Folkwang
Universität der Künste


Fotografie

News | 31.12.2021

What's next?

News | 4.12.2021

Von unikal bis unilimitiert. Werte des Fotografischen

Am 3. und 4. Dezember 2021 richtet das Zentrum für Fotografie Essen, ein Zusammenschluss der Folkwang Universität der Künste, des Historischen Archivs Krupp, des Museum Folkwang und des Ruhr Museum, das internationale Symposium »Von unikal bis unilimitiert. Werte des Fotografischen« aus. Stattfinden wird es auf dem Campus Zollverein im Auditorium des SANAA-Gebäudes.

Längst haben sich Fotografien als ein bequemes Werkzeug alltäglicher Kommunikation etabliert. Mit ihrer Hilfe werden Informationen in Umlauf gebracht. Mit der Masse an Nachrichten geht die Menge der Bilder einher. Eingelöst wird damit ein Versprechen, das diesem Medium seit seinen Anfängen eingeschrieben ist: Fotografien sind ein Instrument der Vervielfältigung. Die mit ihnen angelegten Prozesse der Reproduktion weisen tendenziell ins Unendliche. Doch werden Fotografien beinahe ebenso lange als ein künstlerisches Objekt diskutiert, gehandelt und gesammelt. Der Wert solcher Bilder bemisst sich gerade nicht in ihrer massenhaften Verfügbarkeit und den alltäglichen Gebrauchsweisen. Wer Fotografien nach den tradierten Maßstäben der Kunstgeschichte und des Kunstmarktes bemisst, bringt Vorstellungen von Besonderheit und, im äußersten Fall, von Einmaligkeit ins Spiel. All dies sind wichtige Gründe, über den Wert des Fotografischen miteinander zu diskutieren!

Aus interdisziplinärer Sicht wird das Symposium die hiermit verbundenen Fragen in den Blick nehmen und diskutieren. In programmatischer Absicht wollen wir dabei unterschiedliche Felder der fotografischen Praxis adressieren: Kunst, Wissenschaft, Archiv, Kuratorisches, Restaurierung und nicht zuletzt den durch Galerien und Auktionshäuser vertretenen Kunstmarkt. Das Symposium ist in insgesamt fünf Panel gegliedert: Märkte, Limitierung, Sammlungen, Materialitäten und Originale. Jedes Panel wird von drei bzw. vier kurzen, thesenhaft zugespitzten Beiträgen eröffnet; im Anschluss soll Raum für eine umfassende Diskussion auf dem Podium und gemeinsam mit dem Publikum gegeben werden. Bereits am Vorabend wird das Symposium mit zwei Ausstellungen eröffnet.

Am Symposium werden mitwirken: Nora Al-Badri (Berlin), Dirk Boll (London), Manuela Fellner-Feldhaus (Essen), Stefanie Grebe (Essen), Teresa Gruber (Winterthur), Lucia Halder (Köln), Simone Klein (Köln), Peter Konarzewski (Essen), Anouk Kruithof (Brüssel), Mirco Melone (Basel), Priska Pasquer (Köln), Markus Rautzenberg (Essen), Thomas Schmutz (Basel), Inka Schube (Hannover), Elke Seeger (Essen), Thomas Seelig (Essen), Steffen Siegel (Essen), Batia Suter (Amsterdam) und Salvatore Vitale (Zürich).

Erbeten ist eine Anmeldung bis zum 28.11.2021 unter: zentrumfuerfotografie@folkwang-uni.de

Die Teilnahme ist kostenfrei. Änderungen sind Corona-bedingt jederzeit möglich. Voraussetzung für den Einlass sind die 3G-Regeln sowie die Einhaltung der gültigen Hygienebestimmungen.

News | 3.12.2021

Peter Miller im C/O Berlin

Als Kind wollte Peter Miller Zauberer werden. Heute ist der in Deutschland lebende US-Amerikaner ein international beachteter Künstler – und seit 2018 Professor für Fotografie und zeitbasierte Medien an der Folkwang Universität der Künste. In seinem Werk (und vielleicht auch in seiner Lehre?) ist seine Liebe für Magie immer noch zu erkennen ist. Zwar arbeitet er vorwiegend mit Film und Fotografie, doch stellt er auch Installationen und Skulpturen her, nimmt Interventionen im Raum vor und schließt an die Performancekunst der 1970er Jahre an. Trotz der materiellen und formalen Vielfalt thematisieren Millers Arbeiten ein inhaltlich abgestecktes Feld: sie erforschen die Geschichte der technischen Medien und kreisen um ihre grundlegenden Elemente wie Chemie und Licht, Publikum und Flicker-Effekt, Optik und Perspektive. Im klassischen Sinn filmt und fotografiert Miller jedoch wenig. Stattdessen minimiert er die übliche technische Anordnung, etwa, indem er auf Kamera, Objektiv oder Linse verzichtet.
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Für die Fachgruppe Fotografie ist es eine große Freude, alle Freundinnen und Freunde künstlerischer Magie auf die erste institutionelle Werkschau von Peter Miller hinzuweisen. Zu sehen ist sie vom 11. September bis zum 3. Dezember im C/O Berlin. Zu sehen sind zentrale Arbeiten aus den letzten fünfzehn Jahren von Peters Schaffens, aber auch zahlreiche neu für die Ausstellung entstandene Werke. Zwei eigens für C/O Berlin entwickelte partizipative Interventionen laden Besucher*innen dazu ein in der Ausstellung zu fotografieren, entweder mit einer besonderen Kamera oder in einer besonderen Umgebung. Ausgehend von Millers fotografischem Werk stellt die Ausstellung darüber hinaus Verbindungen zu den filmischen und performativen Aspekten seines Œuvres her.

News | 7.11.2021

Im Krankenhaus: Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl

Keine Sorge! Die Fotografin und die beiden Fotografen sind wohlauf. Eigentlich müsste es heißen: »Im Museum: Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl«. Denn dort, im Museum Folkwang, zeigen Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl in ihrer gemeinsamen Ausstellung »Im Krankenhaus« Fotografien, die im Essener Alfried Krupp Krankenhaus entstanden sind.
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Ihre Ausstellung besitzt eine doppelte Vorgeschichte: 1993 erschien der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach­-Stiftung herausgegebene Fotobildband »Im Krankenhaus. Der Mensch zwischen Technik und Zuwendung«. Es war das letzte von Otl Aicher gestaltete Buch, die Fotografien von Timm Rautert galten als wegweisend. Noch einmal 25 Jahre später lud die Stiftung erneut Künstlerinnen und Künstler ein, im Alfried Krupp Krankenhaus zu fotografieren. Die dabei entstandenen Fotografien von Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl zeigen eine hochtechnisierte und streng funktionale Arbeitswelt, in deren Mittelpunkt nach wie vor der Dienst von Menschen an Menschen steht. Diese Bilder erschienen, begleitet von umfangreichen Essays, im Jahr 2018 in einem Buch, das mit dem Deutschen Fotobuchpreis in Silber ausgezeichnet worden ist.
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Die Ausstellung im Museum Folkwang konzentriert sich nun auf die Fotografien von Kuffer, Langfeld und Neudörfl. Dabei treten ihre Werke in einen themenbezogenen Dialog mit historischen und zeitgenössischen Aufnahmen aus den Beständen der Fotografischen Sammlung. Interieurs, Portraits und Architekturaufnahmen treffen auf künstlerische wie dokumentarische Fotografien. Sie übermitteln Aspekte, die das soziale und medizinisch-technische Gefüge »Krankenhaus« aus verschiedenen Perspektiven umkreisen und ermöglichen dabei auch den Blick auf andere, funktionale Infrastrukturen.
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Museum Folkwang Essen, 30. Juli bis 7. November 2021.

News | 31.10.2021

Gisela Bullacher: circum.ringsum

In diesem Herbst stellt Gisela Bullacher, Professorin für Fotografie, in der Freien Akademie der Künste in Hamburg jüngste Arbeiten aus und lädt unter dem Titel »circum.ringsum« zu einem genauen Blick auf ihre Bilder ein. Denn ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Gegenstand und seiner Wahrnehmung, sowohl als Artefakt wie auch in der Verschränkung mit dem Menschen.
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Ausgehend von der Tatsache, dass die Fotografie eines Gegenstandes einer anderen Intention folgt als der Gegenstand selbst und unser Verhältnis zu ihm sich durch unseren Blick auf ihn verändert, wird mit diesen Arbeiten die Eigenleistung der Bilder (und Dinge) betont und zur Anschauung gebracht. Im Ausstellungsraum entwickeln die Bilder durch konstellative Anordnungen und Reihungen ein Beziehungsgeflecht, mit dem sie sich im besonderen Maße zum konkreten Raum positionieren und dessen architektonische Merkmale formal wie inhaltlich aufgreifen. Natürliche Formen werden konstruierten Formen gegenübergestellt und zeigen Geometrie als elementare Lebensformen unserer Umwelt. Fotografie dient hier als Werkzeug und Instrument zugleich, die das Aufzeigen und Nachdenken über das, was uns umgibt, erfahrbar machen will.
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Die Ausstellung wird am 16. September 2021 in der Freien Akademie der Künste in Hamburg, Klosterwall 23, eröffnet. Zu diesem Anlass spricht neben Monique Schwitter, der Präsidentin der Akademie, außerdem Elke Bippus von der Zürcher Hochschule der Künste. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2021, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
 

News | 24.10.2021

Lidong Zhao: Entfernung

Noch bis zum 24. Oktober zeigt Lidong Zhao, Alumnus im B.A. Fotografie, im Merdinger Kunstforum im Haus am Stockbrunnen seine Ausstellung »Entfernung«. Es ist die dritte der diesjährigen Reihe »the time after«. Zu sehen sind neue Arbeiten aus den letzten beiden Jahren, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Werkgruppen »Stillleben« und »Landschaften« darstellen. denen er bereits seit 2015 arbeitet und die er in der Ausstellungspräsentation miteinander verschränkt. Lidong Zhao, der in Nanjing (China) Malerei und an der Folkwang Universität der Künste in Essen künstlerische Fotografie studierte, lebt und arbeitet bei und in Freiburg.

Geöffnet ist die Ausstellung im Merdinger Kunstforum immer samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Am 17. Oktober ist der Künstler in der Ausstellung anwesend.

News | 9.10.2021

The Material and the Virtual in Photographic Histories

The First Symposium of the Photography Network will be held virtually from October 7 through 9, 2021, jointly hosted by the Photography Network and Folkwang University of the Arts, Essen.
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Over the last twenty years, the study of photography’s history has been characterized by, among other things, two opposing strands: a concentration on the photograph’s status as an object and a concern with the decidedly virtual quality of its images and practices. The 2019 FAIC conference »Material Immaterial: Photographs in the 21st Century« considered these two directions in photographic conservation, asking if the physical photograph still matters today as a source of teaching, learning, and scholarship when the intangibles of code now direct the production and archiving of images. Now, from a methodological direction, this Photography Network symposium seeks to inquire further into the historical implications of the increasing distance between photography’s status as an object and its life as what could be called the intangible »photographic.«
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On one side of the ledger in historical studies, Elizabeth Edwards has long proposed that we consider photography’s object history; Geoffrey Batchen has emphasized the haptic quality of long-neglected vernacular forms of photography; the Museum of Modern Art in New York engaged a years-long conservation and curatorial project named »Object: Photo«; and the »Silver Atlantic« initiative in Paris explores the mineral histories of the medium. But at the same time, Tina Campt has asked us to »listen« to photography; Fred Ritchin has urged us to study photography’s virtual lives in social media; and Ariella Azoulay proposes that we consider the larger sphere of habits, customs, and civil contracts that surround photographic activity and its images. The same division emerges with ever-greater strength in the production and curating of images. Many photographers, for example, have returned to obsolescent processes or emphasized the material contexts of their work's production, while others use online virtual worlds as a source for appropriation and manipulation as well as a destination for display and distribution; or emphasize the social practices and performances of identity that have given rise to new work. Curators, too (especially during the pandemic), have grappled with acknowledging the physicality of photographic objects in online contexts even as they puzzle over how to collect purely virtual works and otherwise signal the larger social contexts in which photography intervenes.
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Given this consistent cleavage, the symposium asks; Where do the object-based and the virtual meet in photography’s histories? How can these two strands in photo studies be brought together and harnessed to reconsider existing problems or launch new investigations?
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You can find here a detailed schedule with six panels and two roundtables.

News | 6.10.2021

Nothing's gonna change my world?

Auf der Website www.raumwww.de haben Johannes Mundinger und Daniel Hahn im letzten Jahr Ausstellungen und künstlerische Veranstaltungen gesammelt, die abgesagt oder verschoben werden mussten. Ganz ohne Frage war die Ausnahmesituation der zurückliegenden Monate und bald Jahre für Künstlerinnen und Künstler ganz unterschiedlicher Sparten eine besonders schwere Zeit. Wird sich nun etwas ändern? Oder aber gilt: Nothing's gonna change my world?

Dieser Frage war im Spätsommer dieses Jahres in Berlin eine Ausstellung gewidmet, und gerade so heißt auch ein Katalog, der nun erschienen ist. Er versammelt Antworten von 230 bildenden Künstlerinnen und Künstlern – unter ihnen auch Tabea Borchardt, Sissy Schneider und Sophia Uckmann, die an der Folkwang Universität der Künste im B.A. Fotografie und im M.A. Photography Studies and Practice studiert haben.

Im Fokus von Ausstellung wie Buch stehen vier Fragen: 1. Wie sehr warst Du von den Lockdowns betroffen – und wie bist Du mit der Situation umgegangen? 2. Inwiefern hat sich daraus Deine Arbeitssituation und Arbeitsweise verändert? 3. Wie schätzt Du die Veränderungen für den Kunstbetrieb ein? 4. Welche Auswirkungen hat die Pandemie, aus Deiner Sicht, auf die Bedeutung der Kunst, für die Gesellschaft?

Der Katalog umfasst 270 Seiten, wurde von Daniel Hahn gestaltet und beim Druckhaus Sportflieger in Berlin gedruckt. Zu beziehen ist er hier.

 

News | 5.10.2021

Matthias Pfaller erhält den Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie

Matthias Pfaller wird für seine im zurückliegenden Sommersemester erfolgreich verteidigte Dissertation »The Paradigm of the Nation as a Provocation to the Historiography of Photography. Chile 1860–1960« mit dem Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie ausgezeichnet. Dieser mit 2.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen und wurde durch eine großzügige Stiftung ermöglicht.
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In seiner Dissertation erörtert Matthias Pfaller die Möglichkeit einer am Paradigma der Nation orientierten Geschichtsschreibung der Fotografie und widmet am Beispiel Chiles dieser historiografischen Idee eine kritische Lektüre. Das gerade in jüngerer Zeit wieder verstärkte Interesse an einem solchen Modell der Fotogeschichte wird in der Dissertation auf seine grundlegenden Probleme hin untersucht und  anhand von Fallstudien zur chilenischen Fotogeschichte diskutiert.
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Die Jury möchte mit der Vergabe des Preises an Matthias Pfaller die hohe Originalität des in seiner Dissertation verfolgten Ansatzes würdigen, die sich nicht allein in einer umsichtigen methodologischen Auseinandersetzung abzeichnet, sondern auch in einer Vielzahl von fotohistorischen Funden, die sich einer profunden Quellenarbeit, nicht zuletzt vor Ort in Chile, verdanken. Darüber hinaus schließt sich die Jury einem Urteil an, das der Zweitbetreuer der Arbeit, Prof. Dr. Andrés Mario Zervigón von der Rutgers University in New Jersey, in seinem Gutachten formulierte: Die Arbeit ist in einem exzellenten Englisch verfasst.
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Unterstützt wurden die Forschungen von Matthias Pfaller unter anderem durch ein Jahresstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Seit dem Frühjahr dieses Jahres ist Matthias Pfaller Stipendiat des von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung geförderten Programms »Museumskuratoren für Fotografie«.
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Der Preis schließt an die lange Tradition der an unserer Hochschule verliehenen Folkwangpreise an und wird gemeinsam mit ihnen im Rahmen einer Festveranstaltung am Ende dieses Jahres öffentlich überreicht werden. Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Dr. Ulrich Blank, Prof. Ute Eskildsen, Prof. Dr. Julika Griem, Prof. Dr. Markus Rautzenberg, Prof. Elke Seeger und Prof. Dr. Steffen Siegel.
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Der Preis richtet sich an Master-Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden, die an der Folkwang Universität der Künste unter erstgutachterlicher Betreuung eine Abschlussarbeit vorgelegt haben, die sich mit einem Forschungsgegenstand zu Theorie und/oder Geschichte der Fotografie befasst. Ausgezeichnet werden sollen qualitativ hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen originellen Beitrag zur Erforschung von Theorie und/oder Geschichte der Fotografie leisten. Im Jahr 2023 wird er das nächste Mal ausgeschrieben werden.

News | 3.10.2021

Folkwang Finale 20/21

Nach einem erzwungenen Jahr Pause findet in diesem Herbst endlich wieder am Ende des Sommersemesters das große Finale des akademischen Jahrs statt – und es heißt auch gerade so: »Folkwang Finale«. Alle Absolven:tinnen, die im Lauf der letzten Semester am Fachbereich Gestaltung ihren B.A.- oder M.A.-Abschluss erfolgreich absolviert haben, stellen gemeinsam im SANAA-Gebäude auf dem Campus Zollverein aus und geben durch die Präsentation ihrer Arbeiten einen Einblick in die aktuellen Fragen von Fotografie, Industrial Design und Kommunikationsdesign.
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Traditionell stellt die Fachgruppe Fotografie in der großen Halle des SANAA-Gebäudes im ersten Obergeschoss die Arbeiten ihrer Absolvent:innen aus. Mit dabei sind dieses Mal insgesamt 22 Bachelor- und 13 Master-Studierende: Julius Barghop, Hannah Braue, Claudius Dorner, Marie Dzingel, Hendrik Hinkelmann, Lisi Högler, Max Hytrek, Julia Jaksch, Raphael Janzer, Jonas Kamm, Eleni Kritikos, Nils Limberg, Patrick Lohse, Ruth Magers, Luzie Marquardt, Ya Ning, Robert Reugels, Virginia Sammeck, Leif-Erik Schmitt, Killa Schütze, Yashar Shirdelaghjehmasshad und Anja Segermann für die B.A. Fotografie. Inga Barnick, Niklas Baumberger, Kai Behrendt, Pauli Beutel, Tim Dechent, Eric Greven, Patrick Möckesch, Adeola Olagunju, Frederik Pajunk, Daniela Risch, Michael-Paul Romstöck, Franziska Schrödinger und Bahram Shabani Kolour für den M.A. Photography Studies and Practice.
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Mit ihren Arbeiten spiegeln sie die ganze Breite von Strategien, die gegenwärtig leitend sind und nicht zuletzt zukünftig für die künstlerische Fotografie bedeutsam werden: als gerahmtes oder projiziertes Bild an der Wand, als Installation im Raum oder als Buch. Dabei verfolgen sie ebenso dokumentarische Interessen wie sie auf künstlerischem Weg die Möglichkeiten der Computer Generated Imagery ausloten.
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Zu sehen ist die Ausstellung vom 24. September bis 3. Oktober 2021, täglich von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint auch dieses Jahr wieder eine Zeitung, die alle ausgestellten Arbeiten vorstellt und außerdem Abstracts aller Masterarbeiten enthält, die in den beiden wissenschaftlichen M.A.-Studiengängen Kunst- und Designwissenschaft und M.A. Photography Studies and Research entstanden sind – im Master für Theorie und Geschichte der Fotografie haben mit Franziska Barth, Judith Böttger, Isabelle Castera, Angela Deußen, Sandra Happekotte, Vera Knippschild, Marie-Luise Meyer, Laura Niederhoff und Tania Luz Olivares Achach insgesamt neun Studentinnen ihr Studfium erfolgreich abgeschlossen.

News | 15.9.2021

Stellenausschreibung Theorie und Geschichte der Fotografie

Am Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität der Künste ist zum 15. September dieses Jahres die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (m/w/d) ausgeschrieben worden. Gesucht wird eine Forscherin oder ein Forscher, die oder der ein Promotionsvorhaben an der Folkwang Universität der Künste im wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsgebiet Theorie und Geschichte der Fotografie realisieren möchte. Mit der Stelle verbindet sich eine Beteiligung an der akademischen Lehre im Umfang von 2 SWS sowie der akademischen Selbstverwaltung. Erwartet wird die Mitarbeit in der Forschung, die Betreuung von Publikationen, Organisationstätigkeiten im Bereich der Professur für Theorie und Geschichte der Fotografie, die Bereitschaft zur eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln sowie zur Unterstützung von anderen Drittmittelanträgen und die Weiterqualifikation mittels eines eigenständigen Forschungsprojekts, das zum Erwerb des Dr. phil. führt.
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Bewerber*innen sollen erfolgreich ein Hochschulstudium (Master oder Magister) der geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fächer abgeschlossen haben, die eine hohe Nähe zur Theorie und Geschichte der Fotografie besitzen und gegenüber der fotografischen sowie gestalterischen Praxis aufgeschlossen sein. Erwünscht sind einschlägige Erfahrungen in der wissenschaftlichen Organisationstätigkeit, der Betreuung von Publikationen und/oder des Kuratierens. Erwartet werden ein sehr gutes Selbstmanagement und Teamfähigkeit sowie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift.
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Die Vergütung erfolgt – je nach vorliegenden Voraussetzungen – bis Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Besetzung erfolgt in Teilzeit mit 50% der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit und zunächst befristet für 3 Jahre. Eine Verlängerung wird angestrebt.
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Die Folkwang Universität der Künste strebt eine Erhöhung des Anteils an Frauen an, in den Bereichen in denen sie unterrepräsentiert sind und fordert deshalb einschlägig qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Die Bewerbungen von Menschen mit Behinderung bzw. diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX sind erwünscht, sie werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Die Folkwang Universität der Künste versteht sich als familienfreundliche Hochschule und fördert Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Arbeit und Leben.
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Bitte richten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einer einzigen PDF-Datei (ohne Bewerbungsfoto) bis zum 15. September 2021 an den Kanzler der Folkwang Universität der Künste und nutzen Sie hierzu ausschließlich das untere Online-Bewerbungsportal der Hochschule. Ein bis zu fünfseitiges Exposé (zzgl. Literaturnachweise) für ein mögliches Forschungsprojekt ist zusammen mit den Bewerbungsunterlagen einzureichen. Das Vorstellungsverfahren findet voraussichtlich in der 40. oder 41. Kalenderwoche statt.
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Den verbindlichen Ausschreibungstext sowie eine Weiterleitung zum Bewerbungsportal finden Sie hier.
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Bei inhaltlichen Fragen zur ausgeschriebenen Stelle wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Steffen Siegel. Bei allgemeinen personalrechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Maria Morgenstern. Bei Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter wenden Sie sich bitte an die zentrale Gleichstellungsbeauftragte.

News | 4.9.2021

Die erste Ausgabe von »Fotostadt Essen« ist erschienen

Am 4. September ist als Beilage der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« ein 76-seitiges Magazin zur Fotostadt Essen. Publiziert wird es vom Zentrum für Fotografie Essen, einem Zusammenschluss der Folkwang Universität der Künste, dem Historischen Archiv Krupp, dem Museum Folkwang und des Ruhr Museums. Es kann hier auch digital durchgeblättert werden.

Das Magazin gibt einen Einblick in die gemeinsame Arbeit dieser vier Partnerinstitutionen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Fotografie in ihrer ganzen Vielfalt ernst zu nehmen; und nicht zuletzt zeigt es, warum es eine gute und richtige Entscheidung ist, das Bundesinstitut für Fotografie auf dem Welterbe-Campus Zollverein anzusiedeln. Sowohl eine hochrangige Expertenkommission als auch das von der Bundesregierung beauftragte Team von Partnerschaft Deutschland haben Zollverein als den besten Standort empfohlen. An der Folkwang Universität werden wir direkte Nachbarn dieser herausragenden neuen Institution sein!

Das Titelbild des Magazins stammt von David Müller, Student im B.A. Fotografie, und erinnert mit seiner Anspielung an Nicéphore Niépce an die Anfänge des Mediums vor zweihundert Jahren. Eine Luftbildaufnahme (im Heft auf der Doppelseite 6/7) von Silviu Guiman, Student im M.A. Photography Studies and Practice, weist wiederum in die Zukunft: Es zeigt jenes Baufeld auf Zollverein, auf dem das Bundesinstitut errichtet werden wird.

In insgesamt zwanzig Text- und Bildbeiträgen entfaltet diese erste Ausgabe des Magazins ein Bild von der »Fotostadt Essen«. Unter dem Titel »Bilder von morgen« gibt Elke Seeger einen Einblick in die Arbeit der Fachgruppe Fotografie und ihrer drei künstlerischen und wissenschaftlichen Studiengänge. Steffen Siegel nimmt Nicéphore Niépces und David Müllers »Blick aus dem Fenster« zum Anlass, die deutschlandweit einzigartigen Studienangebote zur wissenschaftlichen Spezialisierung in Theorie und Geschichte der Fotografie auf Master- und Promotionsebene vorzustellen.

In der Sendung »Kultur heute« des Deutschlandfunk hat Steffen Siegel am 4. September 2021 mit Jörg Biesler über die Hintergründe gesprochen und zum aktuellen Stand der Diskussion um das Bundesinstitut für Fotografie Auskunft gegeben.

News | 29.8.2021

Jonas Kamm exhibits at the photo festival »Les Rencontres d'Arles«

It is with great pleasure that we announce Jonas Kamm’s participation at the renowned photo festival »Les Rencontres d'Arles«, taking place this summer from July 4 through August 29, 2021. Jonas Kamm, who was, until last year, a student of Folkwang University’s B.A. photography program, has been invited by photo curator Sonia Voss to represent our university at the Louis Roederer Discovery Award, featuring eleven international institutions and artists. Jonas’ series »The Inhabitants« from 2020 will be on display in the city center of Arles, in the Église des Frères Prêcheurs, together with works by Farah Al Qasimi, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Mariana Hahn, Ilanit Illouz, Tarrah Krajnak, Massao Mascaro, Zora J Murff, Aykan Safoğlu, Andrzej Steinbach, and Marie Tomanova.
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Jonas participates in the exhibition with two different series. First, his series »The Inhabitants«, the result of a hybrid production process, at the crossroads of architecture, sculpture, and photography. These images—two-dimensional renderings drawn from 3D virtual space—initially take shape in a space modeled by the artist with the aid of computer software. Kamm then, using virtual tools, sculpts figures based on a texture that he has previously »harvested« with the camera from his physical environment. Once the figures have been shaped, the software—simulating the tools of photography—permits the artist to choose an angle and to adjust, from a practically unlimited spectrum of possibilities, his light sources, his focus, his aperture, etc. Kamm’s figures, vaguely anthropomorphic, appear as intermediaries between the real and immaterial worlds. The reductive character, the unclassifiable nature of these images turns them into vectors of inchoate narratives, carriers of a potential meaning which has yet to be defined and which remains mysterious, opening a void that we are invited to fill.
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Furthermore, Jonas shows the first parts of a new series which is currently in progress: »Parametric Archeology«. It takes off from the purely economic goal of creating a small program that helps to generate shapes in an automated and efficient way. A freely chosen form runs through various modifiable parameters and multiplies itself in various slightly modified forms. After having been selected by the artist, the resulting output presents itself as if being arranged on an examination table. Forms and arrangement play with the concepts of the archive or the archaeological excavation, yet they merely refer to digital inputs and processes. In Jonas’ words: »This rather absurd play with something we are supposed to know, but what, in fact, escapes our understanding, is fun for me.«
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During the opening week in early July, the jury will bestow the Louis Roederer Discovery Award, which comes with an acquisition worth 15,000 euros. Furthermore, the public will vote for the Public Award which is worth 5,000 euros for an acquisition.

Kritik | 27.8.2021

Roland Meyer: Gesichtserkennung

Besprochen von Paul Werling
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Seit Jahren tobt ein Kampf um Daten und Bilder, die Nutzer:innen den Providern der Social-Media-Plattformen anvertrauen. Obgleich diese Vertrauensbeziehung lange schon erschüttert ist – zahlreiche Skandale um unsere Datensicherheit belegen dies –, hat sich eine Kultur etabliert, die die Datensätze stetig wachsen lässt. Eine neue Eskalation des Datenmissbrauchs wurde im Frühjahr 2020 öffentlich, als die »New York Times« über das US-amerikanische Unternehmen »Clearview AI« umfassend berichtete. Das Unternehmen hatte eine drei Milliarden Bilder umfassende Datenbank erstellt, die sich aus Bildern der gängigen Social-Media-Plattformen speist – ungefragt wohlgemerkt. Jedoch ist nicht die Datenbank an sich das Produkt der Firma, sondern eine an der Datenbank trainierte Software zur Gesichtserkennung. Zahlreiche Unternehmen und Sicherheitsbehörden nutzten die Software zur Identifizierung von Verdächtigen, wenn auch nicht immer treffsicher. Dieser immense Eingriff in die Privatsphären der Nutzer:innen wurde nicht zu unrecht als Ende der Privatsphäre betitelt.
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Mit diesem Skandal findet Roland Meyer den Ausgangspunkt für seinen Essay »Gesichtserkennung«, der jüngst in der Buchreihe »Digitale Bildkulturen« erschienen ist. Meyer setzt sich darin zeitaktuell mit den Entwicklungen im Bereich Gesichtserkennung auseinander. Konsequent legt er dabei offen, wie das Versprechen von objektiv operierenden Identifizierungs-Werkzeugen scheitert und sich ein gesellschaftlicher Bias in diesen Technologien offenbart und reproduziert. In seiner 2019 erschienenen Monografie »Operative Portäts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavatar bis Facebook« untersuchte Meyer die historischen Versuche, Fotografie zur Identifikation nutzbar zu machen und endet zeitlich, wie der Titel schon anspricht, mit der Gesichtsdatenbank Facebook. Die neue Veröffentlichung »Gesichtserkennung« setzt nahtlos daran an und dokumentiert, welche Entwicklungen die digitalen Bildersammlungen ermöglicht haben.
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Um eine technische Identifizierbarkeit möglich zu machen, müssen künstliche neuronale Netzwerke mit großen Bilddatenbanken trainiert werden. Unfreiwillig wurden diese von den Milliarden Nutzer:innen im Internet zur Verfügung gestellt. Falsch wäre es jedoch anzunehmen, dass diese globale Datenbank eine von Ethnie und Geschlecht unabhängige Identifizierbarkeit gewährleistet. Anhand mehrerer Beispiele zeigt Meyer auf, dass sich gesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen in den Technologien reproduzieren. Dies schlägt sich in realen Konsequenzen für marginalisierte Gruppen nieder. Auch hat die technische Entwicklung zu einem erneuten Erstarken physiognomischer Ideen geführt. Verschiedene Forscher:innen versuchten anhand von Bilddatensätzen und Deep Learning menschliche Wesenseigenschaften aus fotografierten Gesichtern abzuleiten. Die dabei erkannten Muster interpretierten die Forscher:innen als Beleg ihrer Theorien. Alle diese Ansätze zeigten sich bei der Prüfung durch unabhängige Forscher:innen jedoch – wenig überraschend – als nicht haltbar: Die Algorithmen hatten lediglich Muster in der Labelung der Datensätze und verborgene kulturelle Handlungsmuster und Schönheitsideale aufgedeckt.
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Mit der Corona-Pandemie beschreibt der Autor eine zunehmende Nutzung von Gesichtserkennungs-Software. Ein Ende der Privatheit, insbesondere auf politischen Demonstrationen, birgt ein immenses Risiko für oppositionelle Bewegungen. Roland Meyer schließt sein Essay mit verschiedenen Gegenstrategien, die entscheidendste muss aber die nach mehr Transparenz sein. Ist man an einer bildwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der technischen Gesichtserkennung interessiert, ist das schmale Buch von Roland Meyer ohne Einschränkung zu empfehlen. Es ist die erste konzentrierte Aufarbeitung des Themas aus bildwissenschaftlicher Perspektive. Mit seinen 70 Seiten ist es dabei gleichermaßen inhaltsreich wie kurzweilig. Es ist unbedingt eine Lektüre wert, denn, wie Meyer selbst betont, die »Zukunft der Gesichtserkennung ist mithin nicht allein eine technische, sondern vor allem eine politische Frage.«
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Roland Meyer: Gesichtserkennung, Berlin (Verlag Klaus Wagenbach) 2021, Reihe »Digitale Bildkulturen«. 80 Seiten, broschiert, zahlreiche s/w-Abbildungen, 11 × 15 cm, ISBN 978-3-8031-3705-0.
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Paul Werling studiert seit 2019 an der Folkwang Universität der Künste im M.A. Photography Studies and Research.

News | 6.8.2021

B/U/ILD im Neuen Kunstverein Wuppertal

B/U/ILD zeigt die Arbeiten vier junger Künstler*innen, die in ihren Fotografien sowohl das Bild als auch das Bilden verhandeln. Es werden Stoffe drapiert, Kulissen gebaut, Posen eingenommen oder Vektoren modelliert. Der unmittelbare Abschluss des dreidimensionalen Schaffensprozesses wird hier jedoch gleichzeitig zum Auslöser einer zweidimensionalen Fotografie. Die bewusste Entscheidung für das Medium als finales künstlerisches Produkt bestätigt die Künstler*innen nicht nur in ihrer Rolle als aktive Bildproduzent*innen, sondern markiert darüber hinaus auch eine Differenz, die durch den Rücktritt aus dem Raum etwas hervortreten lässt. Die Arbeiten von Jonas Kamm, Patrick Lohse, Elizaveta Podgornaia und Isabelle Wenzel erzählen auf jeweils eigene Weise vom Suchen und Finden einer geeigneten Bildform, die sich produktiv zum Dargestellten ins Verhältnis setzt. Darüber hinaus machen sie deutlich, wie leicht der Versuch einer begrifflichen Einordnung der Werke ins Wanken gerät.
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Mit Jonas Kamm, Patrick Lohse und Elizaveta Podgornaia sind nicht allein drei der vier ausstellenden Künstler*innen Alumni der Folkwang Universität der Künste. Kuratiert wurde die Ausstellung zudem von Franziska Barth, Angela Deußen und Sandra Happekotte, die alle drei Absolventinnen des M.A. Photography Studies and Research sind.
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Die Eröffnung (soft opening) ist am Sonntag, den 4. Juli von 14 bis 18 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung dann bis zum 6. August 2021 im Neuen Kunstverein Wuppertal (Hofaue 51, 42103 Wuppertal). Am Samstag, den 10. Juli sowie am Samstag, den 24. Juli finden jeweils um 15 Uhr Führungen statt.

News | 21.7.2021

Kara Bukowski: Als der Frosch das Ufer sah

Kara Bukowski, seit 2019 Studentin im B.A. Fotografie, hat in diesem Sommer im Re:sonar Verlag aus Hannover ihr erstes Zine veröffentlicht. Entstanden ist ihre fotografische Serie »Als der Frosch das Ufer sah« während des Frühsommers 2020 im Grundlagenkurs von Gisela Bullacher.
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Monatelang galt es, sich an eine neue Einheit zu gewöhnen: 1,5 Meter sollten uns schützten, aber auch voneinander trennen. Doch dann kam der Sommer, und der Frosch sah das Ufer. Wie fühlt sich Annäherung an, wenn Distanz zur Normalität geworden ist? Wie Sonne auf der Haut, Haut auf Haut und Berührungen im Freien? In ihren Bildern vermittelt Kara Bukowski den Eindruck eines scheinbar schwerelosen Sommers 2020. Sie sind ein Intermezzo im pandemischen Alltag und eine Studie der Hoffnung.
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Das Zine – eine Broschur mit Fadenheftung – ist im Juni 2021 erschienen, es umfasst 48 Seiten mit 25 digitalen Fotografien. Ausführlichere Informationen gibt es hier.

Kritik | 16.7.2021

Christophe Boltanski: Das Versteck

Am 14. Juli 2021 ist in Paris der französische Künstler Christian Boltanski im Alter von 76 Jahren gestorben. Mit seinem Werk hat er auf sehr eigene Weise nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit der Fotografie geprägt: indem er ihre Möglichkeiten und Grenzen auslotete und ihre An- wie Abwesenheit thematisierte. Bereits vor einigen Jahren erschien zuerst 2015 auf Französisch und schließlich 2017 in deutscher Übersetzung bei Hanser ein Buch von Boltanskis Neffen Christophe. Es handelt sich um eine autobiografische Erkundung der Familie, und natürlich spielt auch der Onkel, der gerade dabei ist, berühmt zu werden, eine wichtige Rolle. In unserer Facebook-Gruppe »Photography Studies Radar« hat Steffen Siegel diesem Buch im September 2017 eine kurze Besprechung gewidmet. Anlässlich des Todes von Christian Boltanski soll sie hier noch einmal aufgegriffen werden. Die Empfehlung ist unverändert aktuell: Die Lektüre lohnt sich sehr!
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Christophe Boltanski macht sich in Frankreich seit vielen Jahren vor allem als Kriegsreporter einen Namen. Auch sein bislang meistgelesener Text, das Buch »La cache«, war in gewissem Sinn eine Reportage. Vor zwei Jahren auf Französisch erschienen, ist es nun auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Zimmer für Zimmer tastet sich Boltanski durch seine persönlichen Erinnerungen an jenes Haus im vornehmen 7. Pariser Arrondissement, in dem seine Großeltern für ein halbes Jahrhundert lebten. Doch gerade das, was spätestens seit Roland Barthes’ »La chambre claire« zur Grundausstattung jedes Erinnerungsbuchs zu gehören scheint, bleibt Boltanski unerreichbar: Fotografien. Denn in dem von seinen Großeltern beherrschten Familienlieben spielten diese Bilder ganz ausdrücklich keine Rolle. Dem Versuch, seine Urgroßmutter zu beschreiben, schickt Boltanski die Bemerkung vorweg: »Ich weiß nicht, wie sie ausgesehen hat. Ich kann mich auf kein Familienalbum stützen, nicht ein einziges sepiafarbenes Porträt wurde liebevoll im Holzrahmen aufbewahrt. In der Rue-de-Grenelle sind Fotografien verpönt, denn sie zeigen, was nicht mehr ist. Das Wenige, was ich weiß, habe ich von meinem Vater und meinen Onkeln.« Kein Bilderverbot also, immerhin aber ein Bilderverzicht scheint in diesem großelterlichen Haus geherrscht zu haben. Das ist bemerkenswert, denn die von Boltanski angesprochenen Auskunftsgeber haben auf je sehr eigene Weise an der Fotogeschichte des späteren 20. Jahrhunderts mitgeschrieben: Der Soziologe Luc Boltanski, Vater des Autors, trat bereits ganz zu Beginn seiner Karriere als Ko-Autor zu einem von Pierre Bourdieu herausgegebenen Buch auf. Lange schon ist es ein Klassiker der Bildsoziologie: »Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie« von 1965 (in deutscher Übersetzung: »Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie«). Und wie eigentlich sähe das künstlerische Werk von Christian Boltanski, Onkel des Autors, aus, wenn es keine Fotografie gäbe? Ist dieses berühmt gewordene Oeuvre doch gerade dem Zeigen dessen verpflichtet, »was nicht mehr ist«.
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Auf dem Titel der französischen wie der deutschen Ausgabe von »La cache« steht im Übrigen die verkaufsfördernde Gattungsbezeichnung »Roman«. Das muss man nicht all zu wörtlich nehmen – ganz und gar lesenswert ist dieses bemerkenswerte Buch in jedem Fall!

News | 14.7.2021

Matthias Pfaller zum Dr. phil. promoviert

Ganz ohne Frage besitzt das Territorium des chilenischen Staates einen der interessantesten geografischen Umrisse: Die Nord-Süd-Ausdehnung Chiles beträgt 4.200 Kilometer, von Westen nach Osten jedoch durchschnittlich kaum mehr als 200. Wie jedoch steht es – nun im übertragenen Sinn – mit den inneren Umrissen Chiles, und hier speziell der Fotogeschichte? Nach welchen Parametern sollte sie geschrieben werden? Mehr noch: Ist es am Beginn des 21. Jahrhunderts und in einer sich immer stärker globalisierenden Welt überhaupt zeitgemäß, die Fotogeschichte zu speziell einer Nation zu schreiben? Diese Fragen hat Matthias Pfaller, seit 2018 Doktorand im Fach Theorie und Geschichte der Fotografie, in seiner Dissertation »The Paradigm of the Nation as a Provocation to the Historiography of Photography. Chile 1860–1960« aufgeworfen.
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Der Titel zeigt es bereits an: Ziel der Arbeit ist es gerade nicht, der inzwischen reichen Zahl an nationalen Fotogeschichten eine weitere, nun zu Chile, an die Seite zu stellen. Demgegenüber tritt Pfaller in seiner Dissertation einen Schritt zurück und stellt grundlegende methodologische Fragen. Anhand von vier leitenden Kategorien – Territory, Time, The Other, The Foreign – diskutiert er die Möglichkeiten, Probleme und Risiken eines solchen Paradigmas. Zur Sprache kommen hierbei nicht zuletzt die vielfältigen Probleme einer globalen Verflechtungsgeschichte.
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Betreuer und schließlich Gutachter der Dissertation waren Steffen Siegel und Andrés Mario Zervigón, Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Rutgers University, The State University of New Jersey, in New Brunswick. Mit Professor Zervigón betreute nicht allein ein international ausgewiesener Experte für Fotogeschichte die Arbeit, sondern auch der Autor des Buches »Photography and Germany«, das 2017 bei Reaktion Books in London erschienen ist. Am heutigen Nachmittag hat Matthias Pfaller seine Arbeit an der Folkwang Universität erfolgreich verteidigt und wurde zum Doktor der Philosophie promoviert. Er hat vor, seine auf Englisch verfasste Dissertation zeitnah in einem US-amerikanischen Verlag zu publizieren. Außerdem wird er bereits seit diesem Frühjahr im Stipendienprogramm »Museumskuratoren für Fotografie« der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für die Dauer von zwei Jahren gefördert.
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Zunächst aber gilt: ¡Felicidades, doctor Pfaller!

News | 13.7.2021

»1839« erhält Auszeichnung bei den Rencontres d'Arles

Das im Pariser Verlag Macula erschienene Buch »1839. Daguerre, Talbot et la publication de la photographie«, herausgegeben von Steffen Siegel, wurde bei den 52. Rencontres de la photographie, die gegenwärtig im südfranzösischen Arles stattfinden, durch die Jury mit einer »Mention spéciale« ausgezeichnet. Wie jedes Jahr wurden die »Prix du livre« in drei verschiedenen Kategorien ausgeschrieben: »Photo-Texte«, »Livre Historique« und »Livre d’Auteur«. Für die drei Shortlists wurden 636 eingesandten Werken insgesamt 48 Bücher ausgewählt.
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Gewinner in der Kategorie der historischen Bücher ist der bei Aperture in New York erschienene Band »To Make Their Own Way in the World. The Enduring Legacy of the Zealy Daguerreotypes«. Das mit dem zweiten Preris, der »Mention spéciale«, ausgezeichnete Buch von Steffen Siegel führt auf mehr als 650 Seiten die wichtigsten Text- und Bildquellen zusammen, die sich mit der Publikation der frühesten fotografischen Verfahren im Jahr 1839 verbinden. Durch einen ausführlichen Kommentar des Herausgebers werden diese Quellen für die heutige Forschung erschlossen.

News | 6.7.2021

Master-Studierende versteigern ihre Werke zugunsten des gemeinnützigen Vereins »förderturm«

Bis zur vergangenen Woche haben die Studierenden des M.A. Photography Studies and Practice ihre Werke in der Jahresausstellung Stopover im Museum Folkwang gezeigt. Nur kamen ausgewählte Arbeiten im Auktionshaus an der Ruhr unter den Hammer. Im Rahmen einer Charity-Aktion wollten insgedamt elf Studierende helfen, das Anliegen von »förderturm – Ideen für Essener Kinder e.V.« zu unterstützen. Der gemeinnützige Verein wurde im Jahr 2001 mit dem Ziel gegründet, Essener Kinder und Jugendliche  mit sozial schwachem Hintergrund zu unterstützen und zu fördern.
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An der Initiative beteiligten sich Lea Bräuer, Florian Fäth, Silviu Guiman, Amy Haghebaert, Xiaole Ju, Elena Kruglova, Rebecca Racine Ramershoven, Rosa Lisa Rosenberg, Samuel Solazzo, Anne-Christin Stroje und Julia Tillmann. Insgesamt wurden bei der Versteigerung am 1. Juli 2021 5.790 Euro erlöst. Es wurde kein Aufgeld berechnet. Abzüglich der Produktionskosten kommt die Hälfte des Erlöses dem »förderturm« zugute.

News | 4.7.2021

Elisabeth Neudörfls Buch »Out in the Streets« ist erschienen

Bereits seit Ende April ist in der Galerie Barbara Wien in Berlin Elisabeth Neudörfls Ausstellung »Out in the Streets« zu sehen. Gerade eben wurde sie nicht allein bis zum 22. August verlängert, vielmehr ist nun auch das begleitende Fotobuch im Verlag Hatje Cantz in Berlin erschienen. Mit seinen insgesamt 136 farbige Abbildungen öffnet es den Blick auf die gesamte, im Frühjahr 2020 in Hongkong entstandene Serie. Gestaltet wurde des Buch von Nicola Reiter.
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In der Verlagsankündigung heißt es zur Idee des Buches: Hongkong im Jahr 2020: Das ist medizinischer, wirtschaftlicher und vor allem auch politischer Ausnahmezustand – alles zugleich. Die Vielschichtigkeit dieser Krise lässt sich kaum in Worte fassen. Aber dafür in Bilder. Elisabeth Neudörfl hat sich auf den Weg in die lebhafte Metropole gemacht, um die Situation vor Ort fotografisch festzuhalten. Sie traf auf eine Stadt, die tief geprägt war von Protesten und ihrem Kampf um Demokratie, der Unnachgiebigkeit der Macht und dem Aufziehen der Covid-19-Pandemie. Neudörfls Bilder entstanden unter anderem auf den Demonstrationsrouten und an den Universitäten. Und überall blickt man auf eine Dystopie: geschlossene Läden, Straßen ohne Verkehr, menschenleere Metrostationen. Allein die Graffiti spiegeln die Auseinandersetzungen und die Veränderungen in der Stadt. Mit diesen Aufnahmen vermag man sich selbst ein Bild der Katastrophe zu machen.
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Zum Beginn des Wintersemesters soll das Buch an der Folkwang Universität in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden.

News | 3.7.2021

dop|pelt

Neun Studierende des B.A. Fotografie stellen in diesem Jahr im Rahmen des f² Fotofestival in Dortmund aus. Unter dem Titel »dop|pelt« sind in der STREET//ART GALLERY Arbeiten von Simon Baptist, Hannah Braue, Ayla Buchholz, Marie Dzingel, Katharina Ley, René Omenzetter, Sora Park, Killa Schütze und Fabian Wolter zu sehen.
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Seit ihrer Erfindung übt die Fotografie einen ungebrochen großen Einfluss auf die bildliche Darstellung des Menschen aus. Der fotografierte Mensch ist aus unserer Alltagskultur nicht mehr wegzudenken. Was aber zeigt sich in diesen Bildern? Stehen sie wirklich für repräsentierte Identitäten? Oder sehen wir in ihnen eher fiktive Persönlichkeiten? Das diesjährige Festivalthema »Identität« fordert regelrecht dazu auf, diesen auf seine gültige Normen hin zu beleuchten. Ausgehend von der Frage, ob Fotografie die Komplexität des Themas widerspiegeln kann, sind die Arbeiten der Studierenden geprägt von einem experimentierfreudigen Nachdenken über fotografische Praktiken und Wirkungsweisen. Es geht nicht so sehr um die Frage, ob und wie das Medium Einblicke in Charaktere geben kann. Vielmehr soll es darum gehen, die subjektiven Anteile des realen und fiktiven Menschenbilds herauszuschälen.
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In diesem Sommer findet das f² Fotofestival vom 17. bis zum 27. Juli bereits zum dritten Mal statt. Es steht für zeitgenössische Positionen und Tendenzen der Fotografie und zeigt ausgewählte, engagierte Abbildungen aus der ganzen Welt. Das Festival ist monothematisch angelegt und bietet mit seinen Ausstellungen unterschiedliche Perspektiven und kritische Einblicke in aktuelle Themen und Fragestellungen, sodass es auch einen bildungspolitischen Auftrag erfüllt. Ergänzt durch ein Rahmenprogramm, bietet das Festival eine Plattform für neue Talente und schafft zugleich eine Verbindung zwischen Fotograf*innen, Kurator*innen, Medien und Publikum, wie sie im Alltag nicht möglich ist. Beteiligt sind zahlreiche Ausstellungshäuser, Ausbildungsstätten, Hochschulen und Verbände aus der Region Ruhrgebiet. Parallel stattfindende Vorträge, Workshops und Diskussionsveranstaltungen bieten Inspiration und Austausch.
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Zu sehen ist die Ausstellung »dop|pelt« vom 19. Juni bis zum 3. Juli 2021 in der STREET//ART GALLERY, Rheinische Straße 16 in Dortmund. Geöffnet ist die Galerie dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 18 Uhr.
 

News | 30.6.2021

Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie wird zum ersten Mal ausgeschrieben

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr an der Folkwang Universität der Künste der neu geschaffene Gisèle-Freund-Preis für Theorie und Geschichte der Fotografie ausgeschrieben. Der Preis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden und ist an die lange Tradition der an unserer Hochschule verliehenen Folkwangpreise angelehnt. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird im Herbst dieses Jahres anlässlich einer öffentlichen Festveranstaltung überreicht werden. Für die Verleihungen bis 2029 wurde das Preisgeld in großzügiger Weise privat gestiftet. Mit dem neuen Preis wird die besondere Bedeutung unterstrichen, die die wissenschaftliche Forschung im Rahmen einer Universität der Künste besitzt. Hierfür steht der Name von Gisèle Freund (1908–2000), die nicht allein eine der wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts war, sondern auch die erste Wissenschaftlerin, die mit einer fotogeschichtlichen Dissertation im Jahr 1936 an der Sorbonne in Paris promoviert worden ist.
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Der Preis richtet sich an Master-Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden, die zwischen dem Juni 2019 und dem Juni 2021 an der Folkwang Universität der Künste unter erstgutachterlicher Betreuung eine Abschlussarbeit vorgelegt haben, die sich mit einem Forschungsgegenstand zu Theorie und/oder Geschichte der Fotografie befasst. Die Arbeit muss ein sehr gutes Prädikat erhalten haben. Die Bewerbung erfolgt formlos. Neben einem Anschreiben sind der Bewerbung ein vollständiges PDF der Arbeit, ein einseitiges Abstract und ein tabellarischer Lebenslauf beizugeben. Im Abstract soll insbesondere die Bedeutung der Arbeit für den wissenschaftlichen Diskurs zu Theorie und Geschichte der Fotografie herausgestellt wird.
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Ausgezeichnet werden sollen qualitativ hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen originellen Beitrag zur Erforschung von Theorie und/oder Geschichte der Fotografie leisten. Als besondere Kriterien kommen hierfür in Frage eine innovative Wahl des Forschungsgegenstands, Beiträge zu einer Erweiterung der methodischen Vielfalt der betreffenden Fachdisziplinen und/oder explorative Diskursformen, die die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Darstellung erweitern helfen. Über die Vergabe wird eine sechsköpfige Jury entscheiden, der neben Mitgliedern der Folkwang Universität der Künste auch Expertinnen und Experten außerhalb der Hochschule angehören werden.
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Bitte richten Sie Ihre in einem einzigen PDF zusammengefassten vollständigen Bewerbungen bis spätestens zum 30. Juni 2021 an Petra Schmidt. Für Rückfragen steht Steffen Siegel zur Verfügung.

News | 21.6.2021

Fotobuch auf Sendung

Fotobücher sind längst nicht mehr nur ein begehrtes Sammelobjekt, sondern inzwischen auch ein prominenter Gegenstand der interdisziplinären Fotoforschung. So ist es gewiss kein Zufall, dass in diesem Frühjahr unmittelbar nacheinander sogleich zwei Themenhefte von wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen sind, in denen die dort versammelten Beiträge das Fotobuch einer kritischen Prüfung unterziehen wollen. Unter dem Titel »I am shocked.« The Reception of Photobooks gaben Markus und Christoph Schaden als Gasteditoren die 35. Ausgabe des PhotoResearcher heraus. Anja Schürmann und Steffen Siegel wiederum fordern in ihrem Themenheft von Fotogeschichte zu einer systematischen Erweiterung der Fotobuchforschung. Der Titel des Heftes ist dabei Programm: Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchfoschung.
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Auf Einladung des PhotoBookMuseum in Köln – hinter diesem Projekt stehen Markus Schaden und Frederic Lezmi – werden Anja Schürmann und Steffen Siegel am Mittwoch, den 30. Juni ab 19 Uhr gemeinsam mit Markus Schaden über Potentiale, Herausforderungen und Zukunft der Fotobuchforschung sprechen. Es wird der zweite Teil der soeben gegründeten Gesprächsreihe »Let's talk!« des PBM.Radio sein. Die Veranstaltung wird aus Köln gesendet und ist über den Youtube-Kanal des PhotoBookMuseum live sowie später auch on demand zu sehen.

News | 15.6.2021

Call for Papers: The Material and the Virtual in Photographic Histories

The First Symposium of the Photography Network, based in the US and an affiliated society of the College Art Association (CAA), will be held next October online and is jointly hosted by the Photography Network and Folkwang University of the Arts. The symposium is dedicated to »The Material and the Virtual in Photographic Histories«.

Over the last twenty years, the study of photography’s history has been characterized by, among other things, two major strands: a concentration on the photograph’s status as an object and a concern with the decidedly virtual quality of its images and practices. The 2019 conference »Material Immaterial: Photographs in the 21st Century« considered these two directions in photographic conservation by asking if the physical photograph still matters today as a source of teaching, learning, and scholarship when the intangibles of code now direct the production and archiving of images. Now from a methodological direction, this symposium seeks to inquire further into the longer historical implications of the distance increasingly perceived between photography’s status as an object and its life as what could be called the intangible »photographic.«

On one side of the ledger in historical studies, Elizabeth Edwards has long proposed that we consider photography’s object history, Geoffrey Batchen emphasized the haptic qualities of long-neglected vernacular photographies, the Museum of Modern Art engaged a years-long conservation and curatorial project named »Photo: Object,« while the »Silver Atlantic« initiative in Paris explores the mineral histories that the medium arose from and transformed. But at the same time, Tina Campt has asked us to listen to photography, Fred Ritchin has admonished that we study photography’s virtual lives in social media, and Ariella Azoulay proposes that we consider the larger sphere of habits, customs, and civic contracts that surround photographic activity and its images. The same division has emerged with ever-greater strength in the production and curating of images. Many photographers, for example, have returned to alternative processes or emphasized the material contexts of their work's production, while others use online virtual worlds as a source for appropriation, manipulation, and posting, or they emphasize the social practices and performances of identity that give rise to new work. Curators, too, (especially during the pandemic) grapple with presenting the physicality of photographic objects in online contexts, even as they puzzle over how to collect purely virtual works and otherwise signal the larger social contexts in which the photographic intervenes.

Given this consistent breakdown, the symposium asks where the object-based and the virtual of photography’s histories meet? How can the two strands in photo studies be brought together and harnessed to reconsider existing problems or be put to use for new investigations?

Proposals drawing on both spheres of concern could consider subjects such as:
● The social practices stimulated by the haptic engagement with photo albums,
● The networks of circulation shaped by the material limits of illustrated magazines, their papers, and their presses,
● The clipping, altering, and collecting of photography delivered through magazines, baseball cards, and posters,
● Social formations around collecting and archiving photographs in the realms of crime, journalism, and institutional memory making,
● Practices of extraction and trade generated by photography’s mineral, paper, and water demands,
● Evolutions in scientific and technical knowledge necessitated by the industrialization of photographic materials such as silver, ether, cellulose, and paper,
● Developments in clothing stimulated by the mass-circulation of glossy fashion photographs in the press,
● The relationship between perfume samples and photographic advertising in journals,
● Synchronicity in oral story-telling and the handling of snapshots by friends and family,
● Ceremony and custom in the classic vacation slide show,
● The use of internet tools to foreground and map photography’s material histories,
● Other cases that can be best understood by drawing on methodologies associated with the object-based and virtual identities of photography.

The Photography Network invites proposals for presentations that broach such a methodological melding. In so doing, we seek the most innovative and rigorous scholarship shaping the photography field and its future. We welcome proposals across disciplines and encourage a broad range of subjects that reflect a diversity of geographies. Practitioners and scholars at any stage of their career are welcome to submit their research. We also welcome international scholars but note that the conference will be in English.

The Photography Network Symposium organizers are interested in attracting a diversity of presentational styles. In addition to proposals for individual, 20-minute papers, we also seek alternative-format presentations (e.g., workshops and roundtables). To encourage variety, applicants may submit up to 2 proposals, provided that one is in an alternative format. We will also host a Pecha Kucha for new research on any topic from students, curators, academics, and practitioners. If you would like to be considered for the Pecha Kucha, please note so in your email submission. You are welcome to apply only to the Pecha Kucha. Conference sessions on networking will be organized around accepted submissions, rather than prescribed themes.


Please send until June 15, 2021: (1) a 250-word abstract, (2) a clear indication of format, and (3) a three-page resume or CV to the Photography Network Symposium organizing committee: Andrés Mario Zervigón, Caroline Riley, and Steffen Siegel at photographynetworksymposium@gmail.com. To be considered only for the Pecha Kucha, please email us a 100 word abstract and short three-page resume or CV. The symposium will be held on October 8 and 9, 2021. The schedule will be announced by August 1 and will be determined after reviewing the abstracts and finalizing the conference format.

Note: All are welcome to apply. Accepted presenters must be Photography Network members in good standing at the time of the symposium. Annual membership is $20 (student/unaffiliated), $40 (Affiliated), or $100 (Sustaining Member). Please visit the Photography Network’s website for more information on how to join.