Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Galerie Barbara Wien, Berlin, 2021. Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien, Berlin. Photo: Nick Ash.

Galerie Barbara Wien, Berlin
28. April bis 22. August 2021
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»Out in the Streets« ist eine umfassende fotografische Bestandsaufnahme des öffentlichen Stadtraums in Hongkong im Frühjahr 2020. Elisabeth Neudörfl reiste im Februar 2020 nach Hongkong, um den Zustand der Stadt nach dem Abflauen der Demokratiebewegung und am Beginn der Corona-Pandemie festzuhalten. Sie hat auf den Demonstrationsrouten und an den Universitäten fotografiert. Aber nicht nur hier, an den Orten der studentischen Proteste, auch in anderen Stadträumen erscheint Hongkong als dystopische Stadt: geschlossene Läden, Straßen ohne Verkehr, menschenleere Metrostationen. Vor allem Graffiti und übermalte Graffiti spiegeln die Auseinandersetzungen und die Veränderungen in der Stadt. Die Fotografien bezeugen einen Moment in der Geschichte Hongkongs – den gespenstischen Ausnahmezustand zwischen Protest und Pandemie.
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Der historische Kontext Hongkongs wird in wenigen Bildern mit Fotografien der Kolonialarchitektur angedeutet; den Hauptteil bilden die Fotografien von Demonstrationsrouten und Universitätsgelände. Ein anderer Teil, sowohl in der Ausstellung als auch im Buch, sind ein Video und Standbilder, die zeigen, wie ein Kalligrafiepinsel die chinesischen Zeichen für Hongkong und ein Graffito aus dem Stadtraum schreibt. Neudörfl hat eine Actionkamera an dem Pinsel befestigt. Der Blick folgt dem Pinsel, der immer am rechten Rand ins Bild hineinragt. In dieser Versuchsanordnung prallen ganz unterschiedliche Momente aufeinander: Graffiti werden schnell geschrieben, möglichst unerkannt. Bei der Kalligrafie geht es um das präzise Setzen jedes einzelnen Strichs. Actionkameras werden für schnelle, spektakuläre, raumgreifende Bewegungen eingesetzt. Hier verlassen Pinsel und Kamera den Tisch mit dem Papier nicht, die Bewegungen sind langsam. Die Konzentration der Kalligrafie steht sowohl dem Ephemeren der Graffiti als auch der »Action« der Actionkamera entgegen. Das langsame Schreiben verweist auf die Bedeutung solcher Slogans und Texte, die für die Kommunikation im Stadtraum wichtig sind.
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Besprechung: Monopol Magazin vom 25. Mai 2021 (Sebastian Frenzel).