M.A. Photography Studies and Research

David Müller: Blick aus dem Fenster, 2015

David Müller: Blick aus dem Fenster, 2015

Der zweijährige wissenschaftliche Master-Studiengang »Photography Studies and Research« wendet sich an alle, die ein kritisches Nachdenken über Fotografie fasziniert. Vermittelt und erworben werden sollen grundlegende Kenntnisse zu der inzwischen fast zweihundertjährigen Geschichte des Bildmediums, zur weit verzweigten Fototheorie, zu praktischen Grundlagen verschiedener fotografischer Verfahren und Technologien, zu Fragen der Restaurierung und nicht zuletzt zur kuratorischen Praxis.
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Tandem aus Theorie und Praxis
Gemeinsam mit dem künstlerischen Master-Studiengang Photography Studies and Practice bildet er ein Tandems von zwei sich ergänzenden Programmen. Europaweit ist die Folkwang Universität der einzige Ort, an dem sich praktische, theoretische und historische Interessen am Fotografischen auf dem Niveau eines Masters miteinander kombinieren lassen. Diese enge Nachbarschaft ist unser Programm. So wie im Practice-Master wissenschaftliche Kurse belegt werden sollen, so werden im Research-Master künstlerische Kurse angeboten, die in Techniken und Materialitäten des Fotografischen einführen. Innerhalb dieses Tandems suchen wir ein fortgesetztes Gespräch zu historischen wie neuen fotografischen Formen. Gemeinsam arbeiten beide Studiengänge an der einmal jährlich im Museum Folkwang gezeigten Ausstellung »Stopover«.
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Vorkenntnisse
Voraussetzung für ein Studium des Masters ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium (oder gegebenenfalls ein Masterstudium) in einer geistes- oder sozialwissenschaftlichen Disziplin mit Bezug zu Theorie und Geschichte der Fotografie (zum Beispiel Kunstgeschichte, Philosophie, Medien-, Kultur-, Literatur-, Sprach- oder Geschichtswissenschaft, Soziologie und Ethnologie). Bei besonderer wissenschaftlicher Eignung können auch Absolvent*innen künstlerischer Studiengänge zugelassen werden.
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Schwerpunkte des Studiums
Das wissenschaftliche Lehrangebot des Master-Programms umfasst sechs Schwerpunkte: Geschichte der Fotografie, Theorie der Fotografie, Fotografie im erweiterten Feld von Kunstgeschichte, Gesellschaft und Wissenschaftsgeschichte, Formen der Institutionalisierung der Fotografie (Kunstkritik, Sammlungen und Archive, das Kuratorische, Kunstmarkt). Die Studierenden profitieren hierbei von einem eng geknüpften Netz von institutionellen Partnern außerhalb der Hochschule.
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Partner
Das Master-Programm »Photography Studies and Research« sucht fortgesetzt die Zusammenarbeit mit wichtigen Sammlungs- und Ausstellungshäusern, um die wissenschaftlichen und kuratorischen Interessen in einen intensiven Zusammenhang zu setzen. Die Studierenden arbeiten hierbei im Rahmen von Lehrveranstaltungen an laufenden Projekten mit und können auf diese Weise frühzeitig eigene Erfahrungen sammeln. Institutionelle Partner waren hierbei neben dem Museum Folkwang, dem Ruhr Museum und dem Historischen Archiv Krupp in Essen unter anderem das Museum für Fotografie in Berlin, die Kunststiftung DZ Bank in Frankfurt am Main, das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, das Sprengel Museum Hannover und das Kunstmuseum Ahlen (Westfalen). Dieser Kreis an Kooperationspartnern wird fortgesetzt erweitert.
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Praktisches Lehrangebot 
Das praktische Lehrangebot des Masterprogramms besitzt drei Schwerpunkte: Im ersten Semester wird ein umfassender Kurs angeboten, der in apparative Aspekte und Materialitäten fotografischer Prozesse einführt. Zu Beginn jedes Semesters kommen alle Studierenden beider Master-Studiengänge zudem an einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zusammen, um die neuen, gerade im Entstehen befindlichen Projekte zu präsentieren und erstmals auf die kritische Probe zu stellen. Im zweiten und dritten Semester nehmen schließlich alle Studierenden des Theorie-Masters an einem der im Praxis-Master angebotenen künstlerischen Kurse teil und gewinnen und auf diesem Weg Einblick in eine andere Form der Auseinandersetzung des Fotografischen. Darüber hinaus bieten die Fotorestaurator*innen des Museum Folkwang fortgesetzt Lehrveranstaltungen an, die sich an die Master-Studierenden der Fachgruppe Fotografie richten und die in Fragen von Restaurierung und Konservierung theoretisch wie praktisch einführen.
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Das weitere Lehrangebot
Die Lehre zur Theorie und Geschichte der Fotografie wird ergänzt durch das Angebot der weiteren wissenschaftlichen Professuren am Fachbereich Gestaltung: Designwissenschaft, Gender & Diversity sowie Philosophie. Eine Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Ruhr-Universität Bochum ermöglicht es den Studierenden des Research-Masters, auch dort an Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Darüber hinaus kann das wissenschaftliche und praktische Studium durch weiterführende Veranstaltungen begleitet werden: Philosophische Arbeitsgemeinschaft (wöchentlich), Filmreihe (wöchentlich), Ausstellungen in der studiengangseigenen Galerie 52 (ca. dreiwöchentlich), Gastvorträge zu aktuellen Fragen von Theorie und Geschichte der Fotografie sowie zu Ästhetik, Philosophie und Kulturwissenschaft (zwei bis vier Mal je Semester) sowie wissenschaftliche Workshops und Symposien (etwa einmal jährlich).
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Ausbildungsziele
Unsere Ausbildungsziele in Stichworten: profunde Kenntnisse zur Geschichte und Theorie der Fotografie, umfassende praktische Kenntnisse in fotografischen Prozessen (analog/digital), Erfahrungen in der kritischen Begleitungen des künstlerischen Werkprozesses, Bildanalysen im intermedialen Kontext, kuratorische und kunstkritische Kompetenzen, Erfahrungen in der Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen, kritische Reflexion der Forschungsliteratur und eigene publizistische Erfahrungen, eigenständige Forschungen auf der Basis von Semesterprojekten, sicherer Umgang mit Englisch als wissenschaftlicher Arbeitssprache, Vernetzung mit nationalen und internationalen Institutionen zur Fotografie.
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Ausschreibung
Ausgeschrieben werden die Plätze für den Master einmal jährlich, jeweils im Frühjahr. Die Bewerbungsfrist für das je kommende Wintersemester ist der 31. Mai. Die Eignung aller Bewerberinnen und Bewerber wird durch Bewerbungsgespräche festgestellt. Voraussetzung zu diesem Gespräch ist ein Probekapitel aus einer größeren Arbeit oder ein Artikel (beides jeweils ca. 30.000 Zeichen), die sich mit einer fotogeschichtlichen und/oder fototheoretischen Frage auseinandersetzen und ein ernsthaftes Interesse an der Fotografie zeigen. Die Auswahlgespräche finden daraufhin Anfang Juli in Essen statt, die Zusagen werden kurz darauf versendet. Änderungen sind bei allen Terminen vorbehalten.
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Alle wichtigen Informationen zum Bewerbungsverfahren, zur Prüfungsordnung und zum Modulhandbuch finden sich hier zusammengefasst.