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Folkwang Photo Talks im Sommersemester 2026

Unsere Vortragsreihe der Folkwang Photo Talks setzen wir im Sommersemester 2026 mit diesen drei Gästen fort:

28.4.2026
Theopisti Stylianou-Lambert (Linköping/Nicosia)

18.6.2026
Johanna Spanke (Hamburg)

14.7.2026
Christian Joschke (Paris)

Der erste Vortrag wird digital stattfinden und auf Zoom übertragen werden, der zweite bei uns im Quartier Nord und der dritte hybrid. Wie stets publizieren wir hier auf unserer Website etwa einen Monat vor dem Vortrag eine ausführliche Ankündigung mit Vortragsabstract und biografischen Informationen zu unseren Gästen. Alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Folkwang Universität der Künste sind herzlich willkommen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine vollständige Liste aller bisher ausgerichteten Talks findet sich hier. Ausgewählte Vorträge sind in der Reihe seeing by ear des Zentrums für Fotografie Essen abrufbar.

 

 

Apply now!

Are you fascinated by a visual medium that shapes our everyday lives like no other? We share this passion and look forward to receiving your application!

Applications are possible once a year for our three programs Photography (Bachelor of Arts), Photography Studies and Practice (Master of Arts), and Photography Studies and Research (Master of Arts). The process of application (mid-March for BA Photography and MA Photography Studies and Practice; end of May for Photography Studies and Research) and admission takes place during springtime. The academic year takes off in October with the beginning of the winter term.

Before applying, we recommend that you contact the members of our team for further advice on our programs and your application. We will gladly answer your questions! Visit us on our campus at Zeche Zollverein in our university building, the Quartier Nord!

Especially worthwhile is a visit during the annual study info day (mid-January), when we show our annual exhibits »Stopover« at SANAA building and »Photography Masters« at Museum Folkwang (boith starting end of January), during our open studios week (mid-July) and during the annual graduate exhibition »Finale« (end of September).

In summary form, you will find all further information about application requirements and our teaching schemes here.

n+1. Mehr als ein Bild

Sara Cwynar, Scroll 1, 2020 (Standbild), aus der Serie Marilyn, © Sara Cwynar, Image Courtesy Sara Cwynar und Cooper Cole, Toronto.

Bereits zum zweiten Mal nach 2022 haben wir die große Freude, in der Kunststiftung DZ BANK in Frankfurt am Main eine Ausstellung zu realisieren. Unter dem Titel »n+1. Mehr als ein Bild« haben Studierende des M.A. Photography Studies and Research, dem Master für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, im Wintersemester 2025/2026 gemeinsan mit Christina Leber, der künstlerischen Leiterin der Kunststiftung, und Steffen Siegel an dieser Ausstellung gearbeitet.

Gestapelt, gereiht, geschichtet: Das Serielle erscheint in der Kunst der Gegenwart in großer Vielfalt. Die Formel »n+1« drückt eine von Kunstschaffenden immer wieder verwendete Vielzahl von Einzelteilen aus, die sie zu einem Kunstwerk zusammenfügen. Oftmals existieren diese mehrteiligen Arbeiten in verschiedenen Versionen oder es werden ihnen weitere Teile zugeordnet, so dass ihre Kombinationen je unterschiedliche Wirkungen hervorbringen können. Dabei ergibt sich ein breites Spektrum von Gestaltungsformen, wie serielle Kunstwerke fruchtbar in Beziehung treten – als ein Objekt, bestehend aus mehreren Einzelelementen, oder als Bildpaar, Serie, Zyklus, Cluster oder Archiv. Auch inhaltlich verhalten sich sequenzielle Kunstwerke zueinander. Je nachdem, welche Kombinationen die Kunstschaffenden in Beziehung setzen, ergeben sich immer wieder andere Verbindungen und Lesarten.

Gezeigt werden Werke von Heba Y. Amin, Sara Cwynar, Katarína Dubovská, Dörte Eißfeldt, Jan Paul Evers, Philipp Goldbach, David Hockney, Sven Johne, Jürgen Klauke, Peter Miller, Loredana Nemes, Barbara Proschak, Adrian Sauer, Helmut Schweizer, Roman Signer und Sophie Thun.

Die kuratorische Arbeit an dieser Ausstellung umfasste die Auswahl der Werke, ihre komzeptuelle Einrichtung in der Ausstellungshalle der Kunststiftung, die Erarbeitung des begleitenden Katalogs und die Beteiligung am Vermittlungsprogramm. Beteiligt waren hierbei Fenna Akkermann, Greta Aufermann, Jan Borreck, Franziska Derksen, Jakob Fleischer, Hugo Höfler, Alexandre Kurek, Marie Laforge, Louisa Lahr, Annabella McNair, Selma Mierl, Pablo Plum, Charlotte Anna Rathmann, Annika Reinhard, Lara Sariaydin, Felix Schmale, Hannah Schuh, Ellena Stelzer, Paula Stilke und Alexander Tirel.

Die Vernissage findet statt am Dienstag, den 24. Februar 2026 ab 19 Uhr. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich. Zur Eröffnung sprechen Johannes Koch, Vorstandsmitglied der DZ BANK AG, Steffen Siegel und Christina Leber sowie Franziska Derksen und Felix Schmale.

Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 23. Mai 2026 in der Kunststiftung DZ BANK am Platz der Republik in Frankfurt am Main.

 

Orbit im Sommersemester 2026 – jetzt bewerben!

Bild: Larissa Zauser

Eine Nachricht an unsere Alumni: bewerbt euch jetzt und bis zum 1. April 2026 auf die nächsten Ausstellungen in unserem Offspace Orbit!

Mit der Ausstellungsreihe Orbit wurde auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ein öffentlicher Ort etabliert, der die Zusammenarbeit zwischen Absolvent:innen und Studierenden der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste aktiv fördert. Die ehemaligen Fotografiestudent:innen setzen ihre künstlerische Position im Rahmen der Ausstellung in Dialog zu einer aktuellen studentischen Arbeit. Die Präsentation des Ergebnisses in Form einer öffentlichen Ausstellung findet im Schalthaus 2 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein statt. Als Rahmenprogramm ist neben der Eröffnung auch jeweils ein Artist Talk angedacht. Organisiert wird die Ausstellungsreihe von Lorenza Kaib in Zusammenarbeit mit Elke Seeger und Pluto.

Das ehemalige Schalthaus 2.0 wird seit dem Wintersemester 2024/2025 für Ausstellungen, Veranstaltungen und Treffen genutzt. Der neu entstandene Ausstellungsort liegt auf der Kunstwiese an Schacht XII. Eingebettet ist er in die Außenmauer des Zechengeländes, umgeben von alten Platanen. Neben der Wandfläche sind auch Glasfronten für die Ausstellenden bespielbar. Zusätzlich gibt es auf dem Gelände einen Frachtcontainer, der ebenfalls genutzt werden kann.

Unsere ehemaligen Studierenden erhalten für ihre Mitarbeit an der Ausstellungsreihe pauschal eine Aufwandsentschädigung von 400 Euro. Fahrtkosten sind erstattungsfähig. Materialkosten können nicht gezahlt werden. Beim Ausstellungsauf- und Abbau unterstützen studentische Hilfskräfte, die Öffnungszeiten werden auch von ihnen übernommen. Im Sommersemester sind drei Ausstellungen geplant:

Erste Ausstellung: Eröffnung 20. Mai 2026
Geöffnet: 23., 24., 30. und 31. Mai 2026, 13–17 Uhr

Zweite Ausstellung: Eröffnung 24. Juni 2026
Geöffnet: 27. und 28. Juni, 4. und 5. Juli 2026, 13–17 Uhr

Dritte Ausstellung: Eröffnung 15. Juli 2026
Geöffnet: 18., 19., 25. und 26. Juli 2026, 13–17 Uhr

Das Kleingedruckte für eure Bewerbungen:
● Erfolgreicher Abschluss an der Folkwang Universität der Künste ab dem Sommersemester 2016. Bei nachgewiesener reger Ausstellungs- und/oder Publikationstätigkeiten in den letzten zwei Jahren, darf der Abschluss auch länger zurückliegen.
● Die eingereichten Arbeiten sollten nicht älter als drei Jahre sein.

Die Bewerbung sollte enthalten: 
● einen Lebenslauf oder CV
● ein Portfolio
● ein Kurztext (max. eine DIN A4-Seite) zur Motivation und Ideen zur Raumnutzung 
● wenn vorhanden: Präferenz für einen Ausstellungszeitraum

Bitte sendet eure Bewerbungen bis spätestens 1. April 2026 an diese eMail-Adresse. Es werden ausschließlich elektronische Bewerbungen im PDF-Format (unter 10 MB) angenommen. Nach dem Auswahlverfahren können sich Fotografiestudent:innen auf die drei ausgewählten Absolvent:innen bewerben. Die Absolvent:innen werden bestmöglich in diesen Prozess eingebunden.

 

 

FAQ

Ich interessiere mich für Fotografie, bin aber unschlüssig, ob ich das auch studieren soll. Was kann mir bei meiner Entscheidung helfen?
Fotografie ist ein praktischer Studiengang, bei dem man viel fotografiert, viel über Fotografie spricht und handwerklich-technische Hürden überwindet. Manchmal gibt es Aufgaben, aber je länger du studierst, desto mehr musst du dir deine Themen und Aufgaben selbst suchen. Schau dir Magazine, Ausstellungen und Fotobücher an, um herauszufinden, was dich am meisten interessiert.

Lieber Fotografie studieren oder eher Kommunikationsdesign oder gleich Kunst?
Man kann tatsächlich auf sehr unterschiedliche Weise Fotografie studieren. Fotografie ist oft Bestandteil von anderen Studiengängen, zum Beispiel im Kommunikationsdesign oder in der Kunst. Bei uns an Folkwang studierst du immer bei mehreren Professorinnen und Professoren! An Folkwang kannst du dich ganz auf die Fotografie konzentrieren, aber auch benachbarte Bereiche belegen. Dabei steht dir der Weg in beide Richtungen offen: ein Schwerpunkt auf angewandter Fotografie oder aber eine freie, künstlerische Beschäftigung.

Ich habe bereits eine Ausbildung zur Fotografin, zum Fotografen gemacht. Lerne ich dann überhaupt noch etwas im Studium?
Super! Denn mit einer Ausbildung hast du bereits eine handwerklich-gestalterische Grundlage und hast das tägliche Brot der Fotografie kennengelernt. Das Studium ermöglicht dir aber eine intensive und vertiefende Beschäftigung mit der Fotografie: nicht nur technische, sondern auch inhaltlich. Vor allem aber geschieht all das im Team: Die Diskussion von anderen fotografischen Positionen gehört zum Kern unseres Studienprogramms. Dazu kommt die Auseinandersetzung in den wissenschaftlichen Fächern, insbesondere mit Theorie und Geschichte der Fotografie.

Lieber Kunsthochschule oder Fachhochschule?
Das Studium an Fachhochschulen ist angewandter ausgerichtet, das Studium an einer Kunsthochschule in aller Regel offener und selbstbestimmter. Im Vergleich zu anderen Kunsthochschulen besitzt Folkwang eine Besonderheit: Bei uns gibt es keine Klassen – du hast die Chance, ganz nach eigenen Interessen bei den sechs Professorinnen und Professoren der Fachgruppe Fotografie zu studieren!

Warum in Essen studieren?
Essen klingt vielleicht nicht so aufregend, aber es hat eine Menge zu bieten: Es verfügt über eine lebendige Kulturszene mit vielen Institutionen und Off-Spaces. Unser Universitätsgebäude, das Quartier Nord, befindet ich auf dem Campus Zollverein, eine UNESCO Welterbe-Stätte; und das weltweit berühmte Museum Folkwang ist unser engster Kooperationspartner! Mit der Bahn ist Essen ideal in alle Richtungen angebunden: Innerhalb kürzester Zeit erreichst du Köln und Düsseldorf, Amsterdam und Paris. Nicht zuletzt aber gibt es auch in unserer direkten Nachbarschaft aufregende Museen, Theater, Clubs und eine überraschend vielfältige Landschaft.

Wozu eigentlich eine Aufnahmeprüfung?
Um das Studium erfolgreich zu absolvieren, ist eine künstlerische Eignung notwendig – darum geht es in der Aufnahmeprüfung. Das ist aber nicht eine Charaktereigenschaft, die man eben hat oder nicht, sondern sie setzt sich zusammen aus Begabung und Übung. Wenn du dich also sehr für die Fotografie interessierst, erwarten wir, dass du viel Zeit in die Beschäftigung damit investierst. Außerdem merkst du, ob du dir ein Studium bei diesen Lehrenden vorstellen kannst.

Wie wird meine Mappe beurteilt?
Wir möchten wissen, worauf du selbst neugierig bist, was dir wichtig ist, mit welchen Themen du dich beschäftigst, wie du auf die Welt blickst, was du dort siehst und wie sich das in deinen Bildern ausdrückt. Kurz gesagt, wir beurteilen die Mappe im Hinblick auf Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Darstellungsvermögen.

Ich bin mir unsicher darüber, was in die Mappe gehört. Wer hilft mir?
Am besten ist es, schon im Vorfeld der Bewerbung einmal nach Essen zu kommen und mit uns über das Studium, das Bewerbungsverfahren und die Mappe zu sprechen. Termine kannst du beim Prüfungsamt des Fachbereichs vereinbaren. Vorbereitungskurse, für die du Geld bezahlen musst, sind nicht notwendig.

Braucht meine Mappe ein durchgehendes Thema?
Wie deine Mappe aussieht, hängt von deinen Interessen ab. Es gibt keine Regel, die man befolgen kann, um mit der Mappe erfolgreich zu sein. Es können starke Einzelbilder in der Mappe sein, aber wir möchten auch sehen, was passiert, wenn du ein Interesse verfolgst und dazu eine Bildstrecke entwickelst. Welche Menschen, Orte und Ereignisse sind die wichtig? Diese Bilder können auch über einen längeren Zeitraum gemacht werden. Kurze Erläuterungen oder Bildtitel können, müssen aber nicht sein.

Wie genau muss die Mappe aussehen und bis wann muss ich sie wohin schicken?
Alle Informationen zur Mappe findest du auf unserer Website unter »Jetzt bewerben«!

Wo bekomme ich weitere Informationen her?
Es gibt immer wieder Ausstellungen von Studierenden oder Absolvent*innen, auf denen du dir einen guten Eindruck davon verschaffen kannst, was in der Fotografie an Folkwang los ist. Es gibt am Fachbereich Gestaltung Mitte Juli den Rundgang mit vielen Arbeiten von Studierenden, wo du mit diesen auch leicht ins Gespräch kommen kannst. Ende September ist immer die Finale-Ausstellung im SANAA-Gebäude mit den Abschlussarbeiten. Folge uns am besten auf Instagram und schau hier auf dieser Website vorbei!

Was machen Leute, die an Folkwang studiert haben, nach ihrem Abschluss?
Es gibt keinen vorgezeichneten Weg in die Berufstätigkeit, aber viele Möglichkeiten. Oft werden die konkreten Interessen erst im Verlauf des Studiums deutlich, dann können auch während des Studiums schon Kontakte geknüpft und erste Jobs gemacht werden. Manche unserer Alumni arbeiten ganz klassisch als freischaffende Fotografinnen und Fotografen, als Künstlerinnen und Künstler, aber auch angewandt für Firmen, Institutionen, Agenturen und Magazine. Andere kombinieren Stipendien, Förderungen und Aufträge im Kulturbereich, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Einige schließen ein Master-Studium an, oft auch an Folkwang. Darüber hinaus gibt es Arbeitsmöglichkeiten in Bildredaktionen, Verlagen, Museen und natürlich bei anderen Fotografinnen und Fotografen, zum Beispiel in der Postproduktion.

 

 

Deubner-Preis für Orbit

Foto: Josephine Scheuer

Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich: Der Projektraum Orbit wurde mit dem Deubner-Preis 2026 ausgezeichnet!

Gestern Abend wurden in München anlässlich des 38. Deutschen Kongresses für Kunstgeschichte der Deubner-Preis 2026 verliehen. »Orbit. Ausstellungsort und Raum für Vernetzung« erhielt dabei einen der beiden Projektpreise – geehrt wird eine Initiative, die auf das Gespräch zwischen ehemaligen und aktuellen Studierenden der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste setzt – und natürlich auch auf das Gespräch mit allen, die sich innerhalb wie außerhalb unserer Universität für Fotografie interessieren.

»Orbit« geht auf eine Initiative von Elke Seeger, Professorin für Fotografie und Konzeption, zurück und wird von ihr seither geleitet. Stellvertretend ausgezeichnet für das ganze Team wurden die Kuratorin von »Orbit«, Lorenza Kaib, sowie die kuratorische Assistentin Larissa Zauser.

Mehr zum Deubner-Preis erfahrt ihr hier.

Otto-Steinert-Preis für Samuel Solazzo

Herzlichen Glückwunsch an unseren Alumnus Samuel Solazzo, der von der Deutschen Gesellschaft für Photographie mit dem Otto-Steinert-Preis für Fotografie ausgezeichnet worden ist! Neben dem 1. Preis für Samuel Solazzo werden außerdem Clarita Maria (2. Preis) und Elliott Kreyenberg (3. Preis) geehrt.

In ihrer Jurysitzung bestimmte die diesjährige Jury aus einer Shortlist von zehn fotografischen Projekten für den Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie die drei Preisträger:innen Die Jury setzte sich zusammen aus Alexander Hagmann, Heide Häusler und Helena Melikov sowie Aliona Kardash (Preisträgerin 2023) und Katharina Täschner, Kuratorin am C/O Berlin.

Samuel Solazzo ist Alumnus unseres M.A. Photography Studies and Practice, dem Master für künstlerische Fotografie und arbeitet heute als Künstler in Berlin.

 

What's next?

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  • ⟶ 25. Februar bis 23. Mai 2026
  • n+1. Mehr als ein Bild
  • DZ Bank Kunststiftung, Frankfurt am Main
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  • ⟶ 28. April 2026
  • Theopisti Stylianou-Lambert (Linköping/Nicosia)
  • Folkwang Photo Talk
  • Online
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  • ⟶ 20. Mai 2026
  • Eröffnung Orbit
  •  
  • ⟶ 21. Mai 2026
  • Eröffnung Galerie 52
  • Helmut Schweizer: Handlungen
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  • ⟶ 18. Juni 2026
  • Johanna Spanke (Hamburg)
  • Folkwang Photo Talk
  • Quartier Nord
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  • ⟶ 24. Juni 2026
  • Eröffnung Orbit
  •  
  • ⟶ 14. Juli 2026
  • Christian Joschke (Paris)
  • Folkwang Photo Talk
  • Quartier Nord und online
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  • ⟶ 15. Juli 2026
  • Eröffnung Orbit
  •  
  • ⟶ 15. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027
  • Photography Masters
  • Museum Folkwang
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Stopover 2026

Save the date! STOPOVER – die jährliche Ausstellung und Tagung zur Fotografie an der Folkwang Universität der Künste!

Am 22. Januar 2026 eröffnen die Studierenden des M.A. Photography Studies & Practice die Stopover-Ausstellung 2026 im 1.OG des SANAA-Gebäudes. Bereits man Tag darauf, am Freitag den 23. Januar 2026, laden die Studierenden des M.A. Photography Studies & Research zur Tagung »In Perspektive gebracht – Fotografien im archivarischen Kontext« ein. Die Ausstellung läuft vom 23. Januar bis zum 8. Februar 2026.

Beteiligt sind dieses Jahr: Tabea Borchardt, Leon Düllberg, Jakob Fleischer, Marie-Lise Hofstetter, Hyungyung Jang, Marie Laforge, Melina Lehmacher, Selma Mierl, Leander Mundus, Asli Özcelik, Annika Reinhard, Hannah Schuh, Paula Stilke, Ellena Stelzer, Alexander Tirel, Larissa Zauser und Philip Zietmann.

Plakat: Melina Lehmacher und Philip Zietmann.

Third Essen Symposium for Photography

»What Will Photography Be? An Invitation to Speculate« – the 3rd Essen Symposium for Photography, held from February 4–5, 2026, aims at addressing interest in the medium’s prospective forms and uses. It is looking for speculations that critically engage with recent developments in the open and much-diversified field of visual media and try to position photography’s future role within such a realm.

How will photographic media participate in the dynamics of current technological advancements? How can photography impact and promote such developments with respect to social, artistic, scientific, and everyday practices? We are interested in ideas about photography’s future roles in social, artistic, scientific, and everyday realms. What will we mean when we say »photography«? Will we discuss specific techniques, aesthetics, or practices bound to visual images? Keeping the lessons taught by »operational images« in mind, will we leave the idea of the visual behind us? In short, what will be our point of reference when we address something as »photography«?

These are the symposium’s confirmed speakers: Bernd Behr (London), Monica Bravo (Princeton), Paul Frosh (Jerusalem), Michelle Henning (Liverpool), André Gunthert (Paris), Cringuta Irina Pelea (Bukarest), Terrence Phearse (New York), Daniel Rubinstein (London), Jens Schröter (Bonn), Therese Schuleit (Mülheim), and Helen Westgeest (Leiden).

The Essen Center for Photography’s website provides detailed information on the program and the opportunity to registrate.

As part of the symposium’s accompanying program, Krupp Historical Archive, Museum Folkwang, and Ruhr Museum will offer guided tours of their current exhibitions and provide insights into their photographic collections. Further information will be announced soon. Please keep February 3 and 6, 2026, available if you wish to take part.

On behalf of the Essen Center for Photography, the 3rd Essen Symposium for Photography organizers are Franziska Barth (Ruhr University Bochum), Vera Knippschild (Folkwang University of the Arts), Mona Leinung (Folkwang University of the Arts), Markus Rautzenberg (Folkwang University of the Arts), Anja Schürmann (KWI – Institute for Advanced Study in the Humanities), Steffen Siegel (Folkwang University of the Arts), Jakob Schnetz (Folkwang University of the Arts, KWI – Institute for Advanced Study in the Humanities), and Francisco Vogel (Folkwang University of the Arts).
 

Orbit im Wintersemester 2025/2026

Im Wintersemester 2025/2026 geht unsere neue Ausstellungsserie »Orbit« bereits in die dritte Runde – wie stets mit drei Ausstellungen, in denen sich ehemalige und aktuelle Folkwang-Studierende der Fotografie mit ihren Arbeiten begegnen. Zu sehen sind die Ausstellungen im ehemalige Schalthaus 2.0 auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein, Schacht XII.

26. November bis 7. Dezember 2026
Julia Jaksch gemeinsam mit Marla Koether

17. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026
Ludwig Kuffer & Max Beck mit Dain Kim

Saskia Fischer mit Kageaki Inoue
21. Januar bis 1. Februar 2026

Geöffnet ist immer freitags von 16 bis 18 Uhr und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts BLICKFELD ZOLLVEREIN, einer Kooperation der Folkwang Universität der Künste und der Stiftung Zollverein. Ermöglicht wird das Projekt durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein (GFF) und die RAG-Stiftung. Initiiert und geleitet wird die Serie von Elke Seeger, Professorin für Fotografie & Konzeption. Kuratorisch federführend erarbeitet und durchgeführt wird »Orbit« von Lorenza Kaib, sowie unterstützt durch die studentische Hilfskraft Larissa Zauser. Der Lehrauftrag von Lorenza Kaib wird durch die Förderung vom Gleichstellungsbüro der Folkwang Universität der Künste für das Jahr 2025 ermöglicht.

Galerie 52 im Wintersemester 2025/2026

Gestaltung des Plakats: Thomas Kühnen

30. Oktober 2025: Anne-Charlotte Moulard, Preview

13. November 2025: Alegria Diaz, Why in Castillo dogs don’t bark?

27. November 2025: Oliver Heise, Laura Pecoroni, In Limbo – zum Verhältnis von Fotografie und Tanz

11. Dezember 2025: Julius Schmidt, Hier und Da

8. Januar 2026: Studierende von Prof. Achim Mohné der FH Dortmund, O.K.! – But is it photography? 3D, AI, Expanded Photography

29. Januar 2026: Joanna Nencek, Opening Doors

Alle ausführlichen Informationen findet ihr wie immer auf der Website der Galerie 52.
 

Folkwang Photo Talk with Carolin Görgen

At Folkwang, we are looking forward to welcoming Carolin Görgen for this winter term’s third Folkwang Photo Talk:

Black Gold: Photography, Extraction, and the Promise of the Petroleumscape

At a moment when eco-critical scholarship interrogates how visual regimes sustain extractive economies, this talk examines the entanglements of photography and petroleum in early twentieth-century Southern California. As Los Angeles County became the center of U.S. oil production in the 1920s and 1930s, photographers such as Shigemi Uyeda and Florence Kemmler redirected their lenses from iconic western landscapes toward the emergent »petroleumscape« (Hein) of derricks, tanks, and trenches. Their images normalized oil’s presence in the built environment and turned petroleum into a readily accessible resource, both physically and visually. Situating oil photography within the fraught environmental histories of the American West, this talk integrates an expanded conception of extraction that encompasses the physical operations of drilling, the aesthetic practices that crystallized around petroleum, as well as their material repercussions.

In Southern California—epicenter of both automobility and motion-picture production—photography functioned as an oil-derived medium, reliant on petrochemical film stocks and equipment. The resulting images did more than record industrial expansion: they forged an »aesthetics of petroleum« (LeMenager) that celebrated infrastructural growth, obscured labor, and rendered fossil-fuel development seemingly organic to the landscape, even as it reshaped minority and working-class neighborhoods. The afterlives of this extractive imaginary continue to structure regional memory. Now held in institutions funded by oil wealth, these photographs make clear how fossil-fuel capital is interwoven with artistic practice. By tracing these entanglements, the talk positions oil photographs as a critical yet underexamined agent in the long extractive histories of the American West.

Carolin Görgen is Associate Professor of American Studies at Sorbonne Université and a 2025 Fulbright Visiting Scholar at the University of California, Los Angeles. A historian of photography and the American West, she is the author of The California Camera Club: Collective Visions in the Making of the American West (University of Oklahoma Press, 2025). Her research focuses on historical photo networks in the western United States and their environmental afterlives. Görgen’s research has been supported, among others, by the Terra Foundation for American Art, the Huntington Library, and the Thomas Mann House. In France, she serves on the editorial board of the journal Photographica.

Carolin Görgen’s talk will open the 21st research colloquium for the theory and history of photography, taking place at Folkwang University of the Arts in January and July of each year.

The talk will take place on January 27, 2026 at 6 pm at Folkwang’s Quartier Nord and is open to the public. Everybody inside and outside the university is cordially invited to participate!

 

Tagung zu Fotografien im archivarischen Kontext

Am 23. Januar 2026 veranstalten die Studierenden im M.A. Photography Studies and Research, der Master für Theorie und Geschichte der Fotografie, die Tagung »In Perspektive gebracht – Fotografien im archivarischen Kontext«.

Im Hinblick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fotografischer Archive werden die Studierenden ihre aktuellen Forschungsprojekte vorstellen und dabei das Archiv und seine fotografischen Materialien aus medientheoretischer, medienissenschaftlicher, historischer, sowie bildwissenschaftlicher Perspektive beleuchten. Mit Beiträgen von Jakob Fleischer, Marie Laforge, Selma Mierl, Annika Reinhard, Ellena Stelzer, Paula Stilke und Alexander Tirel.

Als besonderen Gast begrüßen werden sie die Künstlerin Pauline Hafsia M’barek. Im Rahmen des Programms »Artist Meets Archive« der Photoszene Köln setzte sich die Pauline Hafsia M’barek mit dem Agfa Werbearchiv auseinander. Die daraus entstandene Ausstellung »Entropic Records« (2025) wird im gemeinsamen Gespräch vorgestellt und näher beleuchtet. Materielle Transformationsprozesse fotografischer Objekte und Wechselwirkungen zwischen menschlichem Körper und fotografischem Archiv werden dabei diskutiert und in Zusammenhang mit den Vorträgen des Tages gebracht. Geführt wird das Gespräch von Paula Stilke und Marie Laforge.

10.00 Begrüßung
10.10 Annika Reinhard: Das »Feste« und das »Fluide« im Archiv
10.35 Selma Mierl: Die Grenzen des Archvierbaren

11.20 Paula Stilke, Marie Laforge: Gespräch mit Pauline Hafsia M’barek

14.00 Alexander Tirel: Das Archiv Marubi – von der Übernahme bis zur Rückgabe
14.25 Ellena Stelzer: Dem Unsichtbaren nachspüren: Zum Verhältnis von Tanz, Fotografie und Archiv mit Blick auf Yonne Rainers Trio A

15.10 Jakob Fleischer: Xenoplastische Evidenz. Was Fischahut mit Fotografie zu tun hat
15.35 Marie Laforge: Vorsicht, Gefahr!

16.00 Dank, Schlussworte und Führung durch die Ausstellung STOPOVER 2026

23. Januar 2026, 10 bis 16.30 Uhr, SANAA-Gebäude, 1. Obergeschoss.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Universität sind herzlich willkommen!

Die Tagung findet statt anlässlich des STOPOVER 2026 – gemeinsam mit der Ausstellung der Studierenden des M.A. Photography Studies and Practice. Eine Führung durch diese Ausstellung wird die Tagung beschließen.

Gestaltung der Visuals: Melina Lehmacher und Philip Zietmann.

Studieninfotag 2026

Wie sieht ein zeitgemäßes künstlerisches und gestalterisches Studium aus? Beim Studieninfotag des Fachbereichs Gestaltung gibt es die Gelegenheit, das direkt vor Ort im Quartier Nord auf dem Campus Welterbe Zollverein herauszufinden!

Am Freitag, den 23. Januar 2026, öffnet der Fachbereich ab 14 Uhr seine Türen und lädt alle Interessierten ein, alle Studiengänge des Fachbereichs näher kennenzulernen. Für die Fotografie sind das der B.A. Fotografie, der M.A. Photography Studies and Practice und der M.A. Photography Studies and Research.

Der Fachbereich Gestaltung steht für interdisziplinäres Arbeiten, das künstlerisches Experiment, Designpraxis und Forschung miteinander verbindet. Neben der Vorstellung der Studiengänge wird auch über die Einbindung der Wissenschaften in ein praxisorientiertes Studium informiert. Thematisch orientierte Führungen geben unter anderem Einblicke in die analogen und digitalen Werkstätten des Fachbereichs von der Buchbinderei über die Fotostudios bis zum Advanced Technology Lab. In den Workshops können Besucher:innen selbst aktiv werden und die inhaltliche Ausrichtung der Studiengänge praktisch erleben. Bei der Mappenberatung besteht die Möglichkeit, eigene Arbeitsproben zu zeigen und Fragen zu den Bewerbungsanforderungen zu stellen.

Für einen ungezwungenen Austausch sorgt das Format »Studierenden-Sofas«: Folkwängler:innen verschiedener Studiengänge präsentieren ihre Arbeiten und berichten aus ihrem Studienalltag. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Der Studieninfotag richtet sich an Schüler:innen, Studierende anderer Fachrichtungen und alle, die sich für ein künstlerisch-gestalterisches Studium interessieren. Eine Anmeldung ist nur für ausgewählte Programmpunkte, etwa einzelne Workshops, erforderlich. Die Teilnahme ist immer kostenfrei. Das Quartier Nord befindet sich auf dem Campus Welterbe Zollverein und ist barrierefrei zugänglich.

Detaillierte Informationen zum Programm sind hier zum Download verfügbar. Besucht außerdem die Website des Fachbereichs Gestaltung für mehr Informationen zum Studieninfotag!
 

Rudi Williams und Aden Miller zu Gast an der Folkwang Universität der Künste

Wir freuen uns darauf, am 10. Dezember 2025 ab 18 Uhr Rudi Williams und Aden Miller bei uns im Quartier Nord zu begrüßen! Alle sind herzlich eingeladen, an der Präsentation und am Talk im Grundlagenraum Fotografie (1.52)  teilzunehmen. Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden. Fangen wir schon mal mit den beiden CVs an:

Rudi Williams (born in 1993) often combines and contrasts images taken at different times and in different places, exhibiting varying photographic forms, to reflect on her own history in relation to concepts such as memory, temporality, and the archive.

Aden Miller (born in 1999) makes sculptures, installations, photographs and paintings. Across these outputs, Miller's work typically leverages conventions of medium and display through processes of combination and effacement to produce contradictions and encounters with non-standard use. Miller also directs Kurzzeit, a nomadic exhibition space. He co-directed Melbourne gallery Asbestos from 2021–2024, alongside Joshua Krum and Brittany d’Argaville.

Noch bis zum 4. Januar 2026 läuft die Ausstellung »In the air we breathe« von Rudi Williams im Museum Folkwang. Ab dem 5. Dezember ist Aden Millers Ausstellung »Intelligence« im Neuen Essener Kunstverein zu sehen.

Rudi Williams und Aden Miller sind die Residents der Neue Folkwang Residence, einer Kooperation von Museum Folkwang und Neuer Essener Kunstverein, ermöglicht durch den Folkwang-Museumsverein e. V. und die Stiftung Olbricht, gefördert von Vonovia.

 

DAAD-Preis für Bokeum Lee

Foto: Julian Duprat Petrich

Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich unserer Master-Studentin Bokeum Lee, die aus den Händen unseres Rektors Holger Zebu Kluth den DAAD-Preis 2025 überreicht bekommen hat!

Bokeum studiert bei uns an der Folkwang Universität der Künste seit 2023 im M.A. Photography Studies and Practice. Zuvor schloss sie, ebenfalls bei uns, den B.A. Fotografie ab. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit während des Masterstudiums stehen Cyanotypien auf handgestrickten Stoffen. Durch den Transfer von Fotografien aus der Kindheit, von Familien sowie alltäglichen Szenen auf Textilen entstehen Installationen, die gleichzeitig abstrakt und wortwörtlich fassbar sind. Die Vergänglichkeit des Erinnerns wird für die Betrachter*innen somit visuell und haptisch spürbar gemacht.

Neben ihrer hervorragenden künstlerischen Leistung wird Bokeum Lee auch für ihr breites soziales und politisches Engagement ausgezeichnet, unter anderem für ihr Engagement im Fachbereich Gestaltung, für ihre Kommiliton:innen sowie für ihre Tätigkeit als Kuratorin. Hierbei beschäftigt sie sich vor allem mit gesellschaftlichen Fragen, Diversität in der Kunstszene und der Erfahrung von Diaspora in Deutschland.

Der mit 1.000 Euro pro Hochschule dotierte DAAD-Preis, der seit mehr als zehn Jahren vergeben wird, soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Damit wird deutlich, dass jede:r einzelne ausländische Studierende ein Stück von Deutschland in ihre:seine Heimat mitnimmt und etwas von sich in Deutschland lässt – eine Bereicherung für beide Seiten. Die Studierenden, die über ihre jeweilige Gasthochschule einen solchen Preis erhalten haben, stehen für ihre Kommiliton:innen aus der ganzen Welt. Sie sind künftige Partner:innen für Deutschland in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.
 

Soeben erschienen: Archival Absences

»Archival Absences: Towards an Incomplete History of Photography« heißt das Themenheft der Zeitschrift für Kunstgeschichte, das von Elizabeth Otto und Steffen Siegel herausgegeben wurde und das soeben als dritte Ausgabe der Zeitschrift des Jahrgangs 2025 erschienen ist.

Neben einer ausführlichen Einleitung der Herausgeberin und des Herausgebers enthält es insgesamt acht Beiträge, die die gesamte Breite der Fotogeschichte abdecken. Verfasst wurden sie von Max Böhner, Madison Brown, Elizabeth Otto, Malte Radtki, Blanca Serrano Ortiz de Solórzano & Juanita Solano Roa, Steffen Siegel, Francesca Strobino und Tracy Stuber.

Alle Beiträge interessieren sich für Lücken in der Überlieferung und, hieran anschließend, im Fotoarchiv. Sie fragen nach den Gründen und untersuchen die produktive Kraft solcher Leerstellen, adressieren aber auch die Probleme, die hierdurch entstehen.

Alle Beiträge des Themenhefts sind auf der Website des Verlags Open Access erhältlich. Sie gehen zurück auf einen Studienkurs, der im März 2023 von Elizabeth Otto und Steffen Siegel gemeinsam mit Tatjana Bartsch und Johannes Röll an der Bibliotheca Hertziana ausgerichtet worden ist. Der Studienkurs wurde ermöglicht durch die großzügige Förderung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.

Soeben erschienen: »In Limbo«

Soeben ist im epodium Verlag München das Buch »In Limbo. Zum Verhältnis von Fotografie und Tanz« erschienen. Herausgebeben wurde es von Andreas Backoefer, Claudia Jeschke und Christopher Muller. Es ist das Ergebnis der künstlerischen Kollaboration von Laura Pecoroni und Oliver Heise, beide Studierende des Masterstudiengangs Photography Studies and Practice.

Eine Fotografie rahmt einen Moment und hebt ihn aus dem Fluss von Raum und Zeit heraus. Tanz hingegen entsteht in der Abfolge von Bewegungen, in Übergängen, Relationen und Rhythmen. Tanz ist flüchtig, während Fotografie festhält. Aus dieser Spannung entwickelt sich das Projekt, das Fotografie nicht als Illustration von Tanz versteht, sondern als eigenständige Form, Bewegung sichtbar zu machen. Initiiert von LIMBO Arts im Frühjahr 2024 entstand über eineinhalb Jahre hinweg ein intensiver künstlerischer Austausch. Aus diesem Dialog entwickelte sich die Zusammenarbeit von Laura Pecoroni und Oliver Heise. Ihre Ansätze erwiesen sich als komplementär – und ließen ein Projekt entstehen, das Fotografie und Tanz neu ins Verhältnis setzt: als Spur, Fragment und Übersetzung.

Ausführliche Informationen zur Publikation finden sich hier.

 

What has been published?

We keep you updated about the most recent publications by members of our team, Ph.D. students, and students of the Department of Photography. For more detailed information on our monographs and catalogs, please look here.

2025
● Andreas Backoefer, Claudia Jeschke, Christopher Muller (eds.): In Limbo. Zum Verhältnis von Fotografie und Tanz, München 2025. With works by Laura Pecoroni and Oliver Heise.
● Steffen Siegel: Links außen. Saskia Esken und die Männer. In: Rundbrief Fotografie 32.4 (2025), pp. 4–7.
● Steffen Siegel: In der Schwebe: Sibylle Bergemanns fotografische Denkmäler. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (eds.): Das Denkmal, Berlin 2025, pp. 86–92. Engl.: In Suspense: Sibylle Bergemann’s Photographic Monuments. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (eds.): The Monument, Berlin 2025, pp. 86–92. Fr.: En suspens: Les monuments photographiques de Sibylle Bergemann. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (éds.): Le monument, Berlin 2025, pp. 86–92.
● Steffen Siegel: Wider den Zeitgeist. Dirk Alvermanns Fotobücher. In: Daria Bona, Christoph Danelzik-Brüggemann (eds.): Mensch Raum Geschichte. Die Fotografische Sammlung im Stadtmuseum Düsseldorf, Berlin 2025, pp. 230–231.
● Philipp Goldbach, Steffen Siegel: Improvised Projections, Berlin 2025.
● Elizabeth Otto, Steffen Siegel (eds.): Archival Absences. Toward an Incomplete History of Photography. Special issue of Zeitschrift für Kunstgeschichte 88.3 (2025).
● Malte Radtki: Postal Profusion and Archival Scarcity: ­Jacob Vitta’s Photographs of Mining in the Gold Coast Colony as Prints and Postcards. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 88 (2025), pp. 328–349.
● Steffen Siegel: Absent Pictures, Present Images: How Time Reshapes the Photographic Archive. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 88 (2025), pp. 292–309.
● Steffen Siegel: Eine fotografische Versammlung / A Photographic Gathering. In: Simon Bapist: Von oben im Tal. Archiv Franz Göttfried / From Up the Valley. Archive Franz Göttfried, Salzburg 2025, S. 169–179.
● Joanna Nencek: Menschliches Auto. Fotografie der Aktion »Car« von Vladimír Ambroz (1977). In: Rundbrief Fotografie 32.2 (2025), pp. 4–7.
● Steffen Siegel: Walter Benjamin et la naissance d’une nouvelle vision photo-historiographique. In: Photographica no. 10 (April 2025), pp. 74–91.
● Steffen Siegel: Andere Farben. Different Colors. In: Annett Jahn, Ulrike Mönnig (eds.): An den Rändern taumelt das Glück. Die späte DDR in der Fotografie, Weimar 2025, pp. 82–83.

2024
● Linus Rapp: Wohltuende Sachlichkeit. Ausstellungsgestaltung an der HfG Ulm, Leipzig 2024.
● Christopher Haaf: Von Ulm in die Welt. Ausstellungen der HfG Ulm, Leipzig 2024.
● Steffen Siegel: Fotografische Ostpakete. Das Fotobuch DDR Frauen fotografieren von Gabriele Muschter und die deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte. In: Fotogeschichte 44 (2024), issue 174, pp. 35–40.
● Steffen Siegel: Postalische Verflechtungsgeschichte. In: Rundbrief Fotografie 31.3/4 (2024), pp. 85–91.
● Elisabeth Neudörfl: Ansichten von K., Berlin 2024.
● Steffen Siegel: Otto Steinerts doppelte Pädagogik. Die Entstehung der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang in Essen. In: Anja Schürmann, Kathrin Yacavone (ed.): Die Fotografie und ihre Institutionen. Von der Lehrsammlung zum Bundesinstitut, Berlin 2024, pp. 38–57.
● Steffen Siegel: Unmittelbar. Immediate. In: Dörte Eißfeldt: Stehen Liegen Hängen, Berlin 2024, no pages.
● Steffen Siegel: Szenen der Fotokritik. In: Fotogeschichte 44 (2024), issue 172, pp. 45–51.
● Jakob Schnetz, Rebecca Racine Ramershoven: Vermessung des Angemessenen? Ein kritischer Experimentbericht zur fotografischen Repräsentation von Hautfarbe. In: Fotogeschichte 44 (2024), issue 172, pp. 30–37.
● Vera Knippschild: Der Mensch als Maß und Ziel. Über Fotografie, Format und Skalierung. In: Fotogeschichte 44 (2024), issue 172, pp. 22–29.
● Vermessene Bilder. Von der Fotogrammetrie zur Bildforensik. Fotogeschichte 44 (2024), issue 172, ed. by Mira Anneli Naß and Steffen Siegel.
● Steffen Siegel: Lucia Moholy’s Modern History of Photography. In: Jordan Troeller (ed.): Lucia Moholy. Exposures, Berlin 2024, pp. 122–135.
● Steffen Siegel: Burkhard Maus: L’artiste Hans-Peter Feldmann fait une manifestation à la foire Art Cologne. In: Photographica No. 8 (April 2024), pp. 0–1. Open Access
●  Jana Müller: Falscher Hase / Mock Rabbit, Berlin 2024.
● Steffen Siegel: Fotografischer Postverkehr. In: Linda Conze (ed.): Size Matters. Größe in der Fotografie, Berlin 2024, p. 67.
● Vera Knippschild: August 6, 2011 A really big thumb tack! We grabbed what we could for size comparison (6016328604).jpg. In: Linda Conze (ed.): Size Matters. Größe in der Fotografie, Berlin 2024, p. 63.

2023
● Steffen Siegel: Lucia Moholys moderne Fotogeschichte. In: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 50 (2023), pp. 297–319.
● Steffen Siegel: Welche Spuren? Bildforensik der Fotogeschichte. In: Bildwelten des Wissens 19 (2023), pp. 21–33  PDF
● Paul Werling: Does this Person Exist? KI-Generierte Porträts und ihre prekäre Existenz im Digitalen Raum. In: 21. Inquiries into Art, History, and Visual Culture 4 (2023), S. 745–781  PDF
● Steffen Siegel: A Special Kind of Paper: An Emerging Value System for Photography. In: Afterimage 50.4 (2023), pp. 14–18 ☞ PDF
● Christopher Muller: easy tools, Cologne 2023.
● Steffen Siegel: Nicéphore Niépce et l’idée de »réplication photographique«. In: Histoire de l’art No. 92 (December 2023), pp. 63–74.
● Stefanie Regina Dietzel: Art. Ludwig Windstosser. In: Neue Deutsche Biographie, ed. by the Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, vol. 28, 2023, pp. 237–238.
● Steffen Siegel: Erscheinungsweisen. Versuch über Adrian Sauers bildnerisches Werk. Modes of Appearance. An Essay on Adrian Sauer’s Pictorial Work. In: Adrian Sauer: Truth Table, Leipzig 2023, pp. 209–213 ☞ PDF
● Steffen Siegel: Make-up. Manipulation und Postmanipulation in Sebastian Riemers Press Paintings. In: Sebastian Riemer: Press Paintings, Leipzig 2023. Also in: Fabienne Liptay (ed.): Postproduktion: Bildpraktiken zwischen Film und Fotografie, Marburg 2023, pp. 27–42.
● Anna Chiesorin: In die Zukunft schauen. Rendern als Kulturtechnik, Berlin 2023.
● Ramona Schacht. PICTURES AS A PROMISE (p.a.a.p.); Interview with Christiane Eisler, Stefanie Regina Dietzel, and Ramona Schacht. In: Dokumentarfotografie Förderpreise 14, ed. by Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg 2023, pp. 49–60.
● Stefanie Regina Dietzel: Exklusive Einblicke? Das Fotoalbum als Repräsentationsmedium der Industrie der DDR. In: Kuratierte Erinnerungen. Das Fotoalbum, transactions of Kommission Fotografie in der Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft, Münster 2023, pp. 200–208.
● Oliver Heise: symptom. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft No. 29 (2023), pp. 9–18 (three photographs from the series).
● Aslı Özçelik: Sıhhatler olsun, Leipzig 2023.
● Steffen Siegel: Der Gutachter des Fotografen. Über die Entstehungsbedingungen von Dirk Alvermanns Fotobüchern. In: Fotogeschichte 43 (2023), issue 168, pp. 21–30.
● Malte Radtki: Erinnere mich – zu meinen Bedingungen! Nachlassbewusstsein im privaten Fotoalbum. In: Rundbrief Fotografie 30.2 (2023), pp. 22–36.
● Francisco Vogel: Ein Museumsbesuch. Fotografie und Exponat im Austausch. In: KWI-BLOG, March 6, 2023.
● Stefanie R. Dietzel: Produzieren und Repräsentieren. Arbeiter*innen als Sujet und Zielgruppe der Industriefotografie. In: Stefanie Regina Dietzel, Carola Jüllig (ed.): Fortschritt als Versprechen. Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023, pp. 64–75.
● Steffen Siegel: Der Platz der Arbeit, der Ort der Bilder. In: Stefanie R. Dietzel, Carola Jüllig (ed.): Fortschritt als Versprechen: Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023, pp. 54–63.
● Stefanie R. Dietzel, Carola Jüllig (ed.): Fortschritt als Versprechen: Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023.
● Steffen Siegel: Ludwig Belitskis »15 venezianische Glasgefäße«. In: Frauke von der Haar, Lothar Schirmer (ed.): Ulrich Pohlmann. Fotografie sammeln: Dem Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum – Eine Festschrift, München 2023, pp. 110–111.

2022
● Clara Mühle: Eine Kamera und ein Bier. »Innenansicht« aus dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. In: Rundbrief Fotografie 29.3–4 (2022), pp. 4–7.
● »Nicht Grenzen setzen, sondern ermöglichen«. Ute Eskildsen im Gespräch mit Steffen Siegel. In: Fotogeschichte 42 (2022), issue 166, pp. 12–22.
● The Work of Critique. Abigail Solomon-Godeau in Conversation with Steffen Siegel. In: Fotogeschichte 42 (2022), issue 166, pp. 5–11.
● Fotogeschichte 42 (2022), issue 166: Schreiben über Fotografie II, ed. Steffen Siegel und Bernd Stiegler.
● Elisabeth Neudörfl: Die Autorin als Produzentin. Eine persönliche Notiz. In: Friederike Wappler, Arno Giesinger: History Matters. Konstellation Benjamin, Leipzig 2022, pp. 118–121.
● Steffen Siegel: Bausteine für eine künstlerische Theorie der Fotografie. Building Blocks for an Artistic Theory of Photography. In: Camera Austria International No. 160 (2022), pp. 9–18.
● Judith Riemer: »Beste«, »mittlere« und »schlechte Fotos«. Kurt Schwitters als fotografierender Typograf. In: Fotogeschichte 42 (2022), issue 165, pp. 16–25.
● Samuel Solazzo: Zweite Sonne. Bilder verstrahlter Gestade. In: Rundbrief Fotografie 29.2 (2022), pp. 4–7.
● Lily von Wild: Die reisende Bergemann vor 1989. In: Thomas Köhler, Katia Reich (ed.): Sibylle Bergemann. Stadt Land Hund. Fotografien 1966–2010, Berlin 2022, pp. 193–203.
● Ardelle SchneiderButterflies and Caterpillars, Dortmund 2022.
● Martina Padberg, Elke Seeger, Steffen Siegel (ed.): On Display. Der Körper der Fotografie, Essen 2022.
● Wolfram HahnBurgbergstraße, Zurich 2022.
● Jakob Schnetz: Kacheln, Mosaike, Raster. Kalkulierte Natürlichkeit in der digitalen Farbfotografie. In: Rundbrief Fotografie 29.1 (2022), pp. 7–20.
● Paul Werling: Das Aussterben anderer betrachten. Zur letzten Sichtung des Kaua’i ‘O-‘o. In: Rundbrief Fotografie 29.1 (2022), pp. 4–6.
● Christina Leber (Hg.): Passagen, Frankfurt am Main 2022.
● Michael Romstöck (Red.): FOTO – TEXT – TEXT – FOTO, Essen 2022.
● Paul Werling: Verpixeltes Korn. In: Photonews 34.5 (2022), p. 31.
● Steffen Siegel: Farbfotografie und farbige Fotografie. In: Fotogeschichte 42 (2022), issue 163, pp. 9–18.
● Matthias Gründig, Elke Seeger (Hg.): A List of Distractions, Essen 2022.
● Sophia Greiff: Zwischen Fakt und Erfahrbarkeit – Erzählen an den kreativen Rändern des Fotojournalismus. In: Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hg.): Fotojournalismus im Umbruch. Hybrid, multimedial, prekär, Cologne 2022, pp. 405–431.
● Steffen Siegel: »Alle anderen Bilder sind echt«. Fotografische Aprilscherze in der »Berliner Illustrirten Zeitung«. In: Zeitschrift für Ideengeschichte 16.1 (2022), pp. 83–100 ☞ PDF

2021
● Matthias Gründig: Ten Dollar Faces: On Photographic Portraiture and Paper Money in the 1860s. In: History of Photography 45.1 (2021), pp. 5–19.
● History of Photography 45.1 (2021): Circulating Photographs, ed. Maria Antonella Pelizzari, Steffen Siegel.
● Hannes Wietschel: Der Cotopaxi im fotografischen Nebel: Hans Meyers Blick auf widerständige Fotografien. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (ed.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2021, pp. 139–149.
● Steffen Siegel: Was sich sehen lässt: Zur vergangenen Zukunft des Fotografischen. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (ed.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2022, pp. 31–45.
● Steffen Siegel: Ein Bild von einem Bild? Über fotowissenschaftliche Reproduktionsstile. In: Rundbrief Fotografie 28.4 (2021), pp. 7–16  PDF
● Steffen Siegel: Nicéphore Niépce and the Industry of Photographic Replication. In: The Burlington Magazine 163 (2021), No. 1425, pp. 1112–1119  ☞ PDF
● Fotostadt Essen, issue 2 (November 2021), ed Zentrum für Fotografie in Essen.
● Hannes Wietschel: Fotografien in der geographischen Bildkritik / Photos in the Context of Geographical Image Criticism. In: Gisela Parak, Elke Bauer (ed.): Die Empirik des Blicks. Bedeutungszuweisungen wissenschaftlicher Expeditionsfotografie / The Empirical Gaze. Interpretations of Scientific Expedition Photography, Halle an der Saale 2021, pp. 52–73.
● Steffen Siegel: Bilder gebrauchen. Fotografien zwischen Kunst, Theorie und Politik / Using Pictures: Photographs Between Art, Theory and Politics. In: Stefan Gronert (ed.): True Pictures? Zeitgenössische Fotografie aus Kanada und den USA / True Pictures? True Pictures? Contemporary Photography from Canada and the USA, Cologne 2021, pp. 130–136.
● Steffen Siegel: Wo anfangen? Über die vielfältigen Ursprünge der Fotografie / Where to Begin? On the Multiple Origins of Photography. In: Neue Wahrheit? Kleine Wunder! Die frühen Jahre der Fotografie / New Truth? Small Miracles! The Early Years of Photography, Cologne 2021, pp. 18–31.
● Judith Riemer: Möglichkeitsraum Fotoalbum. Gestalterische Strategien von Künstler*innen in den 1920er und 1930er Jahren. In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 161, pp. 64–67.
● Steffen Siegel: Die Perücke des Patriarchen. Private und öffentliche Blicke im Fotoalbum. In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 161, pp. 25–34.
● Fotostadt Essen, issue 1 (September 2021), ed Zentrum für Fotografie in Essen.
● Matthias Pfaller: Two Photographic Albums at the Getty and Their Relation to the Stock-Photography Market in 1860s Chile. In: Getty Research Journal No. 14 (2021), pp. 81–102.
● Michael Ponstingl: Wien-imaginaire. Straßenfotografie im 19. Jahrhundert. In: Anton Holzer, Frauke Kreutler (ed.): Augenblick! Straßenfotografie in Wien, Heidelberg 2021, pp. 74–79.
● Steffen Siegel: Über Propagandafotografie / Propaganda Photography. In: Kristina Lemke (ed.): Neu sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre / New Ways of Seeing. The Photography of the 1920s and 1930s, Bielefeld 2021, pp. 168–187, 238–241.
● Elisabeth NeudörflOut in the Streets, Berlin 2021.
● Maxie Fischer, Erdmut Wizisla: »Wir müssen imaginieren«. Ein Gespräch über Bertolt Brecht, Michael Schmidt und die Arbeit mit Archivmaterialien. In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 159, pp. 49–55.
● Steffen Siegel: Was ist kein Fotobuch? In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 159, pp. 43–48.
● Elisabeth Neudörfl: Das Foto-Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 159, pp. 29–34.
● Sophia Greiff: Artefakte der Recherche. Text, Dokument und Found Footage als narrative Elemente im Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), issue 159, pp. 21–28.
● Fotogeschichte 41 (2021), issue 159: Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchforschung, ed. Anja Schürmann und Steffen Siegel.
● Matthias Pfaller: In Kontakt mit dem Medium. Die chilenische Krise im Livestream der Galería CIMA. In: Rundbrief Fotografie 28.2 (2021), pp. 7–15.
● Anne Breimaier, Matthias Gründig (ed.): Hollis Frampton: ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest, Essen 2021.
● Steffen Siegel: Wie wird man Fotograf? Timm Rauterts Jahre an der Folkwangschule Essen. In: Timm Rautert und die Leben der Fotografie, Göttingen 2021, pp. 18–24.
● Elisabeth Neudörfl: Photographer's Dilemma: »Good« Photography vs. »Good« Architecture. In: Candide. Journal for Architectural Knowledge No. 12 (2021), pp. 173–190.
● Matthias Gründig: Das Atelier als Goldmühle. Zur Porträt-Photographie des 19. Jahrhunderts als Dispositiv. In: Eckhard Leuschner (ed.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, pp. 39–48.
● Steffen Siegel: Der Photograph. Ursprünge eines Berufsbilds um 1840. In: Eckhard Leuschner (ed.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, pp. 28–37.

 

Criticism

Adrian Sauer: Foto Arbeiten

Besprochen von Steffen Siegel

Als wir für unsere neue Website die Rubrik »Kritik« vorbereiteten, hatten wir dafür insgesamt drei Kategorien vorgesehen: Ausstellung, Fotobuch und Wissenschaft. Doch haben wir gewiss nicht damit gerechnet, einmal alle drei zugleich zu benötigen. Adrian Sauers Buch »Foto Arbeiten«, das gerade eben im Kerber Verlag erschienen ist, beweist nun jedoch das Gegenteil. Publiziert wurde es anlässlich einer Retrospektive auf Sauers reiches künstlerisches Werk, die vor wenigen Tagen im Oldenburger Kunstverein zu Ende gegangen ist. Konzipiert ist es aber nicht als ein anlassbezogener Katalog, sondern vielmehr als ein Künstlerbuch, das die temporäre Werkschau nun dauerhaft zwischen zwei Buchdeckeln sichert.

Mehr als zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit Adrian Sauer in sogleich drei schmalen Bänden seine viel beachtete Arbeit »16.777.216 Farben« auch als Buch publizierte. Wie bereits seinerzeit hat Sauer auch dieses Mal mit der Gestalterin Anna Lena von Helldorff zusammengearbeitet –– und das Ergebnis ist neuerlich hervorragend. Doch geht er mit »Foto Arbeiten« nun einen anderen Weg: Nicht eine einzelne Werkgruppe steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern eine über einzelne Werke hinausgreifende Fragestellung; und mit ihr ein künstlerisches Verfahren, das in Form von Bildern zu Antworten gelangt.

Es hat sich herumgesprochen, dass Sauer wie kaum ein zweiter Fotokünstler ebenso hartnäckig wie konsequent den Möglichkeiten und Grenzen digitaler Bildlichkeit nachgeht – ihren Produktionsweisen, Zeigeformen und Gebrauchszusammenhängen. Ohne den Anspruch zu erheben, wissenschaftliche Aussagen zu treffen, zielen seine im Bild (und meist in Bildserien) formulierten Thesen aber doch auf gerade jene Fragen, die in den wissenschaftlichen Debatten unserer Gegenwart geführt werden, wenn es um Digitalität und CGI geht, um Wahrheitsansprüche und Bilderskepsis. Sauers Buch war wirklich überfällig, denn endlich ist damit ein Kompendium zur Hand, das die Vielfalt seiner künstlerischen Antworten auf mehr als 250 Seiten zusammenführt.

In einem Anhang werden überdies alle Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen aus inzwischen fast zwei Jahrzehnten minutiös aufgelistet. Darunter befindet sich natürlich auch »Über die Sprachen der Fotografie – eine Möglichkeit«, die Sauer auf Einladung von Elke Seeger im Rahmen des Festivals »Try again, fail again, fail better – Impuls Bauhaus« einrichtete und die im vergangenen Jahr bei uns an der Folkwang Universität der Künste im SANAA-Gebäude zu sehen war. Diese Ausstellung wird in einem eigenen Kapitel umfassend vorgestellt. Schließlich lässt sich, von »AGB« bis »User/Consumer«, auch jenes Glossar vollständig nachlesen, das in Essen seinerzeit akustisch präsent war.

Als Künstler muss Adrian Sauer gewiss nicht erst noch entdeckt werden. Dennoch kommt sein neues Buch gerade zur rechten Zeit. Denn mit ihm werden Vielfalt wie Aktualität seines Werks in ihrem Zusammenhang verständlich gemacht –– der Titel des Buches spricht es deutlich genug aus: als eine fortgesetzte Arbeit an den Grundlagen fotografischer Bildlichkeit.

Adrian Sauer: Foto Arbeiten, hrsg. von Galerie Klemm’s (Berlin) und Galería Helga de Alvear (Madrid), Berlin, Heidelberg (Kerber Verlag) 2020. 256 Seiten, Hardcover, 18,7 × 25,7 cm, 616 farbige und 85 s/w Abbildungen, ISBN 978-3-7356-0720-1.

André Gunthert: Das geteilte Bild

Besprochen von Matthias Gründig

Unter dem Titel »Das geteilte Bild« erschien 2019 erstmals eine Sammlung von Aufsätzen des französischen Fotohistorikers André Gunthert, der an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris lehrt, in deutscher Übersetzung. Das Original, »L'image partagée« (Éditions Textuel), wurde bereits vier Jahre zuvor publiziert, was in Hinblick auf den Inhalt der zwölf – bzw. dreizehn, zählt man eine kurze Einführung Guntherts mit – hierin versammelten Texte und damit auch für deren eigene Historizität eine signifikante Zeitspanne darstellt. Geschrieben in der Zeit zwischen 2004 und 2015 bewerkstelligen die essayistischen Texte, die zuvor teils in der von Gunthert gegründeten Zeitschrift »Études photographiques« (1996–2017) erschienen, genaue Beschreibungen und Analysen ihrer medialen Gegenwart, jener des sich formierenden, dynamischen Web 2.0. Es handelt sich dabei um »Dokumente des Übergangs« (7), wie es die Hildesheimer Medienwissenschaftlerin Stefanie Diekmann, die den Band sehr gut lesbar übersetzt hat, in ihrem informativen Vorwort ausdrückt. Hierin findet sie auch eine griffige Formel für Guntherts Beiträge zur Fototheorie dieser Übergangszeit: »mehr Bourdieu als Barthes, mehr Soziologie als Ontologie; ästhetische Aspekte hingegen nur dann, wenn sie etwas über Nutzungs- und Verwendungsformen erzählen« (9). Vor allem letzteres, der Fokus auf den Gebrauch der Bilder und ihre Kontexte lässt sich sogleich an den durchgehend farbigen Abbildungen überprüfen: Reproduktionen von Titelseiten französischer Tageszeitungen, Screenshots von Youtube-Fenstern, von sozialen Netzwerken und anderen Websites, nicht zuletzt Zusammenstellungen von Selfies, Memes und anderen Phänomenen digitaler Bildkulturen. Nie geht es dabei um ein irgendwie geartetes ikonisches Bild im Singular, stets dagegen um digitale Bilder im Plural als Medium dialogischer Kommunikation und öffentlicher Diskurse sowie um die technischen und sozialen Voraussetzungen, die Dialog und Diskurs ermöglichen.

Die Rede vom geteilten Bild, so wird bereits im Vorwort klar gemacht, beansprucht explizit keine einheitliche Theorie der digitalen Fotografie. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Sammelbegriff, unter dem verschiedene Aspekte des vielgestaltigen zeitgenössischen Bildgebrauchs Platz finden. So stellt auch der Einführungstext »Das fluide Bild« dem Buch den nicht-fixierbaren Charakter des digitalen Bildes emblematisch voran: »Das Revolutionäre an der digitalen Fotografie ist ihre Fluidität« (16). Diese markiere eine wichtige Etappe »in der fortschreitenden Diffusion der Bilder, indem sie ihnen eine unendlich gesteigerte Appropriierbarkeit verleiht« (17). Klar positioniert sich Gunthert dabei gegen kulturpessimistische und medienessenzialistische Perspektiven, beispielsweise jene W.J.T. Mitchells, nach der das Digitale ein postfotografisches Zeitalter eingeläutet habe, in dem der Wahrheitsanspruch des Bildes zerbrochen sei. »Die Katastrophe hat nicht stattgefunden« (26) - wie Gunthert überzeugend anhand des medialen Gebrauchs der Fotografien aus Abu Ghraib zeigt (»Das digitale Bild zieht in den Krieg«). Die digitale Praxis habe gezeigt, »dass die Wahrhaftigkeit des Bildes nicht von seiner Ontogenese« abhänge (33). Anstatt das Aufkommen des Digitalen als Revolution im Sinne einer harten Zäsur zu werten, zeichnet sich das Feld, das Gunthert entwirft, durch ein komplexes Zusammenspiel von Kontinuitäten, Diskontinuitäten und Verschiebungen aus. So erinnert er, dass seit dem Beginn des Jahrtausends eine Revolution des Kameradesigns oder des Zeitschriftenlayouts durch das Aufkommen digitaler Bildtechniken ganz offenbar nicht stattgefunden hat, wohingegen sich insbesondere die Möglichkeiten, Fotografie miteinander zu teilen, dramatisch vervielfacht und verändert haben.

Einen großen Anteil an den allmählichen Verschiebungen des Bildgebrauchs seit der Jahrtausendwende schreibt Gunthert einerseits der parallel aufkommenden Handy- bzw. später Smartphonetechnik, andererseits der Entwicklung von Image Hosting Websites wie Flickr zu. Die Gründung von Flickr 2004 markiere »zweifellos einen Wendepunkt in der Geschichte der Medien« (54). Gut folgen lässt sich einer solchen steilen These nicht zuletzt, weil Gunthert schreibend ein stetes Misstrauen gegenüber Verallgemeinerungen beweist, das sich in einer detailgenauen Verfolgung seiner Akteure zeigt. In »Alle Journalisten?. Die Attentate von London oder der Auftritt der Amateure« etwa widmet er sich kritisch der These der Konkurrenz des sogenannten Bürgerjournalismus zu herkömmlichen Nachrichtenmedien, die um 2005 heiß diskutiert wurde. Hier zeichnet er genau die Art und Weise nach, wie Privataufnahmen vom Schauplatz der verheerenden Attentate vom 7. Juli des Jahres auf die Titelseiten von Tageszeitungen gelangten: In einem Fall sendet Adam Stacey eine Aufnahme von seinem Handy an einen Freund, der es unter Verwendung einer Creative Commons-Lizenz auf eine von ihm betriebene Hosting-Website lädt, von der es auf Flickr und Wikinews und zuletzt vom Nachrichtensender Sky News appropriiert wird. Gunthert dekonstruiert anhand dieses und anderer Beispiele die vermeintlich klare Opposition sowie Konkurrenz von Amateuren und Profis und evoziert so eine sich zusehends komplizierende Medienlandschaft, in der Fotografien zuweilen als »parasitäre« Bilder auftreten, die Websites wie Flickr kurzerhand in Nachrichtenmedien wider Willen verwandeln. Maßgeblich für die »Destabilisierung der Bildökonomie« sei eben nicht die Sozialfigur des Amateurs, die Gunthert insbesondere in den Texten »Das parasitäre Bild« und »Ist die Fotografie noch modern?« gegen ökonomische Vorbehalte verteidigt, sondern die »neue Indizierbarkeit der digitalen Fotografie« (75) im Kontext digitaler, vernetzter Datenbanken und Archive. Besonders der namensgebende Aufsatz »Das geteilte Bild. Wie das Internet die Ökonomie der Bilder verändert hat« zeigt auf eindrückliche Weise, wie das verstärkte Aufkommen von sogenanntem User Generated Content um die Mitte der Nuller Jahre Verwerfungen in einer kommerziellen Medienlandschaft erzeugte und nicht zuletzt zu einer Kriminalisierung von Amateuren führte, die Gunthert beispielhaft für Frankreich nachzeichnet. Dabei interessieren ihn weniger die Erfolgsgeschichten von Youtube, Flickr, Facebook, Instragram und so weiter als deren Verknüpfung, aus der sich ein »kohärentes System der bildbezogenen Sozialisation« (88) entwickelt. Er gibt damit unter anderem Angebote zum Verständnis der Genese heutiger digitaler Nachrichtenmedien, die sich insbesondere durch ihre Einbindung externer Inhalte von Twitter, Youtube und anderen auszeichnen.

Auf den zentralen Paradigmenwechsel des Amateur-Bildgebrauchs »von der Kontribution zum Dialog« (95) macht »Die Kultur des Sharing oder die Rache der Vielen« aufmerksam. Wie auch in den folgenden Texten beschäftigt Gunthert hier der kommunikationsmediale Charakter digitaler Fotografie, der in Zeiten von Whatsapp, Instagram und Snapchat kaum plausibilisiert werden muss und für den er den Begriff des »dialogischen Bildes« (im Original »l'image conversationelle«) findet. Vergleichbar zu den Schriften Vilém Flussers wird hier Dialog »als Modell kultureller Produktion« gefasst, das sich durch »Egalität und Reziprozität der Interaktion« (99) auszeichnet. Entsprechend hebt Gunthert für den dialogischen Bildgebrauch besonders die Abhängigkeit einer technischen, juristischen, stilistischen oder anderweitigen Appropriierbarkeit hervor, die für die Zirkulation von digitalen Bildern grundlegend ist und in der Praxis eine eigene »Ästhetik der Appropriation« (105) begründet hat, die konservativen, distinktionsgetriebenen Ästhetiken entgegensteht und sich, wie im Fall von Memes, durch eine Betonung des Ludischen, Komischen und Lächerlichen aktiv von diesen abgrenzt. In diesem Kontext lässt sich auch das Phänomen des sogenannten Selfies begreifen, dem Gunthert den letzten Beitrag widmet und von dem er meint, es sei »nicht nur eine Erweiterung des Selbstporträts; es ist zur Standarte der machtvollen Autonomisierung kultureller Praktiken geworden, die durch den digitalen Wandel befördert werden« (171). Der Öffentlichkeit des Selfie diametral entgegengesetzt verweist er zugleich in einem ebenso kurzen wie unkonventionellen und schönen Essay auf die »Fotos, die man nicht zeigt«, »die man nicht zeigen muss, sondern die man nur mit denjenigen teilt, die man liebt, um sie dann in einer Ecke aufzubewahren, wie eine Reliquie des Glücks« (114). Auch im Selfie-Zeitalter sind die Intimität und Privatheit der Fotografie nicht verschwunden.

Mit »Das geteilte Bild« zeichnet sich André Gunthert als feinfühliger Praxeograph der digitalen Bildwelten unserer Gegenwart aus. Seit 2015 hat sich in diesen natürlich viel getan, sodass sich Leserinnen und Leser beständig zu Transfers auf die jüngste Vergangenheit aufgefordert fühlen werden. Eine weiter in die Geschichte der Fotografie, gar ins 19. Jahrhundert zurückreichende Fundierung des geteilten und dialogischen Bildes findet bis auf einen kurzen Rückbezug auf Postkarten, so lohnenswert dies wäre, nicht statt, was dem Erkenntniswert der Betrachtungen Guntherts jedoch keinen Abbruch tut. Lesenswert ist das Buch nicht zuletzt aufgrund der gewinnbringenden Verknüpfung von technikgeschichtlichen und soziologischen Interessen, denen Gunthert mit einer klar egalitären Haltung nachgeht und in seinen kritischen Analysen die Komplexität der betrachteten Situation nie einfachen Erklärungsmustern unterwirft.

André Gunthert: Das geteilte Bild. Essays zur digitalen Fotografie, Konstanz (Konstanz University Press) 2019. 172 Seiten, 49 Farbabbildungen, ISBN 978-3-8353-9110-9.

Diese Rezension ist zuerst am 15. September 2020 in sehepunkte 20 (2020), Nr. 9 erschienen.

Françoise Meltzer: Dark Lens

Reviewed by Steffen Siegel

Today, on the day, 75 years ago was the first day 'after'––at least in Europe. There are many attempts to describe the atmosphere, and for sure, the most prominent one has been the 'zero hour' (die Stunde Null). In his remarkable memoir Nach 1945. Latenz als Ursprung der Gegenwart from 2012, the German-American scholar Hans Ulrich Gumbrecht introduced a much more convincing metaphor: 'latency.' (An English translation is available from Stanford UP as After 1945. Latency as Origin of the Present). I am not an avid fan of Gumbrecht's writings, but this book, in particular, is brilliant.

I said 'more convincing'––but, in fact, how could I possibly know? It is the question Françoise Meltzer raises in her book Dark Lens. Imagining Germany, 1945. It just came out with The University of Chicago Press. Meltzer, who has been teaching Critical theory in Chicago, takes a very personal point of departure: Her French mother Jeanne Dumilieu––during the war a member of the Résistance in Paris and, after the war, living as an American diplomat's somewhat bored wife in Bonn––took photographs of the terribly destroyed Germany. For the very first time, Meltzer (who was born in 1947) is presenting an archive of cityscapes that trigger mixed emotions: mourning, compassion, feelings of well-deserved retribution, maybe even schadenfreude.

At least this is what Meltzer reckons as a possible spectrum of reactions, taking place in 1945 as well as nowadays. She is touching upon the intricate question of how to behold (and judge) German civilians in their bomb-gutted cities: Were they criminals or victims? Can we even generalize? Is there any space for empathy? It goes without saying: there are no simple answers. Meltzer is tackling these questions by studying texts (by Hannah Arendt, Stig Dagerman, Margaret Bourke-White, Gertrude Stein, and others), paintings (Karl Hofer, Pablo Picasso, Anselm Kiefer), and photographs. Dumilieu's pictures cover the latter part––a compelling album that deserves much more attention.

Françoise Meltzer: Dark Lens. Imagining Germany, 1945, Chicago, London (The University of Chicago Press) 2019. 240 p., 4 color plates, 41 halftones.

Julian Barnes: The Man in the Red Coat

Reviewed by Steffen Siegel

Whoever went shopping at one of the Félix Potin grocery stores, at the beginning of the 20th century, had a chance to take more at home than milk or baguettes. Between 1898 and 1922, the company issued hundreds of photographic pictures in a total of three series. This method of customer retention dates back to the mid-19th century. Invented by the Paris department store »Au Bon Marché«, it became popular in the decades to come. In Germany, especially the Liebig picture cards gained considerable popularity. However, Félix Potin's pictures were unique in two ways: firstly, they were photographs (whereas most comparable collections leaned on drawings), and secondly, they were dedicated exclusively to the celebrities of the time: politicians, scientists, actors, composers, writers, etc.

The recently published book »The Man in the Red Coat« by the British writer Julian Barnes already expresses in its title a strong interest in the visual arts, particularly in one painting: John Singer Sargent’s »Dr. Pozzi at Home from 1881, now in possession of the Armand Hammer Foundation in Los Angeles. Based on this marvelous portrait, Barnes drafts a biography of the famous French gynecologist Samuel Pozzi. A pioneer in his profession, he was, of course, part of the Collection Félix Potin. However, the doctor is only the anchor for a much larger story, and this is an utterly fascinating one: Barnes reconstructs the Parisian society of the Belle Époque: its web of personal relationships, the intrigues and duels, friendships and enmities, all being part of a world long gone.

To get an overview here, you may have to be an expert on this period –– or an avid reader of Marcel Proust’s »À la recherche du temps perdu« (which is a good idea in the first place). However, Barnes leans on another means to guide his readers. All these little pictures from the Collection Félix Potin are printed on the endpaper, and they are scattered throughout the text. The book is a meditation on the possibilities of portraiture and how––if possible––to make the past present. In those days, it was probably mainly children who chased after the small picture cards. Today, it is up to us to capture with these carte de visite portraits, at least mentally, a compelling epoch.

Julian Barnes: The Man in the Red Coat, New York (Alfred Knopf) 2020. 275 p., various illustrations.

Phyllis Rose: Alfred Stieglitz

Besprochen von Steffen Siegel

Alfred Stieglitz hatte wirklich kein Interesse. Weder wollte er mit eigenen Bildern an der Ausstellung teilnehmen, und schon gar nicht wollte er, dass man ihm den Katalog widmen würde. Mit welchem Blick er dies dem Bibliothekar des Museum of Modern Art in New York mitgeteilt hat, lässt sich denken, wenn wir jenes Porträt ansehen, das Imogen Cunningham 1934 von dem siebzigjährigen Stieglitz aufgenommen hat. Ein zugeknöpfter Herr, dem beides gleichermaßen gegeben scheint: sich hinter seinen Brillengläsern zu verstecken und neugierig sein Gegenüber zu mustern. Dass wir es nicht mit einem verkniffenen Konservativen zu tun haben, sondern mit einem der einflussreichsten Fürsprecher der US-amerikanischen Kunst seiner Gegenwart, wird von der Fotografin mehr als nur beiläufig angedeutet: Stieglitz steht vor einem Gemälde seiner Lebensgefährtin Georgia O’Keeffe, deren Werk längst zum Kanon der amerikanischen Moderne zählt.

Beaumont Newhall, der als junger Bibliothekar den Auftrag erhielt, die Ausstellung »Photography, 1839–1937« zu kuratieren, konnte wohl nicht wissen, dass er mit seiner doppelten Bitte um Bilder und Ehrenpatronage bei Alfred Stieglitz an der falschen Adresse war. Auf noch immer beeindruckende Weise war Stieglitz ein Mann der Tat, der nicht darauf wartete, dass sich Institutionen für die ihn interessierenden Dinge erwärmen würden. Das 1929 eröffnete Museum of Modern Art musste ihm wie ein »new kid on the block« vorgekommen sein — zu diesem Zeitpunkt war Stieglitz bereits mehr als ein Vierteljahrhundert als Künstler, Galerist, Kurator und Publizist tätig. Dass das MoMA nun ausgerechnet mit einer Retrospektive eröffnet hatte, die den französischen Impressionisten gewidmet war, kam ihm wohl sogleich doppelt falsch vor: längst etablierte Kunst und zudem aus Frankreich. Cunningham hatte Stieglitz in seiner Galerie porträtiert, und die hieß nicht zufällig »An American Place«.

So bedeutend Stieglitz’ Rolle für die amerikanische und vor allem New Yorker Kunst der Moderne ist, so umfangreich, ja unüberschaubar ist auch die Literatur zu ihm. Wenn daher jetzt bei Yale University Press eine weitere und mit 260 Seiten eher schmale Biografie erscheint, dann liegt die Frage nahe: Warum? Eine Antwort könnte sein, dass das Buch in der Reihe »Jewish Lives« erschienen ist (diese Serie gibt es schon eine ganze Weile, bereits erschienene Titel reichen von Moses bis Harvey Milk, angekündigt sind weitere Bände von Jesus bis Bob Dylan). Allerdings widmet Phyllis Rose dem speziell Jüdischen in Stieglitz’ Leben kaum mehr als einige wenige Zeilen, und diese betreffen eher die deutsch-jüdische Herkunft seines Vaters. Nach Lektüre dieser Biografie liegt eine andere Antwort auf der Hand: weil ganz einfach bislang eine leicht fassliche, gut lesbare und präzise zuspitzende Gesamtdarstellung zu Leben und Werk von Alfred Stieglitz gefehlt hat. Gerade das aber leistet Phyllis mit ihrem Buch.

Man tut der Autorin kein Unrecht, wenn man behauptet, dass sie das Rad in Sachen Stieglitz-Forschung nicht noch einmal neu erfunden hat. Sie schließt an umfangreiche Darstellungen an, vor allem an die Publikationen von Sarah Greenough (der weltweit wohl besten Stieglitz-Kennerin), Richard Whelan und Katherine Hoffman. Dabei aber präpariert sie ein Bild von Stieglitz, das beides auf gleiche Weise einfängt: einmal seinen erstaunlich weiten Weg, den er als Künstler vom fotografischen Impressionismus zur Abstraktion genommen hat, sodann aber seine Rolle als Anwalt der modernen amerikanischen Kunst. Gerade die jüngere Forschung hat für eine missliche Schieflage in der Wahrnehmung von Stieglitz’ Leistungen am Kunstmarkt gesorgt: Weder seine Galerie »291« (die genau besehen ein Gemeinschaftswerk mit Edward Steichen war) noch die von ihm herausgegebene Zeitschrift »Camera Work« sind singuläre Institutionen. Vielmehr müssen sie im Zusammenhang eines ganzen Lebenswerkes betrachtet werden — Publizieren und Kuratieren waren zwei Handlungsmodi, von denen Stieglitz fast sein gesamtes Leben lang nicht ablassen konnte oder wollte.

Besteht eine erste Stärke des von Phyllis Rose verfassten Lebensbildes darin, solche roten Fäden auf anschauliche Weise freizulegen, so wird eine zweite Stärke immer dann deutlich, wenn einzelne Werke genauer betrachtet werden. Als Fotograf hat Stieglitz verschiedene Bilder geschaffen, die längst schon in einer Weise kanonisiert sind, dass man sie oft genug gesehen zu haben glaubt: »Paula« (1889) etwa oder »The Terminal« (1893), »The Flatiron« (1902), »The Steerage« (1907), die Aktphotographien Georgia O’Keeffes (1918) und allemal jene »Equivalents« (1925–1934), die seit der poststrukturalistischen Interpretation von Rosalind Krauss auch in den (Foto-)Theorie-Kanon eingegangen sind. Bei Rose erhalten alle diese Bilder in ausführlichen Einzeldarstellungen das Streiflicht der biografischen Information, und das ist — obwohl methodisch gewiss nicht all zu anspruchsvoll — überraschend erhellend.

Vielleicht war es ja tatsächlich so, dass Newhall zur Mitte der 1930er Jahre den denkbar schlechtesten Zeitpunkt erwischt hatte, als er Stieglitz für seine Ausstellung im MoMA anfragte. Der Fotograf und Galerist muss selbst gespürt haben, dass über ihn die Zeit hinwegzugehen begann. So betonte etwa der junge Walker Evans, seine Karriere gerade im Widerspruch zu Stieglitz’ ästhetischen Prämissen entwickeln zu wollen. Dass Newhalls Versuch einer mit den Mitteln des Museums geführten Fotogeschichte in einem Katalog münden würde, der bald schon das Standardlehrbuch zum Gegenstand werden sollte, konnten aber weder Newhall noch Stieglitz wissen. Eine grundlegend überarbeitete Fassung des Katalogs erschien 1949 (und in mehreren Auflagen noch fast vierzig Jahre lang) unter dem Titel »The History of Photography from 1839 to the Present Day«. Stieglitz ist hier nicht allein mit zwei Abbildungen vertreten und wird im Text ausführlich gewürdigt. Newhall hat sich außerdem die Freiheit genommen, drei Jahre nach Stieglitz’ Tod diesem die Neuausgabe zu widmen.

Phyllis Rose: Alfred Stieglitz. Taking Pictures, Making Pictures, New Haven, London (Yale University Press) 2019. 260 Seiten, 89 Schwarz/Weiß-Abbildungen.

Roland Meyer: Operative Porträts

Besprochen von Steffen Siegel

In seinem kurzen, 1951 geschriebenen Essay »Kafka y sus Precursores« macht Jorge Luis Borges auf eine ebenso einfache wie gewichtige Tatsache aufmerksam: Von jedem neuen Heute aus lässt sich Geschichte neu perspektivieren. Denn alles Neue hängt nicht allein von dem ab, was ihm vorausgeht; es nimmt vielmehr auch selbst rückwirkend Einfluss auf seine eigene Vorgeschichte. Wenn Borges also nach den Vorläufern Kafkas sucht und dabei dessen literarische Eigentümlichkeit etwa in chinesischen Texten des 8. Jahrhunderts oder bei Sören Kierkegaard entdeckt, dann ist dies kein Rückschaufehler: Es wird vielmehr deutlich, wie sich mit der Lektüreerfahrung Kafkas die ihm voraus gehende Literaturgeschichte noch einmal neu betrachten lässt. Jeder neue Gegenwart konstituiert auch eine neue Vergangenheit.

In diesem Sinn ist es gewiss nicht zu viel behauptet, wenn man sagt: Das jüngst erschienene Buch »Operative Porträts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavater bis Facebook« des Kunst- und Bildhistorikers Roland Meyer konnte so, wie es nun vorliegt, erst in unserer eigenen Zeit geschrieben werden. Biometrische Passbilder sind inzwischen fest in unseren Erfahrungshaushalt eingewandert. In offiziellen Dokumenten sind sie längst Pflicht, und die auf den Ämtern aushängenden Anweisungen, wie solche Bilder korrekt einzurichten seien, entbehren nicht einer unfreiwilligen Komik. Dass die Sache nicht wirklich zum Lachen ist, wissen wir allerdings auch: Das fotografische Bild vom eigenen Gesicht besitzt inzwischen den Rang einer Währung, die man mit sich führen muss, wenn man Auto fahren, eine Grenze passieren oder wählen gehen will. Für eben diese Bilder hat Meyer den Begriff »Operative Porträts« geprägt, und er untersucht in seinem Buch die Geschichte einer solchen Operationalisierung des individuellen Bildnisses für politische, ökonomische, kriminologische, epistemische etc. Zwecke.

Meyers gewichtige Studie wartet mit zwei Überraschungen auf: Zum einen greift er für die Rekonstruktion der »Precursores« erstaunlich weit zurück — bis hin zu der vom Schweizer Johann Caspar Lavater um 1770 angestoßenen Mode der physiognomischen Lektüre von Silhouetten. Und zum anderen machen die Kapitel dieses Buches ein ums nächste Mal deutlich, wie unpraktisch doch eigentlich das Porträt für die Zwecke der Verwaltung und Ordnung, Überwachung und Reglementierung von Individuen ist. Diese Bilder zeigen zu viel und zu wenig zugleich, mit Bezug zu den Dargestellten sie sind nicht hinreichend flexibel, vor allem aber seit die Fotografie als Leitmedium solcher Interessen auftrat, gab es ein quantitatives Problem: Die schiere Zahl an verfügbaren Bildern überstieg rasch jenes Maß, das sich sinnvoll auswerten ließ. So gesehen ist die Geschichte der »Operativen Porträts« vor allem eine Geschichte ihrer Operationalisierungen. In den Blick gelangt daher in Meyers Buch gar nicht so sehr die Ästhetik dieser Bildnisse als vielmehr das breite Spektrum von Kulturtechniken ihrer Bearbeitung.

Ganz im Sinn von Borges’ Interesse an den »Precursores« fragt auch Meyer danach, was den uns all zu gut vertrauten Ideen bildtechnologischer Identifizierbarkeit historisch vorausgeht. In zwölf Kapiteln wird dabei ein Panorama entfaltet, das sich wie eine andere Geschichte des Porträts im Zeitalter seiner technischen Operationalisierbarkeit liest. Wenigstens den Fachleuten wird manches dabei bestens vertraut sein — die Kapitel zu Disdéri, Lombroso, Galton oder Bertillon etwa sind konzise Abrisse des Forschungsstands (doch wer gute Einführungen zu diesen wichtigen Bildgeschichten sucht, ist hier gerade richtig). Andere Aspekte sind eher lose mit dem Thema verknüpft — von einem profunden Beitrag Alexander Rodschenkos, August Sanders oder Andy Warhols zur Geschichte der »Operativen Porträts« wird man eher nicht sprechen müssen. Dann aber gibt es wieder Kapitel, die eine wirklich neue Perspektive entfalten: Die den historischen Teil des Buches eröffnende Diskussion zu Lavater und schließlich auch das Resümee mit Analysen zu Gilles Deleuze/Félix Guattari und zu Roland Barthes sind brillante Lektüren.

Doch wird solche Rosinenpickerei der Anlage des Buches als Ganzes nicht gerecht. Denn Meyers Interesse liegt in eben jenem historischen Vektor, der sich in Borges’ Gedankenexperiment vorgezeichnet findet: Was lässt sich über eine wenigstens in manchen Teilen recht gut untersuchte Bildgeschichte des Porträtgebrauchs sagen, wenn wir diese Frage gerade heute stellen? Wenn wir uns also dafür in einer Zeit interessieren, in der die »Gesichterflut« längst eine prekäre politische Dimension erlangt hat, dass sie unser legitimes Bedürfnis auf Privatheit verletzt? In Meyers Studie zieht sich diese Geschichte zu einer auf fatale Weise konsequenten Zwangsläufigkeit zusammen, ohne dass der Autor diese Zusammenhänge forcieren müsste. Überhaupt aber fällt bei der Lektüre dieses Buches auf, wie unaufgeregt hier eine Geschichte präsentiert wird. Alarmismus ist Meyers Sache glücklicherweise nicht — dafür aber eine stilistische Präzision und sprachliche Eleganz, für die allein es sich lohnt, dieses Buch zu lesen.

Roland Meyer: Operative Porträts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavater bis Facebook, Konstanz (Konstanz University Press) 2019. 468 Seiten, 80 s/w-Abbildungen. 978-3-8353-9113-0