Judith Riemer

 

Das Fotoalbum als Medium künstlerischen Ausdrucks in den 1920er und 1930er Jahren

Während das Anlegen eines Fotoalbums heute eine schwindende Praxis darstellt, war sie in den 1920er und 1930er Jahren gesellschaftlich weit verbreitet. Auch Künstler*innen nutzten das Fotoalbum als Ausdrucksmedium. In meinem Dissertationsprojekt möchte ich untersuchen, welche Funktionen das Album für diese Personengruppe einnahm und wie die Verwendung im persönlichen und werkbezogenen Kontext charakterisiert werden kann. Ausgangspunkt sind Fotoalben von Schüler*innen der Kunstschulen Staatliches Bauhaus und der Burg Giebichenstein Halle (Saale). Im Vordergrund der Analyse steht die Montage des Materials in den Alben, insbesondere die Gestaltung der Doppelseite. Diese medienspezifische Ordnungs- und Zeigeform wird in ihrer dispositiven Funktionsweise und im Kontext der avantgardistischen Ästhetik der 1920er und 1930er Jahre analysiert. Zudem sollen durch den Vergleich mit zeitgenössischen Gestaltungsmedien wie Zeitschriften und Büchern die spezifischen Eigenschaften des Fotoalbums herausgestellt werden.


Projektbezogene Publikationen
Als Werner Rohde an der Decke „klebte“. Vergleichende Betrachtungen zu Beschnitt und Montage zweier Abzüge in den Alben von Gerda Leo und Werner Rohde. In: Rundbrief Fotografie 24.4 (2017), S. 19–24 ● Das Fotoalbum als Ort des Experiments. Zwei Alben der „Burg“-Schülerin Gerda Leo in der Analyse, Kromsdorf 2019 ● Schnittkanten und Bleistiftspuren. Überlegungen zum gestalterischen Entstehungsprozess eines Fotoalbums. In: Gesellschaft für Universitätssammlungen (Hg.): Spurenlesen. Methodische Ansätze der Sammlungs- und Objektforschung, Berlin 2020, S. 72–80.

Bearbeitungsbeginn
2019

Förderung
Das Promotionsvorhaben wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Kontakt
judithriemer@gmx.de