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Was kommt?

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  • ⟶ 15. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027
  • Photography Masters
  • Museum Folkwang
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  • ⟶ 16. Oktober bis 6. November 2026
  • Just Kidding
  • Kunsthaus Essen
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  • ⟶ 20. Oktober 2026
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 22. Oktober 2026
  • Eröffnung Galerie 52
  • CRACKING
  • Chennan Jin, Jiaying Yu, Yanru Zhang
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  • ⟶ 3. November 2026
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 5. November 2026
  • Juanita Solano Roa (Bogotá)
  • Folkwang Photo Talk
  • Online
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  • ⟶ 17. November 2026
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 19. November 2026
  • Eröffnung Galerie 52
  • Kunst kunss Kuss Kuh moo oo o
  • Acaymo Hülsmann Benlloch, Lena Meta Amalia Blaschta, Jonathan Rasmus Scotti
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  • ⟶ 25. November 2026
  • Eröffnung von Orbit XIII: Kai Behrendt (Fotografie und Objekt)
  • Öffnungszeiten: 28.11., 29.11., 5.12. und 6.12.2026, 13– 17 Uhr
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  • ⟶ 1. Dezember 2026
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 3. Dezember 2026
  • Eröffnung Galerie 52
  • MULMUNG: waves in your mind
  • Dain Kim
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  • ⟶ 9. Dezember 2026
  • Eröffnung von Orbit XIV: Marita Bullmann (Performance)
  • Öffnungszeiten: 12.12., 13.12., 19.12. und 20.12.2026, 13–17 Uhr
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  • ⟶ 10. Dezember 2026
  • Paolo Magagnoli (Brisbane)
  • Folkwang Photo Talk
  • Quartier Nord
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  • ⟶ 15. Dezember 2026
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 17. Dezember 2026
  • Steven Humblet: Playing the Photogram
  • Buchvorstellung
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  • ⟶ 17. Dezember 2026
  • Eröffnung Galerie 52
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  • ⟶ 12. Januar 2027
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 14. Januar 2027
  • Eröffnung Galerie 52
  • KAMMA
  • Paul Bier, Juri Ewel, Inga Hahnau, Janis Hoellger, Ana Maria Horlacher, Chaeg Kim, Levi Muguruza, Barlas Neumann, Luis Valentino Rossocha, Nike van Son, Tristan Waschkowitz
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  • ⟶ 20. Januar 2027
  • Eröffnung von Orbit XV: Valerie Schmidt (Fotografie und Tanz)
  • Öffnungszeiten: 23.1., 24.1., 30.1. und 31.1.2027, 13–17 Uhr
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  • ⟶ 21. Januar 2027
  • Eröffnung STOPOVER – Die Ausstellung
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 22. Januar 2027
  • STOPOVER – Die Tagung
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 26. Januar 2027
  • Filmreihe
  • SANAA-Gebäude
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  • ⟶ 28. Januar 2027
  • Eröffnung Galerie 52
  • Schauplatz
  • Dorian Beck
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  • ⟶ 2. Februar 2027
  • Cristina Baldacci (Venedig)
  • Folkwang Photo Talk
  • Quartier Nord und online
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Folkwang Photo Talks im Wintersemester 2026/2027

Wir freuen uns sehr, im Wintersemester 2026/2027 unsere Vortragsreihe der Folkwang Photo Talks mit diesen drei Gästen fortzusetzen:

5.11.2026
Juanita Solano Roa (Bogotá)

10.12.2026
Paolo Magagnoli (Brisbane)

2.2.2027
Cristina Baldacci (Venedig)

Der erste Vortrag wird digital stattfinden und auf Zoom übertragen werden, der zweite bei uns im Quartier Nord und der dritte hybrid, also im Quartier Nord und zugleich online. Wie stets publizieren wir hier auf unserer Website etwa einen Monat vor dem Vortrag eine ausführliche Ankündigung mit Vortragsabstract und biografischen Informationen zu unseren Gästen. Alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Folkwang Universität der Künste sind herzlich willkommen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine vollständige Liste aller bisher ausgerichteten Talks findet sich hier. Ausgewählte Vorträge sind in der Reihe seeing by ear des Zentrums für Fotografie Essen abrufbar.

 

 

Galerie 52 im Wintersemester 2026/2027

Plakat: Thomas Kühnen

Das Programm der Galerie 52 im Wintersemester 2026/2027 – wie immer sind alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Folkwang Universität der Künste herzlich eingeladen, bei den Vernissagen dabei zu sein oder zu den Öffnungszeiten die Ausstellungen zu besuchen!

Eröffnung: 22. Oktober 2026
CRACKING
Chennan Jin, Jiaying Yu, Yanru Zhang

Eröffnung: 19. November 2026
Kunst kunss Kuss Kuh moo oo o
Acaymo Hülsmann Benlloch, Lena Meta Amalia Blaschta, Jonathan Rasmus Scotti

Eröffnung: 3. Dezember 2026
MULMUNG: waves in your mind
Dain Kim

Eröffnung: 14. Januar 2027
KAMMA
Paul Bier, Juri Ewel, Inga Hahnau, Janis Hoellger, Ana Maria Horlacher, Chaeg Kim, Levi Muguruza, Barlas Neumann, Luis Valentino Rossocha, Nike van Son, Tristan Waschkowitz

Eröffnung: 28. Januar 2027
Schauplatz
Dorian Beck
 

 

Filmreihe im Wintersemester 2026/2027

Plakat: Hugo Höfler

Wenn bei den Großeltern der alte Filmprojektor abgestaubt und die Super-8-Filme aus dem Keller geholt werden, dann ist das eine Einladung zu einer Reise: um in Erinnerungen einzutauchen und an längst vergangenen Familienurlauben teilzuhaben. Nicht zuletzt durch seine breite Nutzung im Amateurbereich hat dieses Filmformat einen besonderen Charakter gewonnen. Vielleicht könnte man sogar so weit gehen zu sagen, dass der Super-8-Film der Pott unter den Filmformaten ist: Ein bisschen grob auf den ersten Blick aber durchweg ehrlich und deutlich vielschichtiger, als es sein Stereotyp vermuten lässt.

Die Filmreihe »Everything is SUPER« möchte ganz in der Tradition des Super-8-Films auch zu einem Schwelgen in fremden Erinnerungen einladen. Doch versinken wir dabei nicht in privaten Archiven, sondern begleiten das Format dabei, wie es gewissermaßen seine eigene Reise dokumentiert. Dazu werden wir gemeinsam sieben Langfilme aus den sieben Jahrzehnten seit Markteinführung des Super-8-Films betrachten. 

Im Gegensatz zu seinem klassischen Bild als Kurzfilm-Medium wurden sämtliche dieser Langfilme ausschließlich auf Super-8 gedreht und erlauben somit einen gezielten Einblick in den Umgang mit diesem Schmalfilmformat im Kontext verschiedenster Genres, Strömungen und vor allem zu diversesten Zeitpunkten seiner Geschichte.

Abflug ist stets um 18:15 im Auditorium des SANAA. Wir freuen uns darauf, diese Reise gemeinsam mit Euch zu bestreiten.

Kuratiert wird die Reihe in diesem Semester von Jakob Fleischer, Student im M.A. Photography Studies and Research.

 

Photography Masters 2026

Patrick Lohse, balance, Fotobuch, 2025

Vom 16. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027 zeigen wir im Museum Folkwang unsere Ausstellung »Photography Masters 2026«. Dieses Jahr sind mit dabei unsere Alumni Florian Fäth, Mara Fischer, Patrick Lohse und Nina Mokhtarbaf. Sie zeigen ihre Abschlussarbeiten aus dem Masterprogramm Photography Studies and Practice.

Welche Verbindungen unterhält Fotografie zur Wirklichkeit? Welche Räume sucht sie hierfür? Mit diesen beiden Fragen setzt sich die Ausstellung auseinander. Fotografische Verbindungen zur Wirklichkeit werden dabei in vielfältigen Facetten sichtbar: als politische, soziale oder auch persönliche Anliegen. Dabei wird die Gegenwart ebenso verhandelt wie die Vergangenheit. Letztere wird mit Themen aufgegriffen, konstruiert oder als Archivmaterial selbst zum Teil der künstlerischen Arbeit.

Die Werke repräsentieren eine große Spannweite aktueller künstlerischer Arbeit mit dem Medium der Fotografie – von der Dokumentation, dem fotografischen Essay, der Erzählung, über offene und assoziative Formen bis hin zum individuellen konzeptuellen Entwurf.
 
Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten des Museum Folkwang besucht werden. Der Eintritt ist frei.
 

Playing the Photogram

Berit Schneidereit: turns (subjective) III, 2023. Mit freundlicher Genehmigung durch die Künstlerin.

We are looking forward to welcoming Steven Humblet at Folkwang University of the Arts in Essen. Steven is the director of the interdisciplinary research group Thinking Tools at our partner university, the Royal Academy of Fine Arts in Antwerp. Steven Humblet will be at Folkwang on December 17, 2026.

On the occasion of his visit, he will present his most recent book »Playing the Photogram« which brings together works by 40 contemporary artists. Instead of limiting itself to a mere overview of what is happening today with the photogram, the book aims to present some insights into why so many artists are invested in what could be considered an obsolete procedure.

The starting point of the book is that the contemporary photogram cannot simply be understood as a nostalgic retour aux sources. On the contrary, these photograms are the result of both a pull towards and a push against the broader changes in today’s visual culture caused by digital disruption. Starting from a structural analysis of the contemporary photogram, the book is divided in five segments. Each segment explores the different strategies being used to today to set the current photogram apart from its ›historica‹ precursors, while also giving attention to the thematic expansion into new areas of inquiry.

As such, »Playing the Photogram« hopes to give some insight in what drives the current interest and passion towards the photogram.

 


 

Just Kidding

Plakatgestaltung: Emma Reckermann, Gina Hönisch 

Wann habt ihr in einer Ausstellung das letzte Mal richtig gelacht? Vom 16. Oktober bis zum 6. November 2026 zeigt das Kunsthaus Essen die Ausstellung »Just Kidding« mit Arbeiten von Studierenden der Folkwang Universität der Künste. Im Mittelpunkt steht der Humor: als Spiel, als Irritation, als Kritik und manchmal einfach als völliger Unsinn. Entstanden ist eine vielfältige Ausstellung mit überraschenden, absurden und humorvollen Arbeiten.

Der interdisziplinäre Kurs »Just Kidding« unter der Leitung von Jana Müller, Professorin für Grundlagen der Fotografie, präsentiert Arbeiten von Studierenden aus den Bereichen Fotografie, Intermediale Gestaltung und Product Design. Begleitet wurde der Kurs von Gästen wie den Kuratorinnen Leonie Herweg und Nana Bahlmann sowie den Künstlern Matthew Cowan, Peter Miller und Sven Dirkmann. Auch sie werden mit künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung vertreten sein.

Vernissage: Freitag, 16. Oktober 2026, 18 Uhr
Ort: Kunsthaus Essen, Rübezahlstraße 33, 45134 Essen
Ausstellungszeitraum: 16.10.– 6.11.2026

Mit Arbeiten von Lilly Beilmann, Clara Essner, Aaron Hamm, Anna Hellmuth, Janis Hoellger, Gina Hönisch, Ana M. Horlacher, Hanna Hryshko, Chaeg Kim, Sirin Onur, Meret Piel, Emma Reckermann, Paula Rieker, Isabella Rintsch, Hartmut Rosemann, Yamuna Rösch, Luis V. Rossocha, Léon Stuhlmann, Leo Teufel, Viktor Warnke, Theodor Winter und Gästen.

It will be a lot of fun!

Finale 2026

Save the date!

Am 24. September 2026 eröffnen wir usnere Jahresausstellung FINALE 2026 – mit allen Abschlussarbeiten aus den Bachelor- und Masterstudiengängen für Fotografie, Industrial Design und Intermediale Gestaltung.

Wie immer im SANAA-Gebäude und wie immer mit freiem Eintritt für alle Interessierten! Zu sehen sein wird FINALE 2026 bis zum 4. Oktober.

Wir freuen uns auf euch.

 

 

Call: Orbit im Wintersemester 2026/2027

Mit der Ausstellungsreihe Orbit wurde auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ein öffentlicher Ort etabliert, der die Zusammenarbeit zwischen Absolvent:innen und Studierenden der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste aktiv fördert. Für die Fortführung der Ausstellungsreihe im Sommersemester werden ehemalige Fotografiestudent:innen gesucht. Bewerbungen sind bis zum 30. September 2026 möglich.

Die ehemaligen Fotografiestudent:innen setzen ihre künstlerische Position im Rahmen der Ausstellung in Dialog zu einer aktuellen studentischen Arbeit. Die Präsentation des Ergebnisses in Form einer öffentlichen Ausstellung findet im Schalthaus 2 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein statt. Als Rahmenprogramm ist neben der Eröffnung auch jeweils ein Artist Talk angedacht. Organisiert wird die Ausstellungsreihe von Lorenza Kaib in Zusammenarbeit mit Prof. Elke Seeger.

Das ehemalige Schalthaus 2.0 wird seit dem Wintersemester 2024/2025 für Ausstellungen, Veranstaltungen und Treffen der Folkwang Universität der Künste – Fachbereich Gestaltung genutzt. Der neu entstandene Ausstellungsort liegt auf der Kunstwiese an Schacht XII. Eingebettet ist er in die Außenmauer des Zechengeländes, umgeben von alten Platanen. Neben der Wandfläche sind auch Glasfronten für die Ausstellenden bespielbar. Zusätzlich gibt es auf dem Gelände einen Frachtcontainer, der ebenfalls genutzt werden kann.

Die ehemaligen Fotografiestudent:innen erhalten für ihre Mitarbeit an der Ausstellungsreihe pauschal eine Aufwandsentschädigung von 400 Euro. Fahrtkosten sind erstattungsfähig. Materialkosten und Unterkunft können nicht gezahlt werden. Beim Ausstellungsauf- und Abbau unterstützen studentische Hilfskräfte, die Öffnungszeiten werden auch von ihnen übernommen.

Es sind drei Ausstellungen im Wintersemester 2026/2027 geplant:

Ausstellung 1: Eröffnung 18.11.2026; geöffnet: 21.11., 22.11., 28.11. und 29.11.2026 von 13 bis 17 Uhr
Ausstellung 2: Eröffnung 9.12.2026; geöffnet: 12.12., 13.12., 19.12. und 20.12.2026 von 13 bis 17 Uhr
Ausstellung 3: Eröffnung 20.1.2027; geöffnet: 23.1., 24.1., 30.1. und 31.1.2027 von 13 bis 17 Uhr

Das sind die erfüllenden Anforderungen für die Bewerbung
● erfolgreicher Abschluss an der Folkwang Universität der Künste ab dem Wintersemester 2016. Bei nachgewiesener reger Ausstellungs- und/oder Publikationstätigkeiten in den letzten zwei Jahren, darf der Abschluss auch länger zurückliegen.
● die eingereichten Arbeiten sollten nicht älter als drei Jahre sein

Die Bewerbung sollte enthalten:
● einen Lebenslauf oder CV
● ein Portfolio
● ein Kurztext (max. eine DIN A4-Seite) zur Motivation und Ideen zur Raumnutzung 
● wenn vorhanden: Präferenz für einen Ausstellungszeitraum

Bewerbungen können bis einschließlich 30. September 2026 an Lorenza Kaib verschickt werden. Es werden ausschließlich elektronische Bewerbungen im PDF-Format (unter 10 MB) angenommen. Nach dem Auswahlverfahren können sich Fotografiestudent:innen auf die drei ausgewählten Absolvent:innen bewerben. Die Absolvent:innen werden bestmöglich in diesen Prozess eingebunden. 

 


 

Call for Proposals: Photographic Communities

Following the seminars held in 2019, 2023, and 2025, the Bibliotheca Hertziana in Rome will host for the fourth time in March 2027 a week-long photo-historical seminar. The seminars are hosted in collaboration with Folkwang University of the Arts and bring together an international group of PhD candidates and postdoctoral researchers working across the broad field of photo-historical studies.

The theme of the upcoming seminar is Photographic Communities: How People Collaborate with Images.

We welcome proposals from Ph.D. students in the dissertation phase and recent post-doctoral scholars (maximum of three years since degree) in art history and related disciplines with a strong photo-historical component. The seminar language will be English. All participants will present some aspect of their current research projects, which must relate to the program’s subject matter. Visits to several photographic archives in Rome will be an integral part of the seminar.

You find the call for proposals, which includes detailed information about the topic, eligibility, and application process, on the Bibliotheca Hertziana’s website. The application deadline is 31 August 2026.

 

Wir standen auf einer Anhöhe

Mehr als ein Jahr haben sich die Studierenden der Fotografie  mit den transformatorischen Prozessen des ehemaligen Stahlstandortes Duisburg-Rheinhausen auseinandergesetzt. Zu sehen ist in der Ausstellung »Wir standen auf einer Anhöhe« eine fotografische Spurensuche am ehemaligen Stahlstandort Duisburg-Rheinhausen. Den Fokus legt sie auf den urbanen Raum legt, seine Umwälzungen und den damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Neben sichtbaren Spuren der Vergangenheit spielen auch Fragen an die Zukunft –  gestellt aus der Perspektive des Jetzt – eine Rolle.

Vom 19. Juli bis zum 30. August 2026 zeigen 13 Studierende der Folkwang Universität der Künste unter der Leitung von Prof. Elke Seeger fotografische und filmische Arbeiten in der Trichterebene der Mischanlage der Kokerei Zollverein auf dem UNESCO-Welterbes Zollverein. Mit Werken von mit Lena Blaschta, Kaspar Flesch, Jasper Gartmann, Alegria Diaz Gayoso, Piet Hesslemann, Marla Koether, Cora Liebscher, Luis Anton Lucyga, Lennart Pimpl, Frederik Metzger, Marcia Rottler, Anton Siemann und Ludwig Wang.

Zusätzlich laden wir am Mittwoch, dem 19. August 2026 um 18 Uhr zu einem Filmabend mit ausgewählten Filmen zu Duisburg-Rheinhausen im Rahmen der Ausstellung ein. Prof. Dr. Theodor Grütter und Paul Hofmann, Kinemathek im Ruhrgebiet, werden den Abend mit einführenden Worten begleiten.

Eröffnung: Samstag, den 18. Juli 2026, um 17 Uhr
Mischanlage Kokerei, Trichterebene (C70), UNESCO-Welterbe Zollverein

Öffnungszeiten:
19.7.–2.8.2026: Do und Fr 14–20 Uhr, Sa und So: 12–18 Uhr
3.8.–30.8.2026:  Fr 14-20 Uhr, Sa und So: 12–18 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Was ist erschienen?

An dieser Stelle informieren wir fortlaufend über neueste Publikationen unserer Team-Mitarbeiter:innen, der Doktorand:innen sowie von Studierenden der Fachgruppe Fotografie. Ausführlichere Informationen zu unseren Monografien und Katalogen finden sich hier.

2026
● Franziska Derksen: Inventare der Angst. In: Rundbrief Fotografie 33.2 (2026), S. 4–7.
● Helmut Schweizer: Handlungen. Actions, hg. von Steffen Siegel, unter Mitarbeit von Luis Lucyga, Leipzig 2026.
● Matthias Pfaller: Exposing the Nation. Histories of Photography in Chile, 1860–1960, Pittsburgh 2026.
● Steffen Siegel: noch – schon. Das fotografische Zeitbild Der große und der kleine Schritt von Gundula Schulze Eldowy. In: Nadine Jirka et al. (Hg.): Künstlerinnen zu Gast bei Bettina Gockel, Küsnacht 2026, S. 536–547.
● Jakob Schnetz: Zum Bild oder nicht dazu gehören. Fotografien als Aushandlungsobjekte von Gemeinschaft. In: Linda Conze (Hg.): Community. Fotografie und Gemeinschaft, Berlin 2026, S. 117–122.
● Steffen Siegel: Neue Miniaturen, mit der Kamera gemalt. Carl Ferdinand Stelzner und die Anfänge des fotografischen Porträts in Hamburg. In: Sabine Zorn, Bernd Pappe (Hg.): For your eyes only. Miniaturen der Romantik, Petersberg 2026, S. 102–113.

2025
● Andreas Backoefer, Claudia Jeschke, Christopher Muller (Hg.): In Limbo. Zum Verhältnis von Fotografie und Tanz, München 2025. Mit Arbeiten von Laura Pecoroni und Oliver Heise.
● Steffen Siegel: Links außen. Saskia Esken und die Männer. In: Rundbrief Fotografie 32.4 (2025), S. 4–7.
● Steffen Siegel: In der Schwebe: Sibylle Bergemanns fotografische Denkmäler. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (Hg.): Das Denkmal, Berlin 2025, S. 86–92. Engl.: In Suspense: Sibylle Bergemann’s Photographic Monuments. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (Hg.): The Monument, Berlin 2025, S. 86–92. Frz.: En suspens: Les monuments photographiques de Sibylle Bergemann. In: Sonia Voss, Frieda von Wild, Lily von Wild (Hg.): Le monument, Berlin 2025, S. 86–92.
● Steffen Siegel: Wider den Zeitgeist. Dirk Alvermanns Fotobücher. In: Daria Bona, Christoph Danelzik-Brüggemann (Hg.): Mensch Raum Geschichte. Die Fotografische Sammlung im Stadtmuseum Düsseldorf, Berlin 2025, S. 230–231.
● Philipp Goldbach, Steffen Siegel: Improvisierte Projektionen, Berlin 2025.
● Elizabeth Otto, Steffen Siegel (Hg.): Archival Absences. Toward an Incomplete History of Photography. Themenheft der Zeitschrift für Kunstgeschichte 88.3 (2025).
● Malte Radtki: Postal Profusion and Archival Scarcity: ­Jacob Vitta’s Photographs of Mining in the Gold Coast Colony as Prints and Postcards. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 88 (2025), S. 328–349.
● Steffen Siegel: Absent Pictures, Present Images: How Time Reshapes the Photographic Archive. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 88 (2025), S. 292–309.
● Steffen Siegel: Eine fotografische Versammlung / A Photographic Gathering. In: Simon Bapist: Von oben im Tal. Archiv Franz Göttfried / From Up the Valley. Archive Franz Göttfried, Salzburg 2025, S. 169–179.
● Joanna Nencek: Menschliches Auto. Fotografie der Aktion »Car« von Vladimír Ambroz (1977). In: Rundbrief Fotografie 32.2 (2025), S. 4–7.
● Steffen Siegel: Walter Benjamin et la naissance d’une nouvelle vision photo-historiographique. In: Photographica Nr. 10 (April 2025), S. 74–91.
● Steffen Siegel: Andere Farben. Different Colors. In: Annett Jahn, Ulrike Mönnig (Hg.): An den Rändern taumelt das Glück. Die späte DDR in der Fotografie, Weimar 2025, S. 82–83.

2024
● Linus Rapp: Wohltuende Sachlichkeit. Ausstellungsgestaltung an der HfG Ulm, Leipzig 2024.
● Christopher Haaf: Von Ulm in die Welt. Ausstellungen der HfG Ulm, Leipzig 2024.
● Steffen Siegel: Fotografische Ostpakete. Das Fotobuch DDR Frauen fotografieren von Gabriele Muschter und die deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte. In: Fotogeschichte 44 (2024), Heft 174, S. 35–40.
● Steffen Siegel: Postalische Verflechtungsgeschichte. In: Rundbrief Fotografie 31.3/4 (2024), S. 85–91.
● Elisabeth Neudörfl: Ansichten von K., Berlin 2024.
● Steffen Siegel: Otto Steinerts doppelte Pädagogik. Die Entstehung der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang in Essen. In: Anja Schürmann, Kathrin Yacavone (Hg.): Die Fotografie und ihre Institutionen. Von der Lehrsammlung zum Bundesinstitut, Berlin 2024, S. 38–57.
● Steffen Siegel: Unmittelbar. Immediate. In: Dörte Eißfeldt: Stehen Liegen Hängen, Berlin 2024, nicht paginiert.
● Steffen Siegel: Szenen der Fotokritik. In: Fotogeschichte 44 (2024), Heft 172, S. 45–51.
● Jakob Schnetz, Rebecca Racine Ramershoven: Vermessung des Angemessenen? Ein kritischer Experimentbericht zur fotografischen Repräsentation von Hautfarbe. In: Fotogeschichte 44 (2024), Heft 172, S. 30–37.
● Vera Knippschild: Der Mensch als Maß und Ziel. Über Fotografie, Format und Skalierung. In: Fotogeschichte 44 (2024), Heft 172, S. 22–29.
● Vermessene Bilder. Von der Fotogrammetrie zur Bildforensik. Fotogeschichte 44 (2024), Heft 172, hg. von Mira Anneli Naß und Steffen Siegel.
● Steffen Siegel: Lucia Moholy’s Modern History of Photography. In: Jordan Troeller (Hg.): Lucia Moholy. Exposures, Berlin 2024, S. 122–135.
● Steffen Siegel: Burkhard Maus: L’artiste Hans-Peter Feldmann fait une manifestation à la foire Art Cologne. In: Photographica Nr. 8 (April 2024), S. 0–1. ☞ Open Access
● Jana Müller: Falscher Hase / Mock Rabbit, Berlin 2024.
● Steffen Siegel: Fotografischer Postverkehr. In: Linda Conze (Hg.): Size Matters. Größe in der Fotografie, Berlin 2024, S. 67.
● Vera Knippschild: August 6, 2011 A really big thumb tack! We grabbed what we could for size comparison (6016328604).jpg. In: Linda Conze (Hg.): Size Matters. Größe in der Fotografie, Berlin 2024, S. 63.

2023
● Steffen Siegel: Lucia Moholys moderne Fotogeschichte. In: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 50 (2023), S. 297–319.
● Steffen Siegel: Welche Spuren? Bildforensik der Fotogeschichte. In: Bildwelten des Wissens 19 (2023), S. 21–33  ☞ PDF
● Paul Werling: Does this Person Exist? KI-Generierte Porträts und ihre prekäre Existenz im Digitalen Raum. In: 21. Inquiries into Art, History, and Visual Culture 4 (2023), S. 745–781 ☞ PDF
● Steffen Siegel: A Special Kind of Paper: An Emerging Value System for Photography. In: Afterimage 50.4 (2023), S. 14–18 ☞ PDF
● Christopher Muller: easy tools, Köln 2023.
● Steffen Siegel: Nicéphore Niépce et l’idée de »réplication photographique«. In: Histoire de l’art Nr. 92 (Dezember 2023), S. 63–74.
● Stefanie Regina Dietzel: Art. Ludwig Windstosser. In: Neue Deutsche Biographie, hg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 28. Bd., 2023, S. 237–238.
● Steffen Siegel: Erscheinungsweisen. Versuch über Adrian Sauers bildnerisches Werk. Modes of Appearance. An Essay on Adrian Sauer’s Pictorial Work. In: Adrian Sauer: Truth Table, Leipzig 2023, S. 209–213 ☞ PDF
● Steffen Siegel: Make-up. Manipulation und Postmanipulation in Sebastian Riemers Press Paintings. In: Sebastian Riemer: Press Paintings, Leipzig 2023. Zeitgleich erschienen in: Fabienne Liptay (Hg.): Postproduktion: Bildpraktiken zwischen Film und Fotografie, Marburg 2023, S. 27–42.
● Anna Chiesorin: In die Zukunft schauen. Rendern als Kulturtechnik, Berlin 2023.
● Ramona Schacht. PICTURES AS A PROMISE (p.a.a.p.); Interview mit Christiane Eisler, Stefanie Regina Dietzel und Ramona Schacht. In: Dokumentarfotografie Förderpreise 14, hg. von der Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg 2023, S. 49–60.
● Stefanie Regina Dietzel: Exklusive Einblicke? Das Fotoalbum als Repräsentationsmedium der Industrie der DDR. In: Kuratierte Erinnerungen. Das Fotoalbum, Tagungsband der Kommission Fotografie in der Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft, Münster 2023, S. 200–208.
● Oliver Heise: symptom. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft Nr. 29 (2023), S. 9–18 (drei Fotografien aus der Serie).
● Aslı Özçelik: Sıhhatler olsun, Leipzig 2023.
● Steffen Siegel: Der Gutachter des Fotografen. Über die Entstehungsbedingungen von Dirk Alvermanns Fotobüchern. In: Fotogeschichte 43 (2023), Heft 168, S. 21–30.
● Malte Radtki: Erinnere mich – zu meinen Bedingungen! Nachlassbewusstsein im privaten Fotoalbum. In: Rundbrief Fotografie 30.2 (2023), S. 22–36.
● Francisco Vogel: Ein Museumsbesuch. Fotografie und Exponat im Austausch. In: KWI-BLOG vom 6. März 2023.
● Stefanie R. Dietzel: Produzieren und Repräsentieren. Arbeiter*innen als Sujet und Zielgruppe der Industriefotografie. In: Stefanie Regina Dietzel, Carola Jüllig (Hg.): Fortschritt als Versprechen. Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023, S. 64–75.
● Steffen Siegel: Der Platz der Arbeit, der Ort der Bilder. In: Stefanie R. Dietzel, Carola Jüllig (Hg.): Fortschritt als Versprechen: Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023, S. 54–63.
● Stefanie R. Dietzel, Carola Jüllig (Hg.): Fortschritt als Versprechen: Industriefotografie im geteilten Deutschland, Berlin 2023.
● Steffen Siegel: Ludwig Belitskis »15 venezianische Glasgefäße«. In: Frauke von der Haar, Lothar Schirmer (Hg.): Ulrich Pohlmann. Fotografie sammeln: Dem Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum – Eine Festschrift, München 2023, S. 110–111.

2022
● Clara Mühle: Eine Kamera und ein Bier. »Innenansicht« aus dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. In: Rundbrief Fotografie 29.3–4 (2022), S. 4–7.
● »Nicht Grenzen setzen, sondern ermöglichen«. Ute Eskildsen im Gespräch mit Steffen Siegel. In: Fotogeschichte 42 (2022), Heft 166, S. 12–22.
● The Work of Critique. Abigail Solomon-Godeau in Conversation with Steffen Siegel. In: Fotogeschichte 42 (2022), Heft 166, S. 5–11.
● Fotogeschichte 42 (2022), Heft 166: Schreiben über Fotografie II, hg. von Steffen Siegel und Bernd Stiegler.
● Elisabeth Neudörfl: Die Autorin als Produzentin. Eine persönliche Notiz. In: Friederike Wappler, Arno Giesinger: History Matters. Konstellation Benjamin, Leipzig 2022, S. 118–121.
● Steffen Siegel: Bausteine für eine künstlerische Theorie der Fotografie. Building Blocks for an Artistic Theory of Photography. In: Camera Austria International Nr. 160 (2022), S. 9–18.
● Judith Riemer: »Beste«, »mittlere« und »schlechte Fotos«. Kurt Schwitters als fotografierender Typograf. In: Fotogeschichte 42 (2022), Heft 165, S. 16–25.
● Samuel Solazzo: Zweite Sonne. Bilder verstrahlter Gestade. In: Rundbrief Fotografie 29.2 (2022), S. 4–7.
● Lily von Wild: Die reisende Bergemann vor 1989. In: Thomas Köhler, Katia Reich (Hg.): Sibylle Bergemann. Stadt Land Hund. Fotografien 1966–2010, Berlin 2022, S. 193–203.
● Ardelle Schneider: Butterflies and Caterpillars, Dortmund 2022.
● Martina Padberg, Elke Seeger, Steffen Siegel (Hg.): On Display. Der Körper der Fotografie, Essen 2022.
● Wolfram Hahn: Burgbergstraße, Zürich 2022.
● Jakob Schnetz: Kacheln, Mosaike, Raster. Kalkulierte Natürlichkeit in der digitalen Farbfotografie. In: Rundbrief Fotografie 29.1 (2022), S. 7–20.
● Paul Werling: Das Aussterben anderer betrachten. Zur letzten Sichtung des Kaua’i ‘O-‘o. In: Rundbrief Fotografie 29.1 (2022), S. 4–6.
● Christina Leber (Hg.): Passagen, Frankfurt am Main 2022.
● Michael Romstöck (Red.): FOTO – TEXT – TEXT – FOTO, Essen 2022.
● Paul Werling: Verpixeltes Korn. In: Photonews 34.5 (2022), S. 31.
● Steffen Siegel: Farbfotografie und farbige Fotografie. In: Fotogeschichte 42 (2022), Heft 163, S. 9–18.
● Matthias Gründig, Elke Seeger (Hg.): A List of Distractions, Essen 2022.
● Sophia Greiff: Zwischen Fakt und Erfahrbarkeit – Erzählen an den kreativen Rändern des Fotojournalismus. In: Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hg.): Fotojournalismus im Umbruch. Hybrid, multimedial, prekär, Köln 2022, S. 405–431.
● Steffen Siegel: »Alle anderen Bilder sind echt«. Fotografische Aprilscherze in der »Berliner Illustrirten Zeitung«. In: Zeitschrift für Ideengeschichte 16.1 (2022), S. 83–100 ☞ PDF

2021
● Matthias Gründig: Ten Dollar Faces: On Photographic Portraiture and Paper Money in the 1860s. In: History of Photography 45 (2021), S. 5–19.
● History of Photography 45.1 (2021): Circulating Photographs, hg. von Maria Antonella Pelizzari, Steffen Siegel.
● Hannes Wietschel: Der Cotopaxi im fotografischen Nebel: Hans Meyers Blick auf widerständige Fotografien. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (Hg.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2021, S. 139–149.
● Steffen Siegel: Was sich sehen lässt: Zur vergangenen Zukunft des Fotografischen. In: Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka, Johannes Röll (Hg.): Faktizität und Gebrauch früher Fotografie. Factuality and Utilization of Early Photography, Wiesbaden 2022, S. 31–45.
● Steffen Siegel: Ein Bild von einem Bild? Über fotowissenschaftliche Reproduktionsstile. In: Rundbrief Fotografie 28.4 (2021), S. 7–16 ☞ PDF
● Steffen Siegel: Nicéphore Niépce and the Industry of Photographic Replication. In: The Burlington Magazine 163 (2021), Nr. 1425, S. 1112–1119  ☞ PDF
● Fotostadt Essen, Ausgabe 2 (November 2021), hg. vom Zentrum für Fotografie in Essen.
● Hannes Wietschel: Fotografien in der geographischen Bildkritik / Photos in the Context of Geographical Image Criticism. In: Gisela Parak, Elke Bauer (Hg.): Die Empirik des Blicks. Bedeutungszuweisungen wissenschaftlicher Expeditionsfotografie / The Empirical Gaze. Interpretations of Scientific Expedition Photography, Halle an der Saale 2021, S. 52–73.
● Steffen Siegel: Bilder gebrauchen. Fotografien zwischen Kunst, Theorie und Politik / Using Pictures: Photographs Between Art, Theory and Politics. In: Stefan Gronert (Hg.): True Pictures? Zeitgenössische Fotografie aus Kanada und den USA / True Pictures? True Pictures? Contemporary Photography from Canada and the USA, Köln 2021, S. 130–136.
● Steffen Siegel: Wo anfangen? Über die vielfältigen Ursprünge der Fotografie / Where to Begin? On the Multiple Origins of Photography. In: Neue Wahrheit? Kleine Wunder! Die frühen Jahre der Fotografie / New Truth? Small Miracles! The Early Years of Photography, Köln 2021, S. 18–31.
● Judith Riemer: Möglichkeitsraum Fotoalbum. Gestalterische Strategien von Künstler*innen in den 1920er und 1930er Jahren. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 161, S. 64–67.
● Steffen Siegel: Die Perücke des Patriarchen. Private und öffentliche Blicke im Fotoalbum. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 161, S. 25–34.
● Fotostadt Essen, Ausgabe 1 (September 2021), hg. vom Zentrum für Fotografie in Essen.
● Matthias Pfaller: Two Photographic Albums at the Getty and Their Relation to the Stock-Photography Market in 1860s Chile. In: Getty Research Journal Nr. 14 (2021), S. 81–102.
● Michael Ponstingl: Wien-imaginaire. Straßenfotografie im 19. Jahrhundert. In: Anton Holzer, Frauke Kreutler (Hg.): Augenblick! Straßenfotografie in Wien, Heidelberg 2021, S. 74–79.
● Steffen Siegel: Über Propagandafotografie / Propaganda Photography. In: Kristina Lemke (Hg.): Neu sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre / New Ways of Seeing. The Photography of the 1920s and 1930s, Bielefeld 2021, S. 168–187, 238–241.
● Elisabeth Neudörfl: Out in the Streets, Berlin (Hatje Cantz Verlag) Berlin 2021.
● Maxie Fischer, Erdmut Wizisla: »Wir müssen imaginieren«. Ein Gespräch über Bertolt Brecht, Michael Schmidt und die Arbeit mit Archivmaterialien. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 49–55.
● Steffen Siegel: Was ist kein Fotobuch? In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 43–48.
● Elisabeth Neudörfl: Das Foto-Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 29–34.
● Sophia Greiff: Artefakte der Recherche. Text, Dokument und Found Footage als narrative Elemente im Fotobuch. In: Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159, S. 21–28.
● Fotogeschichte 41 (2021), Heft 159: Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchforschung, hg. von Anja Schürmann und Steffen Siegel.
● Matthias Pfaller: In Kontakt mit dem Medium. Die chilenische Krise im Livestream der Galería CIMA. In: Rundbrief Fotografie 28.2 (2021), S. 7–15.
● Anne Breimaier, Matthias Gründig (Hg.): Hollis Frampton: ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest, Essen (Folkwang Universität der Künste) 2021.
● Steffen Siegel: Wie wird man Fotograf? Timm Rauterts Jahre an der Folkwangschule Essen. In: Timm Rautert und die Leben der Fotografie, Göttingen 2021, S. 18–24.
● Elisabeth Neudörfl: Photographer's Dilemma: »Good« Photography vs. »Good« Architecture. In: Candide. Journal for Architectural Knowledge Nr. 12 (2021), S. 173–190.
● Matthias Gründig: Das Atelier als Goldmühle. Zur Porträt-Photographie des 19. Jahrhunderts als Dispositiv. In: Eckhard Leuschner (Hg.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, S. 39–48.
● Steffen Siegel: Der Photograph. Ursprünge eines Berufsbilds um 1840. In: Eckhard Leuschner (Hg.): Der Photopionier Carl Albert Dauthendey. Zur Frühzeit der Photographie in Deutschland und Russland, Petersberg 2021, S. 28–37.


 

Orbit im Sommersemester 2026

​​​​​​​Gestaltung: Hamidreza Ghasemi

ORBIT geht in die zweite Sommeredition! In diesem Semester treffen Arbeiten der Absolvent:innen Claudius Dorner, Mercedes Theresia Wagner Romero und Lucy J. Rogers auf die von Fotostudent:innen Max F. Borchardt, Anna Kebe und Paula Rieker.

Kulturelle, körperliche und sich verändernde geografische Grenzziehungen sind die Themen, mit denen sich die ausgewählten Künstler*innen in diesem Sommer beschäftigen. Dabei sind gesellschaftliche Fragestellungen, aber auch der persönliche Umgang mit Geschichte Ausgangspunkte der jeweiligen Auseinandersetzung. Die künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Fiktion und Dokumentation. Die Künstler:innen schaffen neue Bildwelten und Hinterfragen durch medienübergreifende, installative Praktiken unsere Erinnerungskultur.

Initiiert und geleitet wird das künstlerische Forschungsprojekt von Elke Seeger, Professorin für Fotografie & Konzeption, kuratorisch federführend erarbeitet und durchgeführt von Lorenza Kaib, sowie unterstützt durch die studentischen Hilfskräfte Paul Niklas und Alparslan Kabasakal.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts BLICKFELD ZOLLVEREIN, einer Kooperation der Folkwang Universität der Künste und der Stiftung Zollverein. Ermöglicht wird das Projekt durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein (GFF) und die RAG-Stiftung.
 

Galerie 52 im Sommersemester 2026

Lost in Diffusion Studierende aus dem Kurs von Johannes Post
Eröffnung: 16.4.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 17.4.2026–30.4.2026

Jan Borreck und Leander Mundus
NOTHING TO SEE HERE
Eröffnung: 7.5.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 8.5.2026–16.5.2026

Helmnut Schweizer: Handlungen
Kuratiert von Luis Lucyga und Steffen Siegel
Eröffnung: 21.5.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 22.5.2026 – 6.6.2026

upsidedown Studierende der Grundlagen Fotografie Folkwang Universität der Künste und der Elam – University of Auckland von Prof.in Jana Müller und Prof. Sean Kerr
Eröffnung: 11.6.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 12.6.2026–28.6.2026

you can look up at the sky, but you must know the sky is also looking down at you
Kuratiert von Franziska Derksen, Marie Laforge, Louisa Lahr, Selma Mierl, Paula Stilke
Eröffnung: 1.7.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 2.7.2026–11.7.2026

Elisabeth Peerenboom
To Walk A Tightrope
Eröffnung: 16.7.2026, 19 Uhr
Ausstellung: 17.7.2026 – 30.9.2026

Folkwang Photo Talk mit Christian Joschke

Wir freuen uns sehr, zum Abschluss dieses Sommersemesters mit Christian Joschke einen ganz besonderen Gast an der Folkwang Universität der Künste zu begrüßen. Am 14. Juli 2026 wird er im Rahmen der Folkwang Photo Talks sprechen über

Von der Materiellen Geschichte der Fotografie zur Medienarchäologie

In den letzten zehn Jahren hat sich das Feld der Fotogeschichte erweitert und verschoben. Nachdem Bildgeschichte und Visual Studies die Forschung für die Wissenschaftsgeschichte sensibilisiert und damit den Weg zu Bildern, die nicht dem Begriff Kunst entsprachen, noch einmal neu geöffnet haben, wurde immer mehr die Materialität der Quellen in Frage gestellt. Sehr viel intensiver werden nun auch Technik, Medium und Träger berücksichtigt, denn das Materielle gibt ganz eigenen Aufschluss über Fragen von Provenienz, Autorschaft, Nutzung, Zirkulation – sie alle sind wichtig für eine gründliche Kontextualisierung der Bilder. Aus dieser Sicht entwickelte sich eine neu gefasste historische und anthropologische Herangehensweise an die Bilder.

Zum anderen fügt sich die Fotogeschichte in einem neuen Rahmen ein, in welchem auch andere Medien – etwa Fernsehen oder Internet – im Fokus stehen. Sobald man vom künstlerischen Horizont wegschaut, ist Fotografie als »operatives Bild« mit einem weiten Feld der Kulturtechnik der Moderne vernetzt, und dient anderen Funktionen wie etwa dem Versenden von Nachrichten, der sozialen Kontrolle oder forensische Ermittlungsverfahren. Beide Methoden – Materielle Geschichte und Medien-Archäologie – kommen dennoch aus zwei sehr verschiedenen intellektuellen Richtungen. Der Vortrag fragt: In welchem Verhältnis zueinander stehen sie?

Christian Joschke unterrichtet als Professor für Kunstgeschichte an der Beaux-Arts in Paris. Er gehört zu den wichtigsten Fotohistorikern Frankreichs. Als Mitbegründer und Mitherausgeber des Jahrbuchs Transbordeur engagiert er sich inzwischen seit über einem Jahrzehnt für die publizistische Präsenz der fotohistorischen Forschung. Zu seinen Monografien zählen Les yeux de la nation. Photographie amateur dans l‘Allemagne de Guillaume II, Dijon 2012, sowie La Révolution suspendue. Photographie et presse communiste dans l'Allemagne de Weimar (1918–1933), das 2025 bei Macula in Paris erschienen ist. Im Jahr 2023 war er Rudolf Arnheim-Gastprofessor an der Humboldt Universität zu Berlin.

14. Juli 2026, 18 Uhr, Quartier Nord, Raum 2.13 – und online unter diesem Zoom-Link.

Folkwang Photo Talk mit Johanna Spanke

Wir freuen uns sehr, am Donnerstag, den 18. Juni 2026 für den nächsten Folkwang Photo Talk unsere Hamburger Kollegin Johanna Spanke zu begrüßen! Sie wird sprechen über:

Fotografinnen als Wandgestalterinnen: Feministische Perspektiven auf die Geschichte des »photomural«

Lange Zeit spielte das fotografische Wandbild, das sogenannte »photomural«, in der Fotografieforschung nur eine untergeordnete Rolle. Wichtige Studien der letzten Jahre haben begonnen, diese Lücke zu schließen. Die bedeutenden Beiträge, die Frauen im Hinblick auf die Entwicklung des Mediums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geleistet haben, wurden jedoch weiterhin marginalisiert. Doch weibliche Akteurinnen spielten eine zentrale Rolle: als Ideen- und Auftraggeberinnen in einer Zeit, in der sich das Medium als »photographic wallpaper« in den USA erst zu entwickeln begann, sowie als Fotografinnen, die an einer künstlerischen Nobilitierung des „photomural“ entscheidend mitwirkten.

Stärker als auf dem Gebiet der Wandmalerei konnten sich Frauen mit fotografischen Großformaten einen sichtbaren Platz im öffentlichen Raum erstreiten. So gelang es etwa der US-amerikanischen Fotografin Margaret Bourke-White in den 1930er Jahren, als das »photomural« in den USA zum Inbegriff nationaler Kunst erklärt wurde, sich als Protagonistin in diesem neuen Bereich der Wandgestaltung zu etablieren. Sie erhielt den Auftrag, die Eingangsrotunde der NBC-Studios im Rockefeller Center mit den damals größten »photomurals“ zu gestalten, die als dauerhafte Wanddekoration überliefert sind. Fast 20 Jahre später, auf der anderen Seite der Grenze, griff auch die mexikanische Fotografin Lola Álvarez Bravo das Medium »photomural« auf und betrat damit ein Feld, das in Mexiko noch immer vom Muralismus dominiert wurde – jener staatlich geförderten, von Männern angeführten Wandmalereibewegung, die maßgeblich zur Gründung einer nationalen Identität nach der mexikanischen Revolution beigetragen hatte.

Der Vortrag betrachtet die Genese des »photomural« durch die Linse einer spezifisch feministisch orientierten Fotohistoriografie. Er spannt dabei einen Bogen von den kommerziellen Anfängen des Mediums als Fototapete im weiblich konnotierten privaten Raum bis hin zu den monumentalen Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum, die zwischen den 1930er und 1950er Jahren von Fotografinnen realisiert wurden. Gefragt wird ebenso nach den Handlungsräumen und Strategien dieser Akteurinnen, die ihre Wandarbeiten dezidiert als künstlerische Positionierungen verstanden sehen wollten, wie auch nach der geschlechtlichen Codierung von Technik, motivischen Themen- und fotografischen Tätigkeitsfeldern.

Dr. Johanna Spanke ist als PostDoc wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg. Ihr Buch Photomurals. Fotografische Wandbilder in transnationalen Aushandlungsprozessen zwischen Mexiko und den USA, das auf ihrer Dissertation basiert, wurde in der Kategorie »Textband Fototheorie« mit der Goldmedaille 2024/2025 des Deutschen Fotobuchpreises ausgezeichnet. Eine englischsprachige Übersetzung ist derzeit in Vorbereitung. Im ERC Projekt »Advanced Grant Horizon 2020: Visual Scepticism. Towards an Aesthetic of Doubt« von Prof. Dr. Margit Kern an der Universität Hamburg forscht Johanna Spanke derzeit zu zeitgenössischen Denkmalinterventionen. Insbesondere nimmt sie dabei aus einer transnationalen Perspektive das »Schwierige Erbe« des Christoph Kolumbus in den Blick.

Wie stets sind alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Folkwang Universität der Künste herzlich eingeladen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

18.6.2026, 18 Uhr, Folkwang Universität der Künste, Quartier Nord, Raum 2.13.

Helmut Schweizer: Handlungen

Vom 22. Mai bis zum 5. Juni 2026 zeigt die Galerie 52 die Ausstellung »Helmut Schweizer: Handlungen. Actions«.

In den Jahren zwischen 1970 und 1976 arbeitete der Künstler Helmut Schweizer (*1946) an seiner Werkserie »Handlungen«, die sich nach ihrem Abschluss auf mehr als einhundert dreiteilige Sequenzen summierte. Sie alle zeigen ganz alltägliche Handlungsfolgen, wie man ein Ei köpft zum Beispiel oder einen Nagel in die Wand schlägt. In aller Einfachheit laden diese Bildfolgen dazu ein, in grundlegender Weise über unser Verhältnis zur Welt nachzudenken, wie wir sie formen und durch unser Tun verändern.

Besonders wichtig dabei ist, dass Schweizer bereits in den 1970er Jahren intensiv über die negativen Folgen solcher Einwirkungen nachdachte. Dieses ökologische Motiv hat Schweizers künstlerisches Werk seither tief geprägt. Im Jahr 1992 nahm er schließlich an der documenta IX teil. Während ihrer Entstehung sind Auszüge aus den »Handlungen« in zahlreichen Institutionen gezeigt worden, nicht allein in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern und zuletzt auch in Nordamerika und Asien.

Fünf Jahrzehnte nach ihrem Abschluss wird es Zeit, diese Serie in ihrem ganzen Umfang erstmals öffentlich vorzustellen. Die Ausstellung in der Galerie 52 wird hierzu die Gelegenheit geben. Ihr voraus ging eine intensive Arbeit im Archiv des Künstlers. Luis Lucyga und Steffen Siegel haben es seit 2023 gemeinsam mit dem Künstler gesichtet, digitalisiert und bearbeitet. Auf diese Weise wird die Ausstellung einen vollkommen neuen Blick auf die »Handlungen« ermöglichen und zu einer Wiederentdeckung einladen.

Begleitend zur Ausstellung, die von Luis Lucyga und Steffen Siegel kuratiert wird, ist im Verlag Spector Books Leipzig ein umfangreiches Künstlerbuch erschienen.

Die Ausstellung wird eröffnet am Donnerstag, den 21. Mai 2026, ab 18 Uhr. Der Künstler ist anwesend!

Alle Interessierten innerhalb wie außerhalb der Folkwang Universität der Künste sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Galerie 52, Quartier Nord, Martin-Kremmer-Straße 21, 45327 Essen. S Essen Zollverein-Nord oder Tram 107 Essen Zollverein

 

Jetzt bewerben!

Dich fasziniert die Auseinandersetzung mit einem Bildmedium, das wie kein zweites unseren Alltag prägt? Wir teilen diese Leidenschaft und freuen uns über deine Bewerbung!

Die Folkwang Universität der Künste in Essen ist die einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum, an der die künstlerische und wissenschaftliche Beschäftigung mit der Fotografie in eigenen Studiengängen unterrichtet wird.

Die Studienplätze in den drei Studiengängen Fotografie (Bachelor of Arts), Photography Studies and Practice (Master of Arts) und Photography Studies and Research (Master of Arts) werden einmal jährlich ausgeschrieben und durch ein Aufnahmeverfahren vergeben, die stets im Frühjahr stattfinden. Die Bewerbungsfrist für die beiden künstlerischen Studiengänge (BA und MA) ist Mitte März, für den wissenschaftlichen Studiengang Ende Mai. Studienbeginn ist das kommende Wintersemester.

Vor einer Bewerbung empfehlen wir, für eine allgemeine Studienberatung und eine Mappenberatung zu den Lehrenden der Fachgruppe Kontakt aufzunehmen. Gerne beantworten wir alle Fragen! Ein Besuch auf der Zeche Zollverein im Quartier Nord ist jederzeit möglich!

Ganz besonders lohnt sich ein Besuch während des Studieninfo-Tags (Mitte Januar), während unserer jährlichen Ausstellungen »Stopover« im SANAA-Gebäude und »Photography Masters« im Museum Folkwang (beide ab Ende Januar) während unseres Rundgangs (Mitte Juli) und während der großen Absolventenausstellung »Finale« (Ende September).

Alle Informationen zu den Anforderungen in den Bewerbungsverfahren und ihrem Verlauf, zu den Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern sowie zu den genauen Terminen finden sich hier zusammengefasst.

Manifesta-Kuratorin Leonie Herweg zu Gast im Quartier Nord

Porträt: Simon Freund

Die Fachgruppe Fotografie der Folkwang Universität der Künste freut sich sehr, am 27. Mai 2026 die Kuratorin Leonie Herweg zu begrüßen. Sie ist Ko-Kuratorin der in diesem Jahr im Ruhrgebiet ausgerichteten Manifesta 16 und wird anlässliches ihres Besuchs bei uns im Quarier Nord über ihre Arbeit an dieser wichtigen Ausstellung berichten. Ihr Vortrag trägt den Titel »Exercises in Respect«.

Mittwoch, 27. Mai 2026, ab 18 Uhr, Raum 1.52. Alle Interessierten innerhalb und außerhalb der Universität sind herzlich willkommen!

n+1. Mehr als ein Bild

Sara Cwynar, Scroll 1, 2020 (Standbild), aus der Serie Marilyn, © Sara Cwynar, Image Courtesy Sara Cwynar und Cooper Cole, Toronto.

Bereits zum zweiten Mal nach 2022 haben wir die große Freude, in der Kunststiftung DZ BANK in Frankfurt am Main eine Ausstellung zu realisieren. Unter dem Titel »n+1. Mehr als ein Bild« haben Studierende des M.A. Photography Studies and Research, dem Master für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, im Wintersemester 2025/2026 gemeinsan mit Christina Leber, der künstlerischen Leiterin der Kunststiftung, und Steffen Siegel an dieser Ausstellung gearbeitet.

Gestapelt, gereiht, geschichtet: Das Serielle erscheint in der Kunst der Gegenwart in großer Vielfalt. Die Formel »n+1« drückt eine von Kunstschaffenden immer wieder verwendete Vielzahl von Einzelteilen aus, die sie zu einem Kunstwerk zusammenfügen. Oftmals existieren diese mehrteiligen Arbeiten in verschiedenen Versionen oder es werden ihnen weitere Teile zugeordnet, so dass ihre Kombinationen je unterschiedliche Wirkungen hervorbringen können. Dabei ergibt sich ein breites Spektrum von Gestaltungsformen, wie serielle Kunstwerke fruchtbar in Beziehung treten – als ein Objekt, bestehend aus mehreren Einzelelementen, oder als Bildpaar, Serie, Zyklus, Cluster oder Archiv. Auch inhaltlich verhalten sich sequenzielle Kunstwerke zueinander. Je nachdem, welche Kombinationen die Kunstschaffenden in Beziehung setzen, ergeben sich immer wieder andere Verbindungen und Lesarten.

Gezeigt werden Werke von Heba Y. Amin, Sara Cwynar, Katarína Dubovská, Dörte Eißfeldt, Jan Paul Evers, Philipp Goldbach, David Hockney, Sven Johne, Jürgen Klauke, Peter Miller, Loredana Nemes, Barbara Proschak, Adrian Sauer, Helmut Schweizer, Roman Signer und Sophie Thun.

Die kuratorische Arbeit an dieser Ausstellung umfasste die Auswahl der Werke, ihre komzeptuelle Einrichtung in der Ausstellungshalle der Kunststiftung, die Erarbeitung des begleitenden Katalogs und die Beteiligung am Vermittlungsprogramm. Beteiligt waren hierbei Fenna Akkermann, Greta Aufermann, Jan Borreck, Franziska Derksen, Jakob Fleischer, Hugo Höfler, Alexandre Kurek, Marie Laforge, Louisa Lahr, Annabella McNair, Selma Mierl, Pablo Plum, Charlotte Anna Rathmann, Annika Reinhard, Lara Sariaydin, Felix Schmale, Hannah Schuh, Ellena Stelzer, Paula Stilke und Alexander Tirel.

Die Vernissage fand statt am Dienstag, den 24. Februar 2026 ab 19 Uhr. Zur Eröffnung sprachen Ulrike Brouzi, Vorstandsmitglied der DZ BANK AG, Steffen Siegel und Christina Leber sowie Franziska Derksen und Felix Schmale.

Zu sehen sein ist die Ausstellung bis zum 23. Mai 2026 in der Kunststiftung DZ BANK am Platz der Republik in Frankfurt am Main.

 

 

Kritik

EFEG #9 Aglaia Konrad / Carrara

In der neunten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über »Carrara« von Aglaia Konrad. Erschienen ist das Buch 2011 bei Roma Publications in Amsterdam. Die Fotografin fragmentiert mit dem »Ausschnitt-Werkzeug« Fotokamera die Marmor-Steinbrüche von Carrara und konstruiert aus den Bildern eine ungewöhnliche Seherfahrung. Das Buch enthält außerdem einen Text von Angelika Stepken. Ca. 29 cm × 21,5 cm, 136 Seiten, 119 Schwarzweiß- und 18 Farb-Fotografien (sowie die Farbfotografie auf dem Schutzumschlag).

Aglaia Konrad wurde 1960 in Salzburg geboren, 1990–1992 Studium der Fotografie an der Jan von Eyck Academie in Maastricht. Seit 2007 ist sie Professorin an der Sint-Lukas in Brüssel. Zahlreiche Auszeichnungen, 1997 Teilnehmerin der documenta X, 2003 Camera Austria Preis für zeitgenössische Fotografie, 2023 Österreichischer Staatspreis für Fotografie.
 

EFEG #8 Katja Stuke / Supernatural

In der achten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über zwei Bücher von Katja Stuke: »Supernatural« von 2010 und »Supernatural 2021« aus dem titelgebenden Jahr. In diesem Projekt »Supernatural« hat Katja Stuke Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen am Fernseher beobachtet und in einem Moment großer Konzentration direkt vor ihrer sportlichen Leistung fotografiert. »Supernatural 2021« ist eine Weiterentwicklung, es ändert sich die Auswahl der Athlet:innen, der Sportarten, es ändern sich aber auch der Blick und der Umgang mit den Bildern im Heft.

Katja Stuke (*1968) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Studium an der FH Düsseldorf. Ausgezeichnet unter anderem mit dem LUMA Rencontres Dummy Book Award at the Rencontres d’Arles 2017 und als Lauréat Regards du Grand Paris Ateliers Medicis, Centre national des arts plastiques Paris (beides mit Oliver Sieber).

 

EFEG #7 Helga Paris / Häuser und Gesichter. Fotografien 1983–85

In der siebten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über Helga Paris’ »Häuser und Gesichter. Fotografien 1983–85«. Das Buch ist zuerst 1986 erschienen und auch nicht erschienen – bevor es dann einige Jahre später in einer Neuausgabe endgültig erscheinen konnte.

Helga Paris wollte Halle an der Saale wie eine ganz fremde Stadt fotografieren. Das Buch beginnt mit Straßenansichten, es folgen Porträts, die sie hauptsächlich auf der Straße fotografiert hat. Die Ausstellung, zu der Paris dieses Buch gemacht hat, durfte 1986 nicht gezeigt werden und wurde 1990 nachgeholt.

 

EFEG #6 Deanna Templeton / What She Said

In der sechsten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« besprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl das Fotobuch »What She Said« von Deanna Templeton. Erschienen ist es 2021 bei Mack Books in London.

Deanna Templeton fotografiert weibliche Teenager und junge Frauen und stellt diese Porträts in einen Zusammenhang mit Tagebucheinträgen und Konzertflyern aus ihrer eigenen Jugend in den 1980er Jahren.

EFEG #5 Bettina Lockemann / Southward – nach Süden

In der fünften Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl über Bettina Lockemanns »Southward – nach Süden«, erschienen beim Fotohof Salzburg im Jahr 2021.

Bettina Lockemann ist 2017 in die Südstaaten der USA gereist. Dort trifft sie auf Gegenden und Städte, die einerseits mit vielen Hypotheken aus der Vergangenheit zu kämpfen haben, in denen sich aber auch viele Initiativen wie zum Beispiel das Rural Studio finden. Das gehört zur Auburn University, und seine Studierenden entwickeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort Methoden zum Bau günstigen Wohnraums. Lockemann sucht viele dieser Initiativen auf, spricht mit den Beteiligten und fügt ihren Fotografien kurze Texte bei, die aus Sicht dieser Menschen die Situation beschreiben.

Bettina Lockemann wurde 1971 in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zur Fotografin studierte sie an der HGB in Leipzig. Promotion in Kunstgeschichte, Lehre an vielen unterschiedlichen Hochschulen im In- und Ausland, sechs Jahre lang war sie Professorin für Fotografie an der HBK Braunschweig. Bettina Lockemann hat eine sehr informative Website.

Ca. 24,5 cm × 16,5 cm, Klappenbroschur, 156 Seiten, Schwarzweiß und Farbe, 90 Fotografien.

 

EFEG #4 Hannah Darabi / Soleil of Persian Square

In der vierten Folge von EFEG – Einige Fotobücher, einige Gedanken – sprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl über »Soleil of Persian Square« von Hannah Darabi. Erschienen ist dieses Buch 2021 bei den Éditions Gwinzegal in Paris. Die EFEG-Folge ist auf diesem YouTube-Kanal abrufbar.

Der Titel von Hannah Darabis Buch bezieht sich auf das Bistro »Soleil« am »Persian Square« in Los Angeles, das auf einem ihrer Fotos zu finden ist. Stadtansichten von Los Angeles mit Hinweisen auf die dortige iranische Diaspora treffen in dem Buch auf Abbildungen von Musikkassetten, Ausschnitten aus den Gelben Seiten von Los Angeles, Stills aus Musikvideos und informellen Porträts, von denen es jeweils zwei gibt.

Hannah Darabi wurde 1981 in Teheran geboren. Nach einem Studium an der Hochschule der Schönen Künste in Teheran und an der Universität Paris VIII-Saint-Denis lebt sie heute als Künstlerin in Paris.

Einige weiterführende Hinweise: Das im Gespräch erwähnte Video der Wüstenrot-Stiftung ist hier zu finden. ● Hannah Darabi: Enghelab Street. A Revolution through Books: Iran 1979–1983, Leipzig (Spector Books) 2019. ● Das Buch von Bahman Jalali und Rana Javadi von 1979, »Days of Blood, Days of Fire«, ist 2020 als Reprint ebenfalls bei Spector Books erschienen, es enthält einen Einleger mit einem einführenden Text auch auf Englisch. Bedauerlicherweise gibt es keine Übersetzung der im Buch selbst vorkommenden Texte und Bildunterschriften. ● Inka Schube (Hg.): Bahman Jalali, Köln (König) 2011. ● Auf der Bandcamp Seite von ANYWAVE findet ihr das Tape »Soleil of Persian Square / Post California« zum streamen.

Hannah Darabi: Soleil of Persian Square, Paris (Éditions Gwinzegal) 2021. Etwa 28 cm x 22 cm, Broschur, 220 Seiten.

 

Jan Mammey, Falk Messerschmidt: Statues Also Die

Besprochen von Steffen Siegel

Vor wenigen Tagen hat die Stiftung Buchkunst die von ihr in diesem Jahr ausgezeichneten »Schönsten Deutschen Bücher« bekannt gegeben. Eines ist »Statues Also Die« von Jan Mammey und Falk Messerschmidt, erschienen bei Kodoji aus Baden in der Schweiz und gestaltet von Helmut Völter. Ob sich die beiden Künstler gewundert haben, dass ihr Fotobuch in der Kategorie »Sachbuch/Ratgeber« ausgezeichnet wurde? Ebenso gut hätte es in die (bei der Preisvergabe nicht vorgesehene) Kategorie »Reiseführer« gepasst – jedenfalls in einem besonderen Sinn von Reise. Wer das Buch öffnet, wird sich in einer solchen Deutung bestätigt sehen: Im vorderen Klappcover findet sich ein Stadtplan von Paris, der sich auch als Inhaltsverzeichnis verwenden lässt.

Vor genau siebzig Jahren kam »Les statues meurent aussi« – gemeinsam von Alain Resnais, Chris Marker und Ghislain Cloquet gedreht – in die Kinos. Dass er heute ein Klassiker ist, lässt all zu schnell vergessen, dass er in Frankreich eineinhalb Jahrzehnte lang nur zensiert zu sehen war. Grund war die in ihm formulierte Kolonialismus-Kritik, und genau hieran schließen Mammey und Messerschmidt an – der übernommene Werktitel verdeutlicht es. Vor allem aber teilen sie mit dem Film die Schlüsselfrage nach der Sichtbarkeit des Kolonialismus. Sie fuhren dafür nicht in frühere französische Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent, sondern durchmusterten in ganzer Breite den Stadtraum von Paris (dem Ansatz von »Berlin Postkolonial« vergleichbar). Vom Ladenschild über Denkmäler bis hin zu ganzen Institutionen, ja Stadtteilen reicht die im Fotobuch zusammengeführte Sammlung.

Vielleicht ist das angesprochene Ladenschild tatsächlich der überraschendste Ort einer solchen Präsenz. Nicht ganz zufällig wird es auf der Rückseite des Covers besonders prominent ausgestellt, allerdings im Zustand eines Kommentars. Gegeben wurde er in violetter Farbe, vermutlich als Farbbeutel an das Schild geworfen. Es gehörte zu einem Laden, bei dem nicht allein sein Name »Au n*** joyeux« (also in etwa: »Zum fröhlichen N***«) eine solche Tat herausforderte, sondern auch ein gemaltes Bild, das mit rassistischen Klischees nicht geizig war. Genau besehen erzählt das Buch eine Geschichte: Zwei Aufnahmen zeigen Zustände vom Oktober 2016 und Dezember 2018 – und in ihnen bildet sich eine Entwicklung ab. Wer heute an die Place de la Contrescarpe geht, wird weder Schild noch Beschriftung finden.

Im Ganzen kommen Mammey und Messerschmidt auf gut drei Dutzend Pariser Erinnerungsorte, die allerdings in der Mehrzahl gerade das nicht sind: ein Anlass zur Erinnerung. Die kolonialen Wurzeln sind verdeckt, werden übersehen oder proaktiv ignoriert. Man sagt wohl nicht zu viel, wenn man behauptet: Wer dieses nicht nur schöne, sondern auch wichtige Fotobuch auf die nächste Paris-Reise mitnimmt, wird diese oft gesehene Stadt ganz gewiss mit neuen Augen betrachten.

Jan Mammey, Falk Messerschmidt: Statues Also Die, Baden CH (Kodoji Press) 2022. Mit einer Short Novel von Arno Bertina. 16,5 × 22,5 cm, 276 Seiten, 147 Farb- und Schwarz/Weiß- Abbildungen. Soft-Klappcover. ISBN 978-3-03747-108-1

 

EFEG #3 Jo Ractliffe / The Borderlands

In der dritten Folge von EFEG – Einige Fotobücher, einige Gedanken – sprechen Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl über »The Borderlands« von Jo Ractliffe. Erschienen ist dieses Buch 2015 bei Editorial RM. Die EFEG-Folge ist auf diesem YouTube-Kanal abrufbar.

Nachdem Ractliffe für ihre beiden vorangegangenen Arbeiten »Terreno Occupado« und »As Terras do Fim do Mundo« in Angola fotografiert hatte, führt sie ihr Thema – die Beschäftigung mit dem Bürgerkrieg in Angola und dem Befreiungskampf in Namibia sowie den Verstrickungen Südafrikas darin – in Südafrika selbst weiter, von wo aus viele Militäreinsätze ihren Anfang genommen haben. Dabei verfolgt sie, wie sie selbst sagt, die Idee einer Landschaft als (ehemals) militarisierter Zone.

Jo Ractliffe wurde 1961 in Kapstadt geboren. Sie studierte Bildende Kunst an der Ruth Prowse School of Art, Woodstock, und an der Michaelis School of Fine Art at the University of Cape Town (Bachelor of Fine Arts 1985, Master of Fine Arts 1988). Heute unterrichtet sie an der Witwatersrand School of Arts at Wits University, Johannesburg.

Jo Ractliffe: The Borderlands, Barcelona, Mexiko City (Editorial RM) 2015. Ca. 30 cm x 25 cm, Hardcover, keine Seitenzahlen, 4 Ausklappseiten, Bildteil 148 Seiten, Textteil 24 Seiten, 89 Fotografien.

EFEG #2 LaToya Ruby Fraziers / The Notion Of Family

Die zweite Folge von Einige Fotobücher, einige Gedanken haben Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld dem Fotobuch »The Notion of Family« der US-amerikanischen Künstlerin und Aktivist LaToya Ruby Frazier gewidmet, erschienen 2016 bei Aperture in New York.

Im ersten Buch von LaToya Ruby Frazier sehen wir sie selbst, ihre Mutter und ihre Großmutter sowie ihre Heimatstadt Braddock, Pennsylvania im sogenannten Rust Belt. Die Fotos sind in einem Zeitraum von über zehn Jahren entstanden. Frazier wendet unterschiedliche bildnerische Strategien an, mal mehr, mal weniger inszeniert und experimentell.

LaToya Ruby Frazier wurde 1982 in Braddock, Pennsylvania geboren. Sie studierte an der Edinboro University of Pennsylvania (Bachelor of Fine Arts, 2004), an der Syracuse University (Master of Fine Arts, 2007) und im Whitney Museum Independent Study Program (2011). Sie ist Professorin für Fotografie an der School of the Art Institute of Chicago.

Die neue Folge von EFEG ist 1 Stunde und 21 Minuten lang und steht hier jederzeit zum Abruf bereit.

EFEG #1 Germaine Krull / Paris-Biarritz

In der ersten Folge von »Einige Fotobücher, einige Gedanken« sprechen Elisabeth Neudörfl und Andreas Langfeld über Germaine Krulls »La Route Paris–Biarritz« von 1931, erschienen in Paris bei den Éditions Jacques Haumont; ca. 22 cm × 15 cm, Broschur, 96 Seiten mit 87 Fotografien.

Germaine Krull fährt 1931 mit dem Auto von Paris nach Biarritz beziehungsweise noch darüber hinaus und fotografiert unterwegs sowohl Baudenkmäler, Stadtansichten und Landschaften als auch das Fahren selbst. Auch Claude Farrère begibt sich für sein Vorwort auf diese Reise...

Das einstündige Gespräch gibt es ab sofort auf dem YouTube-Kanal von EFEG.

Eric Meier: FF

Besprochen von Steffen Siegel

Es gibt Fotografien, bei denen genaues Hinsehen nicht reichen wird. »FF« von Eric Meier, erschienen bei sèche editions in Berlin, erinnert daran schon auf dem Cover. Wer den großformatigen, gut zwei Kilo schweren Band in die Hand nimmt, muss es spüren: Die Buchstaben sind so rau wie Schleifpapier. Damit ist zugleich ein Ton gesetzt. Es geht hier um eine Form der Sinnlichkeit, die die Augen ebenso viel angeht wie die Fingerkuppen.

Ein neunseitiges Intro, gesetzt in großen Lettern, wirft für »FF« stakkatohafte Lyrics hin: „Es riecht nach Money Honey, aber nicht für Dich.« Oder: »Es ist 93, 94, 95, 96, 99 Uhr. Millennium. Im Takt der Zonierung ist die Zornierung produktiv gesteigert.« Oder: »Wie schön der Schutt ist oder die Blume, die sich durch die Platte gräbt.« Und: »Die Tür ist jedoch immer einen Spalt auf. Und wenn nicht, rennen wir durch die Scheibe. Welt offen.« Direkt danach, auf Seite 13, kann man diese Scheibe sehen.

Doch folgen keine Blick ins Offene, sondern 250 Seiten voller Close-Ups, immer schwarz-weiß. Fotografien für die Fingerspitzen: die kleinen glatten Kiesel im porösen Waschbeton, der feinkörnige Rost auf dem schmalen Treppengeländer, die glatten Kachelfliesen der fensterlosen Fassaden, die scharfkantigen Schuppen der splitternden Ölfarbe, die kubistischen Formbausteine, zusammengefügt wie die Betonplatten für Hauswände und Gehsteige, zwischen ihnen ein Kleber aus Teer, der im Sonnenschein an Härte verliert und dunkel zu riechen beginnt. Spätestens hier kommt auch die Nase ins Spiel.

Es ist nicht schwer, solche materiellen Qualitäten metaphorisch aufzufassen – und gewiss ist es auch nicht falsch, gerade solche Schlüsse zu ziehen. Oft genug ist das, was Eric Meier in seinen Bildern zeigt, brüchig, marode, verfallen oder sogar mutwillig zerstört. Allerdings liegt unter dieser rauen Ikonografie eine zweite Ebene, und gerade hierfür benötigt es den fotografischen Blick. Der ist aufmerksam, intensiv, genau. Die so entstehenden Fotografien sind dabei vor allem eines: den Dingen zugewandt.

Kein einziges dieser Bilder zeigt Menschen – und doch geht es auf allen Seiten des Buches nie um etwas anderes. Eine Lebenswelt voller alter und einiger neuer Zeichen im Habitat »FF« wie Frankfurt an der Oder. Michael Schmidt eröffnete sein legendäres (gerade wieder aufgelegtes) Buch »Ein-heit« mit einem Blick ins Gelände der ostdeutschen Plattenbaugebiete, weitete dann aber sehr schnell die Perspektive. Eric Meier bleibt hier beharrlich: Seine Ortserkundung folgt geduldig den großen Formen und kleinen Zeichen, sammelt Blicke für Augen und Fingerspitzen – und verdichtet sie zu einem meisterhaft präzisen Fotobuch.

Eric Meier: FF, Berlin (sèche editions) 2021. 304 Seiten, Hardcover, 24 × 32 cm. Gestaltet von HOMI Creative Studio, mit Texten von Eric Meier, Malina Lauterbach und Clemens Vilinger. ISBN: 978-3-949495-01-4

Reinhard Matz, Wolfgang Vollmer: Köln von Anfang an

Besprochen von Steffen Siegel

Jedes Jahr am 6. Januar muss ich an eine kleine Begegnung im Kölner Dom denken. Es wird fünfzehn oder noch mehr Jahre her sein, dass ich dort in eine Gruppe spanischer Touristen geriet. Sie führten, Kirchenraum hin oder her, eine ziemlich heftige Diskussion und waren sich offenbar uneinig darüber, ob in jenem goldenen Schrein vor uns nun wirklich die Reliquien der Heiligen Drei Könige liegen oder aber nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine besonders kluge Idee war, ausgerechnet mich um Aufklärung in dieser Sache zu bitten. Jedenfalls war ich überrumpelt genug, um wenig überzeugend »na das wird schon so sein« zu stammeln. Wer weiß, vielleicht denkt ja gerade heute, am Dreikönigstag, in Spanien der eine oder die andere an die gemeinsame Köln-Reise zurück?

Seit dem Jahr 1164 befinden sich die Reliquien am Rhein, und selbstverständlich gehört der prachtvolle, wenige Jahrzehnte später entstandene Schrein zu jenen Objekten, mit deren Hilfe Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer fast zweitausend Jahre Stadtgeschichte erzählen. Ihr gerade eben erschienenes Buch »Köln von Anfang an« ist bereits der vierte Band – und doch zugleich der erste. Vor allem aber ist er eine Überraschung. Denn mit den drei Teilen »Köln vor dem Krieg«, »Köln und der Krieg« sowie »Köln nach dem Krieg«, die zwischen 2012 und 2016 erschienen waren, konnte diese Reihe eigentlich als abgeschlossen gelten. Matz und Vollmer hatten die drei Bände jeweils als ein reich kommentiertes stadtgeschichtliches Fotoalbum angelegt. Für die Zeit vor dem Jahr 1880 aber, mit dem sie »Köln vor dem Krieg« einsetzen ließen, ist die fotografische Überlieferung eher überschaubar; und ohnehin kann sie nicht weiter als in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen.

Mit dem nun publizierten Auftaktband musste also zwangsläufig das ursprünglich angelegte Editionsprinzip verlassen werden. Und doch handelt es sich bei »Köln von Anfang an« um einen Bildband, der mit ganzer Kraft die Möglichkeiten der Fotografie ausspielt. Der Grund hierfür steht zum einen auf dem Titelblatt und dann wieder auf den Seiten 387 und 388, wo sich die Bildnachweise befinden. Zwar treten mit Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer bei dieser Buchreihe zwei Autoren in Erscheinung, die als Publizisten und Kuratoren, Hochschullehrer und Kritiker arbeiten. Doch sollten sie – trotz der Vielfalt ihrer professioneller Rollen – wohl zuallererst als Fotografen angesprochen werden. »Köln von Anfang an« blättert die überreiche Stadtgeschichte anhand hunderter Quellen auf; und zu einem bemerkenswert großen Teil wurden diese Objekte von Matz und Vollmer fotografisch interpretiert. Was genau dies heißen kann, lässt sich zum Beispiel an Detailaufnahmen des Chorgestühls aus dem Kölner Dom wunderbar beobachten.

Im Medium des Fotobuchs werden Stadtgeschichten schon seit wenigstens einem Jahrhundert erzählt. Blickt man auf unsere eigene Zeit, ist wohl vor allem die Buchserie »Images of America« beispielgebend geworden. Aktuell vertreibt der Verlag Arcadia Publishing in dieser erst vor zwei Jahrzehnten gegründeten Reihe nicht weniger als 8.145 Titel! Was hier auf stets 128 Seiten als eine Art Best-of lokaler Stadt- und Zeitungsarchive geboten wird, hat allerdings wenig zu tun mit jener editorischen Sorgfalt und historiografischen Sachkenntnis, mit der Matz und Vollmer ihre vier Köln-Bücher eingerichtet haben. Neben den bestechend gut gedruckten Fotografien betrifft dies nicht zuletzt die Texte: detaillierte Bildunterschriften sowie, im Fall des nun erschienenen Bandes von Tacitus bis Johanna Schopenhauer, Auszüge aus stadtgeschichtlich interessanten Quellen. Ganz besonders lesenswert sind aber vor allem launige Miniaturen, in denen Reinhard Matz die einzelnen Epochen schlaglichtartig erzählt und dabei lakonisch kommentiert.

Wer es übrigens noch genauer, dann aber auch wirklich ausführlicher wissen will, der sollte zu jener »Geschichte der Stadt Köln« greifen, die seit 2004 im selben Verlag erscheint und nach Abschluss einmal ganze dreizehn Teile umfassen soll. Ihr dritter Band zu »Köln im Hochmittelalter« ist bereits vor vier Jahren herausgekommen; und dort ließe sich dann auch die Geschichte zu den Reliquien der Heiligen Drei Könige, zu König Barbarossa und dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel ganz genau nachlesen.

Reinhard Matz, Wolfgang Vollmer: Köln von Anfang an. Leben, Kultur, Stadt bis 1880, Köln (Greven) 2020. 392 Seiten, 402 Farbabbildungen, 24 × 29 cm, Leinen mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-7743-0923-4.

»Und so etwas steht in Gelsenkirchen«

Besprochen von Steffen Siegel

Neben so vielem anderen wird 2020 als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem man sich besser beeilt hat, soeben eröffnete Ausstellungen anzusehen. Andernfalls riskiert(e) man, vor verschlossenen Museumstüren zu stehen. Eine dieser vor der Zeit geschlossenen Ausstellungen ist »›Und so etwas steht in Gelsenkirchen…‹. Kulturbauten im Ruhrgebiet nach 1950«. Derzeit wäre sie eigentlich noch im Museum Folkwang zu sehen. Zehn Jahre nach Eröffnung von David Chipperfields Erweiterungsbau an der Essener Bismarckstraße wollte und will diese Ausstellung den kaum vergleichbaren Reichtum von Kulturbauten in den Blick nehmen, der sich auf dem geografisch so engen Raum des Ruhrgebiets als ein architektonisches und städtebauliches Ereignis erfahren lässt. Spreche ich aber vom Museum Folkwang an der Bismarckstraße, so beziehe ich mich unter der Hand bereits auf unsere eigene Gegenwart. Denn das Museum konnte man im Lauf von fast einhundert Jahren schon von allen Himmelsrichtungen aus betreten – Kulturbauten sind Architekturen im fortlaufenden Wandel.

Wer es genauer wissen will, sollte nach Dortmund ins Baukunstarchiv NRW fahren. Seit 2018 sitzt diese dem architekturgeschichtlichen Gedächtnis des Bundeslandes verpflichtete Institution im einstigen Museum am Ostwall (noch so ein fortlaufender Wandel). Aber auch dort sind derzeit natürlich die Türen verschlossen. Es bleibt derzeit nur ein Griff zu jenem Buch, das Hans-Ulrich Lechtreck, Wolfgang Sonne und Barbara Welzel herausgegeben haben – dessen Lektüre ist jedoch das Gegenteil einer Verlegenheitslösung. Es handelt sich um eine 400 Seiten starke Schatzkiste aus Bildern und Texten. In ihrem Zusammenspiel simulieren sie einen stöbernden Gang durchs Archiv: Es werden Archivboxen und Fotoalben geöffnet, Planschränke aufgezogen und Baupläne entrollt.

»Miniaturen« haben die Herausgeber*innen eine erste Gruppe von Texten genannt, in denen die Geschichte wichtiger Kulturbauten vorgestellt und die architektonischen Ideen diskutiert werden. Natürlich darf hier das »Musiktheater im Revier« nicht fehlen, immerhin bezieht sich der Buchtitel samt Yves-Klein-Blau auf diesen spektakulären, 1959 in Gelsenkirchen eröffneten Theaterneubau. Genauer betrachtet werden im Ganzen elf architektonische Meilensteine, darunter das Josef-Albers-Museum Quadrat in Bottrop, die Mercatorhalle in Duisburg (sie wurde vor wenigen Jahren abgerissen und durch ein CityPalais ersetzt, das genauso trist aussieht wie es heißt) oder das mit jahrzehntelanger Verspätung in den späten 1980er Jahren gebaute Aalto-Theater in Essen. Eine zweite Gruppe von Texten versammelt Essays – und diese lassen sich als eine exemplarisch am Ruhrgebiet entwickelte und brilliant zugespitzte Einführung in die Probleme von Architekturgeschichte, Bautypologie sowie Stadt- und Regionalentwicklung lesen.

Mit Blick auf verschiedene Neu- wie Umbauprojekte für Konzerthäuser im Ruhrgebiet wurde in jüngerer Zeit immer wieder kritisiert, dass die Städte des Ruhrgebiets in einen finanziell ruinösen Wettbewerb getreten sind, statt auf Kooperation und Aufgabenteilung zu setzen. Ganz falsch mag das nicht sein. Dennoch übersieht diese Kritik, welcher Reichtum in den zurückliegenden Jahrzehnten im Ruhrgebiet gerade deshalb entstanden ist – nicht allein architektonisch, sondern sehr viel mehr noch gesellschaftlich. Benannt ist damit die gar nicht so heimliche These des Buches: Wer Theater, Museen, Konzerthäuser oder Kinos baut, errichtet gesellschaftliche Mittelpunkte von dauerhaftem Wert. Zur Logik der »großen Stadt« zwischen Ruhr und Emscher gehört aber eben auch, dass es sich um eine polyzentrische Struktur handeln muss. Auf diese Weise existieren zum Beispiel im Ruhrgebiet nicht weniger als fünf Opernhäuser mit festem Ensemble (in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Dortmund und Hagen) – das sind zwei mehr als in Berlin und drei mehr als in München.

Bereits vor zehn Jahren ist unter dem wunderbaren Titel »Auf den zweiten Blick. Architektur in der Nachkriegszeit in Nordrhein-Westfalen« ein (übrigens immer noch lieferbares) Buch erschienen (Mitherausgeber war auch seinerzeit schon Werner Sonne), das ich nicht allein liebe, sondern das ich spätestens seit meinem Wechsel an die Folkwang Universität und damit mitten ins Ruhrgebiet auch wie einen Reiseführer benutzt habe. Geografisch und thematisch fokussierter im Zuschnitt, aber vergleichbar opulent in Bild- wie Kommentarteil wird »Und so etwas steht in Gelsenkirchen…« etwas ganz Ähnliches leisten können. Und darf man sich, da ja Weihnachten vor der Tür steht, sogleich eine Fortsetzung wünschen? Das Museum Küppersmühle in Duisburg, direkt um die Ecke das Landesarchiv NRW, das Gasometer in Oberhausen, das Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein in Essen, das Musikzentrum Bochum, das Theater Dortmund, der Erweiterungsbau im Osthaus Museum in Hagen, das LWL Museum für Archäologie in Herne – an bemerkenswerter Architektur wäre wirklich kein Mangel, auf den ersten wie auf den zweiten Blick.

Hans Jürgen Lechtreck, Wolfgang Sonne, Barbara Welzel (Hg.): »Und so etwas steht in Gelsenkirchen...« Kultur@Stadt_Bauten_Ruhr, Dortmund (Kettler) 2020. 400 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Klappenbroschur, 20 × 24 cm,  ISBN: 978-3-86206-835-7.

Adrian Sauer: Foto Arbeiten

Besprochen von Steffen Siegel

Als wir für unsere neue Website die Rubrik »Kritik« vorbereiteten, hatten wir dafür insgesamt drei Kategorien vorgesehen: Ausstellung, Fotobuch und Wissenschaft. Doch haben wir gewiss nicht damit gerechnet, einmal alle drei zugleich zu benötigen. Adrian Sauers Buch »Foto Arbeiten«, das gerade eben im Kerber Verlag erschienen ist, beweist nun jedoch das Gegenteil. Publiziert wurde es anlässlich einer Retrospektive auf Sauers reiches künstlerisches Werk, die vor wenigen Tagen im Oldenburger Kunstverein zu Ende gegangen ist. Konzipiert ist es aber nicht als ein anlassbezogener Katalog, sondern vielmehr als ein Künstlerbuch, das die temporäre Werkschau nun dauerhaft zwischen zwei Buchdeckeln sichert.

Mehr als zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit Adrian Sauer in sogleich drei schmalen Bänden seine viel beachtete Arbeit »16.777.216 Farben« auch als Buch publizierte. Wie bereits seinerzeit hat Sauer auch dieses Mal mit der Gestalterin Anna Lena von Helldorff zusammengearbeitet –– und das Ergebnis ist neuerlich hervorragend. Doch geht er mit »Foto Arbeiten« nun einen anderen Weg: Nicht eine einzelne Werkgruppe steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern eine über einzelne Werke hinausgreifende Fragestellung; und mit ihr ein künstlerisches Verfahren, das in Form von Bildern zu Antworten gelangt.

Es hat sich herumgesprochen, dass Sauer wie kaum ein zweiter Fotokünstler ebenso hartnäckig wie konsequent den Möglichkeiten und Grenzen digitaler Bildlichkeit nachgeht – ihren Produktionsweisen, Zeigeformen und Gebrauchszusammenhängen. Ohne den Anspruch zu erheben, wissenschaftliche Aussagen zu treffen, zielen seine im Bild (und meist in Bildserien) formulierten Thesen aber doch auf gerade jene Fragen, die in den wissenschaftlichen Debatten unserer Gegenwart geführt werden, wenn es um Digitalität und CGI geht, um Wahrheitsansprüche und Bilderskepsis. Sauers Buch war wirklich überfällig, denn endlich ist damit ein Kompendium zur Hand, das die Vielfalt seiner künstlerischen Antworten auf mehr als 250 Seiten zusammenführt.

In einem Anhang werden überdies alle Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen aus inzwischen fast zwei Jahrzehnten minutiös aufgelistet. Darunter befindet sich natürlich auch »Über die Sprachen der Fotografie – eine Möglichkeit«, die Sauer auf Einladung von Elke Seeger im Rahmen des Festivals »Try again, fail again, fail better – Impuls Bauhaus« einrichtete und die im vergangenen Jahr bei uns an der Folkwang Universität der Künste im SANAA-Gebäude zu sehen war. Diese Ausstellung wird in einem eigenen Kapitel umfassend vorgestellt. Schließlich lässt sich, von »AGB« bis »User/Consumer«, auch jenes Glossar vollständig nachlesen, das in Essen seinerzeit akustisch präsent war.

Als Künstler muss Adrian Sauer gewiss nicht erst noch entdeckt werden. Dennoch kommt sein neues Buch gerade zur rechten Zeit. Denn mit ihm werden Vielfalt wie Aktualität seines Werks in ihrem Zusammenhang verständlich gemacht –– der Titel des Buches spricht es deutlich genug aus: als eine fortgesetzte Arbeit an den Grundlagen fotografischer Bildlichkeit.

Adrian Sauer: Foto Arbeiten, hrsg. von Galerie Klemm’s (Berlin) und Galería Helga de Alvear (Madrid), Berlin, Heidelberg (Kerber Verlag) 2020. 256 Seiten, Hardcover, 18,7 × 25,7 cm, 616 farbige und 85 s/w Abbildungen, ISBN 978-3-7356-0720-1.