

News | 24.5.2022

Zwei Bücher, ein Book Launch

Gerade eben sind mit FOTO – TEXT – TEXT – FOTO und A LIST OF DISTRACTIONS gleich zwei Bücher auf einmal erschienen, an denen Kommiliton:innen, Alumni und Lehrende der Fotografie der Folkwang Universität der Künste mitgewirkt haben. Wir wollen diese tolle Zusammenarbeit mit euch feiern und laden alle Interessierten herzlich zu einer doppelten Buchpräsentation ein:

Am Dienstag, den 24. Mai um 18.00 Uhr im Grundlagenraum der Fotografie 1.52!

Wir freuen uns, mit euch über die Projekte, die entstandenen Bücher und das Büchermachen ins Gespräch zu kommen!
 

News | 19.5.2022

Nächster Folkwang Photo Talk mit Kathrin Yacavone

Nach einem gelungenen Auftakt der Folkwang Photo Talks mit Sara Dominici, der online stattfand, führen wir die Reihe nun in Präsenz fort. Wir uns außerordentlich, Kathrin Yacavone als nächsten Gast bei uns begrüßen zu dürfen! Yacavone ist Literaturwissenschaftlerin und Fotohistorikerin und aktuell International Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Ihren Vortrag hält sie zur Sammlungsgeschichte der Fotografie.

Der Talk findet statt am 19. Mai um 18 Uhr im Quartier Nord, Raum 2.13. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Der nächste und letzte Vortrag für dieses Semester findet am 30. Juni mit Olga Moskatova statt, dann erneut im Quartier Nord.

 

News | 16.5.2022

Anjali Janssens und Simon Ringelhan sind erste Preisträger des »Ahlener Kunstsprungs«

»Take Over«, der Vorabend des Internationalen Museumstags unter der Regie der Folkwang Universität der Künste im Kunstmuseum Ahlen war ein voller Erfolg. Die Studierenden feierten ihre Ausstellung On Display. Der Körper der Fotografie und präsentierten sich auch mit anderen Kunstsparten, mit experimenteller Musik, mit Filmen und Dialogen. Künstlerisches Highlight war die Uraufführung eines Stücks für elektronische Harfe und Synthesizer von Kaspar Kuoppamäki & Fanny Herbst, das alle Anwesenden sichtbar in seinen Bann zog.

Ein weiterer Höhepunkt war die erste Verleihung des »Ahlener Kunstsprung«, mit dem der Förderkreis Kunstmuseum Ahlen e.V. auch in Zukunft die Arbeit von Nachwuchskünstler:innen auszeichnen möchte. Die ersten Förderpreise wurden von Silke Anna Linnemann, der Vorsitzenden des Förderkreises, an Anjali Janssens und Simon Ringelhan – beide sind Studierende im B.A. Fotografie – vergeben, die mit ihren fotografischen Arbeiten »Synthesis« und »Zwischen Erregung und Benommenheit« noch bis zum 29. Mai in »On Display« zu sehen sind.

Das Museumsteam und Ahlener Gäste genossen einen ungewöhnlichen Abend. Bis 23 Uhr war Leben im Museum, zum Abschluss legten zwei DJs auf, es durfte sogar getanzt werden!

News | 14.5.2022

TAKE OVER im Kunstmuseum Ahlen

TAKE OVER im Kunstmuseum Ahlen anlässlich der Ausstellung On Display. Der Körper der Fotografie, mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste Essen.

Am Samstag, den 14. Mai 2022, am Vorabend des Internationalen Museumstages, führen Studierende der Folkwang Universität der Künste Essen ab 18 Uhr durch einen spannenden Abend im Kunstmuseum Ahlen. Das Programm mit Gesprächen, Performances, Videoscreening und DJane-Set sowie der Release der Ausstellungspublikation ermöglicht einen erweiterten Blick auf die präsentierten Arbeiten der achtzehn beteiligten Studierenden und das Museum als Institution.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Es ist keine Voranmeldung notwendig, Eintritt und Programm sind kostenfrei. Weitere Informationen gibt es hier.

News | 13.5.2022

Peter Miller: Fuck it, Photography!

13. Mai bis 18. Juni 2022
SETAREH X

Magische drei Worte, ein Komma, ein Ausrufezeichen: »Fuck it, Photography!« heißt die aktuelle Ausstellung Peter Millers bei Setareh im Rahmen von Düsseldorf Photo+. Für die Ausstellung ist eine ganze Reihe neuer Arbeiten enstanden, die spielerisch-konzeptuell nach Möglichkeiten suchen, Fotografie immer wieder zu denken.

Die Eröffnung findet am Freitag, dem 13. Mai, von 14 bis 20 Uhr statt. Seid herzlich eingeladen!

Peter Miller ist seit 2018 unser Professor für Fotografie und zeitbasierte Medien. Sein aktuelles Bachelor-Seminar trägt den gleichen Titel wie die Ausstellung und zeigt seine Haltung zur Fotografie – eine energische, vorbehaltslose Bejahung!

News | 12.5.2022

Anna Jocham und Vana Pfänder: Bil·der·flut

12. bis 22. Mai 2022
Do und Fr von 17 bis 20 Uhr, Sa und So von 15 bis 18 Uhr
Eröffnung: 12. Mai um 19 Uhr
Eintritt frei
 

Unsere Bachelor-Studentin Anna Jocham macht gemeinsam mit der Künstlerin Vana Pfänder den Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe in Dortmund. Sie lädt herzlich zur Eröffnung und zum Besuch der Ausstellung ein! Wir freuen uns mit ihr und sehen uns dann bald im Depot Dortmund!

Von der Website des Depot Dortmund: Mit der neuen Ausstellungsreihe TANDEM schafft der Kulturort Depot eine Bühne für die Zusammenarbeit von jungen mit bereits etablierten Künstler*innen, die gemeinsam eine Präsentation unterschiedlichster Werke erarbeiten. Die Reihe möchte dabei die bereits im Haus arbeitenden Depotler*innen mit jungen Studierenden und Kreativen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, zusammenbringen. 

Den Anfang machen Anna Jocham (*1997) und Vana Pfänder (*1989), die unter dem Dach von TANDEM ihre Ausstellung »Bil·der·flut« präsentieren. Die beiden Künstlerinnen beschäftigen sich mit der Wirkweise und der Nutzung sozialer Medien in der Gesellschaft. Tagtäglich umgibt uns eine regelrechte Bilderflut. Wie wird wichtige von unwichtiger Information kanalisiert und was passiert mit Bildern, die man zwar sieht, aber aufgrund der Informationsfülle nicht mehr in ihrer Gänze wahrnimmt? Was passiert mit diesen Zwischenbildern, wie prägen sie und wie formieren sie uns und unsere Gesellschaft? Diesen Fragestellungen geht die multimediale Ausstellung »Bil·der·flut« in der Galerie im Depot nach, wobei der Schwerpunkt auf der Fotografie und Malerei liegt.

News | 3.5.2022

Sora Park erhält den August-Sander-Preis 2022

Wir dürfen uns mit Sora Park freuen und ihr herzlich gratulieren! Mit ihrer Serie »Bei mir, bei Dir« (2018–2021) hat Sora, die bei an der Folkwang Universität der Künste im B.A. Fotografie studiert, soeben den renommierten August-Sander-Preis für Porträtfotografie gewonnen. In feinfühligen Großformataufnahmen porträtierte die in Gimpo, Korea, geborene Fotografin Freund:innen in ihrem privatem Umfeld. Neben dem souveränen Umgang mit dem Großformat war für die Jury nicht zuletzt die Intensität der Aufnahmesituation ausschlaggebend: Nach mehreren Stunden des Gesprächs nimmt Sora nur ein einziges Bild auf.

In ihrer Begründung würdigt die Jury: »Mit psychologischem Gespür und Respekt für ihr Gegenüber ist es Sora Park gelungen, sich der Person individuell zu nähern, diese in ihrer Eigenart und momentanen Verfasstheit festzuhalten. Unabhängig, ob in sich ruhend, fragend, neugierig, leicht distanziert oder abwartend – jeder/jede erscheint in der photographierten Situation sehr präsent und vom Raum umfangen. Der bewusste und souveräne Einsatz der analogen Großbildtechnik mit 4 × 5 inch-Negativgröße (10,2 × 12,7 cm) ist dabei ein wichtiges Mittel. Längere Vorbereitungen und ein hohes Maß an Konzentration sind erforderlich, um zu einem entsprechenden Bildergebnis zu kommen.«

Der August-Sander-Preis wird seit 2018 von der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur ausgelobt und widmet sich sachlich-konzeptueller Porträtfotografie. Zur Jury gehörten diesmal Dr. Anja Bartenbach (Stifterfamilie), Gabriele Conrath-Scholl (Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur), Prof. Dr. Ursula Frohne (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Albrecht Fuchs (Künstler, Köln) sowie Dr. Roland Augustin (Moderne Galerie/Saarlandmuseum, Saarbrücken). Sora Park wurde aus mehr als 100 Einsendungen ausgewählt, und wir sprechen unsere herzlichsten Glückwünsche aus zu dieser großen Auszeichnung!

Der Termin der Preisverleihung wird noch bekanntgegeben. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung und auf der Seite der SK Stiftung Kultur.

News | 21.4.2022

Sara Dominici opens the new Folkwang Photo Talks series

Starting this summer term, Folkwang University’s Department for Photography launches the Folkwang Photo Talks – a new series of presentations that aims at ongoing research in the ample field of interdisciplinary photo studies. 

It is our great pleasure that Sara Dominici will be our first speaker. Sara is a senior lecturer at the University of Westminster in London, and she will talk about her current research on practices in the darkroom: »The Recipe, the Equipment, and the Site of Making: On Learning to See Like an Amateur Photographer in the Darkroom«.

Sara’s talk takes place on April 21st, 2022, at 6 pm (Essen) or, respectively, 5 pm (London) and 12 pm (New York).

Everyone interested is very welcome, we provide an online link (Zoom) via e-mail, please register here.

P.S.: Our next guests will be Kathrin Yacavone (May 15) and Olga Moskatova (June 30).

 

News | 7.4.2022

Was ist erschienen?

An dieser Stelle informieren wir fortlaufend über neueste Publikationen unserer Team-Mitarbeiter:innen, der Doktorand:innen sowie von Studierenden der Fachgruppe Fotografie. Ausführlichere Informationen zu unseren Monografien und Katalogen finden sich hier.

2022
● Steffen Siegel: Farbfotografie und farbige Fotografie. In: Fotogeschichte 42 (2022), Heft 163, S. 9–18.
● Matthias Gründig, Elke Seeger (Hg.): A List of Distractions, Essen 2022.
● Sophia Greiff: Zwischen Fakt und Erfahrbarkeit – Erzählen an den kreativen Rändern des Fotojournalismus. In: Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hg.): Fotojournalismus im Umbruch. Hybrid, multimedial, prekär, Köln 2022, S. 405–431.
● Steffen Siegel: »Alle anderen Bilder sind echt«. Fotografische Aprilscherze in der »Berliner Illustrirten Zeitung«. In: Zeitschrift für Ideengeschichte 16.1 (2022), S. 83–100.

2021
● Matthias Gründig: Ten Dollar Faces: On Photographic Portraiture and Paper Money in the 1860s. In: History of Photography 45 (2021), S. 5–19.
● History of Photography 45.1 (2021): Circulating Photographs, hg. von Maria Antonella Pelizzari, Steffen Siegel.
● Hannes Wietschel: Der Cotopaxi im fotografischen Nebel: Hans Meyers Blick auf widerständige Fotografien. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (Hg.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2021, S. 139–149.
● Steffen Siegel: Was sich sehen lässt: Zur vergangenen Zukunft des Fotografischen. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (Hg.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2022, S. 31–45.
● Steffen Siegel: Ein Bild von einem Bild? Über fotowissenschaftliche Reproduktionsstile. In: Rundbrief Fotografie 28.4 (2021), S. 7–16.
● Steffen Siegel: Nicéphore Niépce and the Industry of Photographic Replication. In: The Burlington Magazine 163 (2021), Nr. 1425, S. 1112–1119.
● Fotostadt Essen, Ausgabe 2 (November 2021), hg. vom Zentrum für Fotografie in Essen.
● Hannes Wietschel: Fotografien in der geographischen Bildkritik / Photos in the Context of Geographical Image Criticism. In: Gisela Parak, Elke Bauer (Hg.): Die Empirik des Blicks. Bedeutungszuweisungen wissenschaftlicher Expeditionsfotografie / The Empirical Gaze. Interpretations of Scientific Expedition Photography, Halle an der Saale 2021, S. 52–73.
● Steffen Siegel: Bilder gebrauchen. Fotografien zwischen Kunst, Theorie und Politik / Using Pictures: Photographs Between Art, Theory and Politics. In: Stefan Gronert (Hg.): True Pictures? Zeitgenössische Fotografie aus Kanada und den USA / True Pictures? True Pictures? Contemporary Photography from Canada and the USA, Köln 2021, S. 130–136.
● Steffen Siegel: Wo anfangen? Über die vielfältigen Ursprünge der Fotografie / Where to Begin? On the Multiple Origins of Photography. In: Neue Wahrheit? Kleine Wunder! Die frühen Jahre der Fotografie / New Truth? Small Miracles! The Early Years of Photography, Köln 2021, S. 18–31.
● Judith Riemer: Möglichkeitsraum Fotoalbum. Gestalterische Strategien von Künstler*innen in den 1920er und 1930er Jahren. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 161, S. 64–67.
● Steffen Siegel: Die Perücke des Patriarchen. Private und öffentliche Blicke im Fotoalbum. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 161, S. 25–34.
● Fotostadt Essen, Ausgabe 1 (September 2021), hg. vom Zentrum für Fotografie in Essen.
● Matthias Pfaller: Two Photographic Albums at the Getty and Their Relation to the Stock-Photography Market in 1860s Chile. In: Getty Research Journal Nr. 14 (2021), S. 81–102.
● Michael Ponstingl: Wien-imaginaire. Straßenfotografie im 19. Jahrhundert. In: Anton Holzer, Frauke Kreutler (Hg.): Augenblick! Straßenfotografie in Wien, Heidelberg 2021, S. 74–79.
● Steffen Siegel: Über Propagandafotografie / Propaganda Photography. In: Kristina Lemke (Hg.): Neu sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre / New Ways of Seeing. The Photography of the 1920s and 1930s, Bielefeld 2021, S. 168–187, 238–241.
● Elisabeth NeudörflOut in the Streets, Berlin (Hatje Cantz Verlag) Berlin 2021.
● Maxie Fischer, Erdmut Wizisla: »Wir müssen imaginieren«. Ein Gespräch über Bertolt Brecht, Michael Schmidt und die Arbeit mit Archivmaterialien. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 49–55.
● Steffen Siegel: Was ist kein Fotobuch? In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 43–48.
● Elisabeth Neudörfl: Das Foto-Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 29–34.
● Sophia Greiff: Artefakte der Recherche. Text, Dokument und Found Footage als narrative Elemente im Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 21–28.
● Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159: Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchforschung, hg. von Anja Schürmann und Steffen Siegel.
● Matthias Pfaller: In Kontakt mit dem Medium. Die chilenische Krise im Livestream der Galería CIMA. In: Rundbrief Fotografie 28.2 (2021), S. 7–15.
● Anne Breimaier, Matthias Gründig (Hg.): Hollis Frampton: ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest, Essen (Folkwang Universität der Künste) 2021.
● Steffen Siegel: Wie wird man Fotograf? Timm Rauterts Jahre an der Folkwangschule Essen. In: Timm Rautert und die Leben der Fotografie, Göttingen 2021, S. 18–24.
● Elisabeth Neudörfl: Photographer's Dilemma: »Good« Photography vs. »Good« Architecture. In: Candide. Journal for Architectural Knowledge Nr. 12 (2021), S. 173–190.
● Matthias Gründig: Das Atelier als Goldmühle. Zur Porträt-Photographie des 19. Jahrhunderts als Dispositiv. In: Eckhard Leuschner (Hg.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, S. 39–48.
● Steffen Siegel: Der Photograph. Ursprünge eines Berufsbilds um 1840. In: Eckhard Leuschner (Hg.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, S. 28–37.


 

News | 6.4.2022

Folkwang Photo Talks – save the dates!

»Folkwang Photo Talks« – unter diesem Titel eröffnen wir in diesem Sommersemester eine neue Vortragsreihe. Der Name ist Programm: eher Talks als Lectures, Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte statt abgeschlossene Vorhaben. Zu Wort kommen sollen Forscherinnen und Forscher, die im weiten Feld von Theorie und Geschichte der Fotografie arbeiten und genau wie wir versuchen, dieses perspektivenreiche Territorium genauer zu kartieren. Die Vorträge beginnen stets um 18 Uhr, sind öffentlich und finden entweder online oder im Quartier Nord statt.

Wir freuen uns sehr, dass wir für den Auftakt mit Sara Dominici, Kathrin Yacavone und Olga Moskativa drei international ausgewiesene Spezialistinnen gewinnen konnten, die mit einem je ganz eigenen Forschungsschwerpunkt unsere Reihe eröffnen. Für den Vortrag von Sara Dominici bitten wir um Anmeldung unter tgf(at)folkwang-uni.de, um einige Tage vor dem Vortrag die Zugangsdaten zu versenden. Für die beiden anderen Vorträge laden wir bereits jetzt herzlich ins Quartier Nord auf der Zeche Zollverein!


21. April 2022
Sara Dominici (University of Westminster, London)
The Recipe, the Equipment, and the Site of Making:
On Learning to See Like an Amateur Photographer in the Darkroom 
Online

19. Mai 2022
Kathrin Yacavone (Kulturwissenschaftliches Institut Essen)
Für eine Sammlungsgeschichte der Fotografie
Quartier Nord, 2.13

30. Juni 2022
Olga Moskatova (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg)
Smart Images. Bildplattformen als Medien der Klassifikation
Quartier Nord, 2.13

News | 6.4.2022

Sora Park auf der Shortlist des August-Sander-Preises 2022

Wir drücken die Daumen: Sora Park, die im Moment ihr Bachelorstudium bei uns abschließt, wurde mit ihrer Porträtserie »Bei mir, bei Dir« für die Shortlist des August-Sander-Preises 2022 nominiert.

Die Auslobung des Preises ist verbunden mit der Idee, junge zeitgenössische künstlerische Ansätze im Sinne der sachlich-konzeptuellen Fotografie zu fördern. Der renommierte Preis ist nach dem bedeutenden Porträtfotografen August Sander benannt; die Bewerber:innen müssen sich in ihrer fotografischen Arbeit vorrangig auf das Thema des menschlichen Porträts konzentrieren. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln ausgelobt. Eine Jury hat aus einer Vielzahl eingereichter Arbeiten zehn Positionen für die Shortlist ausgewählt. Teilnahmeberechtigt sind nationale und internationale Künstler:innen bis einschließlich des 40. Lebensjahres mit dem Schwerpunkt Fotografie. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Dazu richtet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur nach Möglichkeit und individueller Abstimmung eine Ausstellung mit Arbeiten des Preisträgers/der Preisträgerin aus.

Diese Fotografinnen und Fotografen wurden für die Shortlist 2022 ausgewählt: Aguilar Ixmucané (GT/NA/DE), Thomas Boivin (FR), Sebastian Bruno (GB), Guoman Liao (CN/Ca), Timo Matthies (DE), Nelli Palomäki (FI), Sora Park (KR/DE), Fabian Ritter (DE), Joscha Steffens (DE), Kristina Varaksin (GB)

News | 5.4.2022

On Display. Der Körper der Fotografie

Vom Februar bis zum Mai dieses Jahres lässt sich im Kunstmuseum Ahlen die Fotografie in einem reizvollen Kontrast erleben: Zu sind zeitgleich zwei Sonderausstellungen, die sich mit dem Ursprüngen und der Gegenwart der Fotografie beschäftigen. Neben der Ausstellung »Neue Wahrheit? Kleine Wunder! Die frühen Jahre der Fotografie« zeigen insgesamt achtzehn Studierende der Folkwang Universität aus dem B.A. Fotografie und im M.A. Photography Studies and Practice Arbeiten, die sich mit materiellen Vielfalt des Fotografischen auseinandersetzen.

Um in Erscheinung treten zu können, benötigen Fotografien einen Körper – ein Medium. Das Erscheinen auf der rückseitig beleuchteten Glasscheibe des Smartphones ist nur eine der zahlreichen »Rahmungen« digitaler Bildlichkeit. Die eigens für die Ausstellung entwickelten Werke gehen visuell und haptisch, nicht zuletzt aber auch virtuell neue Wege. Als Objekte oder fluide Gebilde im Raum sowie durch die Wahl hybrider Werkformen rühren sie an den etablierten fotografischen Präsentationsformen. Stets zielt diese Vielfalt darauf ab, den Körper des Fotografischen zu befragen und herauszufordern. Die Anfänge der Fotografie, ihre Gegenwart und Zukunft sind so in einer gemeinsamen Präsentation miteinander verbunden.

An der Ausstellung beteiligen sich Eleonora Arnold, Kara Bukowski, Linda Hafeneger, Helen Hickl, Hendrik Hinkelmann, Anjali Janssens, Marie Laforge, Katharina Ley, Wiebke Meischner, Majid Moussavi, David Müller, Asli Özcelik, Simon Ringelhan, Damian Rosellen, Samuel Solazzo, Anna Traskalikov, Julian Weigandt und Larissa Zauser. Kurator*innen sind Dr. Martina Padberg, Kunstmuseum Ahlen, und Prof. Elke Seeger sowie Prof. Dr. Steffen Siegel von der Folkwang Universität der Künste.

Im Mai wird ein Katalog erscheinen, der neben einer umfangreichen Dokumentation aller ausgestellten Werke auch Texte enthalten wird, die von Studierenden der beiden M.A.-Programme Photography Studies and Practice und Photography Studies and Research verfasst worden sind.

Kritik | 4.4.2022

Gloria Ruiz Melendez on the Exhibition »On Display«

The Unattainable Border
By Gloria Ruiz Melendez

»A wormhole«, I wrote in my note app as the first impression of the double feature in the Ahlen Kunstmuseum: »Neue Wahrheit? Kleine Wunder! Die frühen Jahre der Fotografie« and »On Display: Der Körper der Fotografie«. A feeling of symmetry, of a mirrored image, of a question as old as the technology of Photography: Where do the possibilities end? Is there more? Questions asked in the 19th century with a resonance in today’s contemporary Art and Photography theorization and practice world, not only in this specific set of expositions but also in others that aim to reflect on the very nature of the limits of the medium, in a time when photography has become absolutely immersive in our everyday life, integrated into our routine as something that it’s »there« and we seldom think about. Photography has become the way we see and not the other way around, a mass of data that flows with a life of its own, like a river.

In »On Display: Der Körper der Fotografie«, more than an exploration body, it’s the attempt of digging it to its bones, confronting the audience with the notion that we’re watching, confronting us with our expectations around photography in our private and public life, something mundane but also intimate. Joan Fontcuberta explains in »Photography, Crisis in History«: In Photography two facets have necessarily coexisted: (1) the image as visual information (2) the physical support of a medium, objectual dimension. In the daguerreotype, the plate embodies an image. In the archive, the information aspect prevails. In a museum, it’s the objectual aspect. On Display takes on the specific task to scratch, taking techniques and methods of the past into a contemporary while »Neue Wahrheit? Kleine Wunder! with their stereographs, which have been the basis of the very contemporary world of Augmented Reality and Virtual Reality, reminds us that this urge to grasp reality in new and more encompassing ways has been a part of the very nature of Photography since it’s conception.

The rules about photography keep changing and getting looser, as nowadays we’re able to create images that don’t really exist, and Artificial Intelligence can combine, merge and interpret images in a way that sounded like science fiction only mere decades ago. The urge to adopt and reject technology, the urge to keep photography in »its body«, like a reversed exorcism, when Photography seems to start losing its materiality and becoming pure data. Photography is about control, but also about leaving room for coincidence and exploration while finding a lot of the same urges in the neighbor Exposition: »to have been there«, memories, events, the word Truth.

Where does the border lie? For Photography, it feels like the Borgean »Book of Sand«: never-ending, shapeshifting, always bringing a new page into a seemingly never-ending book.

Gloria Ruiz Melendez has been a DAAD student at Folkwang University of the Arts since 2021.

Kritik | 1.4.2022

On Display: Sarah Gramotke über die Fotogramme von Eleonora Arnold und Simon Ringelhan

»On Display. Die Körper der Fotografie« heißt eine Ausstellung von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, die vom 6. Februar bis zum 29. Mai 2022 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist. Zu den dort ausgestellten achtzehn Werken treten achtzehn Texte, die gleichfalls von Studierenden der Folkwang Universität der Künste geschrieben worden sind. Im Frühjahr 2022 werden Bilder wie Texte in einem Katalog erscheinen, herausgegeben von Elke Seeger und Steffen Siegel, die gemeinsam mit Martina Padberg vom Kunstmuseum Ahlen das Projekt »On Display« geleitet haben.


Selbstbewusste Objekte? Blick auf Dinge durch das Fotogramm
Von Sarah Gramotke

Die fotografischen Bilder von Eleonora Arnold sind ohne Kamera entstanden. Es handelt sich vielmehr um Fotogramme, eine Spielart des Fotografischen, die in der Ausstellung außerdem durch Simon Ringelhan vertreten ist. Objekte werden wie bei einem Röntgenvorgang auf einer fotosensitiven Oberfläche dem Licht ausgesetzt. Wo kein Licht hinfällt, wird das Papier folglich nicht schwarz, sondern bleibt weiß. Das Licht erhellt nicht, sondern verdunkelt. Eleonora Arnold zeigt transluzide Rahmen mit in Flüssigkeit schwimmenden Herzen, silbrigen Glitzerpartikeln und Schnee, keine auf klassische oder gar normative Kunst verweisende Goldrahmen.  Der ebenfalls gezeigte barocke LED-Rahmen kommt ganz ohne Glanz daher. Sechs Lämpchen schlagen sich in rot-orangenen bis gelben Rahmeninhalt, innen wird ein sich hell abgesetzter Rahmen aufgeworfen. Dabei entfaltet er eine ganz eigene Aura. So werden die sich in ihrer Bedeutung aufspaltenden fotografischen Objekte vor Augen geführt, wie das Meer, das Simon Ringelhan mit Blitzlicht erst auf Fotopapier und dann in eine Holzkiste gebannt hat.

Welche Rolle kommt den fotografischen Objekten der Fotogramme Arnolds und Ringelhans zu? Der Fotopionier William Henry Fox Talbot war überzeugt davon, dass fotografische Objekte wie Gebäude von sich selbst mit Licht ein eigenes Bild malen. Wenn auch Menschen mit Bakterien einen sich ändernden Teil nichtmenschlicher Zellen beherbergen, warum sollte den Dingen dann ein Eigenleben abgesprochen werden? Solche, die den Fotogrammen das Element des Unvorhersehbaren hinzufügen?

Es fällt aufgrund Arnolds spielerischer Herangehensweise leicht, bei ihren Werken über die Art der Repräsentationen, den direkten Zugang zur physischen Welt, nachzudenken. Auch wenn das als erste erhaltene Fotografie bezeichnete Bild einen Ausblick aus dem Fenster zeigt, war die Realität schon immer zu komplex, um von Fotografien in einen Rahmen gefasst zu werden. So gesehen lässt sich von wortwörtlichen Rahmen auf metaphorische Rahmungen schließen, seien es Museen oder Diskursräume, in denen Auswahlprozesse wie Bilderrahmen oft unbemerkt bleiben. Was werden wir in Zukunft als »einrahmenswürdig« empfinden? Was macht uns Menschen aus und wie produzieren wir kulturelle Rahmungen, auch durch Fotografien?

Angesichts der aktuell gegenläufigen Entwicklung analoger Wiederkehr und digitaler Fotografie lässt sich Arnolds Arbeit als eine Hommage an die Fotogeschichte lesen, die zugleich in die Zukunft weist: Durch künstliche Intelligenz benötigt es zur Bildschaffung bald wohl keine Kameras oder andere Apparate mehr, kein die Fotografie definierendes Licht, keine Farbe oder Materialität, da aus einem großen KI-Archiv genau maßgeschneiderte Fotos geschöpft werden können. Selbst porträtieren kann sich eine KI jedoch nicht, da sich das Menschliche unwiderruflich eingeschrieben hat, wie auch in die Bilderrahmen. Fotogramme sind genauso auf Menschen angewiesen wie Algorithmen. So stellt sich die Frage, ob es nichtmenschliche Fotografie überhaupt geben kann, ebenso wie menschliche Fotografie.

Sarah Gramotke studiert seit 2021 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research.

Kritik | 28.3.2022

On Display: Annekathrin Müller über Larissa Zausers »Cumulus (Haufenwolken)«

»On Display. Die Körper der Fotografie« heißt eine Ausstellung von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, die vom 6. Februar bis zum 29. Mai 2022 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist. Zu den dort ausgestellten achtzehn Werken treten achtzehn Texte, die gleichfalls von Studierenden der Folkwang Universität der Künste geschrieben worden sind. Im Frühjahr 2022 werden Bilder wie Texte in einem Katalog erscheinen, herausgegeben von Elke Seeger und Steffen Siegel, die gemeinsam mit Martina Padberg vom Kunstmuseum Ahlen das Projekt »On Display« geleitet haben.


Cumulus – diesseits und jenseits des latenten Bildes
Von Annekathrin Müller

Die Erfindung fotografischer Verfahren war eng mit dem Wunsch verbunden, mit Hilfe des Lichtes erzeugte Bilder haltbar zu machen und sie damit länger als für einen Augenblick sichtbar werden zu lassen. Lange bevor Louis Jacques Mandé Daguerre in Frankreich und William Henry Fox Talbot in England mit ihren 1839 veröffentlichten Methoden das Lichtbild zu fixieren wussten, spielten Bildprojektionen eine wichtige Rolle. Als Apparate hierfür kamen zum Beispiel die Camera Obscura und später die Laterna Magica zum Einsatz. Mit der Camera Obscura konnten die Bilder jedoch nur in dem technischen Körper, in dem sie erzeugt wurden, betrachtet werden. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts fanden beständige Lichtbilder große Verbreitung. Nachdem die ersten Schritte getan waren, bannte man sie fortan auf Trägermaterialien sehr unterschiedlicher Art.

Die Anordnung der Apparaturen in Larissa Zausers Arbeit »Cumulus (Haufenwolken)«, 2022, vereint Mechanismen der Projektion mit denen des Fixierens. In einer begehbaren Lochkamera wird über einen Spiegel jenes Bewegtbild umgeleitet, das außen vor der Kamera auf einem Flachbildschirm erscheint. Es trifft auf lichtempfindliches Papier eines leeren Buches, das im Inneren der Camera Obscura zur Belichtung ausgelegt ist. Im Anschluss an die Ausstellungslaufzeit wird Zauser die Buchseiten im Labor entwickeln – die entstandenen Belichtungen zeugen damit von dem Zeitraum, den wir gerade erleben. Auf diese Weise verwandelt sich ein bereits festgehaltenes Bild wieder in ein latentes, um schließlich erneut zu einer permanenten Erscheinungsform zu finden. 

Zugleich umfasst die Arbeit mehrere, für uns heute geläufige Möglichkeiten zur Betrachtung von Fotografie: Neben die Wiedergabe digitaler Bilddateien auf einem Monitor sowie die Projektion tritt der klassische analoge Abzug auf Fotopapier, der zusätzlich in das Gewand des Fotobuchs gekleidet ist. Dass die auf dem Flachbildschirm wie Wolken vorüberziehenden Bewegtbilder von EarthTV.com stammen und – minimale Verzögerungen eingerechnet – den aktuellen Wetter-Status verschiedener Städte rund um den Globus in Echtzeit in den Ausstellungsraum streamen, ergänzt das ohnehin komplexe Verhältnis zwischen apparativ aufgezeichneter Realität und Zeit um weitere Ebenen.

Jean Baudrillard stellte fest, dass Digital- und Videobilder, die in Echtzeit ablaufen, nicht den diskreten Charme eines früheren Lebens hätten. Eigentlich sei es aber diese leichte Zeitverschiebung, die es dem Bild möglich mache, als solches zu existieren, als die von der realen Welt verschiedene Illusion. Larissa Zauser hat diese Modi in ihrer Komposition miteinander verwoben. Im Hinblick auf die Zukunft und neue technische Möglichkeiten ergeben sich in Anlehnung daran weitere Spekulationen zum Illusionscharakter apparativ generierter Bilder. Ich frage mich, ob sich auch imaginäre Bilder eines Tages projizieren lassen?

Annekathrin Müller studiert seit 2020 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research.

Kritik | 24.3.2022

On Display: Hao Wen über Anna Traskalikovás »Bildermaschine«

»On Display. Die Körper der Fotografie« heißt eine Ausstellung von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, die vom 6. Februar bis zum 29. Mai 2022 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist. Zu den dort ausgestellten achtzehn Werken treten achtzehn Texte, die gleichfalls von Studierenden der Folkwang Universität der Künste geschrieben worden sind. Im Frühjahr 2022 werden Bilder wie Texte in einem Katalog erscheinen, herausgegeben von Elke Seeger und Steffen Siegel, die gemeinsam mit Martina Padberg vom Kunstmuseum Ahlen das Projekt »On Display« geleitet haben.


Das fotografische Objekt und die Arbeit von Anna Traskaliková
Von Hao Wen

Als ich 10 Jahre alt war, zeigte mir mein Großvater ein Familienfotoalbum. Er erzählte mir, wer, wann, wo und was geschehen war. Dies ist die früheste Erinnerung, die ich an ein fotografisches Objekt habe, das eine Realität in mein Leben brachte, die ich nie zuvor erlebt hatte, und mir das echte Gefühl gab, in der Zeit zu reisen und dabei zu sein. Was ist aber heute ein fotografisches Objekt? Wenn ich über diese Frage nachdenke, versuche ich zunächst, das Element der Fotografie zu entfernen und zu überlegen, was ist ein Objekt? Ungeachtet der rasanten Entwicklung von Technik und Materialien ist das Erkennen der ursprünglichen Bedeutung und des Zwecks eines Objekts von Anfang an eine Voraussetzung dafür, ein Objekt im Kontext der Fotografie oder der Kunst zu verstehen.

In der Ausstellung nutzt die Künstlerin Anna Traskaliková Computertechnologie und eine einzigartige Art der Präsentation, um unsere Wahrnehmung der Dinge zu verändern. So erklärt sie ihre Arbeit: »Es ist nicht das Bild oder das Material, es ist das dazwischen, der Referenzraum, der eine Bild trägt. Elektrisierte Bilder werden zudem von einem Strom aus Licht, Wärme und völliger Dunkelheit und der Interferenzen dieser getragen.« Als ich ihre Arbeit sah, hatte ich ein wunderbares Gefühl – wie damals, als ich als Kind das erste Mal das Familienalbum sah. Also habe ich Anna ein paar Fragen gestellt.

H: Ich finde deine Arbeit ist wie ein fotografisches Objekt, besonders die fotografische Installation, die von dir selbst aufgebaut ist. Wie wichtig ist es, dass diese Installation von dir selbst aufgebaut wird?

A: Ich bin sicher, dass auch dann, wenn ich jemandem genau sagen würde, wie er die Installation aufbauen soll oder die Fotos »filtern« soll, andere Ergebnisse entstehen würden. Es ist mir sehr wichtig, dass ich die Bilder selbst konstruiere und bestimme, wie sie gezeigt werden, sonst wäre sie nicht mehr meine Arbeit. Mir ist es sehr wichtig, authentisch in der Arbeit zu sein.

H: Mit der Entwicklung der Technik und der Änderung des Verwendungszweckes ist es heute schwierig zu definieren, was ein fotografisches Objekt ist. Die Varianten der Fotografie erfordern auch, dass wir ein fotografisches Werk nicht nur in Bezug auf das verstehen, was in einem Bild enthalten ist. Sie bietet dem Künstler auch einen völlig anderen Weg, der nicht nur in der Produktion von fotografischen Inhalten besteht. Worin besteht für dich der Unterschied zwischen einer fotografischen Installation und 
einem fotografischen Bild?

A: Ich nehme Bilder oft nicht statisch wahr, da ich meistens am Display arbeite, durch das immer die Elektronik »fließt«. Auf jedem Display sieht ein Bild etwas anders aus, wenn ich das Display reproduziere, habe ich wieder ein neues Original usw. Für mich »fließen« Bilder oder sind oft gerade »auf dem Sprung«. Auch wichtig ist der räumliche Abstand zum Bild. Geräte berechnen jedes Foto neu und skalieren die Pixel. Der Bildeindruck von ein und demselben Bild kann sich stark verändern – je nachdem wie es berechnet wird. Somit sind die Installation und das Bild eng miteinander verknüpft, um dieses Verhältnis digitaler Bilder zu ihren Geräten die sie anzeigen darzustellen.

Hao Wen studiert an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Practice.

News | 23.3.2022

Dialog im Zwischenraum

»DIALOG IM ZWISCHENRAUM – im Austausch mit dem Stadtteil Katernberg«
ein Fotografie-Projekt mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste

Eröffnung am Do., 24.3. um 18 Uhr
Ausstellungsdauer von 25.3.–9.4.2022
Öffnungszeiten von Do.–Sa. von 14–18 Uhr und nach Vereinbarung

Werkstadt PACT Zollverein
Viktoriastraße 5
45327 Essen

Ausgangspunkt für das Projekt war die Frage, wie im Format einer Ausstellung mit dem Stadtteil Katernberg kommuniziert werden kann. Das fordert natürlich dazu auf, die örtlichen Gegebenheiten mit einzubeziehen. Die Studierende haben sich dieser Herausforderung gestellt und ihr Interesse am Stadtteilleben und ihre Beziehung zum Bezirk mithilfe von Fotografie, Video, Diaprojektion, Interaktion und Installation im Außenraum visualisiert.

Über das Ausstellen hinaus versucht das Projekt verschiedene Ebenen der Kommunikation miteinander zu verknüpfen. Im Rahmen von »Kurzvorträgen“ werden die einzelnen Beiträge im Bürgerzentrum Kon-Takt nochmals vorgestellt und mit der Bevölkerung diskutiert.

Mit Arbeiten von Luisa Feier, Kathleen Kayser, Simon Ringelhan, Daniel Senzek, Maksim Stamenic, Jan Sternberg, Moritz Wondrak, Jiaying Yu, Yanru Zhang, Miriam Zieglmeier.

Alle Arbeiten sind im Rahmen des Kurses »Fotografie im Experiment« und im Austausch mit Prof. Gisela Bullacher entstanden.

Kritik | 20.3.2022

On Display: Clara Mühle über Damian Rosellens »Research Based«

»On Display. Die Körper der Fotografie« heißt eine Ausstellung von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, die vom 6. Februar bis zum 29. Mai 2022 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist. Zu den dort ausgestellten achtzehn Werken treten achtzehn Texte, die gleichfalls von Studierenden der Folkwang Universität der Künste geschrieben worden sind. Im Frühjahr 2022 werden Bilder wie Texte in einem Katalog erscheinen, herausgegeben von Elke Seeger und Steffen Siegel, die gemeinsam mit Martina Padberg vom Kunstmuseum Ahlen das Projekt »On Display« geleitet haben.


Vom Rangeln, Preisgeben und Imaginieren
Von Clara Mühle

Rückblicke in die Fotogeschichte zeigen, dass fotografische Objekthaftigkeit und die mediale Verkörperung von Bildern vielfältig sein können. Eine Daguerreotypie – die eingeschlossen in einem Kästchen als eine Art Talisman wahrhaftig als Objekt diente – Alben, Leuchtkästen oder Abzüge: Sie alle leihen fotografischen Bildern ihre haptischen, dreidimensionalen Körper. Fotografien zu greifen und als Objekt erfahrbar zu machen, erwies sich als deutlich einfacher, als das Medium noch auf seine analogen Schöpfungsweisen beschränkt war. Doch mit der Digitalisierung und, damit verbunden, der Dematerialisierung verschob sich die Erfahrung fotografischer Körper.

Damian Rosellens Arbeit »Research Based« nimmt sich diesem Umstand auf eine vielschichtige Weise an und umkreist Themen wie gemeinschaftliche Seherfahrungen und Sinnbildungsprozesse rund um die Fotografie. Das simultane Zeigen seiner Arbeit als Fotobuch – einem der durchaus klassischen fotografischen Objekte – und einer digitalen Version, die als Feed potenziell von unendlich vielen Betrachter:innen gleichzeitig angeschaut, aber dennoch nur gleichgeschaltet gesteuert werden kann, wirft vielschichtige Fragestellungen auf. Dabei kann die Wirkung des technischen Manövers sehr unterschiedlich sein. Während der einen Betrachter:in womöglich gar nicht auffällt, dass das digitale Fotobuch potenziell von mehreren Akteur:innen gleichzeitig betrachtet und auch gesteuert werden kann, muss eine andere vielleicht nur wenige Minuten später um Geschwindigkeiten und Verweildauern rangeln, und damit teilweise sogar etwas sehr Intimes preisgeben – die eigene Art zu betrachten.

In einer Zeit, in der wir es gewohnt sind, dass fotografische Bilder über Streams und Feeds verbreitet werden und sich in unendlichen Varianten zu individuellen Seherfahrungen zusammenschließen, die aus einem Zusammenspiel von algorithmischen Berechnungen, User:innenverhalten und monetären Verwertungslogiken gesteuert werden, bedeutet die zentrale Bedienung des Bilder-Feeds eine Art Rückbesinnung. Trotz seiner immateriellen Struktur wird der Feed als fotografisches Objekt greifbar und die imaginierte Anwesenheit der anderen präsent. Die vermeintlich individuelle Erfahrung weicht einer nun gemeinschaftlichen. Ähnlich wie es der Politikwissenschaftler Benedict Anderson in seinem berühmten Buch »Die Erfindung der Nation« schon am Beispiel des Buchdrucks und des daraus resultierenden Zeitungslesens deutlich gemacht hat, kann das Wissen um eine gleichzeitig wahrnehmende und erfahrende Gemeinschaft mächtig sein.

Doch nicht nur das individuelle und kollektive Betrachten wird in »Research Based« auf den Prüfstand gestellt. Gleich der Tradition des Fotosharings – dem Teilen und Verteilen von Knipsereien und Erinnerungsfotos als Habitus eines meist privaten Kontexts – aus der sich das Teilen fotografischer Bilder im digitalen Raum ableitete, werden in der Arbeit Kategorien überwunden, die vormals als wichtig erschienen. Durch die Bildauswahl verlieren Unterscheidungen wie etwa zwischen Profi und Amateur oder digitalem und analogem Foto an Gewicht und treten hinter dem kuratierten Feed und der Seherfahrung zurück. Der Mix aus schnappschusshaften, stark referenziellen und kontextarmen Fotografien führt uns gleichzeitig das eigene Sehen und die Suche nach Sinn vor Augen. Wir versuchen zu ergründen – und sind damit niemals allein.

Clara Mühle studiert seit 2020 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research.

Kritik | 17.3.2022

On Display: Max Beck über Marie Laforges »Stadtlichter«

»On Display. Die Körper der Fotografie« heißt eine Ausstellung von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, die vom 6. Februar bis zum 29. Mai 2022 im Kunstmuseum Ahlen zu sehen ist. Zu den dort ausgestellten achtzehn Werken treten achtzehn Texte, die gleichfalls von Studierenden der Folkwang Universität der Künste geschrieben worden sind. Im Frühjahr 2022 werden Bilder wie Texte in einem Katalog erscheinen, herausgegeben von Elke Seeger und Steffen Siegel, die gemeinsam mit Martina Padberg vom Kunstmuseum Ahlen das Projekt »On Display« geleitet haben.


Befreite Farben
Zu Marie Laforges »Stadtlichter« (2022)
Von Max Beck

Wie eine Schneise durchzieht die Kalker Hauptstraße die anliegenden Wohngebiete. Hier befindet sich eine solche Fülle an Geschäften, dass man ihrem Sog kaum entkommen kann. Nicht selten stellt sie mich auf eine harte Probe in Geduld und Empathie, verlangt stetige Verbesserung im Ausweichen und Überholen und bewirkt durch die Überflutung an Reizen eine enorme Erschöpfung, wenn ich endlich in meiner Wohnung angekommen bin. Auch ich sehe die vielen farbigen Lichter, die als Ladenschild, Reklame, Ampel oder Dekoration die Straße bunt erhellen. Aber stehen zu bleiben und deren sinnliche Qualitäten zu beobachten, ähnelt der Vorstellung, auf der Autobahn rechts heran zu fahren, um die Bäume am Straßenrand näher zu betrachten.

Marie Laforge hat das für ihre Arbeit »Stadtlichter« getan. Sie spazierte bei Dunkelheit mit einer Lochkamera ausgestattet auf der Kalker Hauptstraße und nahm aus kurzer Distanz verschiedene Lichtquellen auf. Die belichteten Dia-Positive sind als Tableau angeordnet und jeweils von hinten beleuchtet. In jedem Einzelbild ist ein leuchtender Punkt in der Mitte des Rechteckes zu sehen, der sich mit weicher Kante in der schwarzen Umgebung auflöst. Die ruhige Erscheinung dieser streng geordneten, sanft farbig leuchtenden Punkte steht in einem deutlichen Kontrast zu ihrem hektischen und rauen Ursprungsort. Rein formal betrachtet, veranlasst das Tableau zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen sinnlichen Wahrnehmung von Licht und Farbe, und der Beobachtung, wie diese auf uns wirkt.

Dass fotografische Technik angewendet wurde, um die Bilder zu erzeugen, öffnet jedoch viel erweiterte Interpretationsräume. Auf pointierte Weise wird dabei gezeigt, wie verflochten die Beziehung von Fotografie und Konzeption ist. Nur durch den Hinweis im Begleittext ist es möglich, sich die Handlungen und Vorgänge vorzustellen, die den Bildern vorausgesetzt sind. Der Leuchtpunkt erfährt eine Umdeutung zu einem indexikalischen Zeichen und steht damit unweigerlich in einer Beziehung zu der Realität seines Referenten. Die Erfahrung vor dem Tableau steht also der Vorstellung von Erfahrungen auf großstädtischen Einkaufsstraßen bei Dunkelheit gegenüber.

Die Symbolik von beleuchteten Dingen im Stadtraum ist vielfältig. Ladenbeschriftungen leuchten, um mich anzuziehen, Ampeln, um mich zu lenken, Autos, um mich zu warnen. Das Entziffern dieser symbolischen Botschaften nimmt so viel geistigen Raum in Anspruch, dass eine losgelöste Betrachtung der Farben kaum möglich ist. Die leuchtenden Farbkreise, die wie entlastet von jeglicher Symbolik erscheinen, ermöglichen mir eine Auseinandersetzung mit einer vorgestellten Wahrnehmung, die sich zwar unterscheidet von dem Realitätsempfinden des Alltags, aber dennoch in diesem enthalten ist. Durch die reduzierte Nutzung von essentiellen fotografischen Praktiken – dem Herauslösen und Verweisen – werden die Qualitäten des Mediums akzentuiert und gleichzeitig eine erweiterte Wahrnehmung einer konkreten Situation angeboten: das hastige Durchschlängeln auf der Kalker Hauptstraße, um ein paar Baklava bei Nimet zu kaufen.

Max Beck studiert seit 2020 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research