Magdalena Vukovic



Muster finden
Modefotografie der Wiener Werkstätte


Es war das Konzept der Wiener Werkstätte, privaten Lebensraum als Gesamtkunstwerk zu gestalten. Im Jahr 1910 wurde dieser sich auf Haus und Hausrat beziehende Gestaltungsanspruch mit der Gründung einer eigenen Modeabteilung auf den weiblichen Körper erweitert. Waren die kunstvollen, handwerklich aufwändigen und individuellen Designs anfangs nur einem kleinen Kreis vermögender Kundinnen vorbehalten, so erwies sich während des Ersten Weltkriegs der Handel mit heimischen Textilien als lukrativer Geschäftszweig. Sowohl zur Archivierung der Kreationen als auch zur Bewerbung in Modemagazinen wurden große Mengen von Fotografien im eigenen Haus angefertigt oder in Auftrag gegeben. Die Aufnahmen bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen der Suche nach einer eigenen, für die Wiener Werkstätte typischen Bildsprache und der Anpassung an aktuelle Trends einer sich gerade erst als eigenes Berufsbild emanzipierenden Modefotografie. Im Dissertationsprojekt soll der fotografische Bildgebrauch innerhalb der Wiener Werkstätte erstmals umfassend systematisch untersucht werden.


Projektbezogene Publikationen
Tanz der Hände. Tilly Losch und Hedy Pfundmayr in Fotografien 1920–1935, Wien 2013 (als Hg., gemeinsam mit Monika Faber) ● Porträts der Entwurzelung: d’Oras Fotografien in österreichischen Flüchtlingslager 1946–1949, Wien 2017 (als Hg.) ● Machen Sie mich schön, Madame d’Ora! Dora Kallmus, Fotografin in Wien und Paris 1907–1957, Wien 2017 (als Hg., gemeinsam Monika Faber und Esther Ruelfs) ● »Im Dienst der Rassenfrage«. Anna Koppitz’ Fotografien für Reichsminister R. Walther Darré, Wien 2017 (als Hg.) ● »Serving Racial Politics«. Anna Koppitz’s Photographs for Reich Minister R. Walther Darré, Wien 2018 (als Hg.).

Bearbeitungsbeginn
2018

Kontakt
m.vukovic@bonartes.org